Avatar - göttliche Inkarnation

 

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Teil 1

 

Was ist ein Avatar?

Was ist eine Inkarnation Gottes?

Wie alt ist Yoga?

Wer hat Yoga in die Welt hineingebracht?

 

Das sind einige Themen die Krishna in der Bhagavad Gita anspricht.

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 1

Krishna sprach: „ Diesen unvergänglichen Yoga lehrte ich Vivasvan, der Sonne. Er gab ihm ein Manu, den Urvater der Menschheit, weiter. Manu berichtete Ikshvaku, dem mystischen König davon.“

 

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 2

„Die königlichen Weisen kannten diesen Yoga, der in direkter Folge weitergegeben wurden war. Durch eine Unterbrechung war dieser Yoga verloren gegangen, oh Arjuna. So habe ich dir heute diesen uralten Yoga gelehrt, denn du verehrst mich und bist mein Freund. Er ist das höchste Geheimnis“.

Arjuna sprach: „ Du wurdest später geboren. Vivasvan ist vor dir entstanden. Wie soll ich das verstehen, dass du am Anfang, diesen Yoga gelehrt hast.“

 

Krishna hat also gesagt: Was ich dir jetzt erzähle ist nichts Neues. Ich habe das schon vor vielen Jahrtausenden erzählt. Der Yoga ist uralt. Letztlich sagt Krishna: Die höchste Weisheit hat es schon immer gegeben. Es ist eine Absage an unseren Fortschritt-Glauben.

Wir denken heute, wir sind klüger als unsere Eltern. Unsere Eltern waren klüger als die Großeltern usw. Die Zivilisation schreitet voran, wir lernen mehr.

Krishna sagt nein, das Wichtige, das Essenzielle hat es immer schon gegeben. Die höchste Weisheit zur Erleuchtung war immer schon in dieser Welt.

Arjuna versteht das nicht, denn Krishna sagt nicht nur, es war schon immer in der Welt, sondern sagt: „Ich habe es weitergegeben“.

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 5

 

Krishnas Antwort

„Viele Geburten liegen hinter mir, genau wie es bei dir der Fall ist, oh Arjuna. Ich kenne sie alle, aber du Verbrenner der  Feinde, kennst sie nicht“.

Krishna nimmt hier Bezug auf die Reinkarnation. Er sagt, du hast dich auch schon so häufig inkarniert. Auch ich habe mich häufig inkarniert. Und wenn ich sage, ich habe das früher in Ikshvaku gesagt, ich habe es dem Vivasvan gesagt usw. Dann soll das heißen, Krishna hat schon oft als Manifestation Gottes in dieser Welt gewirkt. Er kennt das alles, er weiß das. Gott ist nicht so gebunden durch seinen Körper.

Arjuna hat es dagegen vergessen. Sei dir bewusst, du warst schon so häufig in dieser Welt inkarniert. Du magst dich nicht erinnern, trotzdem warst du schon häufig in dieser Welt.

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 6

„Obwohl ich ungeboren bin, unvergänglich und der Herr aller Wesen, werde ich doch durch meine Maya geboren, da ich meine Natur beherrsche“.

 

Das Göttliche hat mehrere Aspekte

  • Es gibt das Göttliche als Brahman, das Absolute, das Unendliche, das Ungeborene. Das Ungeborene bleibt immer, das verändert sich nicht.
  • Gott ist auch Ishwara. Ishwara Herr des ganzen Universums. Oder Ishwari, Herrin des ganzen Universums.
  • Gott inkarniert sich immer wieder in einer konkreten Gestalt.

 

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 7

 „Immer dann, wenn Dharma verfällt und Adharma zunimmt dann manifestiere ich mich“.

 

Wann inkarniert sich Gott?

Gott hat die Welt in Gang gesetzt und die Welt schreitet voran. Die ganze Welt ist wie der Körper Gottes. Gott hat einem Teil der Welt, der Menschheit einen freien Willen gegeben. Wenn der Mensch Dinge tut, die nicht so gut sind, dann greift Gott ein.

Er lässt dem Menschen den freien Willen, aber wenn Menschen den freien Willen falsch verwenden, dann muss Gott eingreifen um alles zurechtzurücken. Daraus können wir auch ein gewisses Vertrauen schöpfen.

Beispiele

Ähnlich einem biologischen Experiment. Man würde eine Art Biotop schaffen, wo alles mögliche geschieht. Wenn die Sache kippt, dann greift man ein, damit der Biotop erhalten bleibt.

Die Klima-Katastrophe ist in aller Munde, es gibt die Gefahr eines Atomkrieges (zwischen Nordkorea und dem amerikanischen Präsidenten). Das bleibt nicht beschränkt auf Nordkorea oder dem asiatischen Raum, das betrifft die ganze Welt. Das kann das Leben in der ganzen Welt unmöglich machen. Solche Katastrophen können bevorstehen.

Krishna sagt hier:

Wenn Adharma zunimmt und Dharma weniger wird, wird er sich manifestieren. Wir können uns sicher sein, Gott kümmert sich weiter um seine Schöpfung.

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 8

Manchmal scheint es, als wenn das Böse, das Schlechte stärker wird. Irgendwann wird es wieder vernichtet.

„Um die Guten zu schützen, die Bösen zu vernichten und um Dharma wieder her zu stellen, werde ich in jedem Zeitalter geboren“. Er sagt yuge yuge, damit sind nicht nur die großen Zeitalter benannt.

In Indien gibt es die vier großen Zeitalter, da sind wir jetzt im Kali Zeitalter. Davor gab es ein anderes. Gott hat viele Inkarnationen. Man könnte sagen, wann immer Dharma in Gefahr ist, inkarniert sich Gott. Nicht nur in der ganzen Welt, sondern auch wenn in einem Teilbereich Dharma in Gefahr ist.

Inkarnation/ Avatare Gottes in Indien

Krishna, Rama, Buddha gelten als Inkarnation in Indien. Dann gibt es auch Inkarnation von Shiva, z.B. Dakshinamurti, Shankaracharya oder Rama Krishna usw. Es gibt die Inkarnation der göttlichen Mutter z.B. Ananda Mayi Ma.

Auch Jesus war eine Inkarnation Gottes. Es gibt manche die sagen, Gott hat sich nicht so häufig inkarniert, es gibt nur einen Sohn Gottes.

Persönliche Meinung

Höchstwahrscheinlich gibt es nicht nur Leben auf der Erde, es gibt Leben auf so vielen anderen Planeten. Astronomen gehen davon aus, dass es intelligentes Leben im Kosmos geben muss. Es gibt vermutlich Millionen von Planeten, mit ähnlicher Temperatur und Atmosphäre der Erde. Warum sollte es da kein Leben geben?

Wenn Gott sich nur einmal inkarniert hat und durch diesen einen Sohn, die Welt zu heil kommen soll. Was ist mit den anderen Planeten und Zivilisationen?

Wenn Krishna sagt, Gott manifestiert sich in jedem Zeitalter, auf jeden Planeten, wann immer es nötig ist. Das würde den allwissenden, alle liebenden Gott mehr entsprechen.

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 9

„Wer so mein göttliches Geboren-werden und Handeln in ihrem wahren Licht erkennt, wird nicht wieder geboren, nachdem er seinen Körper verlassen hat. Er oder sie kommt zu mir, oh Arjuna“.

 Wenn du erkennst, das Gott sich um die Welt kümmert. Er kann sich physisch inkarnieren aber er ist auch ansonsten tätig und macht alles. Wenn du das erkennst und dich zum Instrument machst und nicht denkst, ich muss alles machen, alles hängt von mir ab. Sondern du sagst, ich mache mich zum Instrument und will mein Dharma erfüllen, als Teil dessen, was Gott will. Dann kommst du zu Gott und musst nicht wieder geboren werden.

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 10

„Frei von Verhaftung, Furcht und Zorn, in mir aufgegangen, bei mir Zuflucht suchen und gereinigt durch das Feuer der Erkenntnis, sind viele zu meinem Wesen gelangt“.

 Du brauchst keine Angst zu haben, gib dich Gott hin, Gott wird dir Trost schenken. Du brauchst dich nicht zu ärgern, Gott gibt dir das was du brauchst. Langfristig wird Gott alles wieder richten.

Du brauchst auch keine Wünsche zu haben, denn Gott wird dir das geben, was du brauchst. So wie Jesus gesagt hat, strebe zuerst nach dem Königreich Gottes und alles andere wird euch direkt zufallen. Fühle dich als Teil Gottes, suche Zuflucht bei Gott, und reinige dich durch das Feuer der Erkenntnis. Mit dem Bewusstsein, hinter allem ist das Göttliche.

So erfährst du das Göttliche und verschmilzt damit.

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 11

„In der Weise in der die Menschen zu mir kommen, werden sie von mir belohnt. Auf jede Weise beschreiten die Menschen meinen Weg, oh Arjuna“.

Hier sagt Krishna, Menschen kommen zu Gott auf die verschiedenen Weisen. Egal wie Menschen Gott sehen, Menschen kommen so zu Gott. Manche sehen Jesus und erreichen so die Gottverwirklichung.

Manche sehen Gott Manitu, den großen Geist und erreichen so Gott. Manche denken, dass Gott sich manifestiert hat, in Propheten, der ihnen den Koran gegeben hat. Sie kommen zu Gott. Manche verehren die Erdmutter und erreichen so das Göttliche. Krishna sagt, egal wie Menschen Gott verehren, sie kommen zu Gott.

„Menschen die in dieser Welt, Erfolg im Handeln ersehnen, ob fern den Göttern“. Denn Menschen erlangen durch Handeln rasch Erfolg.

Wir können auch Erfolg haben im Karma, indem wir den Göttern opfern. Manche Menschen wollen etwas erreichen, um es zu erreichen, machen sie Rituale zur Verehrung Gottes.  Auch das kann helfen, Erfolg zu haben. Nur, was nutzt äußerer Erfolg, das bringt nichts. Wir wollen Gott erfahren.

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 14

„Karma befleckt mich nicht und ich begehre auch nicht die Früchte des Karmas. Er mich so erkennt, wird von den Handlungen nicht gebunden“.

 

Karma

Karma heißt Handlung, Verehrungsritual,  ist das Gesetz von Ursache und Wirkung, sind auch die Früchte der Handlungen.

Krishna sagt, ich als Gott, der sich in der Welt manifestiert, ich werde nicht gebunden durch Handlungen, ich habe auch kein Haften an den Früchten der Handlungen. Es ist auch nicht so, dass du dich so verhalten musst, sonst bestrafe ich dich, es ist nicht so, dass Gott etwas von uns will.  

Wir wollen tun, was getan werden muss, als Teil des Göttlichen. Wenn wir Alles Gott darbieten, erfahren wir die Einheit mit Gott. Nicht Gott bestraft, belohnt uns, sondern wir stimmen uns ein auf das Göttliche. Wenn wir so erkennen, das Gott alles tut, wir Teil des Göttlichen sind und tief im Inneren nichts passiert. Dann werden wir nicht gebunden an Handlungen, wir schaffen kein neues Karma, wir fühlen die Einheit.

Kommentar zur Bhagavad Gita Kapitel 4 Vers 15

„In diesem Wissen, handelt in früheren Zeiten auch die, die nach der Freiheit strebten. Handele auch du, wie es die Alten seiner Zeit taten“.

 

Wie sind die Gottverwirklichten zur Gottverwirklichung gekommen?

Sie haben Gott alles dar gebracht. Sie haben sich als Teil des Göttlichen gesehen? Sie haben gemerkt, Gott bewirkt alles und sie waren nicht verhaftet. So sind sie zur Freiheit gekommen und so kannst auch du zur Freiheit kommen.

Im nächsten Vortrag spreche ich über Karma, Handeln. Mehr zu diesen und anderen Kommentaren „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“  gibt es in Buchform.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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