Willst du wissen, wie Pranayamas richtig ausgesprochen werden? Wie die Sanskrit-Namen der Atemübungen im Yoga ausgesprochen werden? Willst du wissen was diese Sanskrit-Ausdrücke zu bedeuten haben?

Zunächst Prana, Prana bedeutet Atem, bedeutet Leben, bedeutet auch Lebensenergie. Pranayama das ist die Beherrschung des Atems. Prana heißt Atem, ayama heißt zum einem strecken, heißt auch Kontrolle. So ist Pranayama zum einem die Kontrolle des Atems, aber auch Kontrolle des Pranas und damit der Lebensenergie.

Kurz zur Aussprache, prāṇa, da ist ein langes a und da ist ein n, das ist zerebralisiert, schon deshalb, weil davor ein r ist, und im Sanskrit ist r immer das Zungen-R. Die Zunge ist oben, dann läßt man sie gleich oben. Und sagt dann prāṇa. Man sagt eigentlich der Prana, auch wenn wir häufig das Prana sagen, weil es letztlich das Od ist. Als letztlich Yoga in den Westen kam, da gab es auch schon im westlichen Okkultismus Ausdrücke für all das, z. B. das Od. Und dann wurde Prana „das“ Prana gesagt. Von Sanskrit her wäre es männlich, „der“ Prana.

Und genauso auch „der“ Pranayama“ und nicht „das“ Pranayama. Und es ist prāṇāyāma oder pranayama. Wenn du es also sanskritmäßig aussprechen willst, wär es prāṇāyāma. Dann gibt es Kapalabhati, also kapālabhāti, langes a. Und es ist weiblich also „die“ Kapālabhāti. Bhati heißt stralen, leuchten und kapala heißt Schädel, Kopf. Kapalabhati, strahlender, leuchtender Kopf. Wenn du Kapalabhati übst, dann fühlst du deinen Kopf strahlen und leuchten, das Prana strahlt weit aus.

Nadi Shodhana ist eine der Bezeichnungen für die Wechselatmung. Nadi heißt Energiekanal und Shodhana heißt Reinigung. Nadi Shodhana ist die Reinigungsübung für die Nadis, für die Energiekanäle. es heisst „das“ Nadi Shodhana. Also nachdem du „die“ Kapalabhati geübt hast, übst du anschließend „das“ Nadi Shodhana.

Dann folgt Anuloma Viloma und Anu bedeutet ein und Vi bedeutet das Andere. Oder Anu heißt entlang und vi auseinander, weg. Und Auloma hat etwas mit Strich zu tun oder auch Haar. Und Anuloma Viloma ist mit dem Strich, gegen Strich, so wenn du eine Katze streichelst. Anuloma wäre mit dem Strich, Viloma gegen den Strich. Anuloma Viloma heißt eben in die eine und in die andere Richtung. Also erst atmen durch das eine Nasenloch ein und dann durch das andere aus.

Die Wechselatmung ist also zum einem eine Übung zur Reinigung der Nadis, und ist deshalb „das“ Nadi Shodhana und sie ist andererseits auch „Anuloma Viloma“, letztlich „der“ Anuloma Viloma. Also du kannst nach „die“ Kapalabhati, „das“ Nadi Shodhana oder „den“ Anuloma Viloma üben.

Ferner gibt es einige spezielle Pranayamas, die du vielleicht schon im Rahmen des Kundalini Yoga-Seminars gelernt hast. Da gibt es Surya Bhedana und Surya heißt eben die Sonne und Bhedana heißt das Spalten, das Teilen. Du atmest nur durch ein Nasenloch ein und nicht durch das andere. Du teilst also deshalb Bhedana, du teilst Anuloma Viloma auf und machst eben nur die Hälfe davon und das ist Surya Bhedana. Also rechts einatmen, anhalten, links ausatmen, rechts einatmen, anhalten, links ausatmen das ist Surya Bhedana.

Dann gibt es Ujjayi oder ujjāyī, das erste u ist kurz, doppel j, was eigentlich dazu führt das du das j etwas länger aussprichst. Und dann ein langes a und dann ein y und ein langes i ujjāyī, ujjāyī. Was heißt ujjāyī, das hat etwas mit siegreich zu tun, jaya heißt Sieg und ujjayi ist die Siegreiche. Also ein Pranayama das dir ein großes Triumphgefühl gibt. Denn wenn ujjayi wirklich gut funktioniert, dann spürst du sehr viel Prana und Energie.

Ferner gibt es Sitkari, also praktisch alle ashta kumbhakas, also alle acht großen Atemübungen sind alle weiblich. Also „die“ Ujjayi, mit der Ausnahme von Surya Bedhana, das ist eben „das“ Surya Bedhana und alle anderen weiblich. „Die“ Ujjayi und dann „die“ Sitkari, und Sitkari heißt die Sitmachende, sit ist ein Laut wie sss. Und dieser Zischlaut, so wie man im Deutschen zischen sagt, das ist eben sssit und Sitkari. Kari ist diejenige die macht, Sitkari diejenige die ein Zischlaut macht, also die Zischende.

Dann gibt es Sitali, und Sitali heißt die Kühle, also Sitali ist die kühlende Atemübung. Dann gibt es Bhastrika, bhastrikā, da ist also ein langes a am Ende, bhastrikā und Bhastrika bedeutet Blasebalg.

Es kommt Bhramari, bhrāmarī, langes a, wegen dem Strich drüber, langes i wegen dem Strich drüber. Bhramari ist letztlich die Bienenartige, denn Bhramara ist die Biene und Bhramari, ist die wie eine Biene eine Lautmachende. Bhramari also die Bienenübung.

Dann folgt noch Murchha, mūrcchā, ein langes u, wegen dem Strich drüber und da ist ein cha, also nur das c wäre schon ch, und dann kommt noch das h, ist also ch, also mūrcchā. Und Murchha heißt manchmal, das Verschwinden des Bewußtseins, aber Mu hat auch etwas mit Freude zu tun. Murchha ist also auch die Extase, die Großartige, die Freudevolle. Und in der Hatha Yoga Pradipika wird ein Wortspiel daraus gemacht, und gesagt Murchha ist die große Freude im Herzen.

Und dann gibt es noch Plavini, und plāvinī heißt wörtlich die Schwimmenmachende. Plava hat etwas mit Floß zu tun, Plava hat etwas mit schwimmen zu tun. Plavini heißt du schwimmst im Ozean des Bewußtseins. Also aber auch langes a und langes i. Jetzt werden wir all diese Atemübungen aussprechen in der Sanskrit-Aussprache. Wenn wir die Sanskrit-Wörter aussprechen können wir das korrekt in Sanskrit machen oder wir können es so machen wie die meisten Inder, die dort eine Mischung machen aus Sanskrit und Hindi, das es leichter fällt es auszusprechen. Und bei Yoga Vidya machen wir meistens das gleiche was die Inder machen. Die die Sanskrit-Ausdrücke der Pranayamas wären prāṇāyāma, prāṇa, prāṇāyāma, kapālabhāti, nāḍiśodhana, anuloma viloma, sūryabhedana, ujjāyī, sītkārī, śītalī, bhastrikā, bhrāmarī, mūrcchā, plāvinī.

Soweit zu den Pranayamas und wie man sie auf Sanskrit ausspricht und was die Sanskrit-Wörter zu bedeuten haben.

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Auszug aus der Transkription der Yoga Vidya Schulung Videoreihe, Begleitvorträge zur Yogalehrer Ausbildung, von und mit Sukadev Bretz.

Mehr zum ganzheitlichen Yoga findest zu z.B. auch in seinen Büchern „Der Pfad zur Gelassenheit“ und „Die Bhagavad Gita für Menschen von heute“.

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