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Yoga Vidya Lebensgemeinschaft, Teil 5 Engagiert leben in einer spirituellen Gemeinschaft – wie Swami Sivananda in Malaysia

Swami Sivananda auf Malaysia


Namaste und herzlich willkommen zur fünften Ausgabe des Yoga-Vidya-Lebensgemeinschafts-Podcasts, des Podcasts über die Yoga Vidya Lebensgemeinschaft, indem du einiges hörst über die Grundlagen von Yoga Vidya als Lebensgemeinschaft. Worauf ist unsere Lebensgemeinschaft aufgebaut? Was heißt überhaupt Yoga Vidya Lebensgemeinschaft? Was ist ein Leben im Ashram? Und vielleicht kannst du ja auch überlegen, ob in einer Yoga Vidya Lebensgemeinschaft zu leben, etwas auch für dich sein könnte.

Ich bin dabei, so ein bisschen die Geschichte aufzuzählen und was die Geschichte letztlich mit dem modernen Yoga Vidya zu tun hat. Wir sind bei Swami Sivananda. Swami Sivananda wanderte nach Malaysia aus, er wanderte aus, um zu helfen, er wanderte aus, um dort in einem Krankenhaus zu dienen als Arzt und später auch als Leiter eines Krankenhauses. Swami Sivananda übernahm dort auch die Leitung des Krankenhauses, um eben frei zu sein für seine Mischung. Was für eine Mischung? Die Mischung aus westlicher Schulmedizin, Hatha Yoga, Ayurveda, auch seine eigenen heilenden Fähigkeiten. Er merkte, dass er heilende Hände hatte, viele Menschen wurden durch seine Hände geheilt, wenn die Medizin und die Naturheilkunde nichts gebracht hatten. Er war auch sehr engagiert darin, Menschen kostenlos zu behandeln, er benutzte sein Medizinergehalt, Ärztegehalt, um mittellosen Patienten Medizin zu geben. Diejenigen, die nicht im Krankenhaus zugelassen wurden, quartierte er zum Teil in seiner eigenen Wohnung ein. Er wollte Gutes für Menschen tun.

Auch das ist bei Yoga Vidya ein wichtiges Prinzip, wir wollen Menschen helfen, wir wollen Menschen dienen, wir wollen, dass auch die Heilwirkung des Yogas verbreitet wird. Wir verbinden das auch mit Schulmedizin, im Sinne von, dass Menschen auch ermutigt werden, auch zu einem normalen Arzt zu gehen, nicht nur auf Yoga-Therapie zu setzen. Diese Verbindung ist etwas Wichtiges. Swami Sivananda beschränkte sich aber nicht nur auf körperliche Heilung, Swami Sivananda studierte auch die Yoga-Psychologie, er studierte die westliche Psychologie, er beschäftigte sich insbesondere auch mit der so genannten Neugeist-Bewegung, wo es auch um positives Denken geht. Und manche, gerade der Dinge, die man findet im Thoughtpower, also Kraft der Gedanken, wie auch in seinem berühmten Buch „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“, eine Verbindung von Raja-Yoga-Techniken mit den Techniken der Neugeist-Bewegung, des positiven Denkens, welches gerade so um 1900 im Westen besonders populär war. Er befasste sich auch mit der Psychoanalyse, auch da findet man einige Ansätze in seinen Büchern.

Auch das spielt wiederum bei Yoga Vidya eine Rolle. Wir verbinden das klassische Yoga auch mit Erkenntnissen der Psychologie und der Psychotherapie. Wir verbinden es auch mit den Erkenntnissen der systemischen Psychologie, der Gestalttherapie und vielem anderen. Es geht eben darum, zu heilen. Yoga kann einiges dazu beitragen, manchmal braucht es auch psychotherapeutische Sachen dafür. Aber es geht nicht nur darum, zu heilen, es geht darum, auch Selbstbewusstsein zu bekommen. Und Swami Sivananda war auch jemand, der gesagt hatte, „Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung“. Swami Sivananda war für ein engagiertes Leben. Swami Sivananda war spirituell von der Kindheit an, aber das hieß nicht, dass er sich vom Leben zurückgezogen hat, im Gegenteil, er war sehr dynamisch und sehr aktiv. Wenn man es sich überlegt, was er alles gemacht hat: Er war Leiter des Krankenhauses, er machte zusätzlich gemeinnützige Tätigkeit als Arzt. Er quartierte Patienten in seiner Wohnung ein. Er war außerdem tätig als Vermittler zwischen dem Management der Kautschukplantage, wo das Krankenhaus war, und den Arbeitern. Er etablierte eine Bibliothek. Alle Bücher, die er selbst hatte – und Swami Sivananda las sehr viel – gab er den Arbeitern auch zur Lese-Bibliothek. Swami Sivananda macht öffentliche Kirtan-Veranstaltungen, also auch Mantrasingen. Und Swami Sivananda studierte weiter auch spirituelle Werke. Wenn man sich so überlegt, was er alles machte, das ist schon unglaublich. Zusätzlich wurde er auch immer wieder von Menschen gefragt, er war wie ein persönlicher Ratgeber. Es gab ja wahrscheinlich auch kaum Seelsorge, würde man sagen. Es waren ja Hindus, die dort in der Katschukplantage waren. Sie gingen zu Swami Sivananda hin. Also, ein intensives Leben, ausgerichtet spirituell, anderen Menschen zu helfen und keine Angst vor Herausforderungen.

Auch das heißt es, in der Yoga Vidya Lebensgemeinschaft zu sein. Wir sind jetzt kein Retreat-Ashram im Sinne von, dass Menschen einfach nur meditieren und ansonsten gemütlich durch den Wald gehen und irgendwo hoffen, dass alles von selbst passiert. Wir sind recht aktiv, aber jeder nach seinen eigenen Fähigkeiten. Wir haben so eine Mindest-Sevazeit von 42 Stunden pro Woche, was einschließt auch Mantrasingen, was auch einschließt, wenn du ein Ritual machst, wenn du unterrichtest usw. Effektiv bist du in deinem eigenen so genannten Seva-Bereich, also Arbeitsbereich, normalerweise 36 Stunden pro Woche. Da kann man sagen, etwas weniger als Normalarbeitszeit im Alltag. Aber andere sind 70 Stunden pro Woche tätig, manche brauchen nur ein paar Stunden Schlaf. Manche müssen es etwas langsamer angehen und manche haben die Energie, sehr viel zu machen.

Bei Yoga Vidya ist dynamische Tätigkeit auch angesagt. Erfolg im Leben und Selbstverwirklichung heißt nicht nur außerhalb eines Ashrams, sondern es heißt, im Ashram intensiv sich zu engagieren. Und das ist etwas, was viele Menschen in der Yoga Vidya Lebensgemeinschaft so schätzen lernen, dass man relativ zügig in Verantwortung hineinwachsen kann, dass man relativ zügig Dinge anvertraut bekommt, dass man seine eigenen kreativen Ideen umsetzen kann, dass man in neue Herausforderungen kommt, immer wieder neu gefordert wird. So entwickelst zu dich in deiner Persönlichkeit, so entwickelst du dich in deiner Ausstrahlung, so entwickelst du dich in Selbstbewusstsein. Und mit dieser Energie und Kraft, die du bekommst dadurch, dass du im Alltag intensiv tätig bist, kannst du dann auch zur Meditation gehen, du kannst dein Karma, deine Aufgaben und Lektionen, schneller ausarbeiten und du kannst zügiger zur höchsten Verwirklichung kommen. Erwarte also nicht, dass Leben in einer Yoga Vidya Lebensgemeinschaft ein gemütliches Leben heißt. Es ist vielleicht gemütlicher als vieles andere auf der Welt, es muss aber nicht sein, es ist in jedem Fall engagiert und hilft dir, spirituell zu wachsen.


Das war es für heute, beim nächsten Mal werde ich dir etwas mehr erzählen über die spätere Zeit, wie Swami Sivananda dann auch das Krankenhaus in Malaysia verlassen hat und was das wiederum heißt für die Yoga Vidya Lebensgemeinschaft.


Bis bald, alles Gute! Mehr über Yoga Vidya Lebensgemeinschaften findest du auch auf www.yoga-vidya.de.

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Tags: Gemeinschaft, Lebensgemeinschaft, Swami Sivananda, sukadev, yoga vidya

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