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Yoga Vidya Lebensgemeinschaft - 56. Yoga Vidya Kriyas

Bei Yoga Vidya wird der Ausdruck „Kriya“ in verschiedenen Kontexten gebraucht. Kriya heißt ja wörtlich Handlung und Kriyas kann Verschiedenes bedeuten. Bei Yoga Vidya gibt es den Ausdruck „Kriya“ im Kundalini Yoga Sinne, als kombinierte Energie- und Erweckungsübung. Vielleicht hast du auch schon mal von Kriya Yoga von Paramahamsa Yogananda gehört, da ist tatsächlich Kriya Yoga eigentlich Kundalini Yoga. Oder du kannst sagen, Kriya Yoga sind Teile des Kundalini Yoga. Dann sind Kriyas auch die Bezeichnung von Raja Yoga Techniken, die am Anfang des zweiten Kapitels des Yoga Sutra beschrieben werden.Patanjali sagt dort: „Tapas Swadhyaya Ishvara Pranidhana Kriya Yogaha.“ Kriya Yoga heißt ernsthafte Bemühung und Disziplin, spirituelle Praktiken – Tapas heißt Hingabe an GottIshvara Pranidhana, heißt Selbststudium Swadhyaya. Das soll jetzt aber kein Vortrag sein über Yoga Sutra von Patanjali, sondern jetzt geht es um Kriya Yoga bei Yoga Vidya.

Gut, bei Yoga Vidya lehren wir auch das sogenannte kleine Kriya Yoga und das mittlere Kriya Yoga im Kundalini Yoga Kontext. Jetzt geht es aber um die Kriya-Reinigungstechniken, die so genannten Shatkriyas der Hatha Yoga Pradipika. Die Shatkriyas oder auch Shatkarmas genannt, die wir bei Yoga Vidya lehren, basieren auf den Shatkriyas, wie sie in den Sivananda Yoga Vedanta Ashrams auf Yogalehrerausbildungen gelehrt werden. Bei Yoga Vidya hat aber auch Shank Prakshalana einen besonderen Stellenwert. Shank Prakshalana wiederum wurde eben nicht bei Swami Vishnu unterrichtet, auch wenn Mitarbeiter es gerne praktiziert haben. Shank Prakshalana wird bei vielen Yoga Vidya Yogalehrerweiterbildungen unterrichtet und wir haben auch eigene Seminare, wo Shank Prakshalana und andere Kriyas unterrichtet werden.

Shank Prakshalana bei Yoga Vidya basiert insbesondere auf dem Buch von André Van Lysebeth „Durch Yoga zum eigenen Selbst“, sowie dem was ich und andere selbst erfahren haben und von anderen Yogalehrern gelernt haben. Als ich z.B. in Sivananda Yogazentren war, dort gab es immer wieder solche, die auch Shank Prakshalana gekannt haben und so habe ich mich ausgetauscht und ich mache ja seit 1981 regelmäßig Shank Prakshalana selbst und kann es auch nur empfehlen.
Etwas vielleicht zu Kriyas. Ich habe natürlich auch das Shank Prakshalana etwas abgewandelt, ich bin ja 2011 Veganer geworden und so empfehle ich ausdrücklich, eben kein Ghee zu sich zu nehmen, also insbesondere kein Butter-Ghee, sondern Kitchari eher mit Olivenöl oder anderen hochwertigen Ölen zu nutzen. Ich selbst habe früher über mehrere Jahre sehr regelmäßig Kriyas geübt, auch jetzt übe ich noch einige Kriyas täglich, eben Kapalabhati, Agni Sara, Nauli, Neti, öfters auch Tratak und wann immer ich merke, dass eine Erkältung im Anmarsch ist, dann übe ich gerne auch Shank Prakshalana, manchmal auch die Tuchreinigung oder auch die Sutra Neti. Und wie gesagt, einmal im Jahr typischerweise mache ich Shank Prakshalana.

Ich kann ernsthaften Yoga-Aspiranten nur empfehlen, ein Jahr lang sich sehr gründlich zu reinigen und ein Jahr wirklich zu sagen: „Ein Jahr will ich wirklich mein System rein bekommen.“ Und wie geht das? Natürlich, zum einen sehr sattvige Ernährung. Also nach Möglichkeit ein Jahr lang wirklich alles weglassen, was rajasig und tamasig ist. Ich empfehle auch, vegan zu leben, also auf Milchprodukte vollständig zu verzichten. Als zweites empfehle ich, täglich Asana, Pranayama, Meditation zu üben, Mantras zu hören oder Mantrasingen mitzumachen.

Wenn du bei Yoga Vidya Teil der Lebensgemeinschaft bist, dann kommst du ja täglich in den Satsang, du machst vielleicht eine Yogastunde mit oder übst für dich selbst Asanas und Pranayama. Und des Weiteren ist dann gut, ein Jahr lang wirklich sehr systematisch Kriyas auszuführen. Besonders hilfreich ist es, während dieses Jahres täglich Jala Neti zu üben, also Salzwasser-Neti, Sutra Neti, also Neti mit einem Katheter, Kapalabhati, Tratak und Nauli bzw. Agni Sara. Und gut ist es, einmal pro Woche Kunjal Kriya zu üben, also ein bis zwei Liter Salzwasser zu trinken und dann übergeben oder eben auch Hrid Dhauti, das heißt so eine Mullbinde zu verschlucken und wieder rauszuziehen.

Zum nächsten empfehle ich, einmal im Monat Basti zu machen, also einen Einlauf zu nehmen, und zweimal im Jahr Shank Prakshalana und zusätzlich zweimal im Jahr fünf Tage fasten, wobei du dort die Kriyas besonders intensiv praktizieren kannst. Nach diesem Jahr intensiver Reinigung wirst du merken, dass du dich leichter fühlst, klarer fühlst, dass deine Aura ausstrahlt, dass deine Meditation tiefer geworden ist und irgendwo spürst du das Pulsieren von Prana. Nach einem Jahr intensiver Reinigung kannst du dann die Kriyas etwas reduzieren. Sowie aber eine Erkältung im Anmarsch ist, dann kann das Ausführen der Kriyas dazu führen, dass die Erkältung gar nicht richtig ausbricht. Daher, wann immer du merkst, es kommt eine Erkältung, mache gleich Kunjal Kriya, mache besonders viel Jala Neti, mache Agni Sara und nach Möglichkeit faste. Auch bei Beginn einer müden oder trägen Phase oder bei Antriebslosigkeit können Kriyas Wunder wirken. Manchmal ist das Leben gar nicht so kompliziert und du musst nicht über die Psyche zu sehr nachdenken, reinige dich zunächst mal. Wenn du dich gereinigt hast, dann geht vieles von selbst leichter.

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Tags: Kriya, Kriyas, Yoga Vidya, Yoga Vidya Lebensgemeinschaft, lebensgemeinschaft, sukadev, yoga-vidya-lebensgemeinschaft

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