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Aus der „Göttlichen Erkenntnis“ von Swami Sivananda, Kapitel „Leben“:
„Leben ist ein Ausdruck Gottes. Leben ist Freude. Leben ist das Überfließen der Wonne des Geistes. Leben ist ein stetiger Fluss. Leben schwingt in jedem Atom. Leben ist in allem. Es gibt keine unbelebte Materie. In einem Stein ist Leben. Die Materie schwingt von Leben. Leben ist eine Reise im unendlichen Ozean der Zeit, wo sich die Szenerie unaufhörlich verändert. Das Leben ist eine Reise von der Unreinheit zur Reinheit, vom Hass zur kosmischen Liebe, vom Tod zur Unsterblichkeit, von der Unvollkommenheit zur Vollkommenheit, von der Sklaverei zur Freiheit, von der Vielfalt zur Einheit, von der Unwissenheit zur ewigen Weisheit, vom Schmerz zur ewigen Wonne und von der Schwäche zur unendlichen Kraft. Leben ist eine großartige Gelegenheit, die Gott seinen Kindern gibt, damit sie sich zu ihm hin entwickeln.“

Die Welt, das physische Universum ist kein Zufallsprodukt von Materie. Es ist Ausdruck von kosmischem Leben, in dem sich das Göttliche ausdrückt. In der Vedanta heißt es: „Sarvam kalvidam Brahman. – Alles ist wahrhaftig Brahman.“

Viele Religionen sagen dagegen, Gott habe die Welt geschaffen. Aber woraus? Wenn es vor der Schöpfung der Welt nichts gab, woraus kann Gott die Welt geschaffen haben? Eigentlich nur aus sich selbst heraus. Vorausgesetzt, es gab Gott schon vorher. Wenn das so ist, dann muss die ganze Welt aus Gott heraus geschaffen sein. Das was ist, ist ein Ausdruck Gottes. Leibniz sagte einmal: „Um die Welt zu schaffen braucht es eine unglaubliche Intelligenz. Und wenn jemand eine so unglaubliche Intelligenz hat, dann wird er logischerweise auch eine gute und nicht eine schlechte Welt schaffen. Also muss diese Welt letztlich die beste aller möglichen Welten sein.“ Die modernen Physiker sagen, wenn nur ein einziges Gesetz in dieser riesigen Welt anders gewesen wäre, wenn die Gravitationskonstante nur in der zehnten Kommastelle anders gewesen wäre, gäbe es keine Welt. Es muss also wirklich eine unglaubliche Intelligenz hinter dem Bauplan dieser Welt stehen. So ist die ganze Welt ein Ausdruck Gottes. Egal, was man studiert oder womit man sich beschäftigt, man wird dort den Ausdruck Gottes finden. Aber warum ist dann nicht immer alles angenehm für uns?

Ein zweiter Aspekt, den Swami Sivananda hier anspricht, lautet: Diese Welt ist für die Menschen eine Art Reise. Wir sind nicht einfach nur da und verschwinden wieder. Wir gehen auf einem Weg, dessen Szenerie sich unaufhörlich ändert. Das ist keine sinnlose Reise, bei der man nachher genauso dumm ist wie vorher, sondern eine Reise, in der wir wertvolle Lektionen lernen, in der Wertvolles für uns geschieht, in der wir uns entwickeln. Wir wissen nicht immer, warum geschieht, was geschieht. Es würde uns auch nicht weiterhelfen, jeden Moment darüber nachzudenken. Dann erleben wir nämlich nicht mehr das, was da ist, sondern wir reflektieren nur noch. Aber wenn wir nach Jahren der Distanz zurückschauen, dann stellen wir fest, dass wir durch all die schönen und weniger schönen Dinge gewachsen sind. Swami Sivananda beschreibt das so:

„Wir sind hier als vorüber ziehende Pilger. Unser Ziel ist die Erfahrung Gottes. Wir suchen nach unserem Erbe. Das große zentrale Ziel des Lebens ist das Erreichen einer bewussten Verwirklichung unseres Einsseins mit Gott. Leben wird sinnvoll, wenn es voll und ganz wird, wenn die individuelle Seele die höchste Seele erfährt.“

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga-Vorträge als mp3

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Tags: Brahman, Geist, Vedanta, inspiration, sivananda, sukadev

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