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Mit die bekanntesten Namen von Krishna sind Govinda und Gopala. Govinda und Gopala heißen beide „Hirte“. Wobei, „Go“ heißt eigentlich „Kuh“, Kuhhirte. Und Hirte ist in verschiedensten Kulturen einer der Beinamen von Gott. Z.B. im Alten Testament gibt es dieses berühmte Gebet: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“ Ich glaube, viele von euch haben das in ihrer Konfirmandenzeit auswendig gelernt. Oder auch die ältesten Darstellungen von Jesus im 3. Jh. n. Chr., sind ja nicht Jesus am Kreuz, das wurde erst später populärer, sondern die ersten Darstellungen von Jesus, war Jesus als Hirte. Da natürlich als Schafshirte, denn in Palästina im alten Israel gab es eben Schafe und keine Kühe, so wie es in Indien eben Kühe gab. Und das ist ein altes Bild, das wir haben können, dass Gott sich um uns kümmert. Wir brauchen uns nicht zu viel Gedanken zu machen. Zwar hat uns Gott oder das Universum oder Kosmos oder universelles Bewusstsein, göttliche Mutter, wie auch immer wir es ausdrücken wollen, auch einen freien Willen gegeben und irgendwo sind wir doch etwas anderes als Schafe, hoffentlich mindestens, aber dennoch, das Prinzip, dass Gott uns führt und weidet und uns das gibt, was wir brauchen, ist ein sehr wichtiges, an das wir immer wieder denken können. Und wir müssen natürlich auch sehen, wenn Gott Schafe hütet, dann ist das was anderes, als wenn er Menschen hütet. Schafe haben irgendwo die Bestimmung, ein Hirte muss dafür sorgen, dass die Schafe überleben, dass sie dann eine gute Wolle geben und wenn man es noch weiter denkt, ist es nicht ganz so schön. Letztlich, irgendwann werden die Schafe umgebracht und gefressen, also gegessen vielmehr. Bei den Kühen in Indien war das etwas anders, die wurden dann eben nicht gegessen. Aber das Weiden ist erst mal, dass die Schafe überleben können, dass sie Wolle geben können, dass es ihnen gut geht, dass sie Nachkommen bekommen können usw. Der Mensch hat natürlich andere Aufgaben als nur einfach zu überleben, Nachkommen zu erzeugen und Wolle gibt Mensch auch nicht her. Mensch ist etwas anderes, Mensch soll sich entwickeln, in seiner Persönlichkeit entwickeln, in seiner Spiritualität entwickeln. Er soll seine Talente entfalten usw. Das ist so die Bestimmung des Menschen. Im Menschen steckt irgendwo drin, er will sich weiterentwickeln. Mensch ist im Unterschied zu den Tieren nicht so festgelegt bei der Geburt. Wir können mit dem gleichen genetischen Material heute Autos steuern und im Internet kommunizieren, wie wir das früher konnten in der Steinzeit und dort mehr oder weniger irgendwo mühsam probieren, irgendwelche Körner zu sammeln und vielleicht ein Einkorn mühselig irgendwo anzubauen. Also, Mensch kann Verschiedenes, er ist nicht so festgelegt und letztlich, im Mensch ist angelegt, Entwicklung. Und die spirituellen Traditionen sind sich einig – und nicht einfach nur sich entwickeln äußerlich und materiell und in der Haarpracht und in der Kleidung, sondern Mensch ist dazu da, sich spirituell zu entwickeln. Und ein guter Hirte hilft eben auf all diesen Ebenen. Und so können wir dort ein Vertrauen haben, Gott hilft uns. Natürlich zum einen auf der materiellen Ebene. Auf einer weiteren Ebene, Gott hilft uns auch, dass wir unsere Unterscheidungskraft und unseren freien Willen gut verwenden können. Wir haben den und den gilt es auch, zu entwickeln. Gott hilft uns auch, dass wir unsere Persönlichkeit entwickeln, entfalten können. Er hilft uns, dass wir unsere Talente entwickeln und entfalten können. Und schließlich, Gott hilft uns, dass wir uns in der spirituellen Entwicklung entfalten können. Auf all diesen Ebenen sind wir nicht nur auf uns selbst angewiesen. Auf all diesen Ebenen können wir auf den guten Hirten zählen und wir können ihm uns anvertrauen. Und wir können uns bewusst sein, Gott hilft uns, dort hinzuwachsen. Heutzutage verbreiteteres Bild als der Hirte, ist sicher eben auch Vater. Wir singen ja auch am Ende des Arati: „Twameva Mātā Cha Pitā Twameva Twameva Bandhuscha Sakhā Twameva Twameva Vidyā Dravinam Twameva Twameva Sarvam Mama Deva Deva Kāyena Vāchā Manasendriyairvā Buddhyātmanāvā Prakriteh Swabhāvāt Karomi Yad Yad Sakalam Parasmai Nārāyanāyeti Samarpayāmi Sarva Dharmān Parityajya Mām Ekam Sharanam Vraja Aham Tvā Sarvapāpebhyo Mokshayishyāmi Mā Shuchah.“ „Du bist Vater, Du bist Mutter, Du bist Freund, Du bist Verwandter, Du bist mein Wissen, Du bist all mein Besitz, Du bist letztlich alles.“ Und damit wird ausgedrückt, Gott ist nicht irgendwo „nur“ irgendein Hirte, sondern letztlich alles. Und hier das Bild von Vater oder Mutter geht ja noch etwas weiter. Vater oder Mutter will, dass das Kind sich entwickelt. Vater und Mutter wollen, dass das Kind sich weiterentwickelt. Und manchmal werden Vater und Mutter darauf verzichten, etwas für das Kind zu machen, deshalb, damit das Kind sich besser entwickelt und nicht einfach, damit nur das Kind physisch überlebt. Und das ist dann eben auch ausgedrückt in all diesen Bildern. Und ob wir das Ganze jetzt Gott nennen oder kosmische Intelligenz, höheres Bewusstsein oder wie auch immer wir es ausdrücken wollen, wenn wir aus dieser Bewusstheit heraus leben, dass wir nicht ganz so alleine sind und wir gegen eine feindliche Welt kämpfen müssen, sondern dass alles, was kommt, letztlich dazu da ist, uns zu helfen auf unserem spirituellen Weg, Persönlichkeitsweg oder wie auch immer wir es ausdrücken wollen, macht es das Leben erfüllender und vor allen Dingen sinnvoller und auch freudevoller.


Hari Om Tat Sat

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

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Tags: Gott, leben, tägliche inspiration

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