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Warum wir das praktische und das intellektuelle Wissen brauchen

Om Namah Shivaya. Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute will ich etwas über Jnana und Vijnana sagen, über die intellektuelle und die praktische Erkenntnis.

Jnana und Vijnana sind zwei verschiedene Aspekte des Wissens. Das eine ist die Erkenntnis, im Sinne von intellektueller Erkenntnis und das andere ist ein Verstehen, im Sinne von Verwirklichung. Ein Arzt kann etwas verstehen und empfiehlt seinen Patienten, sie sollen nicht rauchen. Allerdings, die Ärzte gehören zu der Berufsgruppe mit der höchsten Raucherquote. Psychotherapeuten haben auch Empfehlungen für ihre Klienten, die Selbstmordrate unter den Psychotherapeuten ist aber höher als beim Durchschnitt der Bevölkerung.

Eines zu erkennen und zu wissen und es dann umzusetzen, das sind zwei verschiedene Dinge. Und allein über den Intellekt funktioniert es nicht. Deshalb ist es wichtig zu wissen, dass beides zusammengehört.

Wir können im Yoga sehr gut erklären: Warum machen wir Asanans, die Körperstellungen? Warum machen wir Pranayama? Warum machen wir Tiefenentspannung? Warum meditieren wir? Warum singen wir Mantras? Warum machen wir Arati? Wir können auch intellektuelles, als Jnana Yoga üben und fragen: „Wer bin ich? Was ist wirklich? Was ist unwirklich? Worum geht es wirklich im Leben? Was könnte ein Sinn im Leben sein?“ Im Yoga stellen wir uns auch intellektuelle Fragen und wir müssen das auch mit Erkenntnissen der modernen Wissenschaft konfrontieren, was ja nicht immer ganz so einfach ist.

Aber diese intellektuelle Beschäftigung reicht nicht aus, denn das ist einfach nur Wissen. Wissen an sich ist hilfreich, aber es muss dann zu praktischem Wissen werden. Und praktisches Wissen, im Sinne von Verwirklichung, wird es, indem wir praktizieren. Es ist eine Sache, zu erkennen, dass es gut ist, sich gesund zu ernähren und es ist eine andere Sache, es zu tun.

Das Schöne ist: Die Yogapraktiken helfen auch, Zugang zu finden zu der inneren Intuition. Viele Studien gibt es, die zeigen, dass Menschen, die täglich ihre Asanas, Pranayama, Entspannung üben oder meditieren, einen gesünderen Lebensstil pflegen als andere. Und zwar kann man schon einen Kausalzusammenhang feststellen. Das heißt, bevor die Menschen anfangen zu meditieren, hatten sie einen ähnlichen Lebensstil wie andere. Wenn jemand mal ein halbes Jahr meditiert hat, dann wird der Lebensstil besser, und nach ein paar Jahren haben die Menschen, die meditieren auch subjektiv das Gefühl, dass sie sehr viel mehr das tun, was sie finden, was richtig ist, als vorher.

So helfen uns die Yoga Praktiken, die wir üben, von einer reinen intellektuellen Erkenntnis zu deren Verwirklichung zu kommen. Allerdings, reine Praxis reicht auch nicht aus. Es gibt Menschen, die fangen einfach an zu praktizieren, dann machen sie eine Tiefenentspannung und fühlen, dass sie ihren Körper verlassen und sich von oben angucken. Jemand, der jetzt nicht irgendwie eine Erklärung hat, was das sein könnte, der könnte leicht ein bisschen verwirrt sein, um es milde auszudrücken. Oder angenommen, jemand meditiert und hat dann alle möglichen Lichterfahrungen. Wenn er dort jetzt kein Deutungsmuster dafür hat, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder er kann sich davor ängstigen oder er kann denken, er hätte jetzt gerade Gott gesehen und sei der Ausgewählte, der anderen Leuten erzählt, wo es lang geht.

Dann ist es gut, auch intellektuelles Wissen zu haben. Wir Spirituelle Praxis kann auch zu religiösem Wahn oder zu Ängsten führen. Man braucht einen Deutungskontext, dann passt beides zusammen, Jnana und Vijnana, die eigene Erfahrung und die intellektuelle Erkenntnis. So wird letztlich Einheit erzeugt, in dem, was wir erfahren, in dem, was wir leben, in dem, was wir erkennen. Und dann kommt es zur höchsten Verwirklichung.

Hari Om Tat Sat

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Tags: glück, inspirationen, jnana, sivananda, sukadev, tägliche, vedanta, wahrheit, weisheit, wissen

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