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Es hat aufgeschlagen auf dem Kapitel „Glück“ und auf dem Unterkapitel „Wahres Glück liegt im Inneren“.
Swami Sivananda schreibt:
„Wahres Glück liegt in dir. Es ist im Atman, in deinem wahren Selbst. Es ist subjektiv. Es manifestiert sich, wenn der Geist konzentriert ist. Wenn die Indriyas, die Sinne, von den äußeren Objekten abgezogen sind, wenn der Geist einpünktig ist, wenn so Vasana Kshaya, also Aufhören von Wünschen, und Manonasa, Ruhe des Geistes, vorliegen und wenn du wunsch- und gedankenlos wirst, beginnt die Wonne Atmans zu dämmern und spirituelles Ananda lässt dich erschauern.“
Hier beschreibt Swami Sivananda in ein paar Sätzen die Grundlage letztlich der Vedanta-Philosophie, die ja sagt, das Individuum ist in Wahrheit eins mit dem unendlichen Bewusstsein. Unsere wahre Natur ist Sat, Chid und Ananda, unendliches Sein, unendliche Bewusstheit, unendliche Wonne. Und selbst wenn wir das nur intellektuell verstanden haben, kann das schon eine Menge helfen. Wenn wir das in der Meditation nur erahnt haben, hilft uns das schon. Wie hilft uns das? Es hilft uns, dass wir nicht denken, „mein Glück hängt da- und davon ab.“ Normalerweise denken wir: „Ich brauche das und das, um glücklich zu sein. Ich brauche das zum Glücklichsein. Ich brauche das, um glücklich zu sein. Mein Chef muss sich so uns so verhalten. Mein Partner muss sich so uns so verhalten. Ich wäre glücklich, wenn meine Kinder sich anders verhalten würden, wenn meine Mitarbeiter, meine Kollegen sich anders verhalten würden, wenn der Vermieter sich anders verhalten würde, wenn die Katze…“ Vermutlich, Katzen und Hunde verhalten sich eher so, wie man es gerne hätte. Manchmal. Wir denken jedenfalls, wir wären glücklich, wenn. Aber unser Glück hängt nicht von äußeren Objekten ab, unser Glück ist im Inneren. Äußere Objekte und natürlich auch Menschen können in der Lage sein, unseren Geist vorübergehend ruhig zu machen. Wenn mal jemand genau sich so verhalten hat, wie wir es gerne hätten, dann sind wir erstmal wunschlos glücklich. So lange, bis uns plötzlich einfällt, was wir noch alles von diesem Menschen gerne hätten. Und wenn wir Pech haben, bemüht sich der Mensch, unseren Erwartungen zu genügen, und dann haben wir wieder einen Moment Ruhe. Ich sagte, wenn wir Pech haben, denn dann anschließend müssen wir uns ja wieder was Neues einfallen lassen, was wir von dem Menschen noch alles wollen. Denn irgendwo tief im Inneren wissen wir, das Äußere macht uns nicht dauerhaft glücklich und so schauen wir immer, „es muss noch etwas mehr geben äußerlich“. Aber das Glück ist in Wahrheit im Inneren. Und es gibt verschiedene Weisen, dieses innere Glück zu erfahren. Natürlich, das höchste Glück erfahren wir, ganz einfach, Yogas Chitta Vritti Nirodha. Wir stellen alle Gedanken ab und erhöhen unsere Bewusstheit ins Unendliche, dann sind wir im wahren Selbst und im Ananda. Ok, das braucht ein bisschen länger. Aber es geht auch schneller. Wir können tatsächlich in der Meditation oder in den Asanas oder auch am Tag einen Moment lang schauen, ob in uns Glück erfahrbar ist, ob es in uns spürbar ist. Und es ist immer wieder zwischen zwei Gedanken spürbar. Es ist immer wieder spürbar in einem Moment der Stille. Und das können wir unserem Geist trainieren, wir können jeden Moment glücklich sein. Solange wir noch so viel Karma und Samskaras haben, wird es uns vielleicht nicht möglich sein, dauerhaft dort glücklich zu sein, aber kleine Momente. Das ist das erste, was ganz praktisch dort ist. Das zweite ist, wir können uns auch kleinere Ziele setzen und wissen, wenn das Ziel erreicht ist, dann ist unser Geist vorübergehend mal still. Dann haben wir auch Glück. Es spielt gar keine Rolle, welches Ziel, denn es kommt nicht auf das Ziel an, sondern nur, dass wir unseren Geist konzentrieren und einen Moment zur Stille bringen. Und wenn dann das eine Ziel nicht wirklich klappt, dann können wir noch mal intensiver streben, der Geist noch etwas konzentrierter, aber wir wissen tief im Inneren, es kommt nicht wirklich auf das Ergebnis an, es kommt nicht wirklich darauf an, was dabei rauskommt. Es kommt nur darauf an, dass es uns gelingt, unseren Geist etwas zur Ruhe zu bringen, zu fokussieren. Ist der Geist zur Ruhe gebracht, ist er etwas fokussiert, strahlt dieses Glück aus. Und ein letzter dieser drei Ratschläge wäre, sich bemühen, das, was man tut, mit großer Konzentration und Hingabe zu tun. Das, was wir mit großer Konzentration und Hingabe tun, dort ist unser Geist ruhig und dann strahlt von selbst Glück aus. Es spielt gar keine Rolle, was wir machen, es spielt nur eine Rolle, dass wir es von ganzem Herzen machen, so gut, wie wir können und ganz in der Gegenwart dabei sein. Und in dem Moment strahlt das Glück aus. Die meisten Menschen probieren, das zu finden, was irgendwie auf mystisch-magische Weise sie dazu befähigt, immer konzentriert und glücklich zu sein. Ein klügerer Ansatz ist, das lieben zu lernen, was anliegt. Dort seinen Geist zu trainieren, das zu mögen, was jetzt da ist, indem man sich darauf konzentriert und es mit dem Herzen macht. Und dann kann alles Quelle eines Glückes sein und wir müssen nicht ständig nachrennen, was man denkt, was man braucht.
Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Kraft, Licht, Praxis, Sivananda, Weisheit

Kommentar von Sportsman777 am 3. Oktober 2011 um 1:12pm
Vielen Dank für die schöne Interpreation. Es heißt ja auch, daß sich das gesamte Himmelreich in einem selbst befindet. Man muß sich nur auf diese Geisteshaltung einlassen.
Kommentar von angelika am 15. Oktober 2011 um 4:45pm
Hallo Katalana. Du kannst niemanden zu seinem Glück zwingen. Sagt schon der Volksmund und der hat oft recht. Ich kenne dieses Gefühl, wenn Menschen um mich herum immer wieder gegen die selbe Wand laufen und ich muss zusehen, fühle fast selber den Schmerz und kann sie einfach nicht davon abhalten. Wenn du deswegen auch unglücklich bist, steigerst du das ganze aber noch - dann gibt es zwei unglückliche Menschen. Mindestens. Aufgeben macht dich unglücklich. Mich auch. Also hab ich mir folgendes überlegt: Wenn doch irgendwie alle miteinander durch komplexe Interaktionen in Regelkreisen vernetzt sind (Systemtheorie) oder gar eigentlich alle eins sind und voneinander isolierte Individuen nur eine Illusion des Geistes sind (Vedanta), dann hilft nur eins: Mit eigener spiritueller Praxis andere anstecken oder zumindest das eigene Glück in sich selber finden und dadurch ausstrahlen, dass Yoga tatsächlich funktioniert. Und den andern loslassen. Entweder sagt dir jemand, "Du bist immer so glücklich, egal was dir passiert. Wie machst du das?" oder er will aus welchen Gründen auch immer einfach so weiter machen wie bisher. Andere ändern geht nicht. Nur an uns selber können wir arbeiten. Und Erkenntnisse weitergeben funktioniert nur über Vorbildwirkung. Zumindest mache ich diese Erfahrung täglich mit meinen Kindern. Alles Gute!

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