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Verhaftungslosigkeit trotz emotionaler Bindung in Familie und Beziehung

Die Frage, die mir gestellt wurde ist: In der Familie oder Beziehung bestehen starke emotionale Bindungen. Wie kann ich hier Verhaftungslosigkeit üben?
Es gibt verschiedene Aspekte von Verhaftungslosigkeit. Ein Aspekt von Verhaftungslosigkeit ist die bedingungslose Verhaftungslosigkeit. Diese ist vermutlich dem Mönch, der Nonne, dem Einsiedler vorbehalten. In der Familie oder der persönlichen Beziehung gibt es emotionale Bindungen und vermutlich ist dort eine vollständige Verhaftungslosigkeit gar nicht möglich bzw. gar nicht wünschenswert – vielleicht ausgeschlossen dem Heiligen. Aber es gibt bestimmte Formen von Verhaftungslosigkeit und diese kannst du auch in der Familie oder der Liebesbeziehung entwickeln.
Die erste Form von Verhaftungslosigkeit ist die Vorurteilsfreiheit. Sei neugierig auf die anderen Menschen. Nimm sie so wie sie sind und versuche sie nicht zu formen, wie du sie gerne hättest. Liebe den Menschen so, wie er ist, und nicht wie du ihn gerne hättest. Das ist eine Form der Verhaftungslosigkeit. Nimm den Menschen so an, wie er ist und versuche herauszufinden, wie er oder sie ist, und versuche herauszufinden, wie er oder sie sich entwickelt.
Das ist die zweite Form von Verhaftungslosigkeit. Nimm deine Liebsten an auch in ihrer Entwicklung. Dein Partner, deine Partnerin entwickeln sich. Du entwickelst dich. Deine Kinder entwickeln sich. Deine Eltern entwickeln sich.

Vielleicht geht die Beziehung deiner Eltern in eine andere Bahn. Vielleicht kommen deine Eltern auf schräge Ideen. Vielleicht kommt dein Kind auf schräge Ideen. Vielleicht bist du auf die schräge Idee gekommen, Yoga zu üben und Vegetarier/in zu werden. Vielleicht bist du eine Zumutung für deinen Partner. Bewahre dir die Verhaftungslosigkeit in dem Sinne, dass du deinen Partner weiter liebst, wie er ist und sich weiterentwickelt.
Der dritte Aspekt der Verhaftungslosigkeit ist, mache dein Glück nicht vollständig abhängig von deinen Familienmitgliedern. Du bist das unsterbliche Selbst. Du bist ein Kind Gottes.
Ja, du hast Emotionen und natürlich wirst du beeinflusst von den anderen. Emotionale Verbindungen zu haben, heißt natürlich auch, dass du beeinflusst wirst von den anderen. Aber dein Glück hängt nicht dauerhaft davon ab. Du kannst auch leben, wenn dein Kind ganz eigenständige Wege geht.

Du kannst auch weiterleben, wenn deinem Partner etwas zustoßen würde oder er sich in jemand anderes verlieben würde. Du bist ein eigenständiges Wesen. Es ist schön, mit anderen zusammen zu sein und es ist schön, wenn du tiefe Liebe spürst. Das emotionale Drama kann auch seinen Reiz haben, aber sei dir bewusst: Du bist ein eigenständiges Wesen und in der Tiefe seid ihr alle eins, aber auf einer relativen Ebene brauchst du niemand anderes.
Der vierte Aspekt von Verhaftungslosigkeit ist: Karma bringt, was kommen soll. Und es kann Unterschiedliches passieren. Du weißt nicht was. Es geschieht, was geschehen soll. Es geschieht das, was hilfreich ist. In diesem Sinne heißt Verhaftungslosigkeit zu üben, Gottvertrauen zu haben.
Der fünfte Aspekt von Verhaftungslosigkeit ist, was im Yoga heißt: Sarvam Kalvidam Brahman – Alles ist wahrhaftig Brahman. Alle Menschen sind Manifestationen von Brahman. Auch deine Familienmitglieder, deine emotionalen Beziehungen. All diese sind Manifestationen des Göttlichen.
Du kannst zu ihnen eine Beziehung haben, aber das Göttliche manifestiert sich auf so viele verschiedene Weisen.
Mehr Informationen zum Thema Verhaftungslosigkeit auf unseren Internetseiten wiki.yoga-vidya.de/ Verhaftungslosigkeit.

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Tags: Beziehung, Bindung, Familie, Sukadev, Verhaftungslosigkeit

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