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Yoga Sutra, III. Kapitel, 23. Vers:
„Karma ist jetzt wirksam oder schlummernd. Durch Samyama darauf erhält man Wissen über Tod und Schicksal.“
Om Namah Shivaya, herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen. Patanjali gibt in diesem Vers einige wichtige Tipps zum Umgang mit unseren Lebensaufgaben. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, diesen Vers zu interpretieren. Ich will ihn sehr praktisch interpretieren. Karma, jetzt verstanden als Aufgabe. Angenommen, dir widerfährt etwas nicht ganz so Gutes, dann gilt es, dieses Schicksal, das du gerade hast, zu interpretieren oder zu verstehen, zu erfühlen, zu erspüren, zu ergründen, letztlich intuitiv zu erfassen. Wie kannst du das machen? Eben durch Samyama. Natürlich, Vorstufe für Samyama ist analysieren und zwar vorurteilsfrei analysieren. Viele Menschen, wenn ihnen was passiert, fragen gleich: „Oh, warum passiert mir das? Warum geht das so? Warum sind die Menschen so böse? Warum ist das Schicksal so böse? Ich bin doch so gut usw.“ Also, dort wird gleich eine Interpretation vorgeschoben, „was mir passiert, ist nicht richtig“, und als zweites, „entweder ich oder jemand anders oder Gott oder das Schicksal hat etwas falsch gemacht“. Samyama heißt, stattdessen genauer einfach zu ergründen: „Was passiert tatsächlich?“ Im ersten Schritt kannst du überlegen: „Ja, was passiert mir überhaupt?“ Im zweiten Schritt kannst du überlegen: „Und was lerne ich daraus?“ Im dritten Schritt kannst du überlegen: „Was ist meine Aufgabe dort?“ Und dann im vierten Schritt, nachdem du dieses analysiert hast, erspürst du es. Und während du es erspürst, kann dann plötzlich eine intuitive Erfahrung kommen, eben aus Samyama heraus kommt Prajna, direktes Wissen und auch Jaya, die Meisterschaft daraus. Plötzlich weißt du: „Ja, das ist meine Aufgabe.“ Und plötzlich weißt du: „Aha, das, was bisher gewesen ist, das ist jetzt vorbei.“ Deshalb, Wissen über den Tod. Und dann weißt du: „Aha, das muss ich vielleicht machen.“
Beim nächsten Mal werde ich dir vielleicht ein Beispiel dort geben. Ich wünsche dir jetzt vorurteilsfreies Angehen deiner Lebensaufgabe, vorurteilsfreies Annehmen von dem, was dir geschieht. Immer unter der Prämisse, was auch immer dir geschieht, hilft dir erstens, wertvolle Erfahrungen zu machen, zweitens, neue Kräfte und neue Fähigkeiten zu entwickeln und drittens, es hilft dir auf dem Weg zur Befreiung und spirituellen Entwicklung.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Lebensaufgaben, Sutra, Yoga, schicksal

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