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Stelle in deinem Meditationsraum ein Symbol von Om vor dich hin. Konzentriere dich auf dieses Bild. Mache auch mit offenen Augen Tratak, das Starren ohne Be­wegung der Lider, bis die Augen tränen. Verbinde die Vorstellung von Unendlichkeit, Ewigkeit, Unsterblichkeit, usw. damit, wenn du an Om denkst.

Anfänger auf dem Jñana Yoga Weg können zuerst etwa drei Monate lang mit offenen Augen das Om betrachten. Dann können sie sich das Om mit geschlossenen Augen vorstellen. Die Vorstellung von Om ist das Aufrufen eines klaren geistigen Bildes von Om mit geschlos­senen Augen. Sie sollten Om geistig mit Bhava wiederholen, sich der Bedeutung bewusst sein und gleichzeitig ihre Ohren auch den Klang hören lassen, damit sie nicht nach außen gehen, um andere Klänge zu hören.

Meditiere über Om. Zieh dich in dein Meditationszimmer zurück. Sitze in Padma-, Siddha- oder Sukhasana. Schließe die Augen. Entspanne völlig die Muskeln und Nerven. Konzentriere den Blick auf Trikuti, den Punkt zwischen den Augenbrauen. Stille den Geist, der an Dinge denkt, den bewussten Geist. Wiederhole geistig Om mit Shuddha Bhavana (reiner Einstellung) oder Brahma Bhavana (im Bewusstsein von Brahman).

Dieses Bhavana ist unerlässlich. Wiederhole Om mit dem Bhava, Gefühl, dass du die unendliche, alldurchdringende reine Intelligenz bist. Ein bloßes Wiederholen des Om wie ein Grammophon oder ein Papagei wird nicht die gewünschten Ergebnisse bringen.

Wenn du an Om denkst, denke an Brahman; an das, was das Symbol meint. Die Verbindung mit dem Om ist das Einswerden mit dem Gemeinten. Versuche, dich mit dem höchst wonnevollen Selbst zu identifizieren, wenn du über Om meditierst.

Trage stets die Bedeutung des Om im Herzen. Fühle das Om. Fühle, dass du das all durchdringende unendliche Licht bist. Fühle, dass du das reine, vollkommene, allwissende und ewig freie Brahman bist. Fühle, dass du absolutes Bewusstsein bist. Fühle, dass du unend­liches unwandelbares Sein bist. Jedes Atom, jedes Molekül, jeder Nerv und jede Vene und Arterie müssen kraftvoll mit diesen Gedanken schwingen. Das Wiederholen von Om nur mit den Lippen hat nicht viel Sinn. Es muss mit Herz, Kopf und Seele geschehen. Deine ganze Seele muss spüren, dass du die subtile alldurchdringende Intelligenz bist. Halte dieses Gefühl möglichst die ganze Zeit über aufrecht.

Mache einen Raum in deiner Wohnung oder eine Ecke darin zum Wald, zur Höhle, zum stillen Rückzugsort. Gib den Gedanken auf, dass du nicht Brahman bist. Übe regelmäßig, stetig, mit Interesse, Vertrauen, Eifer, Ausdauer und Begeisterung. Halte dich in Gesellschaft Gleichgesinnter auf und nimm sattvige Nahrung zu dir wie Früchte, Nüsse, Mung-ki-dal, Reis und Brot. Übe am Morgen drei Stunden von 4.00 bis 7.00 und am Abend drei Stunden von 7.00 bis 10.00. Bewahre das Gefühl Brahmans auch während der Arbeit. In drei, vier Jahren bist du sicher erfolgreich. Du wirst in deinem Svarupa (deiner Natur), deinem Shuddha Sat-Chid-Ananda (reiner Sein-Bewusstheit-Wonne-) Zustand, ruhen. Nastyatra Samsayah: darüber besteht hier kein Zweifel.

Dies ist eine Textpassage aus dem Buch:

Swami Sivanandas
Inspiration und Weisheit
Für Menschen von Heute


Auszüge aus Werken von Swami Sivananda
Essays und praktische Anleitungen
für spirituelle Aspiranten

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Tags: Inspiration und Weisheit, Inspiration und Weisheit für den spirituellen Weg, Mantra, Meditation, Om, Swami Sivananda, spiritueller Weg

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