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© 2016 Text: Bhajan Noam - An was ich primär in meinen Seminaren arbeite, ist an der Sensibilität der Menschen. Ich halte Sensibilität schlicht für das aller Wichtigste. Der Grund ist: Aus Sensibilität erwächst nach und nach alles, was das Leben lebenswert macht, ihm seine Tiefe, seine Wahrhaftigkeit, seine Schönheit, seine Freiheit gibt. Durch Sensibilisierung entsteht eine der wichtigsten Qualitäten göttlicher Geschöpfe: Mitgefühl. Mitgefühl zu lehren, bliebe eine reine Kopfgeschichte, etwas Moralisches, etwas, das man tut, um "gut" zu sein, um "gesellschaftskonform" zu handeln, es wird so nicht zu einer Herzensangelegenheit.

Wenn wir aber die Menschen sensibler machen, egal auf welchem Gebiet und über welches Medium wir das erreichen: Musik, bildende Kunst, in Bezug auf den eigenen Körper, Berührung usw., dann wird allmählich der kleine Funke im Herzen zur Flamme, zur hellen Flamme des wirklichen, leibhaftig empfundenen Mitgefühls. Aus Sensibilität entsteht Schönheit im Leben jedes Einzelnen und für alle in dieser Welt. Wer sensibler gemacht wurde für Harmonie, wird Schönes kreieren wollen, Musik, Malerei, Tanz, Gestaltung jeglicher Art, letztlich die harmonische Gestaltung des eigenen Lebens, der Beziehungen vielfältigster Art, der Lebensereignisse bis hin zum eigenen Sterben, zum Hinübergehen in tiefem Frieden und Einverstandensein.

Aus Sensibilität erwächst ein Zuhören, das die Grundlage einer konstruktiven Kommunikation ist, einer Kommunikation, die zu einem neuen friedvolleren Miteinander führt, die das Verständnis für den Anderen erweitert, die einen unendlich bereichert, die aus der emotionalen und spirituellen Isolierung, aus der Egozentriertheit herausführt. Aus Sensibilität erblüht zuletzt die Liebe, die grenzenlose, alles umschließende, alles durchdringende Liebe. Die Liebe, die Freude, Gesang, Tanz und vollkommene Hingabe ist, die zuletzt kosmisch ist. - Wie ließe sich eine solche Liebe lehren? Wir können sie nicht direkt lehren. Aber wir können sie nach und nach erfahrbar machen über ein Ausprägen der Sensibilität, die in Keimform jedem Geschöpf innewohnt und die auf nichts sehnlicher als auf ihr Erblühen wartet.

Und noch ein letzter Satz: Wir reden in unserer wertneutral ausgerichteten Gesellschaft häufig darüber, es sei "alles eine individuelle Geschmacksfrage", wo es eigentlich, von einer übergeordneten Warte betrachtet, um Sensibilität geht. Aber das kann nur an praktischen Beispielen und letztlich in einem längeren Prozess anschaulich und "anfühlsam" gemacht werden für alle die, die aufgeschlossen und konsequent dem Yogaweg folgen und durch Meditation ihre Wahrnehmung und ihre Bewusstheit Schritt für Schritt erweitern.

- Bhajan Noam -

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

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Tags: Bhajan_Noam, Freude, Gesang, Geschmack, Harmonie, Liebe, Mitgefühl, Schönheit, Sensibilität, Tanz, Mehr...Wahrhaftigkeit, Zuhören

Kommentar von kshamà am 8. März 2016 um 6:31pm

Lieber Bhajan Noam,
ich finde keine weiteren Worte, es ist alles gesagt und so vieles offen für Kommentare.
Persönlich gibt Yoga mir Kraft. Yoga hat mich in letzter Konsequenz an die Meditation herangeführt. Seit ich diesen Weg beschreite, kehre ich Stück für Stück zu meinem Wesen zurück. Ich hoffe in mir die kindliche Kreativität und Schöpferkraft wieder zu entdecken und zu leben. Dann werde ich frei sein. Es war nicht einfach stark zu bleiben, zur eigenen Empfindsamkeit zu stehen. Der Intelekt versetzt einen durchaus in die Lage sich an zu passen. Dies ist für mich nicht richtig, es fühlt sich falsch an und meine Schuldgefühle im Nachhinein sind um ein vielfaches größer. Ich stehe zu dem, wäge allerdings ab, was ich mir auflade, und lasse auch los. Und so bleibt doch im Endeffekt nur ich. Ich als Mensch kann nur vorleben und sich so eine Welt schaffen, welche das Leben leben läßt um mich herum..
Ein Stein fällt ins Wasser, kleine Wellen breiten sich aus und ziehen über den ganzen See.
In diesem Sinne, danke ich Dir für Deine tollen Worte, welche mich inspirierten. Namastè

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