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Ich habe zwei Nachbarn. Einer wohnt etwa 100 Meter von mir entfernt. Und dann gibt es noch die Wiese nebenan, die ein Verein für therapeutisches Reiten gepachtet hat. Gudrun ist die Chefin vom Verein. Eine echte Powerfrau. Natürlich wurde wieder ein Musiker gebraucht. Und ich kam gerne mit meinem Harmonium. Ich war etwas unsicher, weil ich nicht wusste, was mich erwartete. Sollte ich Kinderlieder, Sauflieder oder christliche Lieder singen? Kleine Kinder gab es diesmal wenige. Sie durften vermutlich nicht so lange aufbleiben. Dafür viele Jugendliche, einige türkische Frauen und der Mädelsclub von Gudrun. Um 18 Uhr waren noch wenige Menschen da. Ich begann mich warm zu singen und filmte das Lagerfeuer. Dann wurde es dunkler und viele Menschen kamen. Ich sang zwei Stunden. Dann war mein Repetoire erschöpft und ich auch.

Ich merkte, dass ich nach dem vielen Singen im Altersheim eine gewisse Routine hatte und mein Gesang deutlich besser geworden war. Innerhalb von kurzer Zeit war ich als Musiker akzeptiert. Zwei drei Lieder und ich rockte die Mädels. Mein Mantra-Gesang zeigte seine Wirkung und es war gute Laune da. Die Herzen verschmolzen im Glück. Zum Schluss konnte ich so viel falsch singen wie ich wollte, sie fanden alles gut.

Erstaunlicherweise kamen die christlichen Lieder gut an. Vielleicht gab es viele geheime Christinnen in der Runde. Oder die muslimischen Frauen konnten auch bei meinen christlichen Liedern mitschwingen. Vermutlich beides. Ich spürte die Kraft Gottes durch mich durchfließen. Die Lieder wirkten wie ein starkes Mantra. "Gottes Liebe ist so wunderbar. Vater Abraham hat viele Kinder. Oh when the saints go marching on. Gott hält die Welt in seiner Hand." Wahrscheinlich passten die Lieder gut zur Stimmung am Lagerfeuer.

Beliebt war auch meine Liederreise um die Welt mit griechischen, jüdischen und indischen Lieder. Und natürlich meine norddeutschen Lieder: "Dat du mien Leevsten büst. Herrn Pastor sien Kauh, Hamburger Veermaster, Wir lagen vor Madagaskar." Erstmalig sang ich meine indischen Mantras im Freestile: "Shiva, Shiva, Shambho. Hare Krishna. Sita Ram." Freestile ist gut für mich. Da fällt es nicht auf, wenn ich aus dem Takt komme oder nicht die Töne treffe. Gerade dann hört es sich sehr indisch an. Im nächsten Leben werde ich mich als Musiker inkarnieren, natürlich auf meine Art mit einigen schiefen Tönen und spirituellem Heilungseffekt.

Nils singt am Lagerfeuer (Video 2 Min.)
https://www.youtube.com/watch?v=yckOFTP1WEM

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Kommentar von Turiya am 30. März 2016 um 5:33pm

Deine Geschichten sind immer wunderschön ! Fast bin ich ein bisschen neidisch, dass ich so etwas nicht erlebe. Dann denke ich, ob ich nicht auch nächstesJJahr ein Osterfeuer hier in der Nachbarschaft mache und alle einlade. Sehr inspirierend, danke lieber Nils.

Kommentar von Nils Horn am 30. März 2016 um 11:06pm

Sehr gute Idee. ;-)

Kommentar

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