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Ehrerbietung der göttlichen Mutter, die sich in allen Wesen manifestiert als Saraswati. Heute ist Saraswati-Tag im Rahmen des 9-tägigen Festes zur Verehrung der göttlichen Mutter. Ihr seht oben links die Saraswati in diesem weißen Gewand. Saraswati ist zum einen eine kosmische Energie. Saraswati gilt als der weibliche Aspekt von Brahma, des Schöpfers, und so heißt es, die ganze Welt ist eine Schöpfung Brahmas und die Kraft hinter Brahma, die diese Schöpfung in die Existenz gebracht hat, das ist Saraswati. Saraswati ist aber auch in jedem einzelnen. Saraswati ist eine Kraft, die in jedem Menschen wirkt. Und an den Saraswati-Tagen kann man sich durchaus überlegen: „Wie wirkt in mir Saraswati? Könnte sie vielleicht auch noch mehr wirken?“ Und Saraswati ist zum einen die Kreativität und in jedem Menschen ist Kreativität. Man sagt so schön, es gibt die kreativen Berufe und es gibt Menschen, die sind besonders kreativ. Und vielleicht wirkt Saraswati auch in dem ein oder anderen mehr und in dem ein oder anderen ein bisschen weniger, aber Saraswati wirkt in jedem. Und so in den Saraswati-Tagen kann sich jeder fragen: „Wie kommt in mir Kreativität in mein Leben? Oder gibt es irgendetwas in mir, was sich entfalten will? Kann ich irgendwo etwas mehr meine eigene Kreativität in das hineinbringen, was ich tue?“ Man kann kreativ sein in seinem Zuhause, kreativ sein in der Gestaltung seiner Fassade, in verschiedenen Formen von Fassaden. Man kann kreativ sein in seinem Umgang in seinem Berufsleben. Oft sind neue Ideen gewünscht. Man kann kreativ sein in vielem. Man kann ab und zu mal etwas Verrücktes machen und da muss man nur aufpassen, manche Menschen haben die Alles-oder-Nichts-Philosophie. „Entweder ich kann hundert Prozent das machen, was mir in den Sinn kommt oder nichts funktioniert.“ Und da man dann oft das probiert, was nicht funktioniert, dann nachher denkt man, nichts ist möglich. So könnt ihr überlegen: „Gibt es vielleicht in mir irgendwo kreative Fähigkeiten, kreative neue Lösungsansätze, die ich umsetzen kann? Und könnte ich mal kleine Verrücktheiten machen, ohne dass es andere zu sehr stört und mein berufliches oder partnerschaftliches Leben gefährdet?“ Saraswati, Kreativität. Im Sinne von Kreativität ist natürlich Saraswati auch die Künste. Und auch hier kann man sagen, Künste ist oft das, was den Menschen auch Energie gibt, das, was das Leben schön macht, das, was den Menschen an Gott erinnert. So könnt ihr auch überlegen: „Gibt es vielleicht irgendwelche künstlerischen Fähigkeiten in mir, die ich vielleicht ein bisschen vernachlässigt habe oder die ich neu entfalten könnte? Vielleicht wäre es an der Zeit, Harmonium spielen zu lernen oder Vina oder ein Instrument, das ich früher gerne gespielt habe? Es muss ja nicht Konzertreife sein, aber so ab und zu mal ein Instrument zu spielen. Oder mal was zu malen. Oder in einer anderen Form irgendwo mein künstlerisches Talent umzusetzen.“ Das ist etwas sehr Menschliches dort. Saraswati sind noch weitere Aspekte. Saraswati ist auch die Intuition. Auch hier kann man überlegen: „Befrage ich auch öfters meine Intuition? Oder verlasse ich mich zu sehr auf das, was andere sagen und auf das, was bisher alles war?“ Natürlich, man kann auch nicht die Intuition überbetonen. Manchmal braucht es auch den gesunden Menschenverstand. Und auch die Intuition muss man manchmal in Frage stellen. Es ist nicht so, dass nur Intuition immer richtig ist und logisches Denken falsch ist oder andere zu befragen, falsch wäre. Aber Intuition ist eine der vielen Erkenntniswege, die wir haben, und dort kann man überlegen: „Habe ich Zugang zu meiner Intuition? Traue ich meiner Intuition auch? Bringe ich ihr ausreichend Wertschätzung entgegen?“ Auch hier, manche haben auch wieder die Alles-oder-Nichts-Philosophie. „Entweder ich gehe ganz nach meiner Intuition oder es hat eh alles keinen Sinn.“ Hier, Intuition ist eine der vielen Fähigkeiten. Es gibt natürlich auch die so genannte höhere Intuition, wie eine Berufung oder eine höhere Eingebung. Gut, dann ist klar, da ist auch das Prana dahinter und die Gewissheit dahinter, die bahnt sich ihren Weg und ist irgendwo göttlich inspiriert. Aber wir haben diese andere Intuition, diese Ahnungen, die da sind. Und die können mal richtig sein, können mal nicht richtig sein, aber relativ häufig sind sie richtig und es gilt, sie auch wertzuschätzen und schauen, inwieweit sie mir jetzt helfen können. Saraswati ist aber auch die Erkenntnis, also Intuition und Erkenntnis, auch Erkenntnis durchaus im Sinne von intellektueller Erkenntnis. Saraswati wird auch oft sitzend dargestellt, entweder auf einem Baumstamm, wie in diesem Bild, oder auf einem Stein, und das symbolisiert auch eine gewisse Festigkeit und Dauerhaftigkeit. Lakshmi wird typischerweise dargestellt auf einem Lotus, schwimmend irgendwo auf einem Ozean oder einem großen See. Und so heißt es, Lakshmi ist immer schwankend. Lakshmi in diesem Sinne als Glück und materielle Güter. Und die kommen mal und sie gehen mal. Saraswati, als Erkenntnis und Weisheit, hat dort eine Stabilität. Das, was wir mal erkannt haben, was wir höheres Wissen haben, dieses bleibt selbst dann, wenn die Lebensumstände sich ändern. Und so ist es durchaus auch hilfreich, Dinge mal zu Ende zu fragen. „Wer bin ich? Was ist wirklich? Was ist unwirklich? Woher komme ich? Wohin gehe ich? Gibt es ein höheres Ziel im Leben? Was ist Glück?“ Das sind auch alles Fragen, die dem Saraswati-Aspekt entsprechen. Und diese Fragen sind natürlich nicht rein intellektuell zu klären, manchmal kommt aus tiefer Meditation eine Erkenntnis, manchmal kommt über das Lesen eines Buches eine Erkenntnis. Plötzlich durchzuckt es einen. Aber wenn wir eine Erkenntnis gemacht haben, dann ist noch mal gut, diese noch weiter zu denken und dann, uns daran zu erinnern, wenn die Lebensumstände so ein bisschen unruhig werden, mit vielen Höhen und Tiefen, wenn wir uns dann erinnern an das, was wir erkannt haben von einer höheren Wirklichkeit, dann ist das etwas, was uns eine Festigkeit, Beständigkeit, Ruhe gibt und inmitten von allem, was geschieht, ist es dann so, als ob wir auf dieser Lichtung von Saraswati sind. Wir wissen: „Ich bin eins mit dem Unendlichen. Aus mir heraus will eine Erkenntnis und eine Weisheit hindurchströmen und ich kann hinter allem das Wirken dieses Göttlichen sehen.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: erkenntnis, navaratri, saraswati, weisheit

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