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Für Muskelverspannungen gibt es unterschiedliche Ursachen. Sie können auf Fehlhaltungen, Mangel an Bewegung, auf einer Überbelastung der Muskulatur durch schwere körperliche Arbeit, monotone Bewegungsabläufe oder auf Übergewicht basieren. Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle, da Stress, Ängste oder Sorgen längerfristig dazu führen, dass sich die Muskeln in Nacken, Schulter, Rücken, Brust, Bauch oder in anderen Bereichen mehr oder weniger schmerzhaft zusammenziehen und letztlich eine Art Schutzpanzer bilden. Unnatürliche und einseitige Körperhaltungen wie langes Sitzen am Computer und beim Autofahren oder auch eine ungünstige Schlafposition erzeugen ebenfalls Verspannungen. Der häufig verbreitete Bewegungsmangel führt dazu, dass sich die Muskeln im Rücken und oft auch in den unteren Extremtäten allmählich verkürzen. Durch die aufgezählten Ursachen kommt es zu einem Anstieg des Muskeltonus, der mit einer Beeinträchtigung der Durchblutung und der Sauerstoffversorgung einhergeht. Die Folge davon ist, dass die Muskulatur sich verhärtet und zu schmerzen beginnt. Die verhärteten Muskeln reizen die Nervenwurzeln, sodass es hier zu kleinen Entzündungen kommen kann.

Wer früh in seinem Leben mit Yoga beginnt und regelmäßig übt, bei dem werden sich die hier und im Folgenden beschriebenen Veränderungen gar nicht erst entwickeln. Sind sie aber bereits entstanden, bedarf es neben der Yogapraxis in der Regel auch physiotherapeutischer Maßnahmen um die Folgen der Vernachlässigung wieder rückgängig zu machen.


1. Myogelosen

Myogelosen sind tastbare und deutlich umrissene erbsen- bis olivengroße Verdickungen einzelner Muskelfasern, die in der Regel druckschmerzhaft sind. Bei einer erhöhten Beanspruchung eines Muskels durch Überanstrengung oder durch eine Fehlbelastung oder Fehlhaltung steigt der Sauerstoffbedarf und es fallen Stoffwechselprodukte an. Kommt der Körper mit der Sauerstoffversorgung nicht hinterher und findet keine genügende Durchblutung statt, können die Stoffwechselprodukte nicht abtransportiert werden und lagern sich ab. Myogelosen entstehen am häufigsten in den Bereichen des Kreuzbeins, des Beckenkamms, der Lendenwirbelsäule, der Schulterblattränder, des Nackens aber auch der Fußsohle. Da ihre Entstehungsgeschichte lange zurückreicht, braucht es entsprechend lange, sie wieder aufzulösen. Die sinnvollste Methode ist eine gezielte und nicht ganz schmerzfreie Massage in Kombination mit Wärmeanwendungen, vorrangig Fango.


2. Triggerpunkte

Myofasziale Triggerpunkte sind lokal begrenzte oft tieferliegende Muskelverkrampfungen, die stark druckempfindlich sind und von denen Schmerzen sowie Nervenirritationen in entferntere Bereiche ausstrahlen können. Zu ihrer Auflösung dient die manuelle Stimulation. Die gefunden Triggerpunkte werden einem anhaltend festen, für den Patienten noch erträglichen, Druck ausgesetzt. Das Muskelareal wird dabei gedehnt, die Verkrampfung gelöst und die Entzündungsstoffe beseitigt. Anschließend folgt eine durchblutungsfördernde und das Gewebe weiter entkrampfende Massage in dem betroffenen Areal. Unterstützend ist eine Wärmeanwendung wie Rotlicht oder Fango angesagt.


3. Verklebte Muskelfaszien

Für die Erhaltung ihrer stabilen und zugleich geschmeidigen Struktur brauchen die Faszien, welche die Muskeln umgeben und ihnen Zusammenhalt bieten, eine angemessene Bewegung. Mangel an Bewegung aber auch Überforderung führt dazu, dass sich das Fasziengewebe verändert, es verklebt und verhärtet. Menschen mit überwiegend sitzender Tätigkeit spüren die Veränderung des Gewebes mit der Zeit in Form von Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen oder bemerken eine zunehmende Bewegungseinschränkung. Die Schonhaltung, die der Betroffene dann aufgrund der Schmerzen unbewusst einnimmt, verschlimmert die Situation noch weiter. Bewegungsübungen, länger gehaltene Dehnungen, unterstützende Atemtechniken und eine spezielle Massage lösen die Verklebungen allmählich wieder auf. Das Massieren mit einer Faszienrolle ist eine gute Selbsthilfe zur Revitalisierung des Gewebes.


4. Muskelkater

Muskelkater, auch wenn er sich unangenehm anfühlt, ist grundsätzlich zu begrüßen, denn es handelt sich dabei um einen Reinigungsvorgang. Muskelkater entsteht ausschließlich in Muskulatur, die durch Verspannung bedingt Schlackenstoffe angesammelt hat. Der Milchsäureprozess, der durch ungewohnte und kräftige Bewegung inganggesetzt wird und die Muskeln reinigt, wird als Schmerz, als sog. Muskelkater empfunden. Das kann bei gereinigter, wieder entkrampfter und auf natürliche Weise in Bewegung gehaltener Muskulatur nicht mehr geschehen.


5. Der Einfluss von Ernährung

Wenn du dich längere Zeit überwiegend (natürlich je nach Konstitutionstyp, Jahreszeit und Klimazone) mit Rohkost und vegan ernährst, am besten nach der Methode des Intermittierenden Fastens, wirst du bemerken, dass deine Muskulatur fast wie von alleine geschmeidiger wird. Der Grund hierfür ist, dass eine Rohkosternährung die Muskulatur entschlackt und damit die Verhärtungen, die aus angesammelten Schlackenstoffen bestehen, sich allmählich auflösen. Mit regelmäßiger Yoga- und Meditationspraxis kann sich dieser Prozess noch rascher vollziehen. Spannungen, Verhärtungen, Verklebungen und Muskelkater werden dann bald zu Fremdwörtern.

© 2020 Text: Bhajan Noam

Bild: © adimas / Fotolia

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com


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Tags: Bhajan_Noam, Fango, Faszien, Konstitutionstyp, Massage, Muskelkater, Muskeln, Muskelverhärtungen, Muskelverspannungen, Muskulatur, Mehr...Myogelosen, Physiotherapie, Triggerpunkte, Verklebungen, Yoga

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