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Manas – Geist, Denken, Denkprinzip, Denkorgan, aber dazu gehört auch Denken und Fühlen

Auf eine gewisse Weise ist ManasDenken und Fühlen, ein Teil des Antarkarana. Über Antarkarana gibt es ja einen Vortrag. Antarkarana, das innere Instrument, besteht aus vier Teilen: Aus Chitta, Unterbewusstsein, Gedächtnis, Erinnerung und allen Samskaras - Eindrücke im Unterbewusstsein, Vasanas – Wünschen. Als zweites Manas, das einfache Denken und Fühlen. Dann gibt es Buddhi, Buddhi ist der Intellekt, die Vernunft, der Verstand, der freie Wille, die Urteilskraft. Und dann kommt noch Ahamkara, das Ego, das sich identifiziert.

Was ist jetzt Manas von alle dem? Man könnte auch sagen, Manas ist wie das Rahmengedächtnis im Computer. Diejenigen, die sich mit Computer auskennen. Man kann sagen, Chitta ist wie die Festplatte, wie man früher gesagt hätte, oder die SD-Karte, also der Speicher jedenfalls, also, das Gedächtnis, der Speicher. Buddhi, könnte man sagen, das sind die Algorithmen, die Programme. Und Manas ist das, was irgendwo dort abläuft. Und Ahamkara ist das, was sich dort damit identifiziert. Also, wenn du jetzt zuhörst z.B. und dabei irgendwelche Gedanken und Gefühle kommen, das ist das was auf Manas ist. Wenn dabei Erinnerungen hochkommen, in dem Moment, wo sie hochgekommen sind, sind sie auf Manas, sie sind Vrittis, Gedankenwellen auf Manas. Aber Erinnerungen, die vorher da sind, die sind in Chitta.

Also, wenn ich jetzt z.B. sage, Tannenbaum, dann siehst du einen Tannenbaum. In dem Moment, wo du ihn siehst, ist die Vritti im Manas. Da ist also die Vritti im Manas, aber die Vorstellung des Tannenbaums war schon vorher im Chitta. Im Manas ist Bild, ist Wort, ist Gefühl, evtl. auch Geschmack und Geruch. Wenn du einen Tannenbaum siehst, du sagst dann geistig, „Tannenbaum“, da ist auch ein Gefühl dabei. Vielleicht das Lied „Oh Tannenbaum“, vielleicht etwas anderes, was du mit Tannenbaum assoziierst. Es ist etwas anderes, wenn ich sagen würde, Apfelbaum. Nochmal etwas anderes, wenn ich dir sagen würde, Automotor. Unterschiedliche Emotionen und Gefühle. Buddhi ist jetzt die Vernunft und der Verstand. Z.B., angenommen, ich sage jetzt, schau mal, was ist das für eine Blume? In dem Moment, wo ich sage, was ist das für eine Blume, da schaust du vielleicht genauer hin und dann vergleichst du diese Blume mit dem, was du in deinem Gedächtnis hast, in Chitta. Zunächst mal, du siehst sie, Manas. Dann kommen alle möglichen Eindrücke hoch: „Wie könnte das denn heißen? Was ist das überhaupt?“ Und dann kommt Buddhi und sagt: „Ja, das ist das und das.“ Und dann kommt Ahamkara und sagt: „Ich weiß, das ist das und das.“ Und da identifizierst du dich mit diesem Wissen. Wenn nachher aber herauskommt, es war nicht das, was du gedacht hast, dann fühlst du dich leicht gekränkt, weil dein Ego dabei war.

Also, du siehst, Manas. Manas, das Denken und das Fühlen, das bewusste Denken und Fühlen, gesteuert von Chitta im Unterbewusstsein. Ein Tier hat auch Manas und Chitta, aber kein gut entwickeltes Buddhi und auch kein bewusst entwickeltes Ahamkara, im Sinne von, Gefühl eigener Identität als historisches Wesen und als eigene Persönlichkeit. Buddhi kann auch aussteigen. In Manas können Wünsche hochkommen und wenn ein Wunsch da ist, dann willst du etwas tun. Du kannst auch überlegen: „Sehe ich das wirklich richtig? Und was steckt dahinter?“ Da wäre die Buddhi. Und wenn der Wunsch kommt, gleich was zu tun, Buddhi kann sagen: „Warum sollte ich das tun? Ich muss keinem Wunsch folgen.“ Buddhi ist das, was Freiheit ist. Aber heute geht es ja um Manas. Manas – einfaches Denken und Fühlen. Manas – die Psyche. Manas, etwas, was ein Instrument ist, Teil des inneren Instruments, was dich aber auch in Verwirrung führen kann, auf Abwege führen kann.

Daher gilt es, immer wachsam zu sein, was der Geist einem so alles erzählt. Das, was in deiner Psyche hochkommt an Gedanken und Gefühlen, das ist nicht immer angemessen und nicht immer richtig. Du kannst dich davon lösen und befreien. Nutze deinen Geist als Instrument, nutze ihn als Wahrnehmungsfähigkeit, die Welt erfährst du über den Geist, nutze ihn, um etwas zu gestalten, du kannst auch bewusst Gedanken und Gefühle steuern, und nutze es, um so Erfahrungen zu machen in dieser Welt, dein Karma auszuarbeiten, Gutes zu bewirken. Aber erkenne: „Ich bin nicht das Manas.“ Shankaracharya, in seinem berühmten „Nirvana Shataka“, den sechs Strophen zur Befreiung, sagt: „Ich bin weder Unterbewusstsein, noch Manas, noch Ahamkara, noch Buddhi, ich bin nichts davon. Was bin ich? Satchidananda Rupa Shivoham Shivoham. Meine wahre Natur ist Sein, Wissen, Glückseligkeit. Unendliches Sein, unendliches Wissen, unendliche Seligkeit, das ist meine wahre Natur.“ Lerne es, den Geist zu beobachten, die Vrittis, die Gedanken im Geist, zu beobachten, die Emotionen zu beobachten, dich nicht damit zu identifizieren. Nimm aber auch die Informationen des Geistes auf, lerne aber auch, nicht Sklave des Geistes zu sein. Du kannst den Geist steuern und du kannst dich von Manas lösen.

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Tags: Denken, Denkorgan, Denkprinzip, Fühlen, Geist, Manas, Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon, Yoga Vidya Sanskrit-Wörterbuch

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