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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute geht es um die Frage, wie wir mehr Intensität in unser Leben bringen können.

Zu den göttlichen Aspekten, die die Intensität verkörpern, gehört unter anderem Rama. Rama hat das, was er gemacht hat, immer so gut wie er konnte gemacht. Beim Swami Vishnu war das auch etwas sehr Charakteristisches. Was auch immer Swami Vishnu gemacht hat, er hat seine ganze Energie, sein ganzes Herz und seine ganze Kraft hinein gegeben. Und er hat auch seine Schüler dazu veranlasst, dasselbe zu tun. Halbherzigkeit konnte es bei Swami Vishnu nicht geben. So etwas wie: „Ich schau mal und probier mal ein bisschen.“

Gut, so konnte man anfangen, das war für ihn auch o.k. Aber wenn man eine Aufgabe übernommen hat, dann hat er gesagt: „Gib dein ganzes Herz und deine ganze Seele hinein.“ Swami Vishnu war kein äußerer Perfektionist. Ob die Sache nachher gut ging oder nicht, das war zweitrangig, auch wenn er manchmal schimpfen konnte, weil Sachen nicht richtig gemacht waren. Aber das war hauptsächlich dann, wenn man sie halbherzig gemacht hatte. Swami Vishnu hat einen immer dazu gebracht, sein Herz stärker hinein zu geben und sein ganzes Wissen und seine ganze Konzentration in eine Sache zu stecken. Und so hat er uns auch gelehrt, im Hier und Jetzt zu sein. Wenn Swami Vishnu einem eine Aufgabe gegeben hat, da wusste man, das muss man jetzt mit ganzem Herzen machen und so gut, wie es geht, wirklich hundertprozentig im Hier und Jetzt war, hat er manchmal einen noch so ein bisschen unter Zeitdruck gesetzt.

Irgendwann habe ich mal gesagt, „Swamiji, ich brauche eine Woche.“ und dann hat er gesagt, „Tomorrow it`s done. Morgen muss es gemacht sein.“ Dann habe ich gesagt, „Aber Swamiji, ich muss auch schlafen.“ Da hat er gesagt, „Make sure you sleep enough.“ Dann habe ich noch gesagt, „Und wie soll ich das bis morgen fertig kriegen?“ und da hat er mich einfach angeguckt und da kam so Feuer aus seinen Augen. Und er hat gesagt, „Was sitzt du da noch?“ Ihr könnt sicher sein, ich habe dann die nächsten Stunden nicht gedacht: „Bin ich gut genug? Kann ich das, kann ich das nicht? Wie hätte ich das früher gemacht? Wie könnte ich das machen, wenn ich anderes wäre? Was wird dabei rauskommen und habe ich genügend Mittel dazu?“ Das ging dann alles nicht. Ich habe jetzt in dem Moment, mit dem, was möglich war, so gut, wie möglich, von ganzem Herzen alles hinein gegeben. Und nachher kam sogar etwas raus, was ganz okay war. Es kam nicht so raus, wie es wahrscheinlich rausgekommen wäre, wenn ich eine Woche Zeit gehabt hätte. Aber dann wäre ich wahrscheinlich auch sehr stolz darauf gewesen. So nach einer Woche hätte ich vielleicht gesagt: „Ah, so toll habe ich das gemacht. Es gibt niemanden im ganzen Universum, der das hätte besser machen können als ich.“

Aber weil es so schnell gehen musste, habe ich es mit Intensität gemacht, mit meinem ganzen Herzen und hatte nachher doch noch die Gelegenheit, demütig zu sein, als es dann fertig war. Ich muss zugeben, ich weiß gar nicht mehr, was es war. Das war beim Swami Vishnu häufig gar nicht so wichtig. Aber wenn Swami Vishnu einem was gegeben hat, dann war das wichtig, auch wenn es nachher nicht wichtig mehr war.

Das ist auch eine der Eigenschaften Ramas. Was wir machen, das machen wir richtig. Das missverstehen Menschen häufig. Sie denken, der Ausdruck: „Was man macht, das macht man richtig“ heißt, es muss nachher hundert Prozent vollkommen aussehen. Aber das war nicht das, was uns Swami Vishnu beigebracht hat. „Was man macht, macht man richtig“, das hieß bei ihm, man gibt Herz und Seele und alles hinein und natürlich bringt man es dann Gott dar, lässt los, in aller Demut.

Swami Vishnu war selbst das beste Beispiel dafür. Es war für mich auch immer wieder interessant, wie er gerade seine engeren Schüler darin geschult hat, ganz dabei zu sein und über alle Ängste raus zu gehen. Vieles machen wir ja auch nicht, weil wir denken: „Was passiert, wenn das schief geht?“ Kennt ihr das? „Und was passiert, wenn ich es nicht gut genug mache?“ Kennt ihr auch alle diese Fragen? Viele Menschen sind ein Bündel von Ängsten und Sorgen.

Rama hatte keine Angst vor irgendetwas. Hanuman hatte keine Angst vor irgendetwas. Natürlich, das sind jetzt mythologische Gestalten und wer weiß, wenn sie heute vor uns stehen würden, wie sie wären. Aber es heißt, sie haben tatsächlich so gelebt, als Inkarnationen Gottes. Natürlich können wir dann sagen: „Ich bin keine Inkarnation Gottes, ich bin ein armer Mensch.“ Aber dann haben wir da jemanden wie Swami Vishnu. Der war keine Inkarnation von Gott, keiner seiner Schüler hat behauptet, er war ein Avatar. Er hat nie behauptet, er wäre vollkommen. Stattdessen hat er seine Unvollkommenheit fast sichtbar vor sich hergetragen. Die konnte man eher sehen als seine tiefe Entwicklung.

Und so kann das eine große Ermutigung für uns alle sein, mutig unsere Aufgaben, unser Dharma anzugehen und unser Herz mit Intensität hinein zu geben. Mir hat er dann auch gesagt: „Schlaf genügend.“ Es gab aber auch Phasen, da hat er seinen Schülern den Schlaf nicht so gegönnt. Aber bei diesem speziellen Ereignis hat er mir auch gesagt: „Mach, was du machst intensiv, aber kümmere dich auch um das, was du brauchst, um es dann auch noch ein paar Tage später intensiv machen zu können. Dann lass los. Es kommt dabei heraus, was rauskommen soll.“

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Herz, Mut, bedeutung, inspirationen, intensität, intensiv, rama, sukadev, tägliche

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