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Plötzlich wurde mir klar, dass ich ein Guru bin. Und als Guru schreibt man ein Buch, am besten mit dem Titel "Licht und Liebe." Eigentlich wollte ich ein Buch über Humor schreiben. Dieses Buch sollte alle Menschen jeden Tag ein kleines Stück glücklicher machen. Aber irgendwie passte das Wort "Humor" nicht in den Titel. So blieben nur "Licht und Liebe" übrig. Ich hoffe aber trotzdem, dass die Leser nicht alles ganz so ernst nehmen. Vor allem meine Idee ein Guru zu sein. In Wirklichkeit bin ich ein Anti-Guru. Meine Lehre ist es auf die Stimme der eigenen Weisheit zu hören und seinen individuellen Weg zu gehen. Keiner sollte auf mich hören und mir blind folgen. Jeder sollte selbst nachdenken, meine Texte in sich nachspüren, darüber lachen und dann seine eigene Wahrheit finden.

Meine Wahrheit ist das, was ich für mich als richtig erkannt habe. Erleuchtung ist der tiefere Sinn des Lebens. Erleuchtung ist innerer Frieden, Glück und Liebe. Erleuchtung bedeutet voller Licht zu sein und Licht auszustrahlen. Wer erleuchtet ist, sieht das Licht in allen Wesen. Er lebt in einer Dimension aus Licht, die man auch als ein Leben in Gott bezeichnen kann.

Erleuchtung steht über allen Theorien. Es gibt viele Wege ins Licht. Man muss genau spüren, was für einen persönlich gerade hilfreich ist. Das gleiche Wort kann für verschiedene Menschen sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Nehmen wir den Begriff "Guru". In den westlichen Massenmedien ist dieser Begriff normalerweise ein Schimpfwort. Ein Guru ist ein Sektenführer, der andere Menschen hinters Licht führt. Er zieht ihnen das Geld aus der Tasche, hat Sex mit seinen Schülerinnen und sagt verrückte Dinge, durch die manche Menschen psychische Schäden davon tragen.

Sicherlich gibt es solche Gurus. Man sollte genau prüfen, wessen Lehre man folgt. Man sollte seinen Verstand nicht an der Tür zur Spiritualität abgeben. Man sollte immer genau hinsehen, das Gute übernehmen und das Schlechte kritisieren. Einen guten Guru darf man kritisieren. Er lernt daraus und überwindet seine Fehler. Ein schlechter Guru verbietet seinen Schüler die Kritik. Er liebt vor allem sich selbst, sein Ego, seine Macht und das Geld. Ein guter Guru dient seinen Schülern und der Welt. Er opfert sein Ego, um das Glück seiner Anhänger zu mehren.

Ein guter Guru bringt seine Mitmenschen ins Licht. So wird dieser Begriff im Hinduismus verstanden. Ein Guru ist ein spiritueller Lehrer, der seine Anhänger von der Dunkelheit ins Licht führt. Er bringt sie von der Unweisheit zur Weisheit. Er bringt sie von der Depression zu einem sinnerfüllten Leben. Er schenkt ihnen ein Leben im Licht, im Glück, im Frieden und in der Liebe. Ein guter Guru sollte möglichst erleuchtet sein. Er sollte selbst inneren Frieden, Licht, Glück und Liebe besitzen. Nur dann kann er authentisch diese Werte an seine Mitmenschen vermitteln.

Ich besitze leider nicht viel Licht und inneren Frieden. Ich rege mich immer noch über das Leid des Lebens auf und hafte an weltlichen Dingen an. Nach 26 Jahre als abgeschieden lebender Yogi entsteht allerdings im Moment langsam immer mehr Glück in mir. Vor einem Jahr hatte ich eine große spirituelle Krise. In mir wandelte sich etwas. Tiefsitzende Verspannungen und Energieblockaden lösten sich. Starke Energien zogen durch mich durch, so dass ich etwa drei Monate lang nachts kaum oder gar nicht schlafen konnte. Es war eine sehr anstrengende Zeit. Dann beruhigte sich langsam alles wieder. Ich konnte wieder schlafen und meine Energie nahm zu.

Vor drei Wochen sah ich beim Spazieren gehen zwei große Schlangen. Ich lebe in einer Wald-, Wiesen- und Sumpflandschaft. Es gibt hier einen Fluß und viel Wasser. Manchmal sieht man eine Schlange. Das ist sehr selten, weil die Schlangen sehr scheu sind. Zwei so große Schlangen hatte ich in meinen 26 Jahren als Yogi noch nie gesehen.

Bei den Schlangen handelte es sich um Ringelnattern, die ungefährlich sind. Jedenfalls für Menschen. Für Frösche sehen die Dinge etwas anders aus. Frösche sind die bevorzugte Beute der Schlangen. Und nicht kleine Yogis. Trotzdem hatte ich erheblichen Respekt vor den Schlangen, vor allem weil sie so groß waren. Ringelnattern können bis zu einem Meter lang werden.

Im Yoga sind Schlangen ein Glückssymbol. Sie deuten das Erwachen der Kundalini-Energie an. Der Yogagott Shiva trägt eine Schlange um den Hals. Damit wird symbolisch ausgedrückt, dass er Kundalini-Yoga praktiziert und seine Kundalini-Energie aktiviert hat. In mir fließt seit diesem Tag das Glück. Vielleicht wurde ich tatsächlich von dem Yogagott Shiva gesegnet.

Wahrscheinlicher ist, dass ich die Schlangen automatisch visualisierte und sie dadurch meine Kundalini-Energie aktiviert haben. In der Meditation nach dem Spaziergang flossen sie jedenfalls geistig in mich hinein und plötzlich war ich im Licht. Zwar gibt es weiterhin viele Reinigungsprozesse. Dann verschwindet das Licht für einige Zeit. Aber es kommt immer wieder. Dann freue ich mich, weil mich das innere Glück über das Leid der Welt erhebt. Und Leid gibt es auch im Leben eines kleinen Gurus ständig. Auch ein Guru muss zum Zahnarzt, wird von seiner Freundin verlassen oder ihm scheißt ein Vogel auf den Kopf. Auch das ist mir schon passiert.

Fast hätte ich es vergessen. Ich bin kein Guru. Es ist nur ein Gedankenspiel. Ich bin ein ganz normaler Mann. Jedenfalls behauptete das eine Freundin. Sie war völlig enttäuscht von mir. Ich dagegen wollte schon immer gerne einfach nur ganz normal sein. Was mir nie wirklich gelungen ist. Immer war ich irgendwie anders als meine Mitmenschen. Ich übe es noch normal zu werden. Der wahre Guru zeichnet sich dadurch aus, dass er unauffällig und bescheiden ist.

Erleuchtet bin ich nicht. Ich bin völlig unerleuchtet. Ich empfinde meine Mitmenschen viel erleuchteter als mich. Allerdings habe ich auf meinem Yogaweg schon einige Erleuchtungserfahrungen gemacht. Ich kenne das Ziel. Ich weiß wovon ich schreibe.

Aber ansonsten sehe ich mich vorwiegend als spirituell Übenden. Ich übe es an meinen Gedanken zu arbeiten und immer mehr ins Licht zu wachsen. Ich übe es auch in schwierigen Situationen meinen inneren Frieden zu bewahren und das Leid des Lebens anzunehmen. Ich übe es positiv zu denken, Weisheit zu entwickeln und mit Selbstdisziplin den Weg meiner Wahrheit zu gehen.

Beruflich war ich Rechtsanwalt. Nach der Trennung von meiner Exfrau gab ich mein bürgerliches Leben auf und wurde ein Yogi. Ich verdiente mein Geld als Yogalehrer an der Hamburger Volkshochschule. Ich machte eine Ausbildung als Psychotherapeut und gab Positiv-Denken-Kurse in einem Gesundheitszentrum. Ich schrieb viele Bücher und versuchte das spirituelle Wissen ins Internet zu bringen. Ich arbeitete bei Wikipedia und WikiHow mit. Und ich leitete als Administrator einige Gruppen bei Facebook (Yoga Deutschland, Interspirituelle Gemeinschaft).

Im amerikanischen WikiHow schrieb ich viele Texte über Yoga. Ich stellte meine besten Yogareihen kostenlos ins Internet. Meistens interessierten sich nur wenige Menschen dafür. Das frustierte mich. Ich wollte einmal so richtig erfolgreich sein. Ich überlegte, wie ich mit einer Yogareihe großen Erfolg haben könnte. Am häufigsten werden Yogareihen für Anfänger angeklickt. Also entwickelte ich eine gute Yogareihe für Anfänger und nannte sie "Yoga for Absolut Beginners", um alle anderen Yogareihen für Anfänger zu übertrumpfen. Es war als Witz gedacht und wurde tatsächlich ein großer Erfolg im Internet. Im Moment haben über 340 000 Menschen meine Yogareihe angeklickt. Für viele Menschen ist es eine Kultreihe geworden. Und ich wurde durch einen kleinen Scherz doch noch zu einem Guru. Jedenfalls im Internet und in Amerika.

Hier in Deutschland interessiert sich allerdings kaum jemand für mich. Und das ist gut so. So habe ich meine Ruhe und kann weiterhin von Touristenmassen ungehelligt in meinem Wald leben. Meine spirituelle Basis ist die Glücksphilosophie. Ich glaube, dass es der Sinn des Leben ist glücklich zu sein. Gemeinsam sollten wir eine Welt des Friedens, der Liebe und des Glücks aufbauen. Insofern stimmt der Titel "Licht und Liebe für alle".

Weiterlesen https://sites.google.com/site/nilshorn2/licht-und-liebe-fuer-alle

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Tags: Guru, Licht, Liebe, Yoga

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