Kinderspiele

 

© 2016 Text: Bhajan Noam - Es gibt bestimmte Themen innerhalb einer Kultur, die nur von Kindern an Kinder weitertradiert werden. Zum Beispiel ein Unzahl an Spielen, die vielleicht schon seit Jahrtausenden existieren. Niemand weiß das. Kinder schreiben noch keine Geschichte und nach der Pubertät vergessen oder verdrängen sie diesen Teil ihres Lebens oder interessieren sich nicht mehr dafür. Das ist nicht schlimm, denn es steht schon die nächste Generation als Übermittler bereit. Kindergenerationen sind an Jahren allerdings weit kürzer als das, was der Erwachsene unter einer Generation versteht. Für bestimmte Aspekte dauert eine solche Generation vielleicht zwei oder drei Jahre, dann ist ein neues Thema angesagt.

Deshalb ist dieses System des Weitervererbens sehr fragil. Fällt nur eine Generation aus, gehen Dinge für immer verloren. Das mag durch einen Krieg geschehen, eine Vertreibung oder wie heute durch den Sieg einer Technologie, die das Kindsein beherrscht, wie nie zuvor etwas anderes. In diesem Fall war es ein schleichender Prozess, dafür umso gründlicher. Wir wissen nicht, an welche Schätze der Kindheit wir uns nie wieder erinnern werden, die bereits für immer verloren sind. Zudem spielen Kindergärten eine sehr zentrale Rolle, was hier noch vor 50 Jahren undenkbar war. Kinder lernen von erwachsenen Betreuern das Spielen. Das ist etwas vollkommen anderes als ein organisch gewachsenes Miteinander von "wilden" Kindern.

Natürlich sind und bleiben Kinder kreativ und werden in neuen Zeiten selbst wieder neue Spiele erfinden. Das ist die Hoffnung, die im Gegensatz zu dem bereits Verlorenen nicht untergehen wird.

 

- Bhajan Noam -

 

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

 

 

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