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Kevala heißt rein, unverfälscht, frei. Kumbhaka heißt Atemanhalten. Kevala Kumbhaka heißt reines Atemanhalten. Was heißt das? Das heißt insbesondere, ohne Einatmen und Ausatmen. Patanjali sagt, es gibt verschiedene Formen von Pranayama und es gibt ein Pranayama, das über die Sphäre von Ein- und Ausatmung hinausgeht und das ist Kevala Kumbhaka. Swatmarama, der Autor der Hatha Yoga Pradipika, spricht von Sahita Kumbhaka und Kevala Kumbhaka. Sahita Kumbhaka heißt Atemanhalten mit Ein- und Ausatmen. Kevala Kumbhaka – ohne Ein- und Ausatmen. Kevala Kumbhaka bezieht sich auf zwei verschiedene Praktiken. Das eine ist, wenn die Meditation sehr tief wird, kann es sein, dass der Atem aussetzt oder fast aussetzt. Man hat einige Experimente mit indischen Gurus gemacht und Yogis, denen es gelungen ist, zwei Stunden lang nahezu ohne zu atmen auszukommen. Swami Vishnu-devananda hat Ende der 50er Jahre sich zur Verfügung gestellt als Versuchsperson an physiologischen Labors in San Francisco. Ein Swami Rama wurde in den 70er Jahren genauer untersucht. Und viele andere Yogis wurden auch untersucht. Ein Swami Nadibrahmananda konnte zwei Stunden ohne zu atmen sein und dabei virtuos Tablas spielen. Also, viele Möglichkeiten gibt es. Und du hast es vielleicht auch schon erfahren. Wenn du meditierst, wenn die Meditation sehr tief wird, hört der Atem auf oder hört fast auf. Er muss ja nicht ganz aufhören, jedenfalls die Erfahrung, dass der Atem fast aufhört, das ist Kevala Kumbhaka. Es kommen immer wieder Menschen zu mir, die machen sich Sorgen und sagen: „Kann mir in der Meditation etwas passieren?“ Dann frage ich: „Warum?“ Dann sagen sie: „Mir passiert es, dass ich plötzlich nicht mehr atme.“ Du kannst dir sicher sein, wenn du in der Meditation nicht mehr atmest – eigentlich fast nicht mehr atmest – du fügst dir keinen Schaden zu, im Gegenteil, das ist etwas sehr Gesundes. Der Metabolismus des Körpers wird so sehr hinuntergefahren, dass du den Körper nicht mehr spürst. Dann geht das Prana, die ganze Lebensenergie in den Geist hinein und zieht sich sogar zurück von den niederen Teilen des Geistes. Dann wird die Meditation tief, du erfährst tiefen Frieden. Also, zum einen, Kevala Kumbhaka ist der natürlich auftretende Kumbhaka-Zustand und deshalb auch, eine Bedeutung von Kevala Kumbhaka, natürliches Kumbhaka, ohne Bemühen, es entsteht von selbst. Kevala Kumbhaka ist zum zweiten der Name einer Übung und zwar einer Übung, in der du bewusst wenig Luft einatmest, wenig Luft ausatmest, ganz wenig einatmest, ganz wenig ausatmest. Wenn du das machst, wird der Geist sehr ruhig. Du findest auf den Yoga Vidya Seiten noch einige Übungsanleitungen für Kevala Kumbhaka und diese kannst du finden auf www.yoga-vidya.de. Dort suche nach „Kevala Kumbhaka“ und dann findest du einige Übungsanleitungen, die dir helfen, in tiefe Meditation zu gehen, indem du Kevala Kumbhaka übst.

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Tags: Atemanhalten, Kevala Kumbhaka, Yoga Vidya Sanskrit-Lexikon, Yoga Vidya Sanskrit-Wörterbuch

Kommentar von Bhajan Noam am 27. Oktober 2015 um 9:43am

Während meiner fünfjährigen Atemtherapie Ausbildung ging es mir häufig so, dass ich - ohne damals diesen Namen dafür zu haben - durch vorangegangene Atemübungen minutenlang in Kevala Kumbhaka saß und dabei dachte: ich könnte jetzt zwar einatmen, aber es besteht kein Bedarf in mir, es geht mir auch ohne Atem wunderbar. Man ist ja durch die Übungen mit Prana so angereichert, dass quasi ein Vorrat vorhanden ist, der den Körper und das Energiesystem für eine zeitlang versorgt. Es ist wie nach einem guten Essen, danach isst man eine gute Weile nichts, weil man satt ist.

In Hamburg steht ein Hochhaus, das der Bundeswehr gehört. Es ist aber eigentlich ein "Tiefhaus", denn im Inneren befindet sich ein 60 Meter tiefes Wasserbecken für Tauchübungen. Es gibt Berichte, dass die Taucher der Bundeswehr hier durch gezielte Pranayama-ähnliche Übungen eine halbe Stunde auf einen Tauchgang ohne Atemgerät vorbereitet werden. Danach tauchen sie bis zu sechs Minuten lang in 60 Meter Tiefe ohne äußere Sauerstoffzufuhr. - Ob sie dabei meditative Erfahrungen machen, ist eine andere Frage, aber es ist nicht ausgeschlossen. Wer Taucher wird, trägt ja in sich eine gewisse Sehnsucht nach Tiefe. Wenn das Äußere befriedigt ist und an Grenzen stößt, wird die wahre Sehnsucht nach innerer Tiefe bewusst.

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