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Im Christentum wird die Hölle überwiegend als Drohung benutzt, um sich die Menschen gefügig zu machen. In den meisten Religionen ist es so ähnlich, im Hinduismus und auch im tibetischen Buddhismus. Der Islam bezieht wesentlich seine Kraft daraus, dass die Gläubigen ins Paradies und die Ungläubigen in die Hölle kommen. Und erschafft dadurch die Hölle auf Erde, weil es ewige Kriege und Kämpfe gibt. Ich lehne das ab. Das ist machtpolitischer Missbrauch der Religionen.

Ich frage mich, was dran ist an den Höllen- und Paradiesbeschreibungen. Vorwiegend interpretiere ich das psychologisch. Die Höllen sind Symbole für den unglücklichen Geist (aggressiv, depressiv, ängstlich, traurig, süchtig). Das Paradies symbolisiert den glücklichen Geist (positiv, liebevoll, friedlich, glücklich, erleuchtet). Wer depressiv ist, sieht vorwiegend das Negative in der Welt und empfindet seine Welt als Hölle. Wer erleuchtet ist, hat eine glückliche Psyche und denkt grundlegend positiv. Er konzentriert sich auf das Positive und empfindet seine Welt als Paradies. Die Hölle und das Paradies sind im Kern Bewusstseinzustände des unerleuchteten und des erleuchteten Geistes. Die Vorstellungen von Hölle und Paradies sollen uns motivieren negative Geisteszustände zu überwinden und einen erleuchteten Geist zu entwickeln. Insofern sind sie hilfreich.

Ich glaube an ein Leben nach dem Tod. Viele Indizien wie die Nahtodforschung weisen darauf hin. Viele Erleuchtete berichten von ihrer Fähigkeit ins Jenseits zu reisen. Sie treffen dort auf Paradies- und Höllenbereiche. Insofern glaube ich auch an die reale Existenz von Paradies- und Höllenbereichen im Jenseits. Ich sehe sie als Bewusstseinsfelder. Wer auf der Erde ein erleuchtetes Bewusstsein entwickelt oder danach strebt, der kommt nach dem Tod ins Paradies. Wenn es ein Leben nach dem Tod mit Höllen und Paradiesen gibt, ist es sehr wichtig in seinem Erdenleben spirituell zu leben.

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Kommentar von Turiya am 28. Mai 2015 um 8:56am

Hallo Nils,

das ist ein sehr philosophisches und spirituelles Thema, bei dem man nicht wirklich weiterkommt, wenn man nur dies oder das glaubt. Deshalb möchte ich dir das Buch "Gott und die Götter" von Armin Risi empfehlen. In diesem Buch geht es darum, wie in den vedischen Schriften der Aufbau des Kosmos beschrieben ist. Es ist gut geschrieben und hochinteressant zu lesen.

OM Shanti Ursula

Kommentar von miramuun am 28. Mai 2015 um 7:38pm

Die Last der Sünden

Parvati war sehr stolz. Sie glaubte, niemals eine Sünde begangen zu haben. Sie war überzeugt, sie würden nach ihrem Tod in dieser Welt unverzüglich in das Paradies eintreten. Eines Morgens kehrte sie ihr Haus. Versehentlich fiel ihr Besen auf eine Kakerlake, die sofort starb. Parvati war äußerst entsetzt. Sie verlor fast den Verstand. „Wer nimmt diese Sünde auf sich? Wie kann ich mich von dieser Sünde rein waschen? Bisher habe ich nicht eine einzige Sünde begangen. Nun das. Was kann ich bloß tun?“ Sie rannte mit der Kakerlake in der Hand hin und her. Äußerst verwundert sah sie dann im Basar eine Fischhändlerin namens Savitri. Parvati fragte sie, „Oh du Unglückliche! Was wird bloß aus dir wenn Du stirbst? Du tötest täglich so viele Kreaturen. Ich hatte bis heute Morgen nicht eine einzige Sünde begangen. Aber heute habe ich versehentlich diese Kakerlake getötet und ich bemühe mich, mich durch Kasteiung von dieser Sünde rein zu waschen.“

„Wirklich?“ fragte Savitri. „Mach dir keine Sorgen. Ich habe Millionen von Fischen getötet. Du hast keine Sünde begangen. Diese Sünde an der Kakerlake braucht dich nicht beunruhigen. Gib sie mir. Ich tue sie in diesen Korb voller „Fisch-Sünden“. Du bist sofort davon befreit. Mach du dir keine Sorgen, ich mache mir auch keine; eine zusätzliche kleine Kakerlake macht bei dem Korb voller Fische keinen Unterschied mehr.“ Parvati war höchst erfreut. Sie gab die tote Kakerlake Savitri, die sie in den Korb mit den Fischen legte. Da war Parvati sehr erleichtert. Savitri aber machte sich keine Gedanken über ihr Handeln. Es geschah nun, dass beide Frauen am gleichen Tag starben.

Ein himmlischer Wagen kam, um Savitri in den Himmel zu führen, während Boten der Hölle sich Parvati näherten. Parvati war verdutzt und wütend. Sie fragte die Boten: „Was? Ihr müsst euch irren. Ich bin nicht Savitri, die Sünderin. Ich bin Parvati, die Fromme. Ihr müsst Savitri mitnehmen, der Himmelswagen ist für mich!“ „Gute Frau!“, antworteten die Boten der Hölle, „wir irren uns niemals. Du wirst in der Hölle erwartet. Savitri aber geht in den Himmel.“ „Aber wieso?“ „Ach Parvati! Es war Savitris Aufgabe Fische zu verkaufen. Sie hat sie nicht zu ihrem Vergnügen getötet, sondern in Erfüllung ihrer Aufgabe. Sie war ihrer Pflichten ergeben und sie war gleichzeitig Gott ergeben und brachte all ihre Handlungen dem Gott dar und handelte als Sein Instrument. Daher verdient sie den Himmel.

Du hingegen hast eine Kakerlake getötet und hattest das Gefühl ‘Ich habe eine Kakerlake getötet’. Du hast ein paar Almosen gegeben und ein paar gute Taten getan, nur um Deinen Egoismus und Deinen Stolz zu nähren. In Deinem Stolz hegtest Du abfällige Gedanken über heilige und fromme Menschen. Du hast überhaupt nie an Gott gedacht. Du warst hochmütig. Du warst äußerst selbstsüchtig. Du bist so weit gegangen, dass Du deine Sünde auf Savitri abwälzen wolltest. Sie hingegen war selbstlos und bereit auch Deine Sünde auf sich zu nehmen, um dich von deinem Elend des Sündenbewusstseins zu befreien. Daher verdient sie den Himmel und du die Hölle. Komm jetzt, trödele nicht."

http://www.yoga-vidya.de/yoga-buch/sivananda/inspirierende-geschich...

Kommentar von Nils Horn am 28. Mai 2015 um 7:48pm

http://wiki.yoga-vidya.de/H%C3%B6lle : Hölle, ist im Hinduismus ein Ort, zu dem die Seele nach dem Tod geht, um sich zu reinigen, die Papas, Sünden, zu sühnen, um dann geläutert in einem neuen Leben wieder zu wachsen. In verschiedenen Schriften werden verschiedene Höllen aufgezählt. Beispiel: in der Manu Smriti werden 21 Höllen beschrieben.

https://de.wikipedia.org/wiki/H%C3%B6lle Im Hinduismus spielt die Vorstellung von Hölle (naraka) eine untergeordnete Rolle. Trotzdem kennt die indische Mythologie verschiedene schreckliche Höllen, die nach dem Glauben mancher Hindus einen Teil des unendlichen Kreislaufs der Reinkarnation darstellen. Demnach erfährt der Verstorbene hier so lange großes Leid, bis sein schlechtes Karma, die negativen Folgen seiner Taten, verbraucht ist. Nach einiger Zeit kehrt das Individuum auf die Erde zurück, um wieder und wieder geboren zu werden – bis zur endgültigen Erlösung (moksha). Beschreiben einige indische Schriften die Höllen als Ort der Qual und den Himmel als freudvollen Ort, sprechen andere von geistigen Eigenschaften und Bewusstseinszuständen, den Gunas. So erklärt Krishna in der Uddhavagita, einem Teil des Bhagavatapurana (Kap. 19.42–43): „Hölle ist das Ausdehnen von Tamas (Trägheit, geistige Dunkelheit). Himmel ist das Ausdehnen von Sattva (innere Harmonie, Einheit mit dem Selbst).“

Swami Muktanada konnte mit seiner Seele ins Jenseits reisen und sah dort verschiedene Höllen (Spiel des Bewusstseins).

Kommentar von Nils Horn am 28. Mai 2015 um 7:49pm

Swami Muktananda, Spiel des Bewusstseins

Kommentar von Nils Horn am 28. Mai 2015 um 7:59pm

Grundsätzlich sehe ich das wie du. Es gibt das Leben im Licht (Erleuchtung, Himmel) und das Leben in der Dunkelheit (Gottferne, Hölle). Beides sind Bewusstseinszustände, die man vor und nach dem Tod haben kann. Es scheint im Jenseits aber spezielle Bereiche zu geben, die man als Hölle bezeichnen kann. Jedenfalls beschreibt Muktananda das so. Und auch Theresa von Avila. Ich habe im Jenseits einen Paradiesbereich erfahren, aber keine Hölle. Für mich ist die Hölle die Astralwelt, die Welt der unerleuchteten Seelen. Letztlich ist alles Maya. Es gibt nur Gott.Aber Gott kann sich differenzieren.

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