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Guru, der spirituelle Lehrer

 

Wir haben gesungen: „Gurudev Guru Devaki.“ Guru, der spirituelle Lehrer. Deva hat verschiedene Bedeutungen, aber wörtlich heißt es „strahlend“ und „leuchtend“. Der Guru ist letztlich ein Licht auf unserem Weg. Er ist ein Licht auf unserem Weg auf verschiedene Weisen. Zum einen, er gibt uns ein Beispiel. Er oder sie. Das, wonach wir im Yoga streben, Einheit, Unendlichkeit, unendliche Liebe, Freude, das ist möglich. Ein Guru verkörpert in seinem Leben, das, was das höchste Ziel im Yoga ist, ist erreichbar, ist erfahrbar. Und wir können uns auch bewusst machen, wir können das auch erreichen. Alle großen Meister haben immer wieder gesagt: „Ich bin nicht so anders als du. Ich habe es erfahren, du kannst es auch erfahren.“ Und manche Meister, wie ein Swami Sivananda, sind nicht als Kind verwirklicht geboren gewesen, sind auch nicht zufällig darüber gestolpert.

Es gibt ja auch solche Meister, die mehr oder weniger „versehentlich“ in die Erleuchtung gekommen sind. Vom Yoga her würden wir sagen, sie haben es in früheren Leben schon weit, fast erreicht, und in diesem Leben geschieht es dann irgendwann fast von selbst. Vielleicht gibt es auch irgendein Karma, das noch ein paar Jahre oder Jahrzehnte ablaufen muss, und sowie es abgeschlossen ist, katapultiert sie das Karma dann in die höheren Bewusstseinsebenen. Aber Heilige, wie Swami Sivananda, waren solche, die dann in mehreren Jahrzehnten von Praxis dort hingekommen sind. Und so, wenn Swami Sivananda in einem seiner Bücher schreibt, der Jivanmukta, der lebendig Befreite, hat die Höhen des spirituellen Lebens erreicht. Aber auch er hat danach gestrebt, auch er hat intensiv praktiziert, auch er oder sie ist durch viele Reinigungserfahrungen, Versuchungen hindurchgegangen, durch Widerstandserfahrungen, durch Fragen, „wie geht es weiter“, aber er, sie hat weitergemacht.

So kann das unser Licht auf dem Weg sein. Wir können sagen: „Ja, ich will es auch erreichen. Das ist das einzige Ziel, was wirklich das ist, was mich dann auch langfristig glücklich macht.“ Menschen können so viele andere Ziele haben im Leben. Wenn man überlegt: „Angenommen, ich würde das Ziel erreichen, wäre ich dauerhaft glücklich?“ In der Mehrheit der Fällen wird man bei den Zielen sagen: „Vorübergehend vielleicht, aber dauerhaft glücklich macht es mich dann, wenn ich die Verwirklichung habe.“ Ein weiterer Gesichtspunkt ist natürlich, ein Meister lehrt uns auch, wie wir die verschiedenen Praktiken kombinieren können. Auch, egal, ob ein Meister noch im Körper ist oder nicht im Körper ist, ein Meister heißt auch ein Übungssystem, welches eine gewisse Grundlage ist.

Natürlich, letztlich muss jeder spirituelle Aspirant seinen Weg finden. Und wir sehen das auch an den großen Meistern, die die Verwirklichung erreicht haben, sie sind auch immer irgendwie ihren eigenen Weg gegangen. Auch wenn jemand wie Swami Vishnu-devananda eben von Swami Sivananda direkt angeleitet wurde über ein Dutzend Jahre. Nachher sehen wir, dass die Schüler von Swami Sivananda jeder doch wieder unterschiedlich war. Also, es gibt ein bestimmtes Grundübungssystem und das hilft schon. Ansonsten weiß man jetzt nicht, welche Praktiken soll man überhaupt üben, wie soll man sie kombinieren usw. Also, einen Meister zu haben, gibt uns Licht auch auf dem Weg an sich. Ein dritter Teil, wie ein Meister, eine Meisterin uns hilft, ist, auf subtile Weise und das ist vielleicht die wichtigste überhaupt und die ist nicht in logische Worte so klar fassbar. Denn, wer es erfahren hat, für den ist es sofort klar, wer es noch nicht erfahren hat, klingt es entweder eigenartig oder er hofft, dass es irgendwann passieren kann.

Große Meister, selbst wenn sie nicht mehr im physischen Körper sind, sind nicht einfach verschwunden. Ihre Gedanken, ihre Sankalpa, ihr Segen ist weiter spürbar. Sie können auch Darshan geben, im Sinne von Visionen. Man kann ihre Gegenwart spüren. Man kann sie fast physisch wahrnehmen. Man kann sie sehen in der Meditation, sogar mit offenen Augen, je nachdem, wie es ist. Und was vielleicht am einfachsten ist, man kann Gebete richten an einen Meister, an eine Meisterin oder Fragen, wie immer man sprechen will, und wir können uns öffnen, und dann kommen Antworten. Und wir können, wenn es uns nicht so gut geht, können wir darum bitten: „Bitte hilf mir. Von ganzem Herzen her möchte ich dich bitten, bitte führe mich, zeige mir den richtigen Weg.“ Das kann man sowohl machen, wenn man jetzt irgendwo an einem Punkt angelangt ist, wo man nicht weiterkommen will, dann bittet man um Führung. Und manchmal lässt der Meister, die Meisterin uns ein bisschen zappeln, manchmal auch deshalb, dass wir irgendwo auch lernen, ein bisschen für uns selbst zu denken, aber irgendwann kommt dann plötzlich diese Gewissheit, plötzlich spüren wir, so soll es sein. Sei es, dass wir in irgendwelchen Schwierigkeiten sind, wo wir gar nicht wissen, gibt es überhaupt einen Ausweg. Oder sei es einfach, dass Zweifel kommen.

Wenn wir in der Situation den Meister oder die Meisterin anrufen, dann spüren wir plötzlich einen Segen und eine Führung. Und angenommen, es geht einem richtig gut, dann können wir auch danken. Und wenn wir danken, dass es einem gut geht, dann kann es einem länger gut gehen. Wenn es einem gut geht und man sich damit identifiziert und man irgendwie denkt, „habe ich doch toll gemacht, jetzt habe ich in der Meditation so einen tollen Zustand erreicht“, in dem Moment ist Ego da und dann haben wir es schon fast verloren. Wenn wir dann überlegen, „oh, was kommt als nächstes, muss ich jetzt auf mein Ego aufpassen“, dann harren wir so lange der Dinge, die vielleicht als nächstes Schlechtes kommen, dann kommen sie auch. Die einfachste Weise, wenn was Schönes da ist, dienen Zustand zu vertiefen und auszubauen, ist, sich an einen Meister, eine Meisterin zu wenden und so um Führung zu bitten. Und dann hängen wir nicht daran, wir nehmen es als Geschenk an und wir schauen, was als nächstes kommt und werden so auf höhere Ebenen gehoben. In diesem Sinne ist ein Guru Gurudev oder Guru Devaki, im Sinne von, Licht auf unserem Weg, die verschiedenste Weise.

Hari Om Tat Sat

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

 

 

 

 

 

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Tags: Guru, Sukadev, tägliche inspiration

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