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Göttlichen Zustand erlangen durch Meditation

Ich lese einen kurzen Abschnitt aus Swami Sivanandas Buch „Göttliche Erkenntnis“, aus dem Kapitel „Meditation“.
Er schreibt:
„Mit Hilfe der Meditation kannst du Selbsterkenntnis erlangen. Mit Hilfe der Meditation kannst du in den göttlichen Zustand hineinwachsen. Durch die Meditation kannst du dich von den Fesseln des Geistes befreien und Unsterblichkeit erlangen. Meditation ist ein einzigartiger Weg zur Befreiung, Moksha. Meditation ist eine mysteriöse Leiter, die von der Erde zum Himmel reicht, vom Irrtum zur Wahrheit, von der Dunkelheit zum Licht, vom Schmerz zur Wonne, von der Ruhelosigkeit zu immerwährendem Frieden und von der Unwissenheit zur Erkenntnis, von der Sterblichkeit zur Ewigkeit.“

Hier schreibt Swami Sivananda über die tieferen Wirkungen der Meditation, worum es letztlich geht. An einer anderen Stelle schreibt er auch über die Meditation in ihren relativen Aspekten, Nutzen der Meditation.

„Meditation wirkt stimulierend. Meditation wirkt heilend. Wer meditiert spart an Arztrechnungen. Meditation hilft, Emotionen zu steuern. Meditation hilft, sich vor dummen und falschen Handlungen zu bewahren.“

Also, Meditation wirkt auf relativer Ebene, aber Meditation letztlich hat diese tiefere spirituelle Wirkung. Er sagt, Selbsterkenntnis. Selbsterkenntnis zu haben, ist nicht einfach nur zu erkennen, welche Talente habe ich, welche Fähigkeiten habe ich und was ist irgendwo an Persönlichkeit in mir angelegt. Das ist auch eine Selbsterkenntnis, aber eine relative Selbsterkenntnis, die einen nicht wirklich zufriedenstellt. Die tiefe Selbsterkenntnis können wir in der Meditation dann haben, wenn unser Geist zur Ruhe gestellt ist. Ist der Geist zur Ruhe gekommen, dann erfahren wir das, was wir wirklich sind. Das ist die wirkliche Selbsterkenntnis. Er sagt, mit Meditation können wir uns aus den Fesseln des Geistes befreien. Wir müssen erst mal verstehen, wir sind in den Fesseln des Geistes. Unser Geist produziert alle möglichen Gedanken. Unser Geist produziert alle möglichen Vorstellungen. Unser Geist produziert so alles Mögliche, woran wir denken, dass wir das sind, dass wir das brauchen, dass wir das unbedingt haben müssen usw.

Unser Geist schafft Verhaftungen, schafft Wünsche, Identifikationen. Und damit sind wir dann gefesselt. Eigentlich ist der Geist ein wunderbares Instrument, um in dieser Welt handeln zu können, um in dieser Welt etwas tun zu können, unsere Mission erfüllen zu können und um Erfahrungen zu haben. Das ist so ähnlich, angenommen, man wollte auf den Mond fahren. Um auf dem Mond sein zu können – gut, man könnte auch in irgendeiner Glocke drinbleiben. Aber angenommen, wir wollen auf den Mond sein, dann brauchen wir einen Raumanzug. Und mit diesem Raumanzug, dort können wir dann durch die Gegend gehen, wir können Dinge beobachten und wir können Dinge tun.

So ähnlich, Körper und Geist sind wie ein Raumanzug, den haben wir, um in dieser Welt was zu bewirken und um etwas zu erfahren. Aber letztlich verheddern wir uns in unserem Raumanzug, den wir haben für diese Welt. Wir identifizieren uns damit und irgendwo klappt es dann nicht mehr so recht. So ähnlich, angenommen, wir hätten dann so einen Raumanzug auf dem Mars, vielleicht hätte er noch irgendwelche Kabel, und dann verheddern wir uns und irgendwann bleiben wir hängen. Und so verheddern wir uns hier und sind dann in den Fesseln des Geistes. Und Meditation hilft, dieses Knäuel wieder zu entwirren. Das Knäuel aus Verhaftungen, aus Identifikationen, aus Vorstellungen, aus Wünschen usw.

Wir müssen natürlich auch aufpassen, dass die Meditation das auch bewirkt. Man kann natürlich auch mit der Meditation einfach mehr Kraft bekommen, mehr Stärke bekommen, mehr Selbstvertrauen und dann setzen wir einfach noch mehr Energie in unsere Verhedderungen.

Also, Meditation kann uns aber helfen, das zu erkennen, und langsam diese Knoten zu lösen. Meditation, ein Weg zur Befreiung. Eben Befreiung von der Identifikation mit allem Vergänglichen. Befreiung von diesen Fesseln. Eine mysteriöse Leiter, die von der Erde zum Himmel reicht. Himmel jetzt natürlich nicht verstanden als dieser blaue Himmel, der heute öfters mal ein bisschen grau war, aber wir haben heute ein großes Spektrum des Wetters beobachtet. Von der Erde zum Himmel ist aber etwas anderes. Letztlich von dem Physischen und dem Gebundenen zur Freiheit, dort können wir hinkommen. Vom Irrtum zur Wahrheit. Das ist auch ein wichtiger Schritt eines spirituellen Aspiranten, überhaupt zu erkennen, wir sind in einem Irrtum gefangen. Viele Menschen sind im Irrtum, aber wissen es nicht, beharren noch darauf, „ich habe Recht“.

Ein Yogi erkennt, mindestens ein bisschen, das Spiel des Geistes, und erkennt, dass er immer wieder im Irrtum gefangen ist. Er kann darüber humorvoll lächeln, denn er weiß: „Langfristig komme ich da raus.“ Und wie komme ich dort raus? Mit Meditation. Meditation hilft uns, all dieses Spiel des Geistes hinter uns zu lassen und führt uns dazu, zu erkennen, was wirklich ist. Weshalb er zum Schluss auch sagt, von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit bzw. zur Ewigkeit. Alles Relative hat ein Ende, aber es heißt, unsere wahre Natur, unser Selbst ist unsterblich. Und das können wir in der Meditation als solches erfahren. Wenn wir nämlich erkennen, „ich bin nicht begrenzt auf Körper und Denken, was ich wirklich bin ist ewig, Bewusstsein ist ewig, die Wonne, die ich wirklich bin, ist ewig, das Sein, was ich bin, ist ewig“, dann erkennen wir, wir sind gar nicht so vergänglich, wie es manchmal erscheint. Auch nicht Krankheit unterworfen. Auch wenn der physische Körper krank ist, auch wenn die Psyche Höhen und Tiefen hat, wir selbst, was wir wirklich sind, wir sind ewig. Das ist dann nicht ein Glaube, das ist nicht etwas, was irgendjemand mal geschrieben hat vor so und so viel tausend Jahren, sondern es ist lebendige Erfahrung, die wir machen können. Wer regelmäßig meditiert, hat es manchmal als Ahnung und irgendwann können wir es voll verwirklichen.


Hari Om Tat Sat

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

 

 

 

 

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Tags: Sukadev, tägliche inspiration

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