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Ich lese etwas aus dem Buch von Swami Sivananda, „Göttliche Erkenntnis“, aus dem Kapitel „Gedanke“.
Swami Sivananda schreibt:
„Gedanke ist eine vitale, eine lebendige Kraft, die vitalste, subtilste und unwiderstehlichste Kraft im Universum, die es gibt. Gedanke ist eine starke Kraft. Gedanke ist eine dynamische Kraft. Er entsteht durch die Schwingungen des feinstofflichen Pranas, des Sukshma Pranas, auf der Geistsubstanz. Prana, Lebensenergie. Gedanke ist eine Kraft wie die Schwerkraft, wie die Kohäsion oder auch Abstoßung. Du bist umgeben von einem Ozean von Gedanken. Du treibst im Ozean der Gedanken. Du nimmst bestimmte Gedanken auf und gibst andere an die Gedankenwelt ab. Die Gedankenwelt ist auf der relativen Ebene realer als das physische Universum. Gedanken sind lebendige Dinge. Jede Veränderung im Gedanken wird von einer Schwingung seiner Geistmaterie begleitet. Jeder Gedanke hat einen bestimmten Namen, eine bestimmte Form. Die Form ist der grobstofflichere und der Name der feinere Zustand einer einzigen sich manifestierenden Kraft, die Gedanke heißt.“
Hier beschreibt Swami Sivananda in wenigen Sätzen die Theorie der Gedankenkraft, wie wir sie im Raja Yoga finden. Gedanken sind nach dieser Theorie nicht nur irgendwelches Abfeuern von Aktionspotentialen von irgendwelchen Neuronen im Hirn und irgendwelches Herstellen von irgendwelchen Verbindungen im Gehirn und damit Ausschüttung von irgendwelchen Botenstoffen im Gehirn, sondern Gedanken mögen dieses Korrelat auf der physischen Ebene haben, aber Gedanken sind auch Kräfte im Universum. Er sagt, Gedanken sind starke Kräfte. Gedanken sind Kräfte, zum einen natürlich in uns selbst. Natürlich, es gibt schwächere Gedanken, beiläufige Gedanken, die haben keine allzu große Kraft, und es gibt Gedanken, die irgendwo stärker sind, die einen - man kann sagen - ergreifen. Es gibt so etwas wie Berufungserlebnisse oder irgendwo, man wird plötzlich ergriffen von einem Gedanken und dann wird plötzlich vieles einfacher, man weiß, „das muss ich tun“. Das ist eine Seite. Und manche dieser Gedanken kommen von einer höheren Warte. Wir bekommen wie eine intuitive Einsicht in bestimmte Gegebenheiten und das will sich durch uns manifestieren. Und das ist ein Aspekt, wie man Gedankenkraft auch nutzen kann, indem man sich bewusst öffnet für eine höhere Wirklichkeit, um Führung bittet, regelmäßig meditiert, und darum bittet: „Nicht mein Wille, dein Wille geschehe.“ Und dann kann es sein, dass man über Wochen und Monate irgendwo nicht so sicher ist, aber dann kann es passieren, dass plötzlich irgendwo eine höhere Kraft durch einen hindurchgeht. So können wir sagen, wir fangen manchmal kosmische Gedanken auf, höhere Gedanken auf, die wir empfangen, wie eine Art Führung. Wir müssen aber auch aufpassen, wir können auch andere Gedanken aufnehmen, nämlich Kollektivgedanken um uns herum, die uns dann beeinflussen. Er sagt, wir leben in einem Ozean von Gedanken. Menschen denken und was die Menschen denken, ist irgendwo in der feinstofflichen Atmosphäre spürbar. Man kann das nennen, wie Rudolf Steiner es gemacht hat, Akasha Chronik, man kann das bezeichnen als Gedankenwelt, wir können es als morphogenetische Felder bezeichnen, wie es Sheldrake bezeichnet, Gedankenwelt, feinstoffliche Welt, wie auch immer wir es nennen wollen. Diese feinstoffliche Gedankenwellen sind überall und wenn viele Menschen einen bestimmten Gedanken haben, dann greifen auch andere diese auf. Und diese Gedanken können natürlich positiv sein, sie können auch nicht so positiv sein. Ganze Kulturen fallen in einen kollektiven Wahn. Wenn Menschen irgendwo viele was denken, dann plötzlich merkt man, wie man überwältigt wird von etwas. Swami Vishnu hat das irgendwo mal so beschrieben, irgendwo zu der Zeit der Hindu-Moslem-Unruhen gab es irgendwo so ein Gerücht, dass irgendwelche Moslems irgendwelche Kühe umgebracht hätten und daraufhin sind dann so eine Menge von Hindus irgendwo zum Moslem-Viertel gegangen und wollten dort irgendwas anrichten. Und Swami Vishnu hat irgendwo gemerkt, wie er plötzlich auch dort hingerannt ist und einen Stein in die Hand genommen hatte. Und wie er dann irgendwo plötzlich erzittert ist, denn er war da schon ein bisschen auf dem Yogaweg gewesen, noch nicht im Ashram gewesen, aber er hatte irgendwo Swami Sivanandas Bücher gehabt. Gut, er war auch mal ein oder zwei Tage im Ashram gewesen und eigentlich war er fest davon überzeugt, Gewalt ist nichts Gutes, aber er hat so beschrieben, plötzlich hat er so gemerkt, er hatte einen Stein in der Hand. Wie einfach ist es, von kollektiven Wahn überwältigt zu werden. Und keiner von uns kann sicher sagen, was passieren würde, wenn irgendwo in diesen Breiten wieder Menschen irgendeinem kollektiven Wahn zum Opfer fallen würden, wie wir darauf reagieren würden. Also, wir müssen aufpassen, wir können auch von Kollektivgedanken dort ergriffen werden und die zu unseren eigenen Gedanken machen. So gilt es, sich zu öffnen für höhere Inspiration, es gilt, zu schauen, Gedanken, die wir irgendwo haben, sind die vielleicht von anderen beeinflusst worden. Und dann können wir ja sagen: „Das sind nicht meine Gedanken und den Gedanken will ich nicht folgen.“ Hier haben wir eine gewisse Unterscheidungskraft. Und wir können natürlich auch bewusst Gedanken aussenden, um etwas Positives zu bewirken. Wir werden gleich das „Om Tryambakam“ singen, wir werden Friedensmantras singen, wir werden das Arati machen, welches ein Lichtritual ist auch für Friedensgedanken. All das tun wir auch, um eine Schwingung des Friedens überall zu erzeugen. Man kann Gedanken schicken zu konkreten Menschen, um Heilkraft ihnen zu schicken. Wir können Suggestionen schicken in die ganze Welt. Wir können Positives visualisieren und wir können uns mit positiven Visionen anderer verbinden. Gedanken sind Kräfte, die in vielerlei Hinsicht viel bewirken können.

Hari Om Tat Sat


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Frieden, Gedankenkraft, Heilung, Manifestation, Suggestion, Vision

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