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Om Gam Ganapataye Namah. Am heutigen Ganesha Chaturthi Tag können wir uns besonders an diese Ganeshaenergie erinnern, wir können sie in uns stark werden lassen und wir können uns vornehmen, diese Ganesha Energie in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten, im nächsten Jahr, weiter wachsen zu lassen. Ihr seht dort auf dem Altar verschiedene Darstellungen von Ganesha. Von euch aus gesehen links seht ihr den stehenden Ganesha, dann seht ihr einen sitzenden und dann weiter rechts seht ihr Ganesha als Sohn von
 Shiva und Parvati. Ganesha, charakteristisch ist zum einen, dass er einen Elefantenkopf hat, daran kann man ihn leicht erkennen. Außerdem hat er einen dicken 
Bauch und schließlich hat er vier Hände. Eine ist gehoben in dieser Geste von Abhayam, Furchtlosigkeit, zwei andere sind gehoben mit verschiedenen Instrumenten, zum Teil Waffen, und in einer Hand ist dort eine Süßigkeit drin. Ganesha wörtlich heißt Isha, Herr, und Gana sind die Engelswesen. Und so gilt Ganesha als der Herr aller Engelswesen. Und Engelswesen stehen für alle guten Kräfte in uns, wie auch alles Hilfreiche von außen.
Ganesha ist die Kraft des Dinge-Angehens. Wir haben ja oft eine Neigung, wir wissen, was eigentlich zu tun ist, und man wartet den richtigen Moment ab. Und es ist ja auch gut, den richtigen Moment abzuwarten. Manchmal wartet man aber zu viel und irgendwann hat man nie begonnen. Ganesha steht dann dafür, irgendwann müssen wir die Dinge angehen und wenn wir sie angehen, dann kommen alle möglichen guten Kräfte, die uns helfen dabei. Und manchmal ist es auch gut, nicht zu viel nachzudenken. Manchmal denkt man: „Habe ich mich richtig entschieden? War das richtig? Hätte man es anders machen können? Wie könnte es noch anders sein? Was könnte alles passieren?“ Und es ist ja auch gut, über diese Dinge mal nachzudenken. Manche werden aber dadurch gelähmt und kommen nicht daran, etwas zu tun. Es gibt natürlich auch Aspekte der
Wahrheit, wo es darum geht, abzuwägen und nachzudenken, wir haben ja diese Eigenschaften auch aus einem guten Grund. Die Ganeshaenergie heißt dabei, dass wir es dann irgendwann mal angehen und wenn wir es angegangen haben, dass wir dann weiter voranschreiten. Ganesha steht dann dafür, wenn wir das dann weitermachen, wenn wir uns für etwas entschieden haben und wir loslegen, dass wir dann auch alle möglichen guten Kräfte haben können. Und wenn mal zwischendurch etwas schiefgeht, dann können wir es einfach weiterangehen und dann wird vielleicht nachher etwas umso Besseres passieren. Ganeshageschichten in der Mythologie sind mindestens für den westlichen Geschmack alle irgendwo auch etwas eigenartig. Diejenigen von euch, die schon eine Weile hier sind, haben die Geschichten von
Swami Sharadananda gehört und das sind nicht so die ganz typischen Geschichten, die sofort inspirierend sind. Und das heißt durchaus auch, wenn wir Dinge anfangen, angehen, dass da durchaus eigenartige Sachen uns passieren. Manche Menschen denken, wenn man sich für etwas Gutes und Richtiges entschieden hat, dann wäre das gute Zeichen dafür, dass sofort alles wie von selbst klappt. Manchmal ist es ja auch so, aber manchmal eben nicht. Und so, auch der Grund, weshalbGanesha einen Elefantenkopf hat, in der Mythologie ist ja ein komischer, Shiva hat ihm irgendwann den Kopf abgeschlagen und danach hat er ihm einen Elefantenkopf aufgesetzt. Und so auch manchmal, das, womit wir die Dinge beginnen, irgendwann wird uns aber der Kopf abgeschlagen. Also, jetzt glücklicherweise höchstwahrscheinlich nicht im wörtlichen Sinne, aber manchmal so, wie wir denken, dass wir sind, das wird irgendwo sich ändern. Und das liegt ja auch daran, wir wachsen, dafür steht auch Ganesha, eben auch im Aktivwerden. Es gibt ja auch den Shivaaspekt, wo wir wachsen, indem wir meditieren, Asanas, Pranayama üben, und er ist ein wichtiger Aspekt. Ganesha heißt, unsere Aufgaben erfüllen, unsere Pflichten erkennen, sie anzugehen, sie mit Enthusiasmus anzugehen und dabei verändern wir uns, wir bleiben nicht der gleiche dabei.


Krishna sagt ja auch in der Bhagavad Gita: „Am Anfang des Weges ist Aktivität das Mittel, um sich zu entwickeln. Später ist die reine Ruhe das Mittel, um sich zu entwickeln.“ Gut, natürlich, ihr seid jetzt alle hier, auch um über Asanas, Pranayama und Meditation zur Ruhe zu kommen. Aber das gibt die Kraft, um nachher das, was einen transformieren wird, nämlich die richtige Einstellung zu haben, bei den Aufgaben im Alltag. Und dabei werden wir transformiert, dabei entwickeln wir uns. Und so sehen wir auch in Ganesha, gegen Ende der Mythen um ihn herum, dort ist er der JnanaYoga Lehrer, der Yoga der Vedanta . Dort ist er hingekommen, indem er Dinge angegangen ist, indem er sie durchgesetzt hat, indem er immer wieder von neuem sich nicht hat beirren lassen. Ganesha ist aber dabei immer auch ein freudevoller und ein segensreicher Aspekt. Er lächelt, er hebt die Hand zum Segnen, eben auch zu dieser Mutgeste, zu Abhayam, Furchtlosigkeit. Wir brauchen keine
Furcht zu haben, selbst wenn wir uns im ganzen Prozess, wo wir Dinge angehen, vielleicht verwandeln, selbst wenn Dinge schiefgehen, wir können Mut haben und wir können Vertrauen haben. Und dann hat er auch ja einen dicken
Bauch und er hat Ladhu, was in Indien die beliebteste Süßigkeit ist, dafür steht es mindestens. Und das heißt auch,
Ganesha ist jetzt nicht so ein Aspekt der Askese und des Aufopferns: „Oh, ich armer Schlumpf, andere haben ein schönes
Leben und ich muss jetzt mich aufopfern für andere.“ Das wäre vielleicht mehr so, es gibt auch den Shani-Aspekt. Das ist der Saturn und da gibt es auch etwas in der Richtung. Manche Menschen haben auch diese Art des spirituellen Lebens und das mag auch seinen Sinn haben. Nur, Ganeshaenergie ist das nicht. Ganeshaenergie ist auch das freudevolle Angehen von Dingen. Und dabei auch das, was dort ist, zu genießen. Ich kannte mal einen in einem
Ashram vom Swami Vishnu, der hatte den Namen Bharata, und das war so einer, der hatte auch irgendwo so die Ganeshastatur gehabt. Shivakami kennt ihn auch, aber sie kennt ihn nicht in seinem burschikosen Modus, wo er da war. Also, er hat immer gesagt: „So much fun.“ Und er war Leiter des Bauteams auch dort und der war einer, der konnte dann auch von morgens bis abends schuften, und wenn irgendwas schiefgegangen ist, da hat er wirklich gesagt: „So much fun, let’s do it.“ Und die Ashrams dort hatten ja alle kein Geld, also man hat nie das Geld gehabt, um mal die Abwasserleitungen richtig zu richten oder die Zuwasserleitungen oder das Dach, es gab immer wieder irgendwas, was schiefgegangen ist und wir haben auch Gründe, weshalb wir das hier bei Yoga Vidya etwas anders angehen und inzwischen auch natürlich in den Sivananda Ashrams auch, aber das waren halt die 70er / 80er Jahre. Gut, ich kannte den Bharata in den 80er Jahren, wenn irgendeine Herausforderung kam, er hat dann immer gesagt: „So much fun.“ Und das war auch so, der hat das nicht nur so gesagt. Und in seinem Team die Leute haben das irgendwo auch genossen, diesen Enthusiasmus, Dinge anzugehen und weiterzuführen und in der anstrengenden Tätigkeit Freude zu empfinden und zwischendurch zu genießen. Gut, er konnte auch die Sachen genießen. Er hat sicher auch gerne gegessen und er hat vieles andere, es war dieses euphorisch-enthusiastisch Angehende, Freudevolle, Überschäumende, für all das steht Ganesha. Diese Energie tragen wir alle irgendwo in uns, manche tragen sie etwas mehr in sich, manche tragen sie weniger, aber es ist sicher eine gute Sache, diese Energie etwas stärker in uns wirken zu lassen.

Hari 
Om Tat Sat

 

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines
Satsangs nach der
Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 316 X ANGESCHAUT

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