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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Heute will ich etwas zu diesem Motto von Swami Sivananda sagen.

Es ist ein Geschenk, einfach zu sein. Auch wenn der Satz aus einem Quäker-Lied stammt, das wahrscheinlich schon 150 Jahre alt ist: gerade in der heutigen Zeit ist es ein Geschenk, einfach zu sein.
Wir machen uns das Leben sehr kompliziert. Wir denken, dass wir dieses und jenes brauchen. Deshalb können wir es uns zum Geschenk machen, einfach zu sein: „This is a gift to be simple, this is a gift to be free.“ Es ist ein Geschenk, frei zu sein.

Im yogischen Sinne ist Freiheit das Höchste. Wir wollen die vollständige Freiheit erreichen. Aber wir können uns auch von allen möglichen Vorstellungen darüber befreien, was wir alles brauchen. Natürlich ist es ein besonderes Geschenk, da zu sein, wo man sein sollte, wo unser eigentlicher Platz ist. Viele Menschen fragen sich: „Wo soll ich eigentlich sein?“ Und ein solcher Platz, wenn wir uns dort befinden, ist ein Tal von Liebe und Freude und wahrer Einfachheit. Wenn die erreicht ist, dann sind wir bereit, uns zu verbeugen, uns zu verneigen. Wir schämen uns dessen nicht mehr.
Im Yoga lernen wir, flexibel zu sein. In der Thai-Massage hilft uns jemand, flexibel zu werden. Gott ist manchmal sehr stark, damit wir flexibel werden können. Und manchmal müssen wir loslassen. Uns vor anderen zu verneigen, anderen Respekt zu zollen und uns zu entschuldigen, das ist eine sehr intensive Yoga Übung.

Wir machen immer wieder Fehler. Fehler machen ist etwas Normales, sogar etwas Gutes. Angenommen, man hat das Gefühl, man hat noch nie einen Fehler gemacht, dann hat man nichts ausprobiert. Entweder man leidet einfach unter Realitätsverlust oder man hat wenig in seinem Leben probiert und gewagt. Fehler machen wir, und wenn wir Fehler machen, dann müssen wir uns entschuldigen, wir müssen uns verneigen.
Manche Menschen machen Fehler und sagen dann, die anderen müssten das verstehen: „Ich habe einen Fehler gemacht, aber das ist doch ganz normal.“ So funktioniert das aber nicht. Wenn man einen Fehler macht, dann sagt man: „Es tut mir leid, ich habe einen Fehler gemacht und bitte um Entschuldigung.“
Wenn du das so machst, was sollen die anderen dann machen? Vielleicht schimpfen sie noch mal und dann neigst du vielleicht seinen Kopf. Du bedauerst aufrichtig, was passiert ist, denn der andere hat vielleicht dadurch Probleme bekommen. Du zeugst dem anderen Respekt. Danach wird der andere uns typischerweise vergeben. Und dann können wir wieder von vorne anfangen.

Vielleicht machen wir etwas besonders Gutes oder wir machen den nächsten Fehler. Aber es ist wichtig, dass wir uns immer wieder verneigen und verbeugen. Und wir kommen wir in das Tal der Freude und der Liebe? Indem wir uns immer wieder umdrehen. Mal müssen wir es so machen, mal müssen wir es ganz anders machen. Das Tal der Liebe und der Freude ist nicht unbedingt sehr weit weg. Das kann in dem Ort sein, wo du bist. Und wie machst du diesen Ort, an dem du bist, zu einem Tal von Liebe und Freude? Indem du dich immer wieder drehst. Wenn das eine nicht funktioniert, dann versuche was anderes. Wenn du auf diese Weise mit einem Menschen nicht zurechtkommst, dann beuge und drehe dich wieder und wieder und probiere es anders. Irgendwann wirst du im Tal der Liebe und Freude ankommen. Bis dahin zolle den anderen Respekt, verneige dich, versuche es immer wieder von vorne und gibt nicht auf. So machst du einen Schritt nach dem anderen in Richtung Ziel.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: bemühen, demut, inspirationen, respekt, streben, sukadev, tägliche, unendlich, verbeugen, versuchen

Kommentar von Peter am 2. Oktober 2010 um 10:58am
Lieber Sukadev, danke für diese Lektion.
Ich glaube, auch meinem Arbeitgeber würde diese Art "Motivationstraining" sehr gefallen. Die Botschaft ist: "sei aktiv, sei flexibel, mache was, habe keine Angst vor Fehlern (du bekommst dafür zwar einen Anpfiff, aber danach ist es wieder gut)".
Mein Chef sagte einmal: "derjenige, der beim Fußball am meisten neben das Tor schießt, ist auch derjenige, der am meisten trifft!"
Om Shanti
Peter

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