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Hallo und herzlichwillkommen zu den täglichen Inspirationen!

Bhakti heißt Hingabe an Gott. Bhakti kann man entwickeln. Im Bhakti gibt es, wie beim Raja Yoga, bestimmte Praktiken, die wir üben können, um unser Herz zu öffnen, um Gott zu spüren. Im Bhakti sprechen wir von den neun Formen von Bhakti, von neun Dinge, die wir tun können:

Erstens: Sravana, das heißt, Geschichten hören, lesen, sehen, erzählen. Zweitens Kirtana, also Mantrasingen. Drittens Smarana: Sich immer wieder erinnern, dass hinter allem Gott steckt. Sei es, durch äußere Dinge, die wir hinstellen und über die wir uns erinnern können, indem wir uns die Schönheit der Natur anschauen, oder indem wir in unser Herz spüren. Viertens Vandana, durch Verneigen unsere Demut und Dankbarkeit ausdrücken. Wir können Gott  mit Ritualenverehren, das ist Archana. Wir können Gott verehren, indem wir einen Altar aufbauen, dann ist das Padasevana. Und wir können ein freundschaftliches Gefühl zu Gott aufbauen, Gott dienen und Gott als das Selbst hinter allem erkennen.

 Ich will heute über den ersten dieser Punkte sprechen. Sravana, das heißt, das Geschichten Erzählen, hören, lesen, sehen. Das, was wir hören, lesen, sehen, spielt eine große Rolle. Wenn wir irgendwelche Klatschgeschichten lesen, immer wieder im Internet schauen, was es alles Grässliches in dieser Welt gibt, wenn wir uns austauschen über die Fehler von allen möglichen Leuten, dann hat das eine bestimmte Wirkung auf unser Herz.

Stattdessen können wir schauen, was wir lesen. Heiligenbiographien oder Geschichten über Gott, heilige Schriften oder Poesie, die erhebend ist, habe eine ganz andere Wirkung auf unsere Psyche. Es gibt ja inzwischen genügend Videos, die von Heiligen handeln. Wir können uns diese anschauen. Wir können im Internet Sachen darüber hören, lesen, sehen. Da gibt es jetzt eine ganze Menge. Es ist immer besonders schön, wenn man darüber erzählt oder sich erzählen lässt. Und westliche Aspiranten üben das meistens sehr wenig. Wenn man mit indischen Aspiranten zusammen ist und sie über ihren Meister fragt, dann erzählen die alle möglichen tollen Geschichten. Fragt man westliche Aspiranten, dann kennen sie immer die neuesten Klatschgeschichten und durch welche Prozesse und Schwierigkeiten sie hindurchgehen. Selbstverständlich hat das eine Funktion.


Erzählt man eine Geschichte von Swami Sivananda, von Swami Vishnudevananda, Paramahamsa Yogananda, Rumi oder einem der Zen-Meister, dann hat das etwas Erhebendes. Hört wenn man eine Geschichte über Shiva, Krishna oder Jesus, all das erhebt. Swami Vishnu hat viele Geschichten von Swami Sivananda erzählt. Eine einfache, die viele von euch kennen, handelt davon, wie Swami Vishnu Hingabe zu Swami Sivananda bekommen hat.

 

Swami Vishnu war jung und wollte wissen, wie er zur höchsten Verwirklichung kommt. Er kam in den Ashram und Swami Sivananda hat sich vor Swami Vishnu verneigt. Umgekehrt wäre es normalerweise üblich gewesen, der Schüler verneigt sich vor dem Meister. Aber Swami Sivananda hat Swami Vishnu gesehen und hat sich vor ihm verneigt, mit großer Demut. Das war etwas, was Swami Sivananda gerne gemacht hat. Er hat nämlich in einem Menschen nicht einfach einen Menschen gesehen, sondern hat in jedem Menschen Gott gesehen. Indem er sich so vor jedem Menschen verneigt hat, hat er das innere Gefühl zum Ausdruck gebracht. Wenn es vielleicht gerade in Deutschland schwerfällt, Positives über andere Menschen zu erzählen, können wir wenigstens dieses Vandana üben, nämlich uns innerlich verneigen, innerlich Ehrerbietung zeigen, vor unserem Gegenüber, allen Wesen, der Natur und damit vor Gott.


Hari Om Tat Sat



Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: bhakti, dienen, inspiration, sivananda, sukadev, tägliche

Kommentar von Rafaela am 6. März 2011 um 9:23pm
Eine kleine schöne Geschichte.

Ein kleiner schwarzer Junge sieht auf der Straße einen Luftballonverkäufer. Seine Augen strahlen. Es gibt Luftballons in allen Farben: rote, blaue, weiße, gelbe, grüne, schwarze, …

Dem alten Mann, der die Luftballons verkauft, fällt der Kleine auf; er zögert lange, dann nimmt er sein Herz in beide Hände, tritt näher und spricht ihn an:

"Sagen Sie Monsieur, fliegen die schwarzen Ballons genauso hoch wie die anderen?"

Dem alten Mann kommen Tränen in die Augen. Er nimmt den Jungen hoch, setzt ihn auf ein Mäuerchen und sagt:

"Schau gut zu."

Dann lässt er alle seine Luftballons los; sie steigen in einer Traube auf, hoch in den Himmel, bis sie so hoch fliegen, dass man sie nicht mehr sehen kann.

"Hast du gut zugeschaut?"

"Ja."

"Sind die schwarzen Luftballons genauso hoch geflogen wie die anderen?"

"Ja, Monsieur."

"Siehst du, mein Junge, mit den Luftballons ist es so wie mit den Menschen. Das Wichtige ist nicht die Hautfarbe, nicht das Aussehen. Das Wichtige ist, was drinsteckt. Das, was in dir drin ist, das macht den Unterschied im Leben aus."

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