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Om Namah Shivaya

Gute Morgen! Wisst ihr, was „Om Namah Shivaya“ heißt? „Om“ heißt „Om“, „Namah“ heißt „Ehrerbietung“ oder „Gruß an“ und „Shivaya“ heißt „an Shiva“. Und „Shiva“ heißt wörtlich „liebevoll“ und „gütig“. „Om Namah Shivaya“ heißt „Gruß an das Liebevolle, das Gütige“ letztlich auch „das Göttliche“ in allen. Das ist die große Behauptung der großen Yogameister, dass in jedem Menschen ein göttlicher Kern ist, dass in jedem Menschen ein göttlicher Funke ist, dass in jedem Menschen letztlich Güte und Liebe ist. Natürlich, jeder weiß, wir haben auch noch andere Aspekte in uns, die vielleicht sogar evolutionsmäßig irgendwann sinnvoll waren und vielleicht auch sind, wie Ärger, Angst und Minderwertigkeitsgefühle und Verschiedenes andere, aber das ist äußerlich. Der innerste Kern in jedem Menschen ist Bewusstsein an sich. Der innerste Kern in jedem Menschen ist Satchidananda, nennen es die Yogis. Sat – reines Sein, Chid – reines Bewusstsein, Ananda – Wonne. Satchidananda – Sein, Wissen und Glückseligkeit und das kann man in einem Wort zusammenfassen, eben Shiva. Wenn wir uns also im Yoga gegenseitig grüßen, „Om Namah Shivaya“, heißt das: „Ich grüße das Gute, das Göttliche in dir. Ich grüße dich und ich weiß, du bist eine Manifestation von Satchidananda, von Sein, Wissen, Glückseligkeit. Wir sind damit auch eins, denn das Gleiche ist in mir. Ich grüße das, was in mir ist, auch das, was in mir ist.“ So, wenn wir „Om Namah Shivaya“ sagen, ist damit gleich eine Verbindung da. Das gibt es natürlich nicht nur in Indien, z.B. die Süddeutschen kennen den Ausdruck „Grüß Gott“. Wir grüßen Gott im anderen. Oder auch im Neudeutsch sagt man „Hallo“. Wo kommt „Hallo“ her? Es kommt vom Englischen „Hey Lord“ und das heißt „Grüß Gott“. So könnt ihr also sagen, die Übersetzung von „ Om Namah Shivaya“ ist „Hallo“. Nur, wenn man „Om Namah Shivaya“ sagt, ist man sich dieser Bedeutung vielleicht noch etwas bewusster als wenn man „Hallo“ sagt. Oder auch Neudeutsch, Verabschieden tun wir uns mit „Tschüss“ oder „Tschö“. Das kommt vom Spanischen „Adios“ und „Adios“ heißt „zu Gott“. Und das heißt auch wieder „Om Namah Shivaya“. Wenn man also „Tschüss“ oder „Tschö“ sagt, dann meint man – mindestens etymologisch – „Ich grüße nochmals das Göttliche in dir.“ Und das ist durchaus eine schöne Gewohnheit, wobei Gewohnheit hier nicht zu verstehen ist als was man halt macht, ohne weiß, was es zu bedeuten hat, sondern eine Gewohnheit, die man macht und dabei sich dessen bewusst ist, was da drin wohnt in dieser Gewohnheit, dass man, bevor man miteinander spricht, wünscht man sich alles Gute. Man kann natürlich auch sagen „Guten Morgen, ich wünsche dir alles Gute“ oder man grüßt das Göttliche, das Lichtvolle im Menschen. Danach spricht man und dazu gehört vielleicht manchmal auch, dass man sich auseinandersetzt, Meinungsverschiedenheiten hat, Streiten gehört auch zum Leben dazu. Aber wenn wir vorher uns bewusst machen, wir gehören zusammen, wir sind beide Manifestation des Göttlichen, können wir das auf einer anderen Ebene machen. Gut, und nachdem wir uns auseinandergesetzt haben oder miteinander unterhalten haben, ausgetauscht haben, Schöneres wie auch weniger Schönes, können wir dann wiederum mindestens innerlich sagen: „Ich grüße das Göttliche in dir.“ Ob wir dafür sagen, „Tschüss“ oder den anderen Ausdruck, hängt natürlich von der Situation ab. Es wäre vermutlich nicht angemessen, wenn ihr am Montag zu eurem Chef kommen würdet und „Om Namah Shivaya“ sagen würdet. Je nach Kontext, aber ich vermute, meistens wäre es besser, ihr sagt „Guten Morgen“, aber innerlich spürt ihr diese gleiche Sache. Dieser Ausdruck hier, wenn in Indien so sich gegrüßt wird, wir sind zwei und im Alltag sind wir erst mal zwei, aber mögen wir uns eins fühlen vom Herzen her, in gegenseitigen Respekt und Hochachtung.

Om Namah Shivaya

Unbearbeitete Niederschrift eines Kurz-Vortrags mit Sukadev Bretz. Gehalten im Rahmen eines Satsangs nach der Meditation bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Infos:

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Tags: Kern, Mensch, Sukadev, tägliche inspiration

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