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Depression – Teil 7 Achtsamkeitsübung: In der Gegenwart sein

Hallo und herzlich willkommen zur siebten Ausgabe des Depressions-Podcasts, des Podcasts zum Umgang mit Niedergeschlagenheit, depressiven Verstimmungen, Traurigkeit, MelancholiePessimismus und eben auch Depressionen. Das letzte Mal hatte ich gesprochen, dass eine Depression auch einen Sinn hat, selbst die klinische Depression. Einer der möglichen Sinne könnte sein, in die Gegenwart zu kommen. Viele Menschen, die in eine Depression geraten, sind nicht mehr in der Lage, irgendetwas für die Zukunft zu planen, sie sind nicht in der Lage, irgendetwas, was sie in der Vergangenheit gelernt haben, umzusetzen. Sie sind radikal in die Gegenwart hineingeworfen. Sie können nur überlegen: „Was ist jetzt möglich?“ Und so kann es auch hilfreich sein – und das kann ein Behandlungsansatz sein – wirklich ganz bewusst in die Gegenwart zu gehen. Die Depressionsphase und diese Episode einfach anzunehmen als eine Notwendigkeit, jetzt in die Gegenwart zu gehen. Und natürlich, wenn du nicht in einer echten Depression bist, aber irgendwo bemerkst, du bist dabei, hineinzugeraten, dann kann es eine große Hilfe sein, dass du lernst, in die Gegenwart zu gehen. Statt zu überlegen, was du alles in Zukunft machen musst, statt zu überlegen, was alles dir gesagt wurde, was du tun solltest, statt zu überlegen, was du tun solltest statt dem, was du jetzt machst, statt zu kritisieren, was du jetzt machst, jetzt, in diesem Moment, etwas tun, in diesem Moment bewusst zu sein, kleine Phasen der Gegenwart einzulegen. Und das nennt sich ja Achtsamkeit. Der neudeutsche Ausdruck Achtsamkeit oder auch Mindfulness heißt, im Hier und Jetzt zu sein. Und dazu will ich dir jetzt gerade ein paar kleine Anregungen geben, zwei, drei Minuten jetzt in der Gegenwart. Zum einen die Übung, die du schon das letzte Mal geübt hast, kannst du nochmal üben.

Sei dir bewusst, wie atmest du? Zunächst spüre deinen Bauch, spüre, wie die Bauchdecke sich bewegt beim Ein- und Ausatmen. Vielleicht merkst du, dass beim Einatmen die Bauchdecke nach vorne geht, beim Ausatmen nach hinten. Sei neugierig, wie weit die Bauchdecke nach vorne und wie weit die Bauchdecke nach hinten geht. Spüre die Bewegung des Bauches. Yoga sagt übrigens, dass das Spüren der Bewegung des Bauches hilft für mehr MutSelbstvertrauen und innere Zentrierung. Daran brauchst du aber jetzt gar nicht zu denken, sondern spüre einfach, wie die Bauchdecke sich bewegt beim Einatmen und beim Ausatmen. Jetzt gehe eine Etage höher zur Brustgegend. Beim Einatmen strömt ja Luft in die Lungen, beim Ausatmen leeren sich die Lungen. Und auch wenn du dieses Füllen und Leeren der Lungen nicht wirklich so spüren kannst, kannst du dennoch spüren, dass beim Einatmen und beim Ausatmen die Empfindung im Brustkorb anders wird. Sei dir bewusst, welche Empfindung du hast beim Einatmen, sei dir bewusst, welche Empfindung du hast beim Ausatmen. Sei dir bewusst, welche Empfindung du hast beim Einatmen, sei dir bewusst, welche Empfindung du hast beim Ausatmen. Yogis würden sagen, dass das Hineinspüren in die Mitte der Brust letztlich das Spüren des Herzens ist und dir hilft, dich selbst besser zu verstehen und Zugang zu Liebe und Freude zu bekommen. Aber daran musst du jetzt gar nicht denken. Spüre einfach die Empfindung im Brustkorb beim Einatmen, die Empfindung im Brustkorb beim Ausatmen. Und sei dir bewusst, wie diese Empfindungen sich ändern beim Ein- und Ausatmen und wie die Empfindungen sich ändern, während du absichtslos den Brustkorb spürst. Komme zur nächsten Etage, die Nasendurchgänge. Spüre deine Nasendurchgänge. Das klingt erst mal komisch, aber spüre, wie beim Einatmen die Nasendurchgänge kühler werden, spüre, wie beim Ausatmen die Nasendurchgänge sich aufwärmen. Spüre beim Einatmen, wie die Nasendurchgänge kühler werden, beim Ausatmen wärmer werden. Und spüre, wie weit nach innen du spüren kannst, dass die Nasendurchgänge kühl werden beim Einatmen und spüre, wie weit nach außen du spürst, dass die Nasendurchgänge warm werden. Vielleicht spürst du sogar die Oberlippen warm werden, während du ausatmest. Werde dir bewusst, wie tief nach innen die Nasendurchgänge kühl werden beim Einatmen, wie weit nach außen sie warm werden. Yogis sagen übrigens, dass das Spüren der Nasendurchgänge hilft, und zwar hilft es, das dritte Auge anzuregen und damit Intuition und damit auch höhere Erkenntnis. Aber daran brauchst du gar nicht zu denken. Du spürst einfach, wie die Nasendurchgänge kühl und wieder warm werden. Das waren jetzt drei verschiedene Achtsamkeitsübungen, die Beobachtung des Atems im Bauch, in den Lungen und in den Nasendurchgängen. Einfache Weisen, in die Gegenwart zu kommen. Ich kann dir das als Tipp geben, probiere das zwischendurch immer wieder, vielleicht hilft es dir. Vorbeugend bei Niedergeschlagenheit, aber vielleicht sogar als einzig Mögliches, was du tun kannst, wenn du sehr niedergeschlagen bist, vielleicht sogar in einer echten Depression. Den Atem kannst du beobachten, das geht. Damit kommst du in die Gegenwart und über das Hineinkommen in die Gegenwart erfüllst du vielleicht einen der möglichen Sinne einer depressiven Phase.
Alles Gute! Und mehr zum Thema „Depression“ auch im Blog: www.beratung-depression.de.

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Tags: Depression, Melancholie, Sinn einer Depression, achtsamkeitsübung, podcast

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