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Depression – Teil 20 Depression – Denke an Mitgefühl und Liebe

Namaste und herzlich willkommen zur siebten Ausgabe von Swami Sivanandas Ratschlägen zur Überwindung von düsteren Gedanken. Das ist die siebte Ausgabe und auch die letzte Ausgabe für diesen Teil unserer Vortragsreihe über Umgang mit Depression, bzw. des Depressions-Podcast. Swami Sivananda lebte ja von 1887 bis 1963 in Indien. Die meisten seiner Bücher hat er geschrieben in den 30er, 40er, 50er Jahren. Interessant ist, dass obgleich Swami Sivananda in Indien lebte zu einer anderen Zeit, wo auch ein anderes Tempo war, wo Menschen andere Probleme hatten, seine Ratschläge sprechen uns heute genauso an. Mindestens die meisten seiner Ratschläge sind sehr gut übertragbar. Die meisten Dinge, die er schreibt in dem Buch „Die Kraft der Gedanken“, sind heute so aktuell wie vor siebzig Jahren. Er schreibt:

„Wenn das Herz verhärtet ist, denke an Mitgefühl.“

Es kann geschehen, dass du viele Enttäuschungen hattest, vielleicht von einem Menschen sehr stark enttäuscht wurdest, vielleicht von mehreren Menschen enttäuscht wurdest. Wenn du von mehreren Menschen enttäuscht wurdest oder angegriffen wurdest, ist es normal, dass du dich zusammenziehst, es ist normal, dass du einige Zeit traurig bist, es ist normal, dass du in düstere Stimmung kommst. Du kannst sagen, eine Weile eine düstere Stimmung zu haben, traurig zu sein, ist eine Weise, diese Erfahrung zu verarbeiten. Man muss nicht immer nur positiv sein. Wenn du den Anfang dieses Depressions-Podcast oder der Reihe zu Depressionen mitbekommen hast, mitgehört hast, weißt du das. Ich gehe ja davon aus, jedes Gefühl, jede Emotion hat irgendwo seinen Sinn. Und so haben auch Depression oder Niedergeschlagenheit, düstere Gedanken seinen Sinn. Ein Sinn kann sein, sich einen Moment Pause zu gönnen. Ein Sinn kann sein, einen Moment nachzudenken. Ein Sinn kann sein, die Wunden zu lecken. Es ist nur wichtig, dass du darin nicht hängenbleibst. Wenn du also merkst, dass du Enttäuschungen hattest, und je nach dem Grad der Enttäuschung entweder nach ein paar Stunden oder ein, zwei Tagen oder nach einigen Wochen oder Monaten immer noch dort drin hängst, kannst du überlegen: „Meine Niedergeschlagenheit, woran liegt sie?“ Und wenn du feststellst, „mein Herz ist verhärtet“, dann kannst du überlegen: „Lass mich Mitgefühl entwickeln. Lass mich Liebe entwickeln.“ Woran merkst du, dass dein Herz verhärtet ist? Dein Herz verhärtet heißt, du spürst irgendwo keine Verbindung mehr mit den Menschen. Vielleicht bei der Verbindung zu deinen Kollegen ist keine Herzensverbindung da. Vielleicht noch schwieriger zu deinem Partner oder zu deinen Kindern oder zu deinen Freunden oder zu deinen Mitmenschen, zu den Nachbarn.

Es gehört zum Menschsein dazu, dass dort ein Mitgefühl, eine Liebe ist, eine Verbundenheit, dass du vom Herzen her andere Menschen spürst. Wenn du merkst, dein Herz ist verhärtet, dann kannst du überlegen: „Lass mich Mitgefühl entwickeln.“ Swami Sivananda sagt, denke an Mitgefühl. Mitgefühl – da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die eine Möglichkeit wäre, überlege, gibt es einen Menschen, dem es nicht so gut geht. Was könntest du tun, um ihm zu helfen und mit Mitgefühl dort zu sein. Anstatt dass du dich selbst bedauerst, „oh, was bin ich doch für ein armer Tropf“ und dort hängenbleibst, sagst: „Wen gibt es vielleicht, dem ich helfen kann?“ Das ist eine schöne Technik. Wenn du jemand anderen glücklich machst, dann bist du auch glücklicher. Eine der einfachsten Weisen, selbst glücklicher zu werden, ist, jemand anderes glücklicher zu machen. Du kannst das auch bewusst überlegen. Du kannst überlegen, gibt es in deiner Verwandtschaft jemand? Vielleicht eine Tante, vielleicht Großmutter, vielleicht Vater, vielleicht Mutter, Bruder, Schwester, vielleicht eine alte Freundin. Einfach mal anrufen und sprechen und überlegen, was kannst du Gutes tun. Oder ein kleines Geschenk machen.

Du kannst überlegen: „Wem geht es vielleicht nicht so gut, womit könnte ich eine Freude machen?“ Vielleicht eine Blume kaufen. Blume ist so einfach. Nicht nur Männer können ihren Frauen Blumen schenken, sondern im Grunde genommen jeder kann jemand anderes eine Freude bereiten mittels einem kleinen Blumengeschenk. Oder vieles andere ist möglich. Du kannst überlegen, wie kannst du anderen eine Freude bereiten. Eine weitere Möglichkeit wäre, Gefühl herstellen, indem du an einen anderen Menschen denkst und versuchst, sein oder ihr Herz zu spüren. Indem du mit deinem Herz das Herz des anderen spürst, entsteht Mitgefühl. Oder du kannst eben mit Affirmationen arbeiten. Du kannst die Augen schließen und du kannst sagen: „Ich entwickle Mitgefühl. Ich spüre Mitgefühl. Om – Mitgefühl. Om – Mitgefühl.“ Oder vielleicht noch schöner: „Ich entwickle Liebe. Ich spüre Liebe. Om – Liebe.“ Du kannst das auch miteinander verbinden. Du kannst jetzt an einen konkreten Menschen denken, wo du dir es vorstellen kannst, Liebe zu spüren oder Mitgefühl. Dann spüre den Menschen mit deinem Herzen, fühle ihn oder sie und dann sage: „Ich schicke dir Licht und Liebe. Möge es dir gut gehen. Ich schicke dir Licht und Liebe. Möge es dir gut gehen. Ich schicke dir Licht und Liebe. Möge es dir gut gehen.“ Du kannst an einen zweiten Menschen denken. Du kannst wiederum dir vorstellen, der Mensch ist vor dir. Du kannst wiederholen: „Ich schicke dir Licht und Liebe. Möge es dir gut gehen. Ich schicke dir Licht und Liebe. Möge es dir gut gehen. Ich wünsche dir alles Gute. Möge es dir gut gehen.“ Wenn du magst, kannst du das fortsetzen mit mehreren Menschen. Und wähle zunächst Menschen aus, denen du vom Herzen wirklich auch Gutes wünscht, wo es dir nicht schwerfällt. Stelle dir den einen oder anderen Menschen vor und sage: „Ich schicke dir Licht und Liebe. Möge es dir gut gehen.“

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Tags: Depression, Liebe, Mitgefühl, podcast

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