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Liebe Yogis und Yoginis,

das dritte Mal in drei Jahren stehe ich beruflich in einer Umbruchssituation - aber zum ersten Mal ANGSTFREI! Die Erfahrung der letzten Male haben mich gelehrt, dass Krise Veränderung bedeutet und dass es danach weitergeht. Nicht immer so, wie ich es mir wünsche, aber es geht weiter.

Beim ersten Umbruch vor drei Jahren bin ich gefeuert worden, weil ein Fehler meinerseits genutzt wurde, um mich loszuwerden. Interessanter Weise hatte ich zwei Wochen vor dem Rauswurf in einer Homa innerlich den Wunsch formuliert, die Probleme mit meinem Chef loszuwerden. :-) Das zeigt, dass man sich immer genau überlegen sollte, was man sich wünscht.

Den letzten Arbeitgeber habe ich vor ca. einem Monat gewechselt. Ich war dort total unterfordert, habe hauptsächlich das Telefon bewacht und mein gutes Gehalt als Schmerzensgeld wegen des mieserablen Alltagsverhaltens meines Chefs betrachtet. Da ich in dieser Situation nicht bleiben wollte, habe ich mir eine neue Arbeitsstelle gesucht. Mein Wunsch ging in die Richtung, meine Fähigkeiten wieder einsetzen zu können und einen wertschätzenden Umgang im Arbeitsalltag zu haben.

Seit Anfang Oktober bin ich bei einem neuen Arbeitgeber, auf den ich mich sehr gefreut habe, weil das Vorstellungsgespräch so toll gelaufen war und ich so viel Wertschätzung im Gespräch und später in dem Telefonat durch meinen Vorgesetzten erfahren habe, in dem mir der Job angeboten wurde. Mit dieser Aussicht habe ich auch eine Gehaltseinbuße in Kauf genmmen.

Nun bin ich also im neuen Job und muss feststellen, dass es ein strukturelles Problem in meinem Arbeitsbereich gibt, das seit Jahren nicht gelöst wird. Der Bereich ist personell massiv unterbesetzt. Nach meiner Schätzung fehlen da 1,5 Arbeitsplätze. Meine Kollegen haben ihren gesamten Jahresurlaub noch nicht genommen und über 150 Überstunden; dazu alle Überstunden, die monatlich über einer bestimmten Stundenzahl einfach gekappt werden. Überstunden werden nicht ausbezahlt. Die Arbeitsbelastung durch die Arbeitsprozesse ist so hoch, dass jeden Tag mindestens 1-2 Überstunden geleistet werden müssen, um die Prozesse am Laufen zu halten, was aber nicht bedeutet, dass die Arbeit dann insgesamt erledigt ist.

Der Arbeitgeber nimmt offenbar seit Jahren billigend in Kauf, dass die jungen Kollegen, die bisher in diesem Bereich tätig waren, wie in einem Hamsterrad die Arbeit in selbstausbeuterischer Weise erledigen. Der eitrige Pickel dieser Arbeitssituation scheint jetzt aufzuplatzen, weil ein Kollege in einen anderen Bereich wechselt und ich den Arbeitsplatz übernehme.

Man geht offenbar davon aus, dass ich mich in diesem System klaglos einordne, übernehme und weitermache. Und das, obwohl bekannt ist, dass ich Mutter bin und dass ich Berufs- und Lebenserfahrung habe, die mich schnell erkennen lässt, was da läuft. Ich sollte noch erwähnen, dass im Vorstellungsgespräch mit keiner Silbe die zeitliche Herausforderung der Stelle erwähnt wurde.

Ich habe in neun Arbeitstagen (Einarbeitungsphase) über 20 Überstunden produziert. Ich habe in den letzten Nächten nicht schlafen können. Mein ganzes System hat unter Hochenergie vibriert. Zum Schluss habe ich nachts zwischen 3 und 4 Uhr Yoga gemacht, um aus den Gedankenkreiseln in meinem Kopf rauszukommen und die Energie im Körper "umzusetzen". Hat gut geholfen. Ich bin nun zunächst zu dem Schluss gekommen, dass ich kündige, weil ich das nicht mit mir machen lasse. Heute hat mir ein guter Freund, der gewerkschaftlich arbeitet, aber den Hinweis gegeben, dass es auch eine andere Option gibt: Einfach nur die Zeit zu arbeiten, für die ich bezahlt werde, und zu schauen, was passiert.

Das würde bedeuten, dass ich folgendes aushalten müsste:
- die anfallende Arbeit wird nur zu ungefähr 30% erledigt
- die Prozesse und Abläufe werden knirschen und über kurz oder lang kollabieren
- mein nervlich überlasteter Kollege wird evtl. versuchen, das aufzufangen und dadurch zusätzlich belastet
- ich muss meinen Drang zum Engagement bewusst zügeln
- es wird Kritik und Anfeindungen geben
- ich muss meine Grenzen aufrecht erhalten
- ständige Daueranspannung

Was zu gewinnen wäre:
- Selbstbestimmtheit
- innere Freiheit bei der Arbeit
- eine Veränderung des Systems zu Nutzen und Frommen der bislang ausgebeuteten Kollegen

Im schlimmsten Fall werde ich gekündigt, aber davor habe ich keine Angst. Ich möchte die kommende Woche also so angehen. Ich möchte mit der inneren Klarheit und der Freiheit von Angst, die ich derzeit habe, handeln, beobachten, arbeiten und reden. Ich wünsche mir und bitte um Gebete und energetische Unterstützung, damit ich mir diese Haltung bewahren kann, auch wenn ich angegriffen werde. Ich werde gerne berichten, wie es weitergeht.

Und hier noch eine Opfergabe an Ganesha, den Überwinder der Hindernisse , den Mäusefreund, das Leckermaul, den Gottessohn und Mutterliebling, der Hüter der Kinder und Siddhi Vinayaka



Cornelia
Om Om Om

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Kommentar von Om Shanti am 16. Oktober 2015 um 10:25am

Liebe Cornelia, ich wünsche dir viel Kraft für deine schwierige Situation. Alles was uns widerfährt, geschieht damit wir etwas daraus lernen. Alles Liebe, Sarah

Kommentar von Gopala am 16. Oktober 2015 um 1:02pm

Sehr gut liebe Cornelia,
du hast die Möglichkeit in Ruhe und Gelassenheit, :-), deinem Boss diese Situation sichtbar zu machen. Achte auf dich und mache das für dich Best mögliche in Liebe und Freude.
Viel Freude, Liebe, Vertrauen, Kraft und Energie wünscht/ sendet ,
Gopala

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