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Amos Oz "Jesus und Judas" - Eine Buchempfehlung

© 2018 Bhajan Noam - Ich nahm heute Früh das kleine Büchlein in die Hände, das ich gestern in meiner Buchhandlung gekauft hatte: Amos Oz „Jesus und Judas“, und ich las darin – es hat nur wenige Seiten, aber es ist ein großes, sanft daher kommendes Buch des Friedens, der möglich ist, wenn die Intelligenz siegt. Ich tippe euch hier die ersten beiden Seiten ab, in denen schon vieles gesagt wird. Kauft es euch und lasst es auf euch und euer Leben wirken. Das Buch ist erschienen im Patmos Verlag.

Vor etwa neunzig Jahren hat mein Großonkel Joseph Klausner (1874-1958) zwei recht umstrittene Bücher zur Entstehung des Christentums verfasst. Das erste trug den Titel „Jesus von Nazareth“, das zweite „Von Jesus zu Paulus“. Joseph Klausner war der ältere Bruder meines Großvaters Alexander. Klausner war russischer Jude, einer der Begründer des modernen Zionismus, ein Gelehrter, der in Heidelberg seine Dissertation geschrieben hat – bevor alles begann.

Beide Bücher waren äußerst umstritten und wurden aufs Heftigste angegriffen, von konservativen Juden ebenso wie von konservativen Christen. Die Juden warfen Joseph Klausner vor, dass er sich überhaupt wieder mit Jesus befasste – nach all dem Bösen, das den Juden im Namen Jesu zugefügt worden war. Aber auch viele Christen waren aufgebracht. So aufgebracht, dass sie darauf bestanden, den anglikanischen Priester Herbert Danby (1889-1953) – den englischen Missionar, der Joseph Klausners Bücher ins Englische übersetzt hatte – zu entlassen; denn Klausner bezeichnete den Erlöser als nonkonformistischen, rebellischen jüdischen Rabbi. Onkel Joseph aber lächelte unter seinem Schnurrbart und sagte sich: „Wenn Juden und Christen gleichermaßen unzufrieden sind, habe ich wahrscheinlich alles richtig gemacht.“

Als kleiner Junge besuchte ich eine äußerst traditionelle orthodoxe jüdische Schule in Jerusalem. Wir wurden angewiesen, jedes Mal, wenn wir an einer Kirche oder an einem Kreuz vorübergingen, unsre Augen abzuwenden und in die entgegengesetzte Richtung zu schauen. ... Onkel Joseph aber sagte, das dürfe ich niemals tun: „Wenn du eine Kirche oder ein Kreuz siehst, sieh ganz genau hin, denn Jesus war einer von uns, einer unserer großen Lehrer, einer unserer bedeutendsten Moralisten, einer unserer größten Visionäre.“

 

Amos Oz, Jesus und Judas, Patmos Verlag, 12,- €

 

Seiten des Lebens: www.bhajan-noam.com

 

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Tags: Bhajan_Noam, Buchempfehlung, Christen, Jesus, Judas, Juden, Kirche

Kommentar von Diamir am 25. Mai 2018 um 5:01pm

"Ecce Jesus" von Hans-Conrad Zander

https://www.amazon.de/Ecce-Jesus-Anschlag-religi%C3%B6sen-Kitsch/dp...

Man sollte es gelesen haben.
Und die anderen Bücher von ihm.
z. Bsp. "Humor in der Religion" ein sehr erfrischendes Buch das nicht vor Tabus zurückschreckt.

Kommentar

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