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Spirituelle Erfahrungen und ernsthafte psychische Gesundheitsprobleme

Da die Autorin eines ähnlich lautenden Artikels ihr Profil und damit ihre Beiträge scheinbar hat löschen lassen möchte ich das Thema aufgrund seiner Bedeutung und dem Interessse einiger Autoren damit fortzufahren an dieser Stelle etwas ausgeweitet wieder aufleben lassen.
Das Thema dieses Strangs soll das Verhältnis von spirituellen Erfahrungen und ernsthaften psychischen Gesundheitsproblemen zum Gegenstand haben.

Mit Rücksicht auf die Interessen derjenigen, welche ihr Profil hat löschen lassen, habe ich dabei aus der Antwort Caspars die persönlichen Passagen dieser Autorin und die Antworten darauf entfernt:

Antwort von Caspar vor 22 Stunden
[...] Mit einer labilen Psyche oder einem übermächtigen Ego kann eine spirituelle Erfahrung eben schon eine Krise auslösen meine ich. Ich würde den Inhalt schon gerne wieder aufgreifen . Vielleicht war mein Beitrag auch zu direkt. Es gibt eben Themen die äußerst unangenehm sind, wenn man selbst betroffen ist. Die Wahrheit ist schön aber schmerzlich wenn man in Einbildung lebt. Aber Sie hatte gefragt ...
Ich gebe mal die Kope wieder von dem was ich schrieb und stelle es zur sachlichen Kritik:
Liebe ...
Erstmal muss ich positiv feststellen das die Kommentatoren/innen hier von sich Selbst ausgehen und so ist mein Kommentar auch gemeint Ich respektiere andere Ansichten dazu.

Die Frage worin spirituelle Erfahrung besteht? Spiritualität ist nur für mich erfahrbar, dass kann ich nicht lernen oder Lehren. Ich könnte es Definieren als undefinierbare Erfahrung Bewusst zu Sein . Da gibt es unterschiedliche Zustände und Intensitäten.

Kann sich diese mit einer Psychose vermischen? Ich denke dass eine Psychose mit Angstzuständen nach wissenschaftlichem Befund das eine ist, so wie eine Prellung mit Schmerzsymptomen festgestellt wird . Schadest es Dir oder deiner Umwelt so würde ich von Krankheit oder einer Behinderung sprechen.

[...]

Eine schockartige unvorbereitete Bewusstseinserweiterung könnte wohlmöglich eine Psychose hervorrufen.; von vermischen würde ich nicht sprechen. Eine Krankheit oder eine scheinbar ausweglose Situation kann auch Bewusstseinserweiterung hervorrufen oder diese erleichtern. Wenn jemand sein persönliches spirituelle Erlebnis einseitig und zwanghaft mit NUR mit dem Verstand erklären will, und an sein bisheriges Weltbild anpassen will (was nicht geht ) so ist eine Psychose nicht verwunderlich. Wissen ist das eine und Sein das andere. Beides Sollte harmonisch entwickelt nebeneinander für das Bewusstsein Bestehen können.

Ich gebe noch mal eine andere Nachricht wieder die an Jemanden anderen gerichtet war, wobei ich SEINE Erlebnisse kommentiert habe :

„Das eine sind Deine persönlichen spirituellen Erlebnisse und Erlebnisse von erweiterten Bewusstsein vielleicht auch zu beschreiben als kurze Einblicke in eine andere Dimension. Das Kommt nun mal manchmal als Begleiterscheinung vor, wenn man sich weiterentwickelt. Aber eben genau diese Begleiterscheinungen können die Entwicklung hemmen wenn Du ständig darüber nachdenkst . Die Suche nach Erklärungsmodellen kannst Du ein Leben lang betreiben ohne dabei wirklich weiter zu kommen. Wie funktioniert das alles genau? Ich weiß es nicht !
Eine Anhäufung von Wissen mit dem man nichts anfangen kann hilft einfach nicht weiter.
Du kannst Deine Erlebnisse künstlerisch verarbeiten und wertschätzen und dann das Buch schließen und weitergehen
Zu den medizinischen Befunden deiner Krankheit kann ich nicht viel kommentieren denn ich gehe davon aus , dass hier ernsthaft wissenschaftlich gearbeitet wurde. Es kann schon sein, dass Du dadurch bedingt leichteren Zugang zu anderen Bewusstseinszuständen hast, was ich aber nicht als Krankheit an sich ansehen würde. Andere „Gesunde“ Menschen haben diese Wahrnehmungen aber auch .
Krank ist es aus meiner Sicht nur, wenn Du dir oder andern mit Deinen Symptomen schadest.
Ich bin kein guter Tänzer aber ich habe gemerkt dass diese Aktivität mehr löst als das rezitieren schlauer Sprüche und Analysieren anderer Welten (Das tue ich aber leider auch nur allzu gern ...) .
Was kannst Du JETZT tun damit es Dir besser geht?“

[...]

Dazu ein Praktischer Rat von einem Freund:

Sieh-Tu-Übung

Die Sieh-Tu-Übung besagt weiter nichts, als dass wir in dem Augenblick, wo wir etwas sehen, das getan werden kann/soll/muß, dies auch sofort ausführen.

Wahrscheinlich kennt es jeder, dass wir oftmals beim Gang durch die Wohnung irgendwo einen Papierschnipsel oder ähnliches liegen sehen.
Aber wie oft "sehen" wir diesen Schnipsel nur, ohne ihn aufzuheben?

Das bedeutet ganz einfach, dass wir in diesem Augenblick nicht "da sind", und daher auch nicht die Entscheidung treffen können, das Papier aufzuheben. Das heißt, der Eindruck (die Wahrnehmung des Papierschnitzels) geht nur bis zu den Augen und ein kleines Stück weiter, so dass er gerade im Gehirn registriert wird, aber nicht mehr.

Wenn wir nun den Eindruck absichtlich weiter reinnehmen, können wir so zusagen einen Zusammenhang herstellen, d. h., wir sehen gleichzeitig uns, den Papierschnipsel und die Wohnung und erinnern uns vielleicht an die Sieh-Tu-Übung oder unser Ziel, die Wohnung sauber zu halten. Dann fehlt nur noch der letzte Schritt: die Ausführung.

Diese Übung können wir unser ganzes Leben lang anwenden.

Sie läßt sich insofern variieren, bzw. erweitern, dass wir uns einen Tag vornehmen, nichts anders zu tun, als diese Übung und dann von einem Tun ohne Unterbrechung zum nächsten Tun übergehen.

Noch ein Paar Schlaue Sprüche (nicht von mir) :

"Wir sind von unerledigten Dingen umgeben."
"Nicht die Dinge, die wir tun, verbrauchen unsere Energie, sondern die Dinge, die wir nicht tun."

Caspar

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 633 X ANGESCHAUT

Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Meine Antwort darauf lautete wie folgt:

Om namah shivaya Caspar und alle Interessierten,

ein sehr interessanter Beitrag den ich erst einmal in Ruhe studieren werde. Grundsätzlich sehe ich einiges ähnlich. Gerade bei labilen, psychisch in irgendeiner Form vorgeschädigten Menschen besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit im Rahmen einer spirituellen Erfahrung, die es ja nun auch in einer Unzahl von Ausprägungen gibt, evtl. mit einer psychotischen Reaktion konfrontiert zu werden.

Eine Bitte an alle, ohne dass das eine spezielle Kritik sein soll:
Falls sich mal wieder eine Person meldet von der bekannt ist, oder die sogar selbst offen zu erkennen gibt, dass diese von Problemen wie nicht näher bezeichneten Psychosen oder Depressionen betroffen ist, seid bitte sehr zurückhaltend mit persönlicher Kritik und zeigt größtmögliches Einfühlungsvermögen. Bei derartig betroffenen und möglicherweise noch dazu labilen Charakteren könnte eine erhöhte Suizidalität (Selbstmordneigung) vorliegen... Ein dezenter Hinweis dahingehend, sich, so noch nicht vorhanden, umgehend professionelle Hilfe von außen zu suchen, ohne der jeweiligen Person in irgendeiner Form persönliche Vorwürfe zu machen könnte dann ebenfalls angebracht sein... (besser einmal zu viel als zu wenig ewähnen)

Manchmal macht es schon viel aus auf die Sorgen und Nöte der Betreffenden "mit einem offenen Ohr" einzugehen, da diese häufig in ihrem persönlichen Umfeld nicht oder nur sehr wenig über entsprechende Ansprechpartner verfügen und sich nicht zuletzt deswegen in Foren wie diesem Hilfe erhoffen, die man in solchen Fällen allerdings bis auf die genannten Punkte nur sehr eingeschränkt leisten kann...

Allen ein gesundes Leben
Om shantih
Detlef

Detlef , du bist hier Moderator und kannst diesen Verweis gerne löschen aber er hat es nun mal in diesem Forum veröffentlicht :

http://yogavidya.ning.com/forum/topics/erlebnisse-1?xg_source=activity

Meist sind die Menschen sehr Dankbar über meine Kommentare, da ich andere Perspektiven aufzeigen kann. Wenn sich jemand aber nicht öffnen will und über seinen Tellerrand nicht hinaussehen will , ist es vielleicht auch berechtigt einen rückzieher zu machen, da die Fähigkeit zur Verarbeitung nicht stark genug ist und die Angst und das Misstrauen vor dem Unbekannten zu groß ist .

Die beweggründe von Hessen_Lady sind mir schon recht klar. Doch scheue ich mich, Ihre private Mail an mich hier wiederzugeben. Andererseits ist es ja anonym und kann hilfreich auch für andere sein. Was Meinst Du ?

Ich will noch anmerken, dass auch Liebesbekundungen manchen Menschen große Angst bereitet, da sie nicht wissen wie sie damit umgehen sollen. Auch, oder gerade dann, wenn sie sich sehr danach sehnen, können psychische verbrennungen dritten Grades entstehen. Es kommt eben immer auf die Persönlichkeit an . Andere können durch einen Scherz verletzt werden, der ungewollt Ihre Wunde trifft. Ein starkes Wort kann ein Trauma auslösen usw.

Caspar

Danke Caspar, dass Du wieder in die Diskussion eingestiegen bist.
Um Missverständnisse zu vermeiden, die ich auch nicht hervorrufen wollte, ich bin hier kein Moderator, sondern habe nur als normaler "Nutzer" dieses Portals aus den von mir genannten Gründen diese Diskussion wieder aufleben lassen.
Mit dem von Dir hier per Verweis eingeführten Strang muss ich mich erst einmal etwas näher bschäftigen, bis ich dazu etwas schreiben kann. Da der Autor diesen scheinbar bewusst unter seinem vollen Namen in dieses Forum eingeführt hat dürfte nichts gegen dessen Verwendung hier spechen. Möglicherweise ergibt sich daraus ja auch eine positive Erkenntnis für ihn. Du solltest den Verweis nach hier auch auf seinem Strang vermerken, so dass er hier nachlesen kann...
Von der Veröffentlichung privater Nachrichten ohne das Einverständnis der absendenden Person würde ich allerdings absehen, selbst wenn es einen allgemeinen Nutzen für andere haben könnte. Immerhin ist es eine Frage des Vertrauens, dass die betreffende Person Dir gegenüber solche Offenheit bekundet hat. Ich würde dieses Vertrauen selbst dann nicht enttäuschen, wenn die Person aufgrund eines nicks genau genommen eigentlich anonym ist. Das ist jedoch meine persönliche Einstellung dazu.
Sollte die Betreffende aufgrund der Abmeldung nicht mehr erreichbar sein und Du sie nicht mehr fragen können, so beständ immer noch die Möglichkeit ohne irgendeine Namensnennung oder persönliche Bezüge Kerngedanken ins Allgemeine umformuliert ohne Vertrauensbruch für andere Nutzbar zu nennen...

In Bezug auf die sogenannte persönliche Vulnerabilität einer Person, also deren persönlichem Grad an psychischer Verletzbarkeit, stimme ich Dir vollkommen zu. Diese ist höchst individuell und jede Person hat eine eigene höchst persönliche Toleranzschwelle an welcher psychische "Verletzungen" aufgrund unterschiedlichster Ursachen und damit unter Umständen erhebliche Probleme einsetzen können.

Om shantih
Detlef

Caspar schrieb:
Detlef , du bist hier Moderator und kannst diesen Verweis gerne löschen aber er hat es nun mal in diesem Forum veröffentlicht :

http://yogavidya.ning.com/forum/topics/erlebnisse-1?xg_source=activity

Meist sind die Menschen sehr Dankbar über meine Kommentare, da ich andere Perspektiven aufzeigen kann. Wenn sich jemand aber nicht öffnen will und über seinen Tellerrand nicht hinaussehen will , ist es vielleicht auch berechtigt einen rückzieher zu machen, da die Fähigkeit zur Verarbeitung nicht stark genug ist und die Angst und das Misstrauen vor dem Unbekannten zu groß ist .

Die Beweggründe von Hessen_Lady sind mir schon recht klar. Doch scheue ich mich, Ihre private Mail an mich hier wiederzugeben. Andererseits ist es ja anonym und kann hilfreich auch für andere sein. Was Meinst Du ?

Ich will noch anmerken, dass auch Liebesbekundungen manchen Menschen große Angst bereitet, da sie nicht wissen wie sie damit umgehen sollen. Auch, oder gerade dann, wenn sie sich sehr danach sehnen, können psychische Verbrennungen dritten Grades entstehen. Es kommt eben immer auf die Persönlichkeit an . Andere können durch einen Scherz verletzt werden, der ungewollt Ihre Wunde trifft. Ein starkes Wort kann ein Trauma auslösen usw.

Caspar
Ganz allgemein , und so auch für mich, stellt sich die Frage : Wenn ein Mensch an sich selbst oder auch an Anderen paranormale Fähigkeiten entdeckt oder vermutet und es ihn und Andere ängstigt, weil es eben nicht Normal ist, wie geht dieser Mensch angemessen damit um ? Ist das eine spirituelle Erfahrung über die man sprechen sollte oder Spökenkiekerei? Mit wem kann ein Mensch sich darüber austauschen und sich Klarheit verschaffen über diese komischen Dinge, die er bemerkt hat und die es nach allgemeiner Auffassung eigentlich nicht gibt und bestritten werden? Sollte jemand es abstreiten wenn er danach gefragt wird oder könnte man diese Fähigkeiten nicht nutzbringend einsetzen , zum Wohle anderer, und sich vielleicht doch näher damit beschäftigen ? In welches Umfeld begibt sich ein Mensch da, wo Mantras wie Zaubersprüche rezitiert werden und Götter mit Tierköpfen verehrt werden? Wenn jemand etwas erlebt hat, wovon er sich ganz sicher war. das es das nicht gibt , was gibt es denn dann noch alles und wie Real ist das alles? Was ist Einbildung ? Wem kann ein Mensch trauen, wenn sogar Einige die sagen sie seien spirituell , meinen es handelt sich um eine Persönlichkeitsstörung, wenn jemand übersinnliche Wahrnehmungen hat oder das vorgibt ? Wie kann man das alles mit seinem Leben vereinbaren?
Gibt es wirklich so was wie Besessenheit von Dämonen ? Hellseherei, Gedankenlesen ? Hatte er eine Bewusstseinserweiterung oder eine Erleuchtung ? Wie kann ein Mensch das alles auseinanderhalten oder sich davor Schützen verrückt zu werden oder als verrückt zu gelten ?

Wie geht es für diese Menschen weiter ?
Om namah shivaya,
ja, Caspar, du sprichst mir aus dem Herzen. Ich habe da auch schon so einiges erlebt und weiß nicht,
mit wem ich darüber sprechen sollte/könnte. Jedenfalls auf keinen Fall mit Leuten, die mit Spiritualität
nichts zu tun haben wollen. Und das sind aber genau die Menschen meines Vertrauens, nähmlich mein
engster Familienkreis. Die würden mich auch zum Psychiater schicken, wenn ich ihnen von meinen
Meditationserfahrungen und von Kundalinierweckungserfahrung erzählen würde.
Auch durch intensives Beschäftigen mit Jnana Yoga habe ich mich bzw. meine Einstellung/Meinung/Glaube
verändert. Was meine Familie und auch andere Aussenstehende erschreckend finden. Allein schon, daß mir
äußere und materielle Dinge nicht mehr so wichtig sind und vieles andere mehr.
Ja, ich glaube, wenn man sich schon eine zeitlang(bei mir sind es erst 5 Jahre, dafür aber intensiv) mit allen Aspekten des Yoga beschäftigt, verändert man sich automatisch. Selbst empfindet man diese Veränderung oft nur positiv. Für die Mitmenschen ist es das, glaube ich nicht immer. Sie stehen dem ganzen oft sehr skeptisch gegenüber.
Was habt ihr so für Erfahrungen gemacht? Würde mich sehr interessieren!
Om shanti und lichtvolle Grüße von Haripriya
Om namah shivaya Caspar und alle Interessierten,
viele höchst interessante , aber teils sehr schwer zu beantwortende Fragen. Ich werde einmal ein paar Anregeungen dazu zum Weiterdenken anbieten.

In einer Gesellschaft mit einer ausgeprägten Scheintoleranz wie der unsrigen ist es zunächst einmal tatsächlich besser, an sich selbst festgestellte spirituelle Fähigkeiten für sich zu behalten und bestenfalls absolut vertrauenswürdigen Personen, die sich mit der gleichen Materie beschäftigen, zu offenbaren. Ansonsten gerät man sehr leicht in den zweifelhaften "Genuss" von Unverständnis bis belächelnder Arroganz oder sogar bis hin zu ernsthaften Anfeindungen. Der Mensch reagiert grundsätzlich auf nahezu alles was er nicht versteht zunächst mit Angst und Unverständnis, was sich, wie schon angedeutet noch weiter negativieren kann.
Der Begriff "normal" ist dabei sehr stark abhängig von sozio-kulturellen Normen und Wertvorstellungen, die sehr stark variieren können.
Um nur ein Beispiel zu nennen: "Ehre" im religiös-kulturellen Zusammenhang des Islam im Vergleich zu dem Ehrbegriff bei uns ist in seinem Bedeutungsgehalt nahezu unvereinbar, woran erkennbar ist, zu welchen Schwierigkeiten das im Einzelfall führen kann...
Sich zurückhaltend damit zu verhalten bestimmte, verifizierte spirituelle Fähigkeiten "an die Große Glocke zu hängen" bedeutet jedoch nicht, dass man nicht damit Positives für andere leisten könnte. Es gibt eine ganze Bandbreite von Möglichkeiten im Rahmen der "Macht der Suggestion", denn um nichts anderes handelt es sich eigentlich, über Mantras und Ähnliches, die es nicht notwendig machen das eigene Tun übermäßigem Bekanntheitsgrad auszusetzen, einiges zu erreichen.
Bei eigener Praxis wird man ohnehin schon sehr bald feststellen, dass die Dinge über die ich hier schreibe nur dann wirklich funktionieren, wenn man sie positiv für andere anwendet. Sobald Eigennutz Platz greift, der über ein grundsätzliches Maß an notwendigen Selbstheilungskräften oder anderen existenziellen Notwendigkeiten hinausgeht, werden derartige tatsächliche Fähigkeiten erfahrungsgemäß den Dienst versagen...
Gut erkannt wurde von Dir das Problem, dass ebenfalls eine "Gefahr" darin besteht spirituelle Fertigkeiten erkannt zu haben zu glauben, die tatsächlich gar nicht vorhanden sind. Einerseits ist es unumgänglich an bestimmte Dinge zu glauben, um überhaupt dahin zu gelangen sie tatsächlich in ihren Wirkungen zu spüren. Dazu gehört beispielsweise der Energiefluss des prana im kundalini yoga, welcher tatsächlich erst dann in seiner vollkommenen Reinheit erfahrbar wird, wenn man die Fertigkeit erlangt hat sozusagen durch die indirekten physiologischen Empfindungen, die dessen Vorhandensein zunächst nur andeuten "hindurchzufühlen" und bis auf den "Grund der Quelle" vorzustoßen... Andererseits ist es oft nicht einfach die Grenze des noch normalen Glaubens nicht in Richtung Einbildung zu überschreiten und in irreale Vorstellungswelten abzugleiten.

Ob es so etwas wie Dämonen gibt, vermag ich nicht zu beantworten. das ist wohl eher eine Frage für Religionswissenschaftler. Besessenheit als psychopathologischen Zustand gibt es auf jeden Fall. In die internationale Klassifikation der Krankheiten der WHO wurde der Begriff als Untergruppe der dissoziativen Störungen wieder aufgenommen:
"Als Trance- und Besessenheitszustände (ICD-10-Codierung F44.3) werden psychische Störungen bezeichnet, bei denen ein zeitweiliger Verlust der persönlichen Identität und der vollständigen Wahrnehmung der Umgebung auftritt. Diese Unterformen einer dissoziativen Störung dürfen nur diagnostiziert werden, sofern sie nicht in kulturell oder religiös akzeptierten Situationen auftreten oder nicht freiwillig bzw. gewollt gesucht werden. Ebenso auszuschließen sind eine Schizophrenie, anhaltend paranoide Störung und Wahnvorstellungen im Rahmen einer schweren Depression. Ausgeschlossen sind auch Zustandsbilder auf einer organischen Grundlage (so Intoxikationen durch psychotrope Substanzen, vorangegangenes Schädel-Hirn-Trauma, organische Persönlichkeitsstörung).
In einigen Fällen verhält sich ein Mensch so, als ob er von einer anderen Persönlichkeit, einem Geist, einer Gottheit oder einer Kraft beherrscht wird. Auszuschließen ist allerdings auch eine induzierte wahnhafte Störung, zu der die Folie à deux gezählt wird.
Infolge von Besessenheitszuständen kann es zu unwillkürlichen Reaktionen wie etwa Erstarrung, „Weglaufen“, Gedächtnisstörungen etc. kommen."
Quelle des Zitas: Wikipedia

Ein guter Schutz davor verrückt zu werden, wobei festzuhalten ist, dass es keinen absoluten gibt oder geben kann, dürfte sein im Rahmen einer normalen spirituellen Entwicklung bodenständig zu bleiben und die Dinge anzunehmen, die sich mit fortschreitender Praxis entwickeln. Was man auf keinen Fall tun sollte, ist sich gegen ungewohnte Empfindungen oder anderweitige Entwicklungsprozesse zu sträuben oder gar bewusst dagegen zu arbeiten und zu blockieren. Das könnte zu unliebsamen und äußerst negativen Entwicklungen, unter Umständen bis hin zu psychopathologischen Veränderungen führen. Auf den Punkt gebracht bedeutet das nicht wild experimentieren sondern sich unter fachkundiger Anleitung eines erfahrenen Lehrers (der nur nicht spirituell zu vergeistigt sein und den Bezug zur Realität nicht verloren haben sollte; auch das gibt's häufiger als man glaubt) in die Praxis spiritueller Methodik einführen lassen und vor allem das Urvertrauen in die Funktionabilität natürlicher Abläufe mitzubringen und auch bei ungewohnten, vielleicht sogar ein wenig Angst einflößenden Entwicklungen nicht zu verlieren, sondern möglichst entspannt und gelassen bleiben...

Schutz davor als verrückt zu gelten kann man sich eigentlich nur auf die oben näher beschriebene zurückhaltende Art des Umgangs mit den hier beschriebenen Dingen verschaffen, soweit die Gesellschaft nicht mehr Bereitschaft zeigt tatsächliche Toleranz zu üben, auch gegenüber Ungewohntem.

Hoffentlich konnte ich ein wenig weiterhelfen und zu weiteren Gedanken anregen
Om shantih
Detlef


Caspar schrieb:
Ganz allgemein , und so auch für mich, stellt sich die Frage : Wenn ein Mensch an sich selbst oder auch an Anderen paranormale Fähigkeiten entdeckt oder vermutet und es ihn und Andere ängstigt, weil es eben nicht Normal ist, wie geht dieser Mensch angemessen damit um ? Ist das eine spirituelle Erfahrung über die man sprechen sollte oder Spökenkiekerei? Mit wem kann ein Mensch sich darüber austauschen und sich Klarheit verschaffen über diese komischen Dinge, die er bemerkt hat und die es nach allgemeiner Auffassung eigentlich nicht gibt und bestritten werden? Sollte jemand es abstreiten wenn er danach gefragt wird oder könnte man diese Fähigkeiten nicht nutzbringend einsetzen , zum Wohle anderer, und sich vielleicht doch näher damit beschäftigen ? In welches Umfeld begibt sich ein Mensch da, wo Mantras wie Zaubersprüche rezitiert werden und Götter mit Tierköpfen verehrt werden? Wenn jemand etwas erlebt hat, wovon er sich ganz sicher war. das es das nicht gibt , was gibt es denn dann noch alles und wie Real ist das alles? Was ist Einbildung ? Wem kann ein Mensch trauen, wenn sogar Einige die sagen sie seien spirituell , meinen es handelt sich um eine Persönlichkeitsstörung, wenn jemand übersinnliche Wahrnehmungen hat oder das vorgibt ? Wie kann man das alles mit seinem Leben vereinbaren?
Gibt es wirklich so was wie Besessenheit von Dämonen ? Hellseherei, Gedankenlesen ? Hatte er eine Bewusstseinserweiterung oder eine Erleuchtung ? Wie kann ein Mensch das alles auseinanderhalten oder sich davor Schützen verrückt zu werden oder als verrückt zu gelten ?

Wie geht es für diese Menschen weiter ?
Hallo Haripriya,
nun mein Umfeld sieht Veränderungen an mir. Viele Menschen haben das einfach nicht gerne und leben , sehen , handeln bevorzugt in Gewohnheit oder das Selbstbewusstsein anderer ängstigt und verunsichert sie sogar und sie werden feindselig dem Fremden gegenüber. Da ist es einfach nur beruhigend wenn man jemanden Verrückt nennen kann. Das kann man ja auch an sich beobachten wenn man ehrlich ist. Ich habe schon die krassesten sachen erlebt, die mich sehr wütend gemacht haben un dkann das nicht im einzelnen wiedergeben. Es ist schön, wenn ich Menschen finde , die wissen wovon ich überhaupt rede. Ich glaube ich habe mittlerweile ein Gefühl für diese Menschen entwickelt und man versteht sich auch ohne viel Worte. Also um es kurz zu machen : Ich denke ich weiß schon was Du meinst. Hast Du denn eine konkrete Frage oder willst mir etwas mitteilen was Dir wichtig ist?
Grüße
CasparHaripriya schrieb:
Om namah shivaya,
ja, Caspar, du sprichst mir aus dem Herzen. Ich habe da auch schon so einiges erlebt und weiß nicht,
mit wem ich darüber sprechen sollte/könnte. Jedenfalls auf keinen Fall mit Leuten, die mit Spiritualität
nichts zu tun haben wollen. Und das sind aber genau die Menschen meines Vertrauens, nähmlich mein
engster Familienkreis. Die würden mich auch zum Psychiater schicken, wenn ich ihnen von meinen
Meditationserfahrungen und von Kundalinierweckungserfahrung erzählen würde.
Auch durch intensives Beschäftigen mit Jnana Yoga habe ich mich bzw. meine Einstellung/Meinung/Glaube
verändert. Was meine Familie und auch andere Aussenstehende erschreckend finden. Allein schon, daß mir
äußere und materielle Dinge nicht mehr so wichtig sind und vieles andere mehr.
Ja, ich glaube, wenn man sich schon eine zeitlang(bei mir sind es erst 5 Jahre, dafür aber intensiv) mit allen Aspekten des Yoga beschäftigt, verändert man sich automatisch. Selbst empfindet man diese Veränderung oft nur positiv. Für die Mitmenschen ist es das, glaube ich nicht immer. Sie stehen dem ganzen oft sehr skeptisch gegenüber.
Was habt ihr so für Erfahrungen gemacht? Würde mich sehr interessieren!
Om shanti und lichtvolle Grüße von Haripriya
Danke Detlef für Dein ausführliches und sachliches Kommentar. Mir sind einige Aspekte klarer geworden. Ich habe viel übrig für eine gute , unvoreingenommene wissenschaftliche Arbeits- und Betrachtungsweise. Vielleicht fällt mir noch was dazu ein.
Caspar
Hallo Hripriya

Ich habe mich mit deinen Zeilen sehr verbunden gefühlt. Mir gehts auch so. Seit letztem Jahr bin ich Yogalehrerin (aber auch schon Jahre vorher sehr sprituell veranlagt). Ich habe auch sehr starke Veränderungen in Mir , die oft sehr stark von Schmerz ect. begleitet werden. Würde mich freuen,wenn du mir mehr über deine -Erfahrungen schreibst.

Liebe Grüße
Altantrika
Om namah shivaya, liebe Atlantrika,
vielen Dank für deine Antwort.
Ja, ich weiß oft gar nicht, wie ich das Gefühlte mit Worten ausdrücken soll.
Ich war im Juni 2009 das erste Mal ( leider bisher auch einzige Mal) bei YV in B.Meinberg.
Habe dort eine Sen.Yoga ÜL Ausbildung gemacht - 9 Tage intensiv.
Vorher habe ich zwar schon regelmäßig Asanas gemacht, wenig Pranayama und Meditation,
aber ohne irgendwelche spirituellen Erfahrungen.
Dann, plötzlich mitten im Satsang beim Mantrasingen - ich weiß nicht wie ich das beschreiben soll.
Es war auf jeden Fall ein sehr freudevolles Gefühl, ein starkes Einheitsgefühl, ein Gefühl der Verbundenheit mit allen Wesen und mit Gott begleitet mit einem starken Wärmegefühl und zittern.
Ich mußte dann stark weinen, versuchte es zu unterdrücken, aber es ging nicht.
Ich habe dann 3 Tage lang beim Mantrasingen immer wieder geweint mit dem gleichen, eher sehr
freudevollem Gefühl.
Ja, ich weiß immer noch nicht so genau, was das war?!
Auf jeden Fall haben sich danach auch meine energetischen Erfahrungen ( besonders während der Meditation ) verstärkt. Das führt oftmals zu Problemen und Unverständnis in der Familie.
Insbesondere geht es immer wieder darum, daß ich kein Fleisch essen mag und es oft auch nicht
zubereiten kann. Ich habe dann ganz extrem das Gefühl, das all das Leid und der Schmerz, was dem Töten des Tieres vorangegangen ist, als negative Energie auf mich herabströmt. Ich weiß nicht, ob das
jemand nachvollziehen kann oder ob es jemanden ähnlich geht ?
Hier noch einiges über meine Veränderung durch Yoga

http://mein.yoga-vidya.de/forum/topics/hilfe-yoga-zerstoert-meine

Vielleicht schreiben ja noch mehr Teilnehmer der Community hier ihre Erfahrungen
Om shanti und lichtvolle Grüße von Haripriya

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