Guten Morgen,
ich habe zwei Fragen zur Yogalehre als spirituelle Lehre:
- Gibt es in der Yogalehre eine Essenz?
(So wie die Essenz der Mystik die Liebe=Gott ist.)
- Gibt es in der Yogalehre 100% Happiness?
Viele Grüße
Viviane
Guten Morgen,
ich habe zwei Fragen zur Yogalehre als spirituelle Lehre:
- Gibt es in der Yogalehre eine Essenz?
(So wie die Essenz der Mystik die Liebe=Gott ist.)
- Gibt es in der Yogalehre 100% Happiness?
Viele Grüße
Viviane
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Antworten
Liebe ist kein Weg und kein Ziel. Sie ist eine Erscheinung im Bewusstsein – schön, kraftvoll, bewegend. Aber sie ist nicht der Grund des Ganzen.
Der Sinn des Lebens liegt für mich nicht im Glücklich-Werden, nicht im Heil-Werden und auch nicht im Lieben. All das sind Formen innerhalb des Spiels.
Der Sinn – wenn man dieses Wort überhaupt verwenden will – liegt darin, dass das Wirkliche sich im Endlichen erkennt. Dass Bewusstsein sich seiner selbst bewusst wird.
Nicht um heil zu werden.
Nicht um glücklich zu werden.
Sondern um zu erkennen, was immer schon ist.
Glück kann erscheinen.
Liebe kann erscheinen.
Aber sie sind nicht der Weg.
Das Leben ist kein Weg zu etwas.
Es ist die Bewegung, in der das Eine sich selbst durch das Viele begreift.
Kurz – mit Bezug auf die überlieferten Lehren:
Wenn ich in die klassischen Erkenntnislehren schaue, dann finde ich dort nicht „Glück“ als Ziel, sondern Erkennen.
In der Bhagavad-Gita ist das höchste Ziel Jnana – Erkenntnis des wahren Selbst. Glück (Sukha) wird nicht verworfen, aber es ist Folge, nicht Zweck. Entscheidend ist das Durchschauen der Verwechslung zwischen dem Vergänglichen und dem Unvergänglichen.
Das Yoga-Vāsiṣṭha sagt es noch radikaler: Befreiung entsteht allein durch das Erkennen der Wirklichkeit. Nicht durch frommes Fühlen, nicht durch ekstatische Zustände, sondern durch klares Sehen.
Auch im Buddhismus – etwa im Dhammapada – liegt die Befreiung in der Einsicht (Prajñā), im Erwachen. Nicht im Erzeugen eines dauerhaften Glücksgefühls.
Selbst die christliche Mystik – man denke an Meister Eckhart – spricht vom „Erkennen Gottes im Grund der Seele“, nicht vom Produzieren von Glück.
Glückseligkeit wird beschrieben – ja.
Aber sie erscheint als Begleiterscheinung der Erkenntnis, nicht als Ziel an sich.
Darum ist für mich der Sinn des Lebens nicht Glück.
Sondern das Ende der Verwechslung.
Erkenntnis – nicht Ekstase.
Liebe Viviane,
Deine Fragen sind inspirierend – vielen Dank dafür!
Yoga bedeutet wörtlich „Anschirren“ und stammt ursprünglich aus der Reiterei. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, schau gerne auf meine Webseite: Yogakloster.de.
Im eigentlichen Sinne ist Yoga ein Werkzeug, ein Helfer auf dem Weg zu einem höheren Ziel. Jeder Mensch hat sein eigenes Karma – seine individuelle Aufgabe, die er im Leben erfüllen soll. Yoga dient dazu, diese Aufgabe zu erkennen, anzugehen und letztlich zu vollenden. So kann Yoga helfen, das eigentliche Ziel des Menschseins zu erreichen: die Erleuchtung – und mit ihr die Seligkeit.
Dabei führt Yoga allerdings nicht zur Liebe oder zu einem angenehmen Wohlgefühl – im Gegenteil. Es zielt darauf ab, alle Wünsche, jedes Verlangen nach Lust oder Wohlbefinden, aber auch jede Angst, Unruhe oder jedes Unwohlsein zu überwinden. Erst wenn man frei von jeglichem Streben ist, kann man das höchste Ziel erreichen.
Leider wurde Yoga – besonders in der westlichen Welt – stark verändert oder, milder ausgedrückt, den Bedürfnissen der Menschen angepasst. Für viele geht es heute nicht um Seelenheil, sondern um die Erfüllung von Wünschen, vor allem um die Befriedigung von Lust. Häufig wird das Streben nach Lust und Besitz mit Liebe verwechselt. Doch Yoga sagt ganz klar: Das alles musst Du hinter Dir lassen. Mit Entschiedenheit – ähnlich wie ein Pferd mit Geschirr und Peitsche an eine Kutsche gespannt wird, damit es dem Kutscher, dem Verstand, folgt. Im Yoga ist es die Aufgabe, die Sinne von ihrem Streben abzubringen, damit der „Kutscher“ – der Geist – die Seele zum Seelenheil führen kann.
Das ursprüngliche Ziel des Yoga ist also keineswegs ein Zustand von „100% Happiness“. Vielmehr soll es den Menschen davon abbringen, diesem Streben nach Glück oder Lust zu folgen. Alles andere – besonders das, was heute häufig unter Yoga verstanden wird – ist weniger Yoga im ursprünglichen Sinn, sondern eher eine Form von Wellness unter anderem Namen.
Liebe Grüße
Hans Christian
"Erst wenn man frei von jeglichem Streben ist, kann man das höchste Ziel erreichen."
"Im Yoga ist es die Aufgabe, die Sinne von ihrem Streben abzubringen, damit der „Kutscher“ – der Geist – die Seele zum Seelenheil führen kann."
"Erleuchtung und Seligkeit in diesem Leben erreichen, wer hat noch nicht aufgegeben?"
Nichtaufgegebenhaben ein Ziel zu verfolgen ist nach deinem Verständnis kein Streben?
Lieber Oadier,
das Letzte, was sich ein Yogi wünschen sollte, ist die Wunschlosigkeit. Erst wenn er vollkommen frei von allen Wünschen ist, kann er das Höchste schauen. Natürlich hast Du recht: Auch die angestrebte Wunschlosigkeit bleibt zunächst ein Streben. Daher stimmt, was Du sagst: Ein "Nichtaufgegebenhaben" ist im Grunde noch ein Streben. Aber woher nimmst Du die Annahme, dass ich glaube, ein solches "Nichtaufgegebenhaben" sei kein Streben mehr? Das würde mich wirklich interessieren.
Du hast in einer Deiner Antworten angemerkt, dass Du Dich womöglich intensiver mit meinen Ansichten auseinandergesetzt hast, als ich mit den Deinen. Doch ich hatte Dir bereits geschrieben, dass ich Nächte, Tage, Wochen, ja sogar Jahre damit verbracht habe, mich mit den Themen Gott, Christentum, Bibel und Gottglauben auseinanderzusetzen. In gewisser Weise war mein Bruder Dein Stellvertreter in dieser Angelegenheit. Er vertritt ähnliche Ansichten wie Du und argumentiert in eine ähnliche Richtung, wenngleich mit anderen Worten und Zitaten. Doch im Kern seid ihr euch fast einig.
Der zentrale Punkt ist die Frage: Was unterscheidet den Glauben an einen Gott von dem an einen Nikolaus? Und dann die Antwort: Geht sie über das Glorifizieren und Verklären des Gottgedankens hinaus, während der Glaube an den Nikolaus banalisiert wird? Kann sie einen echten Unterschied aufzeigen? Geht der Glaube an Gott – oder an den Nikolaus – über bloße Suggestion hinaus? Wenn ja, wie? Gibt es einen echten Beweis für Gott, den man nicht genauso als Beweis für die Existenz eines Nikolaus heranziehen könnte?
Wenn ich sage, alles ist durch Gott entstanden – wie unterscheidet sich dieser Gedanke von der Annahme, dass alles durch den Urknall in einer unvorstellbaren Verkettung von Ursache und Wirkung zum heutigen Zustand des Seins geführt hat? Wo liegt der Beweis dafür, dass das eine wahr ist und das andere nicht?
Was bedeutet überhaupt "gut" oder "böse"? Ist es mehr als eine Ansicht?
Wie kann es sein, dass, wenn Gott Liebe ist, so viel Hass, Angst und Leid in seiner Schöpfung existieren? Wenn Gott allmächtig ist, wie ist Leid dann möglich? Und die Aussage, der Mensch könne Gott nicht verstehen, weil der menschliche Geist dazu nicht ausreiche – wie ist das zu vereinbaren mit der Idee, dass Gott uns nach seinem Ebenbild geschaffen hat? Sollten wir dann nicht ähnliche Fähigkeiten besitzen?
Ich möchte Deinen Glauben und Deine Ansichten nicht kritisieren. Vielmehr möchte ich zeigen, dass ich mich sehr intensiv mit dieser Philosophie und dem christlichen Glauben auseinandergesetzt habe – ja, ihn sogar gelebt habe. Ich wurde getauft und gefirmt, und mein Bruder war Benediktiner-Mönch und ist heute Diakon.
Doch wie intensiv und ernsthaft beschäftigst Du Dich mit der Yogalehre? Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber suchst Du im Yoga nicht in erster Linie eine Bestätigung Deiner Sichtweise, Deines Gottglaubens? Suchst Du im Yoga einen Weg, andere von Deinem Glauben zu überzeugen?
Dazu fällt mir eine Geschichte von Buddha ein:
Ein Gottgläubiger kam zu Buddha und fragte ihn, ob es einen Gott gebe. Buddha sagte ihm, es gebe keinen.
Dann kam ein Atheist zu Buddha und fragte, ob es einen Gott gebe. Buddha sagte ihm, es gebe einen.
Schließlich kam ein offener Geist zu Buddha und fragte, ob es einen Gott gebe oder nicht. Buddha schwieg, und der offene Geist bedankte sich über alle Maßen für seine Erleuchtung.
Buddhas Anhänger waren irritiert und fragten ihn, was denn nun stimme und warum er einmal sagte, es gebe einen Gott, und ein anderes Mal, es gebe keinen. Und was der offene Geist durch Buddhas Schweigen erfahren habe.
Buddha antwortete: Der Gottgläubige und der Atheist suchten nur nach Bestätigung ihrer Meinungen. Hätte ich ihnen diese gegeben, wären sie losgezogen und hätten behauptet, dass sogar Buddha ihre Ansichten bestätigt. Den offenen Geist aber ließ ich in der Stille, damit er selbst die unbefangene, klare Sicht auf die Wahrheit finden konnte – und er wurde erleuchtet.
Liebe Grüße
Hans Christian
also ich finde gott ist der schöpfer. und das leid bringen die menschen hervor nicht gott.
meine rmeinung ist, leid in der schöpfung von gott nicht angelegt.
der mensch ist verantwortlich für sein leben nicht gott!!!
so finde ich das.
hans-joachim
Wenn wir eine göttliche Schöpfungsordnung annehmen, dann könnte nichts sein außerhalb dieser? Leid wäre dann nicht zwingend von Gott angelegt, aber als Möglichkeit unter bestimmten Umständen und das in einem solchen Fall vermutlich auch aus guten Gründen? :)
Hallo Hans-Joachim,
danke für deinen Beitrag.
Es ist ja viel Zeit vergangen, seitdem ich diese Fragen hier im Yoga Vidya-Forum gestellt habe.
Also, ich (2026) glaube an LIEBE. Was heißt glauben, ich bin überzeugt, dass es Liebe gibt. Liebe, Bhakti im Yoga.
Leid bringe ich mit der Hölle in Verbindung, Liebe mit dem Paradies.
Liebe ist für mich der – einzige – Sinn des Lebens.
Für mich gibt es keinen Weg zur Liebe. LIEBE IST DER WEG!
Über einen weiteren Austausch würde ich mich freuen, Hans-Joachim 😊.
Es grüßt Viviane
Gibt es die Hölle gibt es das Paradies?
Wie sehen beide aus?
Was macht deine liebe aus?
Liebe zu Menschen Tiere Pflanzen??
Lg
Lebenselixier.jimdo.com
Hallo Hans-Joachim,
also, wenn man sich in unserer Welt umsieht, gibt es - leider - schon so viel Leid. Mangel an Liebe, Gewalt, Kriege, Hoffnungslosigkeit etc. Das ist doch - im wahrsten Sinne des Wortes - die Hölle!
Das Paradies... . Ganz sein, absolut präsent, "einfach" voller Glück, absolut menschlich, voller Unschuld. Das ist für mich Liebe. Das Paradies ist für mich ein Ort der Liebe, ein heiliger Tanz.
(und irgendwie habe ich gerade an den tanzenden Shiva gedacht
)
Für dich ist Liebe der Weg.
Für.mich ist das j e t z t der Weg!!
Jeder Moment meines Lebens ist einzigartig.
In jedem Moment lebe ich sterbe ich und dann kommt der Tod alles ist weg und dann beginnt der nächste Moment.
In jedem Moment ist alles möglich. Liebe leid schmerzen Enttäuschung Trauer Freude..
Die Summe dieser Erfahrungen macht mein Leben aus.
Hast du zufällig WhatsApp audionachrichten fallen mir leichter,ich kann nicht so gut tippen??
Hans joachim namaste
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