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Habe an einem Yoga Nidra Seminar bei Dr. Nalini Shahay teilgenommen. Als ich wieder zuhause war, wurde ich mit der Bemerkung konfrontiert, Yoga Nidra wäre gleich zusetzen mit NLP. Ich selber bin kein NLP Experte, ich habe nur mal einen eintägigen Workshop mitgemacht. Ich meine, dass NLP was ganz anderes ist. Wer kann/will mir da mehr erzählen?

Tags: NLP, Nidra, Yoga

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Liebe Rosi,
Yoga Nidra ist nicht gleichzusetzen mit NLP, aber es gibt schon Berührungspunkte - die tiefe Entspannung, die Arbeit mit Bildern um in die Tiefen des Unterbewussten zu kommen oder das Sankalpa (was man vielleicht als Autosuggestion bezeichnen könnte). Letztlich werden sich alle Techniken, die das Unterbewusstsein berühren wollen, an dem einen oder anderen Punkt berühren.
Liebe Grüße
Maheshwara

Hallo Rosi,
ein später Kommentar dazu. "wäre gleichzusetzen mit" - konfrontiert. Wie war diese Aussage gemeint? Wie klang der Tonfall? Wirkte er auf Dich positiv, negativ? War die Gesamtaussage vielleicht: NLP ist toll und Yoga Nidra auch?
Yoga Nidra kenne ich nicht, aber NLP ich habe es von den Begründern gelernt (hauptsächlich John Grinder und Frank Pucelik, Richard Bandler nur ein bißchen).



zum Neuro

1) Wichtig im NLP ist unser Verständnis, dass wir die sog. Realität nicht wahrnehmen können, weil wir a)gar nicht für alles Sinne haben, b) im Verarbeitungsprozess der Sinnesreize der überwiegende Teil verloren geht und c) die letztlich genutzten Informationen hauptsächlich aus der Erinnerung kommen (Neokortex sendet an Thalamus).

2) das wichtigste und erste Ziel im NLP ist es, die Sinneswahrnehmungen zu schärfen.

3) wie unsere Repräsentationesysteme funktionieren; das meint innere Bilder, Töne, Gefühle... mit denen wir Erinnerungskonstruktionen, Jetztkonstruktionen und Zukunftskonstruktionen repräsentieren. Wie in Träumen kann man über die Gestaltungsmodalitäten und Submodalitäten Veränderungen kreieren.



zur Linguistik

4) sprachliche Wiedergabe von Erlebnissen ist nur möglich, wenn wir den Gutteil des Erlebten nicht mitausdrücken. Also ist Sprache immer nur ein Teil des Erlebten (der wiederum nur ein Teil des Erlebbaren ist, was wiederum nur ein Teil des Wirklichen ist - was immer das ist).

5)Sprachliches Verstehen muss eigene Inhalte ergänzen. Wenn ich also ein Erlebnis beschreibe, muss ich zwangsläufig etwas weglassen. Wenn Du mich dann hörst, ergänzt Du das Fehlende durch eigene Inhalte. Wenn ich schreibe, ich sitze in meinem Büro, dann kannst Du Dir ein Büro vorstellen - es wird mutmaßlicherweise nicht so aussehen wie meins hier. Diese Ergänzung nennt man transderivationale Suche. Dies findet in jeder Kommunikation statt. In jeder!
Die beiden grundlegenden Kommunikationsmodelle (Meta-Modell und Milton-Modell) beschreiben, wie man die notwendige Menge an zu ergänzenden Informationen beeinflusst. Auch das passiert in jeder Kommunikation. Meist allerdings unbewusst und unbemerkt.

6) Kommunikation besteht aus bewussten und unbewussten Anteilen. Kommunikation ist zum Teil bewusst (Worte, bewusste Gesten) und zum Teil unbewusst (Atmung, Hautfärbung, ubw. Bewegungen usw.). Ist diese übereinstimmend, nennt man das kongruent und wir haben einen Eindruck der Stimmigkeit. Stimmen diese nicht überein, dann haben wir das Gefühl, da stimmt was nicht (inkonkruent).


Zur Programmierung

7) Programmierung ist, wenn das Unbewusste ohne notwendige Beteiligung des Bewussten etwas ausführen kann. Gehen ist eine Programmierung, Sprechen auch. Einen Stift halten können ist eine. Alle Überzeugungen, Werte sind Programmierungen. Angstreaktionen (z.B. vor Spinnen) sind Programmierungen. Gefühlsreaktionen sind Programmierungen. Letztlich einfach alles. Sie beeinflussen, was wir wahrnehmen, wie wir es verarbeiten, wie wir es bewerten, welche Handlungsimpulse in uns daraufhin gestartet werden ...

8) Das Wissen um innere und äußere Prozesse und Kommunikationsmuster ermöglicht den Kontakt zu sich selbst und anderen in neuer ,tieferer Qualität und ermöglicht Entwicklungen in einer zeitlichen Kürze, die ohne dem nur in langen Übungen möglich sind.


Was NLP ermöglicht

a) Besser zu verstehen, wie wir als menschliche Wesen im Einzelnen und in der Gruppe funktionieren.

b) Das hat zum einen zur Folge, dass man exakter wahrnimmt. Also auch andere umfassender verstehen kann.

c) Das auch zur Folge, dass man mit sich selbst besser in Kontakt kommen kann, so von Bewusstem Verstand zu unbewusstem Verstand. Dadurch kann man unliebsame Programme in sich aufspüren und verändern. Man kann mit sich selbst in Kontakt treten und zu sich selbst finden.

d) Außerdem bekommt man besser mit, wie das systemische Miteinander so funktioniert. Ein Beispiel? Selbst auf spirituellen Sites gibt es eine Neigung dazu, in den Bildern hauptsächlich junge und schöne Menschen abzubilden. Dies wirkt sehr tief im Stammhirn und löst dort biochemische Reaktionen aus, die im Prinzip schon bei Reptilien zu finden sind (deshalb nennt man das Stammhirn manchmal auch das Reptiliengehirn). Diese Veränderung im Botenstoffmix verändert subtil unsere Stimmung und sorgt für Zustimmung. Wenn man fortgeschritten im NLP ist, fallen diese Zusammenhänge auf. Der Effekt ist: man kann im Zusammenklang von Bewusstsein und Unbewusstsein ganzheitlich entscheiden. Und es gibt nicht mehr so viele (inhaltliche) Wahrheiten.

Liebe Grüße, Michael Schippel

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