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Hallo zusammen

Ich hab das Problem, das ich manchmal nicht richtig loslassen kann beim Meditieren.
Manchmal habe ich so was wie Angst vor den kleinsten Missempfindungen wie z.B. ein Ziehen oder Pochen der Schläfe. Dann zucke ich richtig auf und die Meditation ist meist damit beendet, weil ich mich nicht mehr fokussieren kann auf mein Thema.
Ich schaffe es dann einfach nicht, z.B. diese Gefühle zu konfrontieren. Ich meditiere dann oft mit einer Affirmation wie z.B. Ich bin mutig und gelassen.
Wenn mein "Denker/Ego" mir einreden will, es wäre was ernstes, dann Affirmiere ich auch mal schneller. Bringen tuts aber meistens nichts. Dann taucht manchmal auch ein Bild in Gedanken auf, das eher unschön ist und das wars dann....
Hat jemand einen Tipp für mich, was ich dagegen tun könnte?
Es ist ja eigentlich nur mangelndes Vertrauen oder? Wie übt man denn so was?

Viele Grüße
Kai

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Hallo zusammen

@Rafaela
Ich weiß tief in mir genau, das ich mich mit positiven Menschen umgeben muß, weil ich einfach noch zu labil bin, das alles selbst zu verarbeiten. Keine Ahnung wie ich das ausdrücken soll......
Die spirituelle Stabilität fehlt mir einfach noch. Aber genau wie es @MK schreibt, üben üben üben.....
Da zitiere ich gerne den von mir geschätzten Charles Haanel, "Nur durch Übung wird der Athlet stark. Geistige Kräfte erlangt man genau auf die selbe Weise wie physische Kräfte, durch Übung."
Ich muß mal kucken, ob es schon ein Thema dazu gibt, wie Menschen damit umgehen, wenns sie den "Wahnsinn" erkannt haben. Daher habe ich mal das positive gesucht, nach dieser damals einprägenden Erfahrung. Das schöne, wie ich finde, obwohl das Gefühl seit 1 Jahr weg ist, das Wissen ist zumindest geblieben.
Ansonsten ist mir natürlich bewußt, das ich hier schon völlig von meinem eigentlichen Thema abgewichen bin und es tut mir auch leid, das ich das alles so schreibe. Vielleicht musste das einfach mal aus mir heraus. Obwohl mir natürlich bewußt ist, das es niemanden wirklich interessiert....:)

@MK
Natürlich hast du recht mit dem was du schreibst.
Ich glaube, manch mal hilft es mir, meine Gedanken aufzuschreiben und mal zu kucken, warum ich eigentlich fest stecke.
Darum ziehe ich sehr viel aus euren Antworten, weil ihr das ja völlig unbefangen seht wie ich selbst. Ich nenn das oft, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen....:)
Das ich sein kann, was immer ich sein will, das ist mir durchaus klar, also auf einer gewissen Weise meine ich. Die absolute Überzeugung habe ich jedenfalls auf keinen Fall, noch nicht.....:)
Aber genau deshalb gehe ich ja den spirituellen Weg. Ich muß noch soviel lernen, bin aber doch noch sehr ungeduldig, wie ich zugeben muß. Das muß ich alles erst noch lernen.
Wenn man so will, programmiere ich mich ja gerade neu, muß aber erst mal die Programmiersprache lernen....:)

Wie war eigentlich noch meine Einstiegsfrage? Ach ja, Vertrauen und Loslassen.....
Gestern hatte ich ein richtig gutes Gefühl bei der Tiefenentspannung. Da hab ich sogar mal über mich gelacht, als kurz mein Ego meinte, kuck mal da zuckt was, hab jetzt gefälligst Angst......:)
Gut, so ausführlich habe ich es nicht gedacht. Wenn diese Missempfinden kommen, dann denke ich ja gar nicht mehr, oh wie schlimm das doch ist. Das spielt sich ja in Bruchteilen von einer Sekunde ab und braucht gar nicht mehr zuende gedacht zu werden. Das übernimmt dann irgendeine Emotion blitzschnell.
Zumindest habe ich festgestellt, das ich nicht mehr so zusammen zucke und Schweißausbrüche bekomme.
Wahrscheinlich werde ich irgendwann über mich selbst lachen.
Naja, Theorie und Praxis, das fasziniert mich jedenfalls immer wieder. Wäre ja auch zu schön, wenn Theorie ausreichend wäre. Vielleicht ist es ja möglich, wer weiß........Ne 3D Brille und die passenden Eindrücke immer wieder visualisieren, wer weiß.....
Es ist wohl bekannt, dass das Hirn nicht unterscheiden kann, ob etwas tatsächlich passiert oder nur in Gedanken erlebt wird. Das Gehirn soll da nicht unterscheiden. Obs stimmt, das lasse ich mal dahingestellt. Aber aus eigener Erfahrung würde ich sagen, das ist wohl so.
Darin liegen vielleicht noch ungeahnte Möglichkeiten. Jedenfalls fasziniert mich dieses Thema schon sehr.

Aber ich seh schon, ich schweife schon wieder ab, tut mir leid.....:(

Viele Grüße
Kai


monchhichi schrieb:
..... Obwohl mir natürlich bewußt ist, das es niemanden wirklich interessiert....:)


Lieber Kai,

da täusche Dich mal nicht. Jeder, der Deine Worte liest, kann hieraus lernen, ob Anfänger, Fortgeschrittener, Yogalehrer oder Weise/r.

Om Shanti

Peter
Lieber Kai,

Peter hat recht, so ist es. Wir würden nicht antworten, wenn es unsere Herz nicht berühren würde

Noch eine schöne Geschichte von Sukadev zum anhören.

http://www.yoga-vidya.de/de/service/blog/2010/05/16/om-namo-narayan...
Eine von vielen schönen Programmsprachen.

Viele Grüße
Rafaela
Om Shanti, lieber Kai,

es ist soooo schön, wenn jemand einfach ehrlich ist :-))))

Liebe Grüße
an Alle
Sabine
Hallo ihr lieben

Naja, ich muß mich noch daran gewöhnen, das es auch Menschen gibt, die mich nicht komisch ankucken, wenn ich so was erzähle....
Ich weiß jetzt schon, wenn ich das erste mal den Ashram in Bad Meinberg besuchen werde, dann werde ich mir nen Eimer unter die Augen stellen müssen. Das ist ja dann doch noch mal was anderes als ein Video. Und wahrscheinlich will ich dann nicht mehr weg.....:)
Ich finds einfach toll, das ich endlich vom Herzen her weiß, was ich wirklich möchte. Ich kann das gar nicht mit Worten ausdrücken......

Viele Grüße
Kai
Ein jeder bekommt im Leben seine Nackenschläge ...


Wir holen Dich da raus ;-)

Peter
Ich nehm dich beim Wort Peter...:)
Jeden Sieger erkannt man an seinen Narben.......

Kai
monchichi schrieb:
meine Gedanken aufzuschreiben und mal zu kucken, warum ich eigentlich fest stecke. Darum ziehe ich sehr viel aus euren Antworten, weil ihr das ja völlig unbefangen seht wie ich selbst. Ich nenn das oft, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen....:) Das ich sein kann, was immer ich sein will, das ist mir durchaus klar, also auf einer gewissen Weise meine ich. Die absolute Überzeugung habe ich jedenfalls auf keinen Fall, noch nicht.....:)
Aber genau deshalb gehe ich ja den spirituellen Weg. Ich muß noch soviel lernen, bin aber doch noch sehr ungeduldig, wie ich zugeben muß


Wunderschoen, da ist die Antwort auf deine Frage schon drin!

Zu "soviel lernen" ja.... eigentlich weisst du schon alles!

Wenn Mensch es (durch Yoga) schafft, die "Pforte des Denkens", die Zuegel der 5 Rosse, die den "Wagen" ziehen, (die Sinne) wie Sri Krshna in der Bagavad Gita es tut, in die Hanede, d.h. unter Kontrolle zu bringen, dann lueftet sich der Schleier ueber all dem Wahrgenommen, all dem Erfahrenen und das Individium wird sich seiner wahren Natur, seines wahren Selbst's bewusst und kann die Zusammhaenge, was "Leiden" ist, wodurch es verursacht wird, folglich dessen Ursache mit dem maechtigen Schwert der Erkennniss zertrennen und fuer immer aufloesen, der Schritt zu "Moksha" oder auch "Kaivalya"- Befreiung waere gemacht!

Befreiung keimt aus der Realisation der wahren Natur der Erscheinungen.

Yoga ist kein theosophisches System, sondern ein Weg, die Erloesung zu erreichen - und kann als solcher mit den verschiedensten philosophischen Lehren verbunden werden. In besonders engem Austausch stand der Yoga mit der Samkhya-Philososphie.

In der Samkhya Philosophie versteht man das Universum als zwei ewige Realitaeten: Purusha (Seele, Geist - woertlich "Mann") und Prakriti (Urmaterie).

Der Gegensatz zwischen Geist und Materie besteht darin, dass ersterer inaktiv und bewusst, das zweite aktiv aber unbewusst ist.

Bei den Purushas handelt es sich dabei um viele Einzelseelen, die als bewusst gelten und keine Qualitaeten haben. Sie sind die stillen Zeugen von Prakriti (Material oder Natur), die aus drei Gunas (Natur Prinzipien) besteht. Diese Gunas sind Sattva, Rajas und Tamas. Sattva bedeutet Ruhe, Weisheit, Licht Rajas ist Aktivitaet, Bewegung und Tamas Traegheit, Stabilitaet. Wenn die Harmonie dieser Naturkraefte gestoert ist, aendert sich der Lauf der Welt, der Erscheinungen und das geschieht staendig. Die Stoerung wird durch die Naehe von Purusha und Prakriti verursacht.

Befreiung (Kaivalya) besteht aus der Realisation der Differenz zwischen den beiden. Die Vermischung der grundlegenden Prinzipien bzw. die Unkenntnis ihrer Unterscheidung ist der Grund fuer die Verhaftung der Existenz im Kreislauf der Wiedergeburten un dsomit grundlage allen Leidens - denn leiden entsteht durch Unwissenheit, werden wir uns unseres wahren Selbst, unseres wahren Urzustandes bewusst, verstehen wir das dieses Selbst" der Purusha (Geist, Bewusst-Sein) nicht leiden kann, sondern aus der Unwissenheit, Verblendung durch den Schleier der Maya (Illusion) zu einem falschen verstehen verleitet und sich faelschlicherweise mit der Scheinidentiaet eines Karl-Heinz/Ursula Mustermann d.h. dem Koerper und all dem Besitz etc., identifiziert - der ist und bleibt vergaenglich wie alles andere das aus Prakrit entstanden ist - auf diesem schweren Missverstaendniss entsteht alles Leiden - daher!

Also im Yoga fleissig ueben..... yama, niyama, asana, pranayama, pratyahara, dharana, dhyana - SAMADHI!

- hari om -
Zum Thema und selbstverstraendlich fuer ALLE, besoders fuer die, die mit Sanskrit "Probleme" zu haben vorgeben, mal was ganz unindisch, nicht hinduistisch, unyogisches zum Wochenende, aus den Schriften des Christentums, vielen wird es sogar bekannt sein, ist ein elementares Teilstueck unserer abendlaendisch-christlichen Kultur - Matthaeus 6:19-36, 7:6-28


Von der falschen und der rechten Sorge

Mt 6,19 Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen,

Mt 6,20 sondern sammelt euch Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Wurm sie zerstören und keine Diebe einbrechen und sie stehlen.

Mt 6,21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Mt 6,22 Das Auge gibt dem Körper Licht. Wenn dein Auge gesund ist, dann wird dein ganzer Körper hell sein.

Mt 6,23 Wenn aber dein Auge krank ist, dann wird dein ganzer Körper finster sein. Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!

Mt 6,24 Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.

Mt 6,25 Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?

Mt 6,26 Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

Mt 6,27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?

Mt 6,28 Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.

Mt 6,29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.

Mt 6,30 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!

Mt 6,31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?

Mt 6,32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.

Mt 6,33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.

Mt 6,34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Von der Entweihung des Heiligen

Mt 7,6 Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, denn sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.
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Vom Vertrauen beim Beten

Mt 7,7 Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.
Mt 7,8 Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet.
Mt 7,9 Oder ist einer unter euch, der seinem Sohn einen Stein gibt, wenn er um Brot bittet,
Mt 7,10 oder eine Schlange, wenn er um einen Fisch bittet?
Mt 7,11 Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes geben, die ihn bitten.
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Die Goldene Regel

Mt 7,12 Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Darin besteht das Gesetz und die Propheten.
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Von den zwei Wegen

Mt 7,13 Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit, das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit und viele gehen auf ihm.

Mt 7,14 Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng und der Weg dahin ist schmal und nur wenige finden ihn.



Vom Haus auf dem Felsen

Mt 7,24 Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.


Die Wirkung der Bergpredigt

Mt 7,28 Als Jesus diese Rede beendet hatte, war die Menge sehr betroffen von seiner Lehre;



"Wer Ohren hat der hoere, wer Augen hat, der schaue!"


Wieviel halten sich daran, folgen diesen Ratschlaegen und "bauen ihr Haus auf Fels"?


-Amen-Shalom-Salaam-Hari om-
Hallo

Meine Güte @MK.....ich bin ja sprachlos....
Auch hier, vielen lieben Dank für deine sehr ausführlichen Erklärungen.
Ich werd das sicher noch paar mal lesen.....:)

Viele Grüße
Kai
Yo, freut mich, gern geschehen, tu das!
Bedenke, daß ein Gott in deinem Leibe wohnt,
Und vor Entweihung sei der Tempel stets verschont.

Du kränkst den Gott in dir, wenn du den Lüsten frönest,

Und mehr noch, wenn du in verkehrter Selbstqual stöhnest.

Gott stieg herab, die Welt zu schaun mit deinen Augen;

Ihm sollst du Opferduft mit reinen Sinnen saugen.

Er ist, der in dir schaut und fühlt und denkt und spricht;

Drum was du schaust, fühlst, denkst und sprichst, sei göttlich licht.


Friedrich Rueckert "DIe Weisheit des Brahmanen"



- hari om -

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