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Namasté an alle!
Es gibt da etwas was ich mir bis heute nicht beantworten konnte. Wer ist nun Gott? Ist es Vishnu, Shiva oder Krishna, oder vielleicht doch die Shakti? Die Vaishnavas behaupten dass es Vishnu ist, die Shaivas wiederum behaupten dass es Shiva ist, und andere wiederum behaupten sogar (laut Wikipedia) das es Ganesha ist. Wer von diesen hat nun recht?
Und, wenn Vishnu in den Veden doch als der höchste Gott, als Gott der Götter gepriesen wird, warum betrachten soviele Hindus andere Götter wie Shiva als den höchsten Gott?

Gruß

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>Du sollst ihn (Gott) lieben wie er ist: ein Nichtgott, ein Nichtgeist, eine Nichtperson, ein Nichtbild.<
>Hätte ich einen Gott, den ich verstehen könnte, ich wollte ihn nimmer für Gott halten.i>- Meister Eckhart -
Hallo Ratna,
ich habe in letzter Zeit wieder viel über die Götter nachgedacht. Mir stellt sich bis heute die Frage was die Götter eigentlich im Kern sind. Wie ist das denn im hinduistischen Glauben? Wie seht ihr "Hindus" die Götter. Sind sie für euch die höchste letzte Wirklichkeit, oder glaubt ihr das es hinter den Göttern noch eine Kraft/Macht gibt, die den Göttern übergeordnet ist, und diese (Götter) erschaffen hat?

LG, dhyana
Hallo Ratna,
die Götter sind doch aber nicht nur Aspekte, sondern auch Kräfte oder Wesen wie du und ich die unabhängig voneinander existeren. Aber letzendlich doch alle eins sind?
So wie du es bisher erklärst hast, hört sich das für mich zusammenfassend wie nach polytheistischem Pantheismus an. Ist das in etwa so gemeint, dass sich das Brahman in viele Gottheiten manifestiert bzw. sich in viele göttliche Kräfte zerlegt?

LG, Dhyana
Hallo Ratna,
achso war das gemeint. Verstehe. So ähnlich habe ich es auch erfahren, als sich mir Shiva zeigte. In diesem Fall verstehe ich aber das Brahman nicht als das physische Universum, sondern als eine Dimension die hinter unserer physischen Wirklichkeit sich befindet.

VG, dhyana
Namasté Ratna,
ich glaube, dass du eigentlich meintest, dass die materielle Welt aus der feinstofflichen entsteht und nicht umgekehrt. Wir Menschen haben natürlich einen Zugang zur feinstofflichen Welt. Siehe hierzu auch Astralreise oder Schamanenreise.

Ratna schrieb:
"Da stellt sich mir die frage haben wir auch eine so hohe verbindung zur physischen Wirklichkeit ?!."

Diese Frage verstehe ich nicht ganz. Wir leben doch in der physischen Welt. Kann es sein dass du die physikalische Welt mit der feinstofflichen verwechselst hast?

VG, dhyana
Hari Om

Hallo Ratna,
genauso fühle ich mich auch. Eingebettet in einem großen kosmischen Organismus. Wenn ich alleine in der Natur bin und in mich hineinhorche, fühle ich diese Verbundenheit zur Natur. Ich fühle mich eins mit allem was ist.


LG, dhyana
Lieber Ratna, was sind überweltliche und was sind weltliche Götter? Wie trennt man diese voneinander? Wer oder was ist denn z. B. ein weltlicher oder überweltlicher Gott?
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Natürlich sind Mythen nur dazu da, das Unvorstellbare zu beschreiben. Diese ganzen Mythen sind codiertes Wissen, die keinesfalls buchstäblich zu verstehen sind. Die Götter allzusehr zu vermenschlichen ist schon naiv.

Die Urknalltheorie ist wörtlich zu nehmen. Sie ist keine Mythos. Ich persönlich glaube aber nicht an sie. Solange etwas nur eine Theorie is, ist es nicht stichfest bewiesen.

VG, dhyana
Hari Om.

Verwechselst du, Ratna, den personalen Schöpfergott Brahma nicht mit der apersonalen kosmischen Kraft Brahman? Zugegeben, das ganze mit Brahma und Brahman habe ich irgendwie immer noch nicht ganz verstanden. Brahman wird im Allgemeinen als impersonale Weltseele verstanden. Jedoch habe ich in den Upanishaden gelesen, dass Brahman ein Wesen sei bzw. wird er dort als ein Wesen beschrieben. Das leucht mir irgendwie nicht alles ganz ein.
Wer macht denn das mit den Avataren immer? Das vorherige mit dem Elefanten hatte mir viel besser gefallen.

Gruß
hari nama hari nama hari nama eva kevalam, kalau nasteva nasteva nasteva gatir anyata

Tri Ratna Dharmadhatu schrieb:
Om Namo Narayanya

Hallo Dhyana,

Denn heutigen Blog Beitrag von Sukadev finde ich sehr treffend:

Das Gefühl von Verbundenheit erfahren


Es heißt, Yogis seien sehr erlebnishungrig. Wer Yoga ernsthaft übt, will nicht einfach irgendetwas glauben, ohne es zu erfahren. Darum sagte Swami Vishnu gerne zu Beginn seiner Yogalehrerausbildung: „Ihr braucht mir nichts glauben. Es ist sogar gut, wenn ihr mir zu Anfang gar nichts glaubt. Wichtig ist, dass ihr es probiert und dann schaut, was diese Erfahrung euch bringt.“
Diese Erfahrungen sind das echte Yoga. Es geht nicht darum, sich einfach irgendetwas anzuhören und es zu glauben, sondern um Verwirklichung, Anubhava. Der erste Schritt ist immer der, etwas für möglich zu halten und es auszuprobieren. Durch regelmäßiges Praktizieren kommen wir irgendwann zur Erfahrung von Yoga, von Verbundenheit, von „Govinda“.
Auf „Govinda“ folgt „Daya“: das Mitgefühl. Wenn wir unsere Bewusstheit ausdehnen, fühlen wir uns geborgen. Wir brauchen keine Angst mehr zu haben, weil wir so fest mit dem kosmischen Ganzen verbunden sind, und es geschieht, was geschehen soll. Wir finden unsere ureigensten Aufgaben, können das tun, wofür wir hier sind und es so gut machen, wie wir können – in dem Bewusstsein, das es ausreichen wird. Damit zusammenhängend entsteht aus dieser Verbundenheit Liebe, aus der Liebe entsteht Mitgefühl und aus Mitgefühl entsteht der Wunsch, anderen zu helfen. Das ist dann kein getriebener Wunsch, bei dem wir denken, dass von uns jetzt alles abhängt. Wir wissen einfach, dass wir im kosmischen Ganzen geborgen sind. Und dann wissen wir auch: „Ich kann und ich will meinen Teil dazu beitragen, dass sich das Gefühl von Einheit auf der Welt ausbreitet. Und ich will es mit Liebe und Mitgefühl tun.“

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz

Liebe Grüße

Ratna
Laut der alt-vedischen arya-dharma Überlieferungen wurde Brahma auf einer Lotusblume geboren, die aus Lord Vishnus Nabel wuchs, Lord Brahma ist das erst geschaffene Lebewesen. Sein Sohn ist unter anderem Lord Shiva,
von Lord Brahma kommen die Prajapatis und alle anderen menschlichen Lebewesen.
Brahman wiederum ist die Unpersönliche Ausstrahlung Gottes ( brahmayoti ) Vishnu-Krishnas, dort möchten die mayavadis und die Buddhisten eingehen und ihre Persönlichkeit opfern, möchten eins werden mit Gott.
Vaishnavas wiederum möchten durch liebevollen dienst den höchsten Herrn Govinda erfreuen, der nicht verschieden ist von Lord Sri Krishna, Lord Rama oder Lord Vishnu, sie möchten dem persönlichen Aspekt Gottes dienen und dadurch in sein persönliches Reich ( vaikuntha ) eingehen, um so frei zu werden vom Kreislauf der Wiedergeburten ( samsara ).
Hari Om Tat Sat
dhyana schrieb:
Hari Om.

Verwechselst du, Ratna, den personalen Schöpfergott Brahma nicht mit der apersonalen kosmischen Kraft Brahman? Zugegeben, das ganze mit Brahma und Brahman habe ich irgendwie immer noch nicht ganz verstanden. Brahman wird im Allgemeinen als impersonale Weltseele verstanden. Jedoch habe ich in den Upanishaden gelesen, dass Brahman ein Wesen sei bzw. wird er dort als ein Wesen beschrieben. Das leucht mir irgendwie nicht alles ganz ein.
Namaskar & Hari Om

dear Ratna Prabhu

Hab recht herzlichen dank für deine weisen Worte eines inspirierten brahma-bandu.
Die ganze Diskussion über Brahma, Brahman und die brahmanen zeigt das ganze Bedürfniss der Menschen
nach Aufklärung. Speziell in diesem Zeitalter des Kali ( kaliyuga ) wo der materielle konsumhyp die Menschen
in die Irre führt und ausbrennt, ist Aufklärung im Sinne der Veden, shastra,(sruti & smirti ) von allerhöchstem Wert.
Der Grundgedanke der indischen vedischen arya-dharma Lehre ist, Aham brahmasmi, ich bin die spirituelle Seele.

Der Brahmane ist satvic, in der Erscheinungsweise der Reinheit ( im besten fall ), sprich er lebt entsprechend der vedischen Reinheitsgebote und folgt den vier regulierenden Prinzipien der Freiheit. Der Brahmane als Kopf der Gesellschaft weiß um das Prinzip, brahman, paramatma & bhagavan, die sich alle auf Gott beziehen. Das zeichnet
den brahmanen als Kopf der Gesellschaft aus, er ist der Lehrer und Guru der nach Wissen suchenden, ihm obliegt es das Wissen über die spirituelle Geistesseele ( jiva-atma ) und die Überseele, Gott ( param-atma ) zu lehren.

Aham brahmasmi, ich die spirituelle Seele, bin nicht dieser Körper, sondern das ewige ( die seele-jiva atma )
in diesem Körper. Wir sind als Seele die wahre Person, der Fahrer des Körper Wagens könnte man sagen
und wir, die Seele, werden beim Tode des Körpers nicht mit zerstört, sondern gemäß unseres karmas
( Gesetz der Vergeltungskausalität ) wiedergeboren gemäß unserer guten oder schlechten Handlungen.

Brahma-bhutah prasannatma
na socati na kanksati,
samah sarvesu bhutesu
mad-bhaktim labhate param

Hier in der Bhagavad gita Wie sie ist, 18.54 wird ausführlich beschrieben was es auf sich hat mit dem Brahman.
In dem Moment wo wir realisieren das wir nicht der materielle Körper sind, sondern ewige Geistesseele,
fallen alle Sorgen und Zweifel von uns ab und wir werden Glücklich Zufrieden und froh (prasannatma).
Ich empfehle immer gerne die Bhagavad gita Upanishad, die reife Frucht am Baume des vedischen Wissens
" Hindu Bibel " zu lesen, um fragen nach Brahma, brahman und dessen Urgrund und creatrix besser zu verstehen,
weil diese von Gott ( isvara ) für uns gesprochen wurde und die Quintessenz des vedischen Wissens darstellt.
In diesem Sinne
Hari Om Tat Sat
Acchedya das babaji
Tri Ratna Dharmadhatu schrieb:
OM OM OM

Danke Acchedya Das Babaji,

eine schöne Beschreibung von dreien, weil es ist eine Trinitätslehre. Das bedeutet : Bei einer Trinitätslehre kann genauso gut alles aus Brahma oder auch Shiva entstehen. Aber im Eigentlichen Sinn entstehen sie nicht Zeit versetzt voneinander "sondern Gemeinsam".

Z.B. bei Shiva-Shakti (Yin und Yang) Dualitätslehre, auch hier entsteht das Leben in Abhängigkeit "Gemeinsam" und nicht Zeitversetzt !

"Brahman" geht es um die Lehre der "Einheit" hinter allem zuerkennen u.s.w.


Liebe Grüße

Ratna

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