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Ich weiß jetzt, wie das Sterben ist oder sein kann, habe es hautnah miterlebt. An einer Frage rätseln wir immer noch – warum tun so viele Sterbende ihren letzten Atemzug gerade dann, wenn die beistehenden Besucher das Zimmer verlassen haben, manchmal nur für kurze Momente? Wir erlebten Ähnliches.

Die Schwestern sagten: „Der Sterbende konnte nicht loslassen, solange Sie beide hier waren“. Jemand anders sagte, das Alleinsein beim Sterben sei ein bekanntes Phänomen, das mit Würde zu tun habe – ist es denn würdevoller, allein zu sein, wenn die körperliche Hülle ihr Leben aushaucht? - - Was meint ihr?

Om Namah Shivaya.
Devakima

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Nach 40 Jahren Intensiv Medizinische Pflege kann ich behaupten das es unterschiedlich relevante Ansetze dazu gibt.

Meine Mama ging auch in der halben Stunde, in der ihr Partner aus dem Zimmer war....
Bei meiner Freundin war es ebenso, eine viertel Stunde war niemand da...
Bei meiner Oma und auch beim Opa ebenso...

Ich glaube, dass die Emotionen der Anwesenden oft als störend empfunden werden,
letztendlich ist es für jeden Menschen wohl ein heiliger Moment, das Erdenkleid abzulegen..

Danke für diese Beispiele, liebe Sabine, es ist wirklich äußerst mysteriös... Sehr interessant dein Einwand, dass die Emotionen der Anwesenden belastend sein können …, sicherlich sehr störend besonders für einen Gläubigen. - Schön gesagt: das Erdenkleid ablegen.

Aber erst mal vielen Dank euch beiden für eure Antworten!
Ja, Dieter, ich kann das gut einsehen, was du sagst, bei jedem Fall kommen so viele Details in individueller Mischung zum Tragen, und daraus ergibt sich dann ein Ergebnis. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass so einige Hauptlinien zu beobachten sind. Ich meine, dass zum Beispiel ganz stark ins Gewicht fällt, wie die Grundeinstellungen des Menschen zu Leben und Sterben waren, wer etwa an die Reinkarnation glaubt, stirbt leichter – würde ich meinen -, viele der anderen Menschen haben oftmals große Angst.

Andererseits ist es auch vorgekommen, dass selbst religiösen bzw. spirituell-kosmisch ausgerichteten Personen letztendlich der Übergang doch schmerzlich wurde. So soll es Frau Kübler-Ross gegangen sein, die so viele tröstende lichterfüllte Büchlein geschrieben hat. Sie, die große Dame, die so viel Wissen über das Sterben gesammelt hat, die so viele wunderbare Gedanken in sich trug, auch ihr tat anscheinend der Moment des Abtretens dann doch zu weh.

Sicherlich auch weil noch zu viele andere Sachen dazukommen, man denke nur an die gesamte Krankengeschichte mitsamt ihrer ganzen Palette an eingenommenen Medikamenten, dann die persönliche Lage, vielleicht die Sorge, dass nicht alles erledigt werden konnte, und so vieles mehr.

Meine Oma ist nur wenige Stunden nachdem ihre (leider lärmende) Familie an ihrem Sterbebett gewesen war, um auf Wiedersehen zu sagen, gestorben. Ich hatte, nachdem meine Tanten und Onkels gegangen waren, beobachtet, dass eine Krankenschwester den Hahn zu einer Kanüle abgedreht hatte, das ging alles ganz schnell und fast unbemerkt, und einige Zeit später war meine Oma tot. Ich vermute seither, dass in deutschen Krankenhäusern häufiger Sterbehilfe geleistet wird, als bekannt ist und diese wird dann eingeleitet, wenn die Sterbenden noch einmal die Möglichkeit hatten, einen Großteil ihrer Angehörigen zu sehen. Meine Oma hat sehr gelitten, konnte im Liegen kaum noch atmen, nicht mehr sprechen, aber als wir alle um ihr Bett standen, um an den Händen gefasst ein Lied zu singen, kullerten tatsächlich Tränen über ihr Gesicht. Dann ist sie gegangen, und es war wohl ein sehr friedlicher und ruhiger Moment, wie mir mein Bruder und Cousin, die im dunklen Krankenhauszimmer bei ihr waren, gesagt haben.
Ich hatte mir damals überlegt, wie ich wohl sterben möchte. Auf jeden Fall möchte ich allein sein und es mit mir selbst ausmachen können. Anders könnte ich es mir nicht vorstellen.

... von anderen habe ich gehört, dass es vorkommen kann, dass Familienangehörige emotional nicht loslassen können, quasi in das Sterbezimmer mit einziehen, eine Matratze neben das Sterbebett legen, um jede Minute beim Sterbenden sein zu können. Tatsächlich sterben diese dann sofort, wenn der "Gast" mal schnell auf die Toilette geht.

Namaste, liebe Lupine,

ich finde es ja so schön, wie deine Oma verabschiedet wurde. Und für mich zeigen ihre Tränchen, dass sie das auch ganz rührend fand und alles drumherum genoss. Sie hat vorher bestimmt im Übermaß viel Zeit auf ihrem Krankenlager allein zugebracht, und hier hatte sie dann so richtig noch einmal das sprühende Familienleben, wie sie es kannte. Wenn alle auf Zehenspitzen gegangen wären und im Flüsterton miteinander geredet hätten, da wäre ja schon der Tod spazieren gegangen,.. wär nichts für mich. Und schau doch, wie wunderbar ruhig sie eingeschlafen ist.

Mir geht es genauso wie dir, ich denke auch darüber nach, wie ich das wohl mal haben möchte. Von den Tibetern habe ich gehört, dass sie ihr ganzes Leben über in ihrem Totenbuch lesen, Sie können so viel mehr den Tod als Teil des Lebens akzeptieren als bei uns üblich. Wie gut, dass wir unsere Yoga-Spiritualität haben. Ich besitze "Das tibetische Buch vom Leben und vom Sterben" von Sogyal Rinpoche und werde nun auch öfter darin lesen.

An der unterschiedlichen Interpretation von uns beiden zeigt sich, dass bei einem schwerkranken Patienten, der nicht mehr sprechen kann, es sehr schwer ist zu erraten, was wohl das Beste für ihn wäre. Jeder fühlt sich hinein in den Patienten so, wie er ihn kennt. Wenn man weiß, dass er große Angst vor dem Sterben hatte, dann wird man ihn wohl kaum allein lassen, zumal wenn etwa Krämpfe auftreten, die wie schreckliche Kämpfe gegen den Tod aussehen. - Ähnliche Gründe haben wahrscheinlich auch die Matratzenlagerer, von denen du sprichst.

Was du von der Krankenschwester sagst, kann ich kaum glauben ... Kann ihr Handgriff nicht einem anderen Zweck gedient haben? - - Om Shanti. Noch einmal vielen Dank für deinen Bericht!

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