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संस्कृतवाक् saṃskṛtavāk - wissenschaftliche vs. laienhafte Transliteration in wissenschaftlichen Arbeiten

In einer wissenschaftlichen Arbeit (z.B. Diplomarbeit, Dissertation), die sich mit Sanskrit-Texten beschäftigt, erwartet man Sanskrit-Wörter und Begriffe, wenn schon nicht in देवनागरी devanāgarī, so doch zumindest in einer wissenschaftlichen Transliteration: IAST, Harvard-Kyoto oder ITRANS, um nur die wichtigsten zu nennen [devanāgarī - devanAgarI - devanaagarii].

Die laienhafte Wiedergabe einschlägiger Sankrit-Begriffe sowie der Titel klassicher Sankrit-Schriften findet sich jedoch überraschender Weise selbst in Publikationen von (angeblichen) Fachleuten.

Die Tendenz ist allerdings rückläufig!


professionelles Layout (farbig mit links, Hervorhebungen etc.)

http://knol.google.com/k/joern-gruber-alias-yognandin/joern-gruber-...

Statt einer Einleitung


Autor: joern (IP bekannt)
Datum: 06.04.2008 06:38

yoga-vidya.de/forum

Devanâgarî,Transkription und Ausprache bei Yoga Vidyâ

नमस्ते namaste

Wie schön, dass es jetzt bei Yoga Vidyā [योगविद्या yoga_vidya] ein Forum für Sanskrit [संस्कृता वाक् saṃskṛtā vāk f. = Sanskrit-Sprache; संस्कृत saṃskṛta n. = Sanskrit] gibt.

Ich bin angehender Yoga- und Sanskritlehrer, gehöre aber nicht zu denjenigen, die sich über die falsche Aussprache von Mantras und Yogabegriffen aufregen: ein Yogī regt sich nicht auf!

In den Seminaren, die ich gemeinsam mit meiner Frau (Sonja) besuche (Yogalehrerausbildung und vor allem Kuṇḍalinī-Seminare [कुण्डलिनी kuṇḍalinī]), muß ich mich allerdings ständig zurückhalten, um meine Yoga-Lehrer und Lehrerinnen nicht in Verlegenheit zu bringen: laienhafte Transkription der Devanāgarī-Schrift [देवनागरी लिपि devanāgarī lipi] und falsche Aussprache und/oder Betonung haben bei Yoga Vidyā eine lange Tradition und sind z.T. darauf zurückzuführen, dass unsere beiden Svāmī-s [स्वामी svāmī], Śrī Svāmī Śivānanda [श्री स्वामी शिवानन्द śrī svāmī śivānanda] und Śrī Svāmī Viṣṇu Devānda [श्री स्वामी विष्णु देवानन्द śrī svāmī viṣṇu devānda], für ein englisches Publikum geschrieben haben (ś wird wie deutsches sch ausgeschpochen, ā und ī sind doppelt so lang wie a und i; also nicht Schievanánda, Devanánda, sondern Schivaananda, Devaananda).

Wäre es nicht an der Zeit, unserem Namen auch in Hinblick auf die Saṃskṛtā vāk gerecht zu werden (Yoga Vidyā = Yoga-Wissenschaft) und nicht länger laienhaft zu schreiben, lesen, singen, sprechen?

Sukadev [सुखदेव sukhadeva] ist in seinem Buch „Die Yogaweisheit des Patañjali für Menschen von heute“ mit gutem Beispiel vorangegangen: er hat sich für die wissenschaftliche Transkription / Transliteration entschieden.

Ich selber bin gerne bereit, bei der „Reform der Tradition“ mitzuwirken: so sind z.B. im Yoga-Lehrer Handbuch unzählige (!) Korrekturen fällig.

ॐ नमः शिवाय oṃ namaḥ śivāya

Jörn

Diplomarbeit

DiplomarbeitDevaki.pdf

"Das psychische Erleben bei der Rezitation eines persoenlichen Sanskritmantras und seine Auswirkungen auf das Verhalten im Alltag" [Hannelore Lammet-Rochdi, Universitaet zu Koeln]

Ausschnitt

7.1 Das Weltbild der Sankhya Philosophie

Sankhya legt zwei grundlegend voneinander getrennte Prinzipien fest:

prakriti (gesprochen: prakriti) und purusa (gesprochen puruscha).
Sanskrit-Wörterbuch in kürzerer Fassung
bearbeitet von Otto Böhtlingk
7 Theile, St. Petersburg 1879-1889

not found: sankhya
not found: prakriti
not found: purusa

सांख्य [saṃkhya]
1) Adj. den grammatischen Numerus betreffend.
2) m.
a) ein Mann , der das pro und contra genau erwägt (Caraka. 7,13) und ein Anhänger der aufzählenden philosophischen Methode , d.i. der Saṃkhya-Lehre.
b) N.pr. eines Mannes Mbh. 13,150,45.
3) n. die auf der genauen Erwägung des pro und contra beruhende Lehre oder die aufzählende philosophische Methode , d.i. die auf Kapila zurückgeführte Sāṃkhya-Lehre.

प्रकृति [prakṛti]
f.
1) Voraussetzung ; die ursprüngliche , natürliche Form , — Gestalt , ein solcher Zustand , Natur , Wesen , Temperament ; Grundform , das Ursprüngliche , primitive. प्रकृत्या
a) von Natur , von Haus aus , an und für sich. Auch प्रकृति°
b) in dem ursprünglichen zustande , unverändert.
2) Grundform. so v.a. Muster , Norm , Schema , paradigma (insbes. im Ritual).
3) in der philosophie
a) die Natur (Gegens. Geist ). Wird mit der Durgā identificirt. Pl. die materiellen Grundformen. Āpast. 2,24,14. nach dem Comm. so v.a. Leiber.
b) die acht Ursprünglichen ( अव्यक्त , महन्त् , अहंकार und die fünf Elemente ) , aus denen alles Andere hervorgeht.

पुरुष [puruṣa]
p) das persönliche und beseelende im Menschen und in andern Wesen und Körpern ; Seele , Geist.
q) ein gedachtes oberstes Persönliches , der höchste Geist , die Weltseele. Auch in Verbindung mit पर , परम und उत्तम Uebertragen auf Brahman , Viṣṇu , Śiva und Durgā.
r) das Urindividuum , aus welchem der Makrokosmus sich entwickelt. Auch mit dem Patron. Nārāyaṇa.
s) Geist so v.a. Riechstoff der Pflanzen.


Indologische Dissertationen


laienhafte Transliteration


Martin Mittwede 1986

mittwede/home

mittwede/veroeffentlichungen (Auswahl)

Textkritische Bemerkungen zur Maitrayani Samhita: Sammlung und Auswertung der in der Sekundärliteratur bereits geäußerten Vorschläge. (Dissertation) Stuttgart: Steiner Verlag Wiesbaden, 1986 (= Alt- und neuindische Studien 31)

samhitā f. Sammlung; Vereinigung, Vebindung; Kompendium, Textsammlung; die geordnete Komposition eines Textes.
corrige संहिता saṃhitā und vgl. die genauere Definition Böhtlingk's aus den achziger Jahren des 19. Jh. (s. unten)


Siehe auch Mittwede 1989 u. 2009 (Publikation) in Vorbereitung

Textkritische Bemerkungen zur Kathaka Samhita. Stuttgart: Steiner Verlag Wiesbaden, 1989 ( = Alt- und neuindische Studien 37).

काठकसंहिता kāṭhakasaṃhitā [saṃhitā] f. lit. np. de la Kāṭhakasaṃhitā, recueil des premiers textes brāhmaṇa.

Erfahrungen des Göttlichen in der Avadhuta-Gita und im Neuen Testament - Überlegungen zur religiösen Erfahrung und ihrem Existenzvollzug. Publikation in Vorbereitung.

अवधूतगीता avadhūtagītā [gītā] f. lit. np. de l'Avadhūtagītā «Chant du renonçant», texte mystique advaita, attribué à Dattātreya.

vgl. Mittwede Spirituelles Wörterbuch 20055 , S. 313


संहिता saṃhitā

Sanskrit-Wörterbuch in kürzerer Fassung

bearbeitet von Otto Böhtlingk
7 Theile, St. Petersburg 1879-1889
संहित [saṃhita]
2) f. आ [saṃhitā]

a) Verbindung
b) = संधि unmittelbare Verbindung von Lauten und Wörten nach den grammatischen Regeln.
c) ein nach diesen Regeln behandelter Text und ein zusammengestellter Text. So heissen die vedischen Textbücher , z.B. ऋग्वेद° , तैत्तिरीय°. Auch °पाठ.
d) überh. ein grösseres Sammelwerk , wie das Rāmāyaṇa , die verschiedenen Gesetzbücher , die medicinischen Werke von Caraka und Śārṅgadhara , die Purāṇa , Insbes. ein vollständigers System der natürlichen Astrologie (im Gegensatz zur wissenschaftlichen Astronomie und Nativitätslehre). Auch die ganze astronomisch-astrologische Lehre.


मैत्रायणसंहिता maitrāyaṇīsaṃhitā

The Sanskrit Heritage Dictionary [Gérard Huet]
Version 236 [2009-08-21]

sanskrit.inria/DICO/index


Maitrāyaṇī saṃhitā, leçon [upaniṣad] tardive de l'école maitrāyaṇa; elle fait partie du Yajurveda

मैत्रायण maitrāyaṇa [ayana] n. bon traitement, bienveillance — m. soc. nom d'une école du Yajurveda — f. maitrāyaṇī lit. np. de la Maitrāyaṇī saṃhitā, leçon [upaniṣad] tardive de l'école maitrāyaṇa; elle fait partie du Yajurveda noir.

मैत्र maitra [vr. mitra] a. m. n. amical — n. amitié || pali. mettā.

अयन ayana [aya-na] n. chemin, trajet, parcours | astr. demi-année (parcours du Soleil d'un solstice à l'autre); solstice; cf. uttarāyaṇa, dakṣiṇāyana.

संहिता saṃhitā [f. saṃhita] f. conjonction, union | [saṃhitāpāṭha] énonciation continue; texte sous forme continue où s'applique la liaison [sandhi] | phil. recueil de textes (not. du Veda), collection d'ouvrages, compilation.


zum Vergleich


Paul Deussen 1921 [Vorstufe der IAST]


Einleitung/Maitrâyaṇî Saṃhitâ

[311] Die zum schwarzen Yajurveda gehörende Schule der Maitrâyaṇa's oder Maitrâyaṇîya's besitzt eine Saṃhitâ in vier Kâṇḍa's (Maitrâyaṇî Saṃhitâ), bestehend aus 11 + 13 + 16 + 14 = 54 Prapâṭhaka's, deren Hauptinhalt folgender ist.

Erstes Kâṇḍam.

1. darçapûrṇamâsau, Neu- und Vollmondsopfer.

2. adhvaraḥ, vorbereitende Tage des Somaopfers.

3. grahâḥ, die Soma-Libationen.

4. yajamâna-brâhmaṇam, Anweisung für den Opferspender.

5. agni-upasthânam, die Verehrung des Feuers.

6. âdhânam, Anlegung des Feuers.

7. punarâdhânam, Wiederanlegung des Feuers.

8. agnihotra-brâhmaṇam, Agnihotram.

9. caturhotâraḥ, Vierpriester-Litanei (Ind. Stud. X, 139).

10. câturmâsyâni, Viermonatsopfer.

11. vâjapeyaḥ (eine Form des Somaopfers).


wissenschaftliche Transliteration


Amano, Kyoko 2001 [IAST]

Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Maitrāyaṇī-saṁhitā

Buchanzeige des Verlags

indologica.de

Maitrāyaṇī Saṁhitā I-II : Übersetzung der Prosapartien mit Kommentar zur Lexik und Syntax der älteren vedischen Prosa / von Kyoko Amano. - Bremen : Hempen, 2009. - X, 697 S. - (Münchner Forschungen zur historischen Sprachwissenschaft ; 9)
Einheitssachtitel: Maitrāyaṇīsaṃhitā Hochschulschrift. Zugl.: Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 2001
ISBN 978-3-934106-71-0
EUR 68,00
DDC: 491.29 oder 294.5921404531


Beschreibung
Die Maitrayani Samhita, die etwa 900 v. Chr. verfasst wurde, bietet das älteste zusammenhängende Prosastück nicht nur des Altindischen, sondern aller indogermanischen Sprachen mit Ausnahme des Hethitischen. Der Text, der aus vier Büchern besteht, enthält einesteils eine Sammlung der im Ritual zu verwendenden, sowohl metrisch als auch nicht metrisch gehaltenen Opfersprüche (einheimisch »Mantra«) und andernteils ritualerklärende Prosa (einheimisch »Brahmana«). Die Arbeit bietet eine fortlaufende Übersetzung der Prosapartien aus dem ersten und zweiten Buch, detaillierte Anmerkungen zu den Textvarianten, zum Wort- und Satzverständnis und zum ritualistischen Hintergrund sowie eine aus den Textbeobachtungen extrahierte systematische Darstellung der Syntax, mithin einen Baustein zur Gesamtdarstellung der Syntax der älteren vedischen Prosa. [Verlagsinformation]

Inhalt [gekürzt von mir]
Abkürzungsverzeichnis. ix
Vorwort. xi
A. Einleitung. 1
1. Einleitung. 1
2. Über die Syntax der Maitrāyaṇī Saṁhitā. 10

B. Übersetzung der Prosapartien. 139
I 4 (Brāhmaṇa für den Opferherrn). 139
I 9 (Die Hotṛ-Sprüche). 327
I 10 (Die Cāturmāsya-Opfer: die Tertial- bzw. Jahreszeitopfer). 353
I 11 (Der Vājapeya: Der Trunk für den Sieg im Wettrennen). 408

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 123 X ANGESCHAUT

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