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"Gibt es überhaupt Ewiges Leben oder reinkanieren wir so lange bis man es geschafft hat in einem Leben alles vollkommen perfekt richtig gemacht zu haben - geht dass denn überhaupt?
Wie würde dann der Himmel aussehen, wenn es ihn vielleicht doch gibt?"
(diese Frage kam per Email - wer weiß dazu eine Antwort?)

Tags: Leben, Reinkarnation, ewiges

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Klitzekleine Fundstücke -Teil III-
Griechen: "Seele", griech. = "psyché " = (Lebens-) Hauch
"aiolos" = die Bewegliche (s.o. Teil I)
Dionysische Feste, bei denen man sich mit Wein berauschte, Hades (Unterwelt) und der Meeresgott Poseidon können heute gedeutet werden als Überschreitung der Grenze zwischen Tod und Leben. Eine Entwicklung der Vorstellung von der Seele und dem Jenseitigen im Laufe der Zeit ist feststellbar. Die Seele unternimmt zunächst eine Art Seelenwanderung, gilt als die Kraft, die die äußere Gestalt erschafft und gilt als unsterblich.
Nach Aristoteles bricht in sie der Geist ein, der Erkenntnis und Freiheit des Handelns ermöglicht. Nun gilt der Geist als unsterblich und die Seele als zum Körper gehörend als sterblich. Bei Orpheus gibt es eine Art Seelenwanderung, vielleicht aus Indien übernommen.
Nach Platon wieder hat die Seele eine gleichbleibende Substanz (ousia). Sie, die Seele, ist zwar mit dem Körper verbunden, aber durchaus ein "wesenhaft selbstständiges Etwas". Zwischen den irdischen Existenzen, bei den Göttern der Unterwelt hat sie teil an der Wahrheit der ewigen Ideen (z.B. schaut sie die Idee der Gerechtigkeit). Vor einer erneuten Inkarnstion trinkt sie aus der Quelle des Vergessens und bewegt sich in der neuen Existenz auf Erden in einer Art Schattenwelt, in der sie nur noch eine Art Abbilder der wahren Ideen schaut.
Für Demokrit besteht die Seele aus Atomen. . . .
Zu den Griechen gibt es weitaus mehr zu sagen, was hier zu umfangreich wäre.
Klitzekleine Fundstücke - Teil IV -

Judentum:

" . . . dann rief der Allerheilige eine solche Seele . . ."
"Geh, steige hinab an diesen Ort, in diesen Körper:" ". . .Und wieder spricht ER (wenn die Seele wieder zur Erde steigen will): "Die Seele soll diesem Körper angehören, den sie verlassen hat."
1. Mose 21, 7ff
Eine "von Sünden befleckte Seele" kann in die "Unterwelt" absinken oder von IHM gerettet werden.

Gefunden habe ich (im Sohar, dem heiligen Buch der Kabbala) eine Art Trinität der Seele, drei Stufen der Seele:
"Nefesch" = Triebseele
"Ruach" = Geistseele, Geisthauch
"Neschamah" = heiliger Seelenodem
Im Schlaf steigt die Seele auf (ein gewisser Teil der Seele bleibt zurück und wacht über die Lebensfunktionen des Körpers.
Klitzekleine Fundstücke - Teil V -

Judentum / Christentum
Schöpfungsgeschichten aus der Bibel
- ". . . der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser . . ." Genesis, Kap. 1 = 1 Buch Mose, Kap. 1, Vs. 2
- ". . . ER schuf den Menschen . . . zum Bilde Gottes . . ." 1 Buch Mose, Kap. 1, Vs. 27
- Gott machte den Menschen aus Lehm und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase.
"Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen." nach: 1 Buch Mose, Kap. 2, Vs. 7

Neues Testament - Christentum
- "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort . . ." Joh. Evang., Kap. 1, Vs. 1

Nach dem Tod wird (irgendwann) Christus wiederkehren, die Auferstehung der Gerechten und das Tausendjährige Reich stattfinden, später erfolgt die Auferstehung der Toten, das Jüngste Gericht und u. U. das Ewige Leben. Es wird sowohl die "Auferstehung des Fleisches" als auch die eines "neuen Leibes" oder "der Seele" in verschiedenen christlichen Kirchen angenommen.
"Die Seligen sollen eine unverwelkliche Krone tragen.", heißt es in 2. Tim., 4, 8
"Denn später wird alle Veränderung, aller Wandel aufhören, und es wird hinfort keine Zeit mehr sein. Offenbar., 10, 6
Klitzekleine Fundstücke - Teil VI -

Der "Reinkarnationsgedanke" im Judentum und im Christentum.
Auch wenn der Reinkarnationsgedanke heute geleugnet wird, so kann er durchaus sowohl im Judentum als auch im Christentum bestanden haben. Der jüdische Religionswissenschaftler Shalom Ben Chorin schreibt: "Der Gedanke der Wiedergeburt ist im Judentum der Zeit Jesu offensichtlicher Volksglaube . . . So hielten die Leute Jesu für einen alten Propheten, der wiedergekommen ist." In Bez. auf Johannes ist z.B. interessant: Luk. 9, 7-9 u. 18f.

Auf der Synode zu Konstantinopel (543 n. Chr.) und dem Konzil von Konstantinopel (553 n. Chr.) sollen die Lehrsätze des Kirchenvaters und damit der Glaube an die Reinkarnation verbannt worden sein.
In Jakobus Kap. 3, Vs. 6 soll davor gewarnt werden, dass "die Zunge das Rad der Geburt in Brand setzen" könne (griech. "trochos tes geneseos". Luther soll "Rad der Geburt" mit "die ganze Welt" übersetzt haben.
Es gibt noch mehr Stellen in der Bibel, die den einstigen Glauben an eine Wiedergeburt nahe legen.
Klitzekleine Fundstücke - Teil VII -

Buddhismus:
Zum Buddhismus möchte ich nichts sagen. Lieber Ratna, vielleicht magst Du ein "Fundstück" zum Stichwort "Nirvana" beisteuern? Ich habe da zu wenig Ahnung.

Hinduismus // Yogaweg // Reinkarnationsgedanke:
An der Shiva - Shakti - Philosophie habe ich mich in diesem Forum und in der Diskussion "Die Frage nach dem Guru" versucht. Ich verweise auf die erste Mail auf der ersten Seite in diesem Forum von Sukadev. Der Link ist leicht zu verfolgen. Und der Vortrag ist interessant. Ich habe ihn mit Absicht erst kürzlich gelesen. Hätte ich ihn früher gelesen, hätte ich sicher nichts mehr gesagt.

Morgen folgt die Literaturliste. Die Suche nach "den Fundstücken" hat mich kaum mehr losgelassen. Frank hatte recht, als er (so in etwa) sagte, wir sollten lieber an die Heiligen Schriften, Mythen und Sagen selber rangehen (als an die Sekundärliteratur).
Das will ich nun wieder mehr tun und meine Yogapraxis muß ich auch wieder mehr ausweiten.

Ich würde mich über interessante "Fundstücke" zum Thema von Euch freuen. Herzliche Grüße von Chris
Klitzekleine Fundstücke - Teil VIII - Literaturliste:
DBG Lexikon // Duden - Herkunftswörterbuch (Nr. 7) // Brockhaus // Philosophische Wörterbuch, Herder Vlg. (ISBN 3-451-04151-0) // Matthias Schreiber: "Was von uns bleibt", Spiegel Vlg. DVA (ISBN 978-3-421-04345-0) // "Der Sohar. Das Heilige Buch der Kabbala", Diederichs Gelbe Reihe (ISBN 3-424-00695-5) // "Die fünf Weltreligionen", Diederichs Gelbe Reihe (ISBN 3-89631-415-7) // Die Bibel // Shalom Ben Chorin, dtv Taschenbuch (aus diesem Buch hatte ich mir früher was rausgeschrieben und weiß den Titel leider nicht mehr genau).

Bei meinen "Klitzekleinen Fundstücken" kam es mir darauf an, dass es in verschiedenen Glaubensvorstellungen / Religionen die Vorstellung oder / und Erfahrung gibt oder gab, dass etwas von uns bleibt und auch wiederkehren kann. Wo wir die Wahrheit wirklich erkennen oder deuten, mag ich nicht zu sagen. Ob wir es Reinkarnation, Wiedergeburt oder Inkarnationen nennen und was wir darunter verstehen, war dabei zweitrangig für mich.

Om shanti und liebe Grüße von Chris
Lieber Ratna, hier kommt die Antwort auf Deine Mail vom 20.02.:

Thema: dass "die Zunge das Rad der Geburt (der Geburten) in Brand setzen" könne.
In verschiedenen Bibelübersetzungen gibt es verschiedene Versionen dieses Satzes. Z.B.: "Sie (die Zunge) setzt des Leibes Kreis in Flammen . . ." (aus: "Die Bibel" nach der deutschen Übersetzung Martin Luthers, Württembergische Bibelanstalt)
In einer neueren Übersetzung fehlt sowohl "Rad der Geburt" als auch "des Leibes Kreis".

In erster Stelle sehe ich diese Bibelstelle als Warnung, dass wir mit absichtlich ausgesprochenen Worten Karma ansammeln könnten und so nochmal inkarnieren müssten.
An zweiter Stelle sehe ich, dass die Heilige Schrift durch eine veränderte Übersetzung ebenfalls in ihrer Aussage verändert wurde.
Ich habe Deine Ausführungen in diesem Forum gelesen, Ratna, kann ihnen aber nicht immer folgen. Offensichtlich bist Du Buddhist. Was geht Deiner Meinung nach bei Buddhisten in das Nirwana ein? Eine Antwort wäre nett.

Herzliche Grüße von Chris
Lieber Ratna,
bitte entschuldige, dass ich begonnen habe, Deinen Glauben einzuordnen. Dabei geht es mir wie Dir - man kann mich auch nicht mehr richtig zuordnen. Immerhin gab es so manche Erklärungsversuche von Dir, die mich stark an das, was ich über den Buddhismus gelesen habe, erinnern.
Nochmal zum Nirvana (manche schreiben auch Nirwana): Es soll ja "Nichts" oder "Leere" bedeuten. Nach und nach wird man verhaftungsloser, legt seine Leidenschaften, seine Leidenschaftlichkeit ab. So ähnlich ist es ja auch im Hinduismus. Aber im Hinduismus taucht noch "Atman", ein "Selbst" auf. Das scheint es im Buddhismus nicht mehr zu geben. "Leben ist Leiden" soll Buddha ja gesagt haben, und wenn man das Leiden mit dem Aufgehen im Nirvana dann endlich überwunden hat, soll Glück herrschen. Aber wenn kein "Selbst" kein "Ich" mehr da ist, wer kann dann noch Glück empfinden.
Vor einem Jahr hätte ich noch eine flammende Rede für die Leidenschaftlichkeit gehalten. Jetzt habe ich das verstanden. Ich verstehe auch, dass das "Ego" hinderlich ist - aber "Atman", den will ich behalten - zumindest bis "meine Seele" wieder in der "Allseele" Teil des Ganzen wird. (Aber - vielleicht begreift der Verstand nie so ganz.)
Was mir im Buddhismus gefällt, ist "der Weg der Mitte" Liebe Grüsse und einen guten Aufenthalt dort wo Du gerade bist. Christel
Hallo Ratna,
zu "Nirvana": Ratna: ". . . man sollte auf keinen Fall "Nirvana" als irgendetwas beschreiben . . ."
Ursprünglich war mir das Wort fremd, so habe ich es nachgeschlagen. Aber ich verstehe Deinen Hinweis. Aber auch die Gegenargumentation. Ähnlich ist es bei dem was wir unter "Gott" verstehen. Die Vorstellung eines persönlichen Gottes mit bestimmten Eigenschaften schränkt unser Denken ein. "Gott" ist viel mehr und nicht fassbar. Die Gegenseite sagt, dass wir in unserer (beschränkten) Existenz "Gott" nur mit Eigenschaften denken können. Trotzdem ist es wichtig, dass wir uns immer wieder gegenseitig daran erinnern, dass wir etwas Gestalt, Form geben und damit erst schaffen, was vorher so nicht war. Wir schränken nicht nur ein, wir schaffen auch. Danke für den Hinweis, Ratna.

Ratna: schlug vor, dass ich statt "Hinduismus" "Indische Lehren" verwende.
Ich bin selber nicht immer glücklich mit manchen Begriffen, die ich benutze, so auch diesem. "Heilige Schriften" will ich selten benutzen, weil ich da irgendwann sagen muss, welche ich denn meine. Das "Bardo Thodol", das tibetische Totenbuch, oder die Bibel oder, oder. "Indien" oder "indisch" verwarf ich, weil es mir zu geographisch ist. Schließlich spielt in den Heiligen Schriften Indiens auch Sri Lanka eine Rolle oder der Ozean. Um mich auf das Gedankengebäude beziehen zu können, das ja auch in anderen Ländern benutzt wird und in dem auch Buddha anfänglich fußte, habe ich "Hinduismus" gewählt. "Indische Schriften", darauf kam ich nicht und es gefällt mir gut. Danke!

Ratna: . . ."was passiert, wenn wir nicht mehr atmen" . . .
Es ist die Frage, was da nicht mehr atmet, was Atem benötigt, um zu existieren. Meine Antwort: Der Körper braucht den Atem und stirbt, wenn er diesen nicht mehr hat. Das was überdauert benötigt keinen Atem.

Ich höre gerne zu, wenn Du über das Reich der Verstorbenen erzählen möchtest. Darfst Du darüber erzählen? Tue es bitte nur, wenn Du Dir da sicher bist. OM shanti und herzliche Grüsse von Chris
Lieber Ratna,
ich habe hier grad´ private Probleme und gehe auf Tauchstation. Melde mich wieder.
Alles Liebe von Chris
Wieder aufgetaucht. Hallo Ratna, liebe Leute,
lieber Ratna, vielen Dank für Deine Fürsorge. Es geht schon.
Ja, ich arbeite auch mit Mantras. Sehr schön, dass ich jetzt die Transkription des Gayatri Mantras auf Devanagari vorliegen habe. Ich wollte es mir nämlich in dem Raum, in dem ich Yoga praktiziere, an die Wand pinseln. Was Sanskrit bzw. Devanagari anbelangt stecke ich noch in den Kinderschuhen und bin unsicher. Danke also dafür, für die Infos und das Mitgefühl.
Du wolltest uns noch von Deinen Erfahrungen erzählen, die die Deutungen in tibetischen Buch vom Leben und Sterben korrigieren. Ich bin mir noch immer nicht sicher, ob das gut wäre. Aber das müsstest Du dann verantworten. Jedenfalls bin ich gespannt.
Vorerst liebe Grüsse von Chris.
Hallo Ratna,
das meine ich auch: "Das Tibetische Totenbuch". Manche sagen, es sei nicht nur ein Totenbuch, weil es uns auch klar mache, worauf es im Leben ankäme.
Es gibt ja auch das "Ägyptische Totenbuch". Das soll für jeden etwas anders ausgefallen sein und zeigen, wie man sich jetzt schon auf die Zeit nach diesem Leben vorbereiten kann. Ein "Islamisches Totenbuch" soll es auch geben.

Und wenn im "Bardo Thodol", dem "Tibetanischem Totenbuch" oder "Weisheitsbuch der Menschheit", z.B. vom Augenblick des Todes oder dem, was man sofort nach dem Tod sieht, geredet wird, dann soll uns das doch im Hier und Jetzt schon mal vorbereiten auf das, was da kommen mag.
Ich habe "Das Tibetanische Totenbuch" hier liegen, vor langer Zeit geschenkt bekommen, aber wenig reingeschaut. Die Zeit war wohl noch nicht reif. Vielleicht aber jetzt. Was möchtest Du uns erzählen?
OM shanti. Chris

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