mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

Das Yoga Forum für Ayurveda, Yoga, Meditation und Spirituelles Leben

"Gibt es überhaupt Ewiges Leben oder reinkanieren wir so lange bis man es geschafft hat in einem Leben alles vollkommen perfekt richtig gemacht zu haben - geht dass denn überhaupt?
Wie würde dann der Himmel aussehen, wenn es ihn vielleicht doch gibt?"
(diese Frage kam per Email - wer weiß dazu eine Antwort?)

Tags: Leben, Reinkarnation, ewiges

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 945 X ANGESCHAUT

Hierauf antworten

Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Lieber Ratna, liebe Leute - OM shanti -,
das ist aber sehr interessant, was Du da schreibst! Es macht "die Sache" für Außenstehende, die nicht erlebt haben, was Du erlebt hast, glaubhafter. Du bist dankbar dafür, dass Du nicht mehr der bist, der Du vor XXX - Jahren mal warst. Die meisten Leute, die von früheren Leben erzählen, waren etwas Bedeutendes, wie sie sagen. Und man fragt sicher nicht zu Unrecht, ob es 572 wiedergeborene Napoleons und 2 438 "neu inkarnierte" Kleopatras gegeben haben kann. Dass Du Deine Absichten und Ansichten geändert hast im Laufe der Inkarnationen zeigt, dass wir dazulernen. Und wenn wir uns so weiter entwickelt haben, ist der ehemalige Name auch überflüssig geworden. Das leuchtet ein.
Jetzt ist nur noch etwas, was als Mensch nicht so leicht begreifbar ist, jedenfalls für mich. Einerseits ist dieser "immaterielle Wesenskern" - ich nenne ihn "Seele" - von Gott. Somit müsste die Seele unveränderlich sein. Was also lernt und verändert sich. Ist der Kern unveränderlich, ist der "Wesenskern" umgeben von Hüllen oder gefolgt wie ein Komet von einem Schweif. Der Hinduismus sagt da etwas anderes als z.B. das Judentum oder "die alten Germanen". Es gibt verschiedene Ansichten, Erfahrungen oder was auch immer. Ich habe angefangen zu foschen und es wird viel interessanter und umfangreicher als gedacht. Meine Fundstücke werde ich ab Montag hier ins Netz stellen, zum Schluß die Literaturliste, jeden Tag ein Teil - kommentarlos. Ansonsten nehme ich mich erstmal zurück.
Bis dann alles Gute für Dich und Euch von Chris
@Ratna:

Da sprichst Du etwas ganz wichtiges an: Das gleichzeitige parallele Vorhandensein aller Existenzebenen!

Und obwohl ich auch Deiner Meinung bin, dass es in Wirklichkeit keinen Himmel oder Hölle gibt, würde ich aber trotzdem bemerken, dass es trotzdem bestimmte Zustände gibt, die zu den üblichen Himmel- oder Höllen-Vorstellungen passen.

Denn wenn die Seele "zwischen den Inkarnationen" die vorherigen Inkarnationen geistig-meditativ aufarbeitet, dann kann das bei einigen tatsächlich wie Himmel oder Hölle empfunden werden ... je nachdem, wie jeweils gelebt wurde.

Genauso wie auch die "Zurückversetzung" bspw. auf die Bewusstseinsebene einer Pflanze oder eines Tieres durchaus auch als "Hölle" empfunden werden kann (aus unserer aktuellen Bewusstseinsstufe heraus) und ein dementsprechend "höherer" Zustand als Himmel.


@chris:

Dein Hinweis auf die vielen Menschen, die fest davon überzeugt sind, früher Kleopatra, Cäsar, Napoleon oder sonst wer gewesen zu sein ist sehr gut! Und wirft in diesem Zusammenhang noch eine ganz andere Frage auf: "Sehen" diese Menschen wirklich eine "echte" frühere Inkarnation oder "sehen" sie "nur" das "Abbild" davon in der sogenannten Astralwelt?

Das ist, wie ich finde, eigentlich auch eine bedeutende Frage im Zusammenhang mit den Reinkarnationstherapien und der (wissenschaftlichen) Reinkarnationsforschung im allgemeinen. Nämlich: Wie lässt sich herausfinden, ob es sich um ein eigenes früheres Leben handelt, an das sich erinnert wird, oder "nur" um den Einblick (und nachempfinden) in das frühere Leben einer anderen Seele?


Herzliche Grüße
mic
Om shanti, liebe Leute,

@mic: (frühere Leben) ". . .Cäsar, Cleopatra, Napoleon. . . "Sehen" diese Menschen wirklich eine "echte" frühere Inkarnation oder "sehen" sie "nur" das "Abbild" davon in der sogenannten Astralwelt?"

Ich weiß es nicht, mic. Ich gehe davon aus, dass wir ein Ego haben und das, was ich Seele nenne. Im schlechtesten Falle gaukelt Dir Dein Ego etwas vor und was Du "siehst" ist fabuliert, zusammengegaukelt und nährt Dein Ego und Du bist stolz. Wenn Du ganz in Dich gehst, dürftest Du Zweifel an Deinen Geschichten bekommen.

Im anderen Fall spürst Du tief in Dir, dass Du etwas erlebt hast, was wahr ist, kannst es aber nicht beweisen und das ist auch nicht wichtig. Ich bin davon überzeugt, dass die Seele den Körper verlassen kann, jede Nacht, ob wir es erinnern oder nicht, bei schwerer Krankheit, Unfall, unter der Geburt und in der Meditation.
Wenn jemand soetwas erlebt, ist das keine besondere Leistung, auf die man stolz sein kann. Es geschieht einfach. Und: jedem passiert es, ob er oder sie sich daran erinnert oder nicht. Bei diesen "echten Erlebnissen" können sich Seelen begegnen und sich austauschen (und ich bin sicher, es geschieht vorwiegend über Bilder). Vielleicht (???) ist es hier gegeben, dass eine Seele sich zu sehr mit einer anderen identifiziert und das Ego des Menschen, dessen Seele dieses Erlebnis hatte, später meint, früher dieser Mensch gewesen zu sein.

Ich bin überzeugt, es gibt echte Seelenreisen und Erlebnisse, aber auch Täuschungen. Wissen tue ich es nicht.
Liebe Grüsse von chris
Om shanti, liebe Leute,

@Ratna: Thema "Himmel und Hölle".
Ich habe mal ein paar Jahre Konfirmandenunterricht gegeben. Und das war gut und zwar für mich. Denn die Jugendlichen waren sehr fordernd und überkritisch und haben mich quasi gezwungen, meine alten Denkmodelle zu überdenken. Ich habe mir also selber nochmal "die Bibel vorknöpfen müssen". Und ich bin u.a. darauf gestoßen, wie oft das Wort "glauben" vorkommt. "Es wird euch geschehen nach euren Glauben." Matthäus 8,13

Das was ich denke, wonach ich mich ausrichte, wovon ich überzeugt bin, das leitet mich in diesem Leben aber auch darüber hinaus in einem anderen Leben. Wenn ich davon überzeugt bin, dass Sport wichtig für mich ist, werde ich mein Leben so einrichten, dass ich genügend Zeit für meinen Sport habe. Wenn ich davon überzeugt bin, zwei linke Hände zu haben, wird mir vieles misslingen.

In dieser Existenz ist alles noch recht schwerfällig und Ursache und Wirkung, Gedanke und gestaltete Welt liegen häufig noch so weit auseinander, dass wir manchmal nicht sehen, wie was zusammenhängt. In einer "feinstofflicheren Welt" kann das ganz anders sein. Z.B. könnte ich denken, ich würde für dies und das bestraft - und schon geschieht es. Ich könnte aber auch denken, "Astralwesen", aufgestiegene Meister helfen mir sicherlich und ich überwinde Fehler - und schon geschieht es. Und wenn ich weiß, dass ich in der Beherrschung meiner Gedanken noch keine Meisterschaft erreicht habe, könnte ich mir mit einem Gebet oder einem Mantra helfen, damit "der Aufstieg" gelingt.
Was, wenn jeder selber sich "seinen Himmel" oder "seine Hölle" schafft. Was wenn wir in jedem winzigen Augenblick selber Schöpfer sind? Wie schrecklich verhängnisvoll kann es dann sein, an eine Hölle zu glauben!

@Ratna: "Wohin nimmst Du Dich zurück?"
Wenn ich es schaffe, setze ich nur meine "klitzekleinen Fundstücke" ins Netz und enthalte mich - sagen wir eine Woche - jeglichen Kommentars.

Liebe Grüsse von Chris
Hallo zusammen.

@Ratna:
Keineswegs ... ich finde Du schreibst sehr klar, verständlich und anschaulich. Macht Freude es zu lesen.

@Christel:
Es gibt noch sehr viele andere, sehr deutliche Hinweise in der Bibel ... selbst heute noch nach diversen Übersetzungs- und Glättungsschritten.


Herzliche Grüße
mic

P.S.: Bin derzeit etwas beschäftigt, daher fallen meine Antworten nur so kurz aus.
Klitzekleine Fundstücke - Teil I - :

"Seele": mhd. "séle", ahd "sela", "se(u)la", got. "saiwala, niederl. "ziel", engl. "soul", vermutlich "die zum See Gehörende". Germanen glaubten, dass die Seelen der Ungeborenen und der Toten sich in bestimmten Seen aufhalten bzw. von dort kommen. "sela"bedeutet auch bewegliches Wesen, häufig in Gestalt eines Vogels, einer Maus, einer Schlange oder eines Schmetterlings. Die Seele löst sich vom abgestorbenen Körper. Seele, urgerm. "saiwole".

(Lautlich) von griech. "aiolos" = "die Bewegliche und bezeichnet allgemein den inneren Wesensgrund des Lebendigen, der sich namentlich in dessen Eigenbewegungen äußert, wobei bei allem Leblosen (Unbeseelten) nur körperliche Fremdbewegung möglich ist.
Hallo Ratna

Tri Ratna Dharmadhatu schrieb:
Es gibt in Indien Menschen( Yogis) die Bewegen sich auch nicht mehr von Fleck - ihr ganzes Leben lang. Sie üben sich ihre Handlungen aufzugeben, auch die Handlungen die man mit dem Geist tut, wie Denken u.s. fort.

Was mich nur wundert ist, dass man durch solch eine (Nicht-)Handlung meint, sich irgendwie weiterentwickeln zu können.

Wenn die evolutionäre Entwicklung uns an diesen Punkt gebracht hat, an dem wir nun - als Mensch - stehen, dann würde ich das Aufgeben all dessen, was wir uns durch diese gesamte Entwicklung haben aneignen können, eher als Rückschritt verstehen, denn als Fortschritt.

Wenn wir den Intellekt aufgeben, dann unterscheiden wir uns nicht mehr vom Tier. Wenn wir unser Ich-Bewusstsein aufgeben, dann unterscheiden wir uns nicht mehr von einer Pflanze. Und wenn wir unsere Wunschnatur aufgeben, unterscheiden wir uns nicht mehr vom Mineral.

Devolution als Ziel der Evolution?
Das erscheint mir etwas seltsam ...

Herzliche Grüße
mic
Lieber Ratna, liebe Leute,
danke für Deine Schilderungen.
Thema: Karma / Handlungen. Ja, was Du sagst, habe ich ähnlich auch bei Yoga Vidya gelernt. Aber auch, dass "Nicht-Handeln" auch "Handeln" ist. Auch die Entscheidung in Askese zu leben oder gar bewegungsarm ist letztlich "Handlung". Wir können nicht ohne Handlung leben. Um kein neues Karma anzusammeln sollen wir nur nicht an den Früchten unserer Handlungen hängen.

Was ich zum Thema "Himmel und Hölle" sagte, ist meine persönliche Meinung.
Mics Einwand kann ich verstehen.
Herzliche Grüße und jetzt kommt ein weiteres KKF = klitzekleines Fundstück. Chris
Klitzekleine Fundstücke - Teil II-

Germanen: Ab etwa 1.000 v. Chr wird die Körperbestattung durch die Leichenverbrennung ersetzt. 2 Gründe:
a) Der Tote kann nicht als "lebender Leichnam" zurückkehren.
b) "Das Feuer befreit die Seele des Toten aus dem Kerker des Körpers."

"Enkel" = ahd. "eninchili", bedeutet "der kleine Ahn". Hier wird ausgedrückt, dass der Großvater im Enkel wiedergeboren ist.

Odin = Wotan, altgerm. Kriegs und Totengott und hauptsächlicher "Welturheber", begleitete die Seelen der gefallenen tapferen Krieger in die letzte Schlacht um "die Weltherrschaft des Guten". So soll die kosmische Ordnung wieder hergestellt werden.
Hallo zusammen


@Ratna:
Wobei aber die Einsicht ... oder Vision ... also letzlich die Intuition ... in der Meditation und die Einsicht durch das logische Denken mithilfe des Intellekts zwei völlig verschiedene Erkenntnismethoden sind.

Zwar bin ich ebenfalls der Ansicht, dass die Intuition "über" dem Intellekt steht, aber ohne den Intellekt können wir die intuitiv empfangenen Eindrücke nicht "bewerten". Ohne den Intellekt können wir keine Fehlinterpretationen "aussortieren".

Insofern halte ich es für fatal, den Intellekt verwerfen zu wollen. Er kann mit Sicherheit zum "Diktator" werden, wenn man ihn lässt, aber ohne ihn und seine Erkenntnismethoden können wir Illusionen nicht von Erkenntnissen unterscheiden. Denn es gibt nun mal Erkenntnisse, die uns auf keine andere Weise als über den Intellekt erreichen können.


Und wenn Karma Handlungen sind, und selbst Nicht-Handeln eine Handlung ist, wie kann man dann Karma nicht mehr "ansammeln"?

Überspitzt formuliert: Selbst wenn ich mich in die Ecke setze, nichts mehr denke, nichts mehr tue, alle Wünsche, Zielsetzungen und Bestrebungen abtöte und schliesslich sogar die biologischen Grundfunktionen zur Aufrechterhaltung des Körpers nach und nach abstelle ... und langsam aber sicher dahinsieche ... selbst dann erzeuge ich doch Karma!

Und nu?


Herzliche Grüße
mic
Hallo Ratna,

es scheint als wenn wir beide etwas anderes mit dem Begriff "Bewusstsein" verbinden. Also die Sinneswahrnehmung als solches - gleichgültig von welchem Sinn - würde ich nicht als "Bewusstsein" verstehen. Vielleicht eine Form von "Bewusstheit" irgendeiner bestimmten Wahrnehmung ... also dass man merkt "ah, da ist was". Die Sinne liefern m.E. nur Informationen, deren "Verarbeitung" und "Interpretation" schliesslich die hauptsächliche Aufgabe des Bewusstseins ist.

Es heisst ja auch, dass der Intellekt eine "trennende Intelligenz" ist, weil er unterscheidet und differenziert. Das kann er ... aber das ist natürlich auch seine größte Schwäche. Trotzdem würden wir ohne ihn und seine "trennenden" Fähigkeiten ziemlich aufgeschmissen sein.

Wenn wir allein unseren Sinneswahrnehmungen bedingungslos glauben würden, ohne diese durch den Intellekt zu prüfen, dann würden wir glauben, dass sich die Sonne, um die Erde dreht und nicht umgekehrt. Wir würden dann glauben, dass eigentlich parallel verlaufende Eisenbahnschienen am Horizont in einem Punkt zusammentreffen. Wir würden glauben, dass eine Rose tatsächlich rot ist, obwohl in Wirklichkeit rot nur die einzig Farbe ist, die von ihre zurückgeworfen wird. Wir wären etlichen Illusionen erlegen, ohne die Chance sie korrigieren zu können.

Zitat:
Was das Denken betrifft kann ich Dir nicht ganz zustimmen, ( nach neuen Wissenschaftlichen Studien, haben die Yogis recht,) das konzeptuelle Bewusstsein kann nicht bewerten.

Leider muss ich gestehen, dies nicht ganz verstanden zu haben. Was wurde wie genau bewiesen oder widerlegt? Dass das Bewusstsein nicht bewerten kann? Was macht es denn sonst den ganzen Tag?


Herzliche Grüße
mic
Liebe Leute,
@Ratna: Lieber Ratna, ich bewerte nicht. Für mich gibt es keinen Himmel und keine Hölle. Ich gehe aber davon aus, dass wir mit unseren Gedanken "schöpfen", deshalb gibt es für jeden etwas anderes, das, woran er oder sie glaubt, was er oder sie fürchtet, erhofft. Glaubt wer an die Hölle, so wird es sie für ihn geben. Was also, wenn Gedanken Schöpferkraft haben? Wie gehe ich damit um, Ratna? Das war der Grundgedanke.

@Mic: Lieber Mic, Thema "Karma": Es gibt kein "gutes Karma" und es gibt kein "schlechtes Karma". Es gibt nur Karma. Aus dem Kreislauf der Wiedergeburten hin zur Befreiung, zur Erkenntnis, zur Einheit mit Gott und allem können wir kommen, wenn altes Karma abgebaut ist und unsere Handlungen kein neues Karma hervorbringen. Dies können wir erreichen, wenn wir nicht an den Früchten unserer Handlungen hängen und verhaftungslos handeln. Wir handeln, ohne etwas dafür zu erwarten, kleben auch nicht an unseren Handlungen. Wir tun, was getan werden muß und gehen dann über zur nächsten Handlung, selbstlos, verhaftungslos, ohne Groll im Herzen. In der Bhagavad Gita z.B. Kap.3 und 4 wird einiges dazu gesagt. Swami Sivananda tut das auch.
Ein selbstloses Motiv ist auch, wenn aus Mitleid gehandelt wird oder auf Gott hin (alles habe und bin ich durch ihn und setze es zum Wohl der Gemeinschaft und zu seinem Lob ein (ich widme mein Handeln Gott)).
Wenn wir die Gedankenschraube noch eine Umdrehung weiterdrehen, können wir sagen: 2 Menschen handeln gleich aber mit unterschiedlichen Motiven. Der eine sammelt Karma an, der andere nicht. L.G. Chris

Antworte auf diese Diskussion im Yoga Forum

RSS

© 2020   Impressum | Datenschutz | AGB's | Yoga Vidya |   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen