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"Gibt es überhaupt Ewiges Leben oder reinkanieren wir so lange bis man es geschafft hat in einem Leben alles vollkommen perfekt richtig gemacht zu haben - geht dass denn überhaupt?
Wie würde dann der Himmel aussehen, wenn es ihn vielleicht doch gibt?"
(diese Frage kam per Email - wer weiß dazu eine Antwort?)

Tags: Leben, Reinkarnation, ewiges

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Ja Ratna das sehe ich auch so, wenn wir von der Realitätsebene ausgehen in der wir zur Zeit Leben und Inkarniert sind.
Aber es gibt noch unzählige andere Realitätssysteme in denen ganz andere Lebensvorraussetzungen vorhanden sind. Das Raum Zeitgefüge zB. äußert sich in anderen Realitäten gar nicht, oder vollkommen anders als bei uns hier. Es gibt viele Dimensionen in denen die dort vorhandenen Lebenseinheiten nie einen Körper wie wir ihn kennen hatten.

Aber ich muss Dir zustimmen alles unterhalb der reinen Lichtfrequenz kann nicht ewig sein und ist vergänglich. Dieses trifft jedoch nicht auf unseren Wesenskern oder unserem Wesensgesamtselbst zu. Ich muss vielleicht noch mal zur besseren Verständlichkeit darauf hinweisen, dass jeder Mensch nur ein kleiner ( sehr kleiner Teil) seiner Gesammtpersönlichkeit in seinem Körper hier auf Erden ist. Das was wir sind, können wir erst nach dem Ableben hier auf Erden wieder verstehn. Denn dann haben wir zugang zu unserm Gesamtselbst. Wir können dann alles nachfühlen oder nochmal erleben und sehn was wir je waren, bis zurück zur Geburt unserer Gesamtseele.
Dieses Wissen würde unser kleines Bewusstsein im Leben völlig überfordern, ja sogar zerstören. Überigens es gibt ein Zwischenreich in dem normalerweise der Verstobene erst mal wieder zu sich selbst finden kann, und sich langsam oder schneller erinnert wie man sich Verhält ohne feststofflichen Körper. Dort sind fast immer Wesen die auch gerade in dem Zyklus sind und auf die man sich freud, wei man sich von anderen Zeitaltern kennt. Diese Zusammenkunft ist meistens sehr emotional und man tauscht dann sehr lange und unter freude seine Gedanken aus.

Liebe Grüße Elfenwald
Wenn es ein immaterielles Prinzip (Seele/Bewusstsein) gibt, dann muss es auch unsterblich sein. Anders geht es nicht.

Einigermassen Übereinstimmung scheint ja in der Annahme zu bestehen, dass der Mensch aus einem materiellen Anteil - dem physischen Körper - und einem immateriellen Anteil - Seele/Bewusstsein - zusammengesetzt ist. Während der materielle Anteil selbstverständlich Raum und Zeit unterworfen ist, ist es der immaterielle ebenso selbstverständlich nicht. Das heisst, er kann weder entstehen noch vergehen, wie der materielle Anteil.

Interessanterweise liefert ausgerechnet die (materielle) Physik einen bemerkenswerten Lösungsansatz. Dort wurde bspw. festgestellt, dass egal wie "tief" man in die Bestandteile der Materie hineinschaut (Atome, Quanten usw.) man immer entdeckte, dass sie sich aus Teilchen und den dazwischen wirkenden Kräften/Energien zusammensetzen. Immer wieder auf jeder Ebene dasselbe Prinzip. Einige Wissenschaftler gehen sogar davon aus, das nicht die Teilchen es sind, auf die es ankommt, sondern die Kraft/Energie dazwischen, das eigentlich entscheidende ist.

Nun weiss aber jeder Physiker, dass Energie weder entsteht, noch vergeht. Sie wandelt sich nur und verändert ihre Erscheinungsform.

Was ist, wenn das, was auf das eine immatierelle Prinzip zutrifft, vielleicht auch auf das andere immaterielle Prinzip zutrifft?

Herzliche Grüße
mic
Hallo Frank,

vielen Dank. Aber nein, Physiker bin ich nicht. Ich interessiere mich nur dafür, mehr eigentlich nicht.

Na ja, und bei der Beschäftigung mit der Physik ist mir halt aufgefallen, dass sie mittlerweile einiges herausgefunden oder wenigstens beobachtet hat, was mit den Aussagen alter Weisheitslehren erstaunlich gut zusammenpasst.

Klar, insgesamt ist die "Wissenschaft" immer noch sehr materialistisch eingestellt, aber es tut sich was. Was das Ignorieren von Fakten angeht, die der eigenen Weltanschauung widersprechen ... tja, das scheint eine zutiefst menschliche Eigenschaft zu sein ... und ist offenbar nicht nur in der Wissenschaft anzutreffen. Irgendwer hat mal gesagt, dass Veränderungen nicht dadurch entstehen, dass sich etwas Neues langsam ausbreitet, also die Leute ihre Ansichten verändern, sondern vielmehr dadurch, dass die Vertreter älterer Ansichten langsam "aussterben" und nach und nach nur noch die Vertreter neuerer Ansichten "übrigbleiben". Insofern könnte es vermutlich noch etliche Jährchen dauern, bis sich die "offizielle" wissenschaftliche Weltanschauung verändert, aber der Prozess selbst scheint bereits im vollen Gange zu sein.

Was die "Übereinstimmung" angeht, hast Du völlig recht. Da habe ich mich leider ziemlich unklar geäussert. Zwar habe ich tatsächlich ganz automatisch angenommen, dass die an Yoga interessierten Leute tendenziell dem Reinkarnationsgedanken eher offen gegenüberstehen, aber das hatte ich eigentlich garnicht damit gemeint.

Stattdessen meinte ich eine allgemeine Übereinstimmung unter denen, die sich mit der Existenz einer unsterblichen Seele intensiver auseinandersetzen bzw. auseinandergesetzt haben. Ganz allgemein ... historisch, kulturell, religiös usw.

Es stimmt zwar, dass unsere moderne westliche Kultur nur wenig mit der Vorstellung eines immateriellen Seelenanteil anfangen kann, und dieses Phämomen - wenn sich überhaupt damit beschäftigt wird - meist rein materiell interpretiert wird, aber damit bilden wir eigentlich - historisch gesehen - eine große Ausnahme. Einzig im alten Rom wurde sich noch weniger mit diesem Thema beschäftigt. Aber ansonsten lässt sich eigentlich in jeder Kultur irgendeine nähere Beschäftigung mit der Existenz einer immateriellen Seele finden ... und dementsprechend auch irgendwelche Reinkarnationsideen. Angefangen bei den einfachsten Naturvölkern, über vermeintlich "barbarische" Kulturen, über die alten Hochkulturen, selbst bis hin zu den Ursprüngen des Christentums. Na ja, und selbstverständlich in Indien, klar.

Das meinte ich mit "Übereinstimmung". Fast alle Religionen, Weisheitslehren, Kulte, Philosophien usw. gehen (zumindest in ihren Ursprüngen) von der Existenz einer immateriellen Seele aus. Na ja, und wenn man das als "gegeben" annimmt, dann kommt man halt zwangsläufig irgendwann bei dem Fortbestehen dieses Seelenanteils nach Tode des Körpers an ... wie auch immer dann die jeweilige Theorie aussehen mag.

Herzliche Grüße
Hallo Ratna,

entschuldige bitte meine direkte Frage, aber wie meinst Du das? Eine blöde Frage, ich weiss, aber ich bin leider nicht ganz sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe. Meinte Patanjali, dass es keine Seele gäbe?

Gruß
mic
Ja klar, Ratna, gerne.

Hm ... meines Erachtens ist es überhaupt recht schwierig darüber zu sprechen ... speziell auf Deutsch. Und da halte ich den Begriff "Geist" sogar für noch missverständlicher als "Seele". Denn obwohl wir uns als Land der "Dichter, Denker und Geisteswissenschaftler" empfinden, haben wir nur einziges Wort für viele völlig verschiedene Bedeutungen. Geist kann genauso Gespenst, wie auch Verstand, Intellekt, Denken, Bewusstsein, Lebensatem oder -hauch, Seele, Weltgeist oder ganz allgemein für etwas "spirituelles" stehen. So genau weiss das eigentlich niemand ... und jeder interpretiert etwas anderes in diesen Begriff hinein. Seele wird zwar meist etwas enger verstanden, aber dafür sind deren Interpretationen oft auch wesentlich unkonkreter.

Besonders schwierig wird es, wenn Begriffe aus anderen Sprachen übersetzen, die über viel eindeutigere Namensgebungen verfügen. Beispielsweise englisch: Da gibt es body, mind und spirit. Bei uns nur Körper und Geist. Wenn aber einer Geist im Sinne von mind gebraucht und der andere im Sinne von spirit, entsteht schnell ziemliches Durcheinander, bei dem man leicht aneinander vorbei reden kann,

Deshalb bin ich bei den Begriffen meist etwas vorsichtig. Wie auch immer wir das Ganze nennen mögen, im Grunde geht es doch darum, dass wir einerseits einen materiellen Körper haben und etwas, dass nicht materiell ist. Und dieser immaterielle Anteil ist denn das, was nicht zusammen mit dem Körper vergeht, sondern weiterbesteht.

Die Frage ist halt nur, reden bei dem immateriellen Bestandteil über den "mind" (Intellekt, Bewusstsein, usw) oder den "spirit" (Lebenshauch, spiritus, ruach, prana)?

Meine Frage war daher so gemeint, ob Patanjali die Existenz eines immateriellen Anteils im Menschen verneinen würde oder wie er überhaupt darüber dachte.

So wie ich ihn - als Laie - verstanden habe, war er scheinbar der Ansicht, dass das materielle Universum von und durch eine universelle Energie - Prakriti - aufgebaut ist/wurde. Und in dieser Maya-Illusion der Prakriti sollen die unzähligen individuellen Purushas (die Seelen?) irgendwie "verstrickt" sein, die scheinbar gleichzeitig von einem höchsten Purusha (das Absolute Ganze?) getrennt und verbunden sind.

Das hört sich für mich auch irgendwie nach einer Art "ewigem Leben" an.

Gruß
mic
"ewiges Leben" = "ewige Veränderung"

Klasse! Großartig auf den Punkt gebracht. :-)

Auch in allem anderen: Vollste Zustimmung.


Gruss
mic
OM shanti, lieber Frank,
ich habe Deine beiden E - Mails gelesen und zuerst gedacht, sie seien von zwei verschiedenen Franks. Allgemeingültig wissenschaftlich lässt sich die Seele sicher nicht beweisen. Und doch ist es mehr als Glaube zu sagen, es gibt sie die Seele und ich bin mehr als mein Körper. Ich könnte Dir Erlebnisse erzählen und das können viele Menschen. Trotzdem würdest Du dann nicht für wahr halten, was ich für wahr halte. Die eigene Erfahrung ist ausschlaggebend. Alle Meister weisen auf das Studium der (Heiligen) Schriften hin, auf die Versenkung, die Meditation und dass wir offen sein sollten, wenn wir tiefere Erfahrungen machen wollen. Swami Sivananda weist auch immer wieder darauf hin, wie wichtig das Tun, das Machen ist. "Der neue Dan Brown" geht auch auf Reinkarnation und die wissenschaftliche Beweisbarkeit von der Seele in seinem Roman "Das verlorene Symbol" ein. Er geht auch auf die heiligen Schriften der Hindus ein. Recht interessant. Obwohl nur ein Roman.
Viele tiefe Erlebnisse beim Meditieren und vielen Dank für Deine Überlegungen sagt Chris
Hallo Frank,

darf ich kurz fragen, welche Frage genau Du damit meinst?

Gruss
mic
Hallo Frank,

die eigentlich grundlegende Frage scheint aber die zu sein, ob es überhaupt eine Seele gibt, oder? Denn wenn diese Frage nicht unbeantwortet wäre, würden sich die anderen nicht oder wenigstens nicht in dieser Form stellen.

Verstehen kann ich das zwar, aber genau genommen gehört sie nicht unbedingt zum Thema Reinkarnation dazu. Angenommen wir würden uns der Reinkarnation mit wissenschaftlichem Anspruch nähern, dann wäre die Existenz dieser immateriellen Seele ein Axiom, ohne das jede weitere Betrachtung überflüssig wäre. Wenn ich bspw. die Gesetzmäßigkeiten der Wolkenbildung untersuchen möchte, muss ich als grundlegendes Axiom erstmal voraussetzen, dass es in der Luft überhaupt Feuchtigkeit gibt. Die Frage ob das so ist oder nicht, wäre ein komplett anderes Forschungsgebiet.

Trotzdem sollte natürlich - zumindest für einen persönlich - die eine Frage erstmal geklärt sein, bevor man zur anderen übergeht. Da hast Du natürlich recht. Ich frage mich allerdings nur, ob es überhaupt jemals einen Beweis für die Seele geben kann. Kann man etwas Immaterielles materiell beweisen?

Dass die Seele nichts materielles sein kein, wissen wir. Denn wenn es so wäre, liesse sich jeder Mensch beliebig auseinander- und wieder zusammenbauen, und würde wieder "funktionieren" ... so wie jedes Uhrwerk oder irgendwelche andere Maschinen. Ist aber nicht der Fall. Indirekt wissen wir also, dass es etwas gibt, was auch dazuzugehören scheint, aber selbst nicht materiell ist.

Hm ... ich frage mich, ob man irgendjemanden die Existenz eines Gefühls beweisen könnte. Sagen wir mal Liebe. Wie würde jemanden beweisen, dass es existiert und dass man es gefühlt hat, der es selbst noch nie gefühlt hat? Wie würde das gehen?

Andererseits ... vielleicht muss man ja auch nicht unbedingt alles beweisen, vielleicht reicht es einfach aus, dass man es selbst fühlt?

Ausserdem wissen wir ja noch nicht einmal, was Materie wirklich ist, warum müssen wir dann ausgerechnet das Immaterielle belegen?

Je tiefer wir in die Materie hineinschauen, desto mehr Fragen ergeben sich. Immer wieder begegnet uns das Prinzip, dass irgendwelche Teilchen - mit viel "Nichts" dazwischen - durch irgendeine Kraft zusammengehalten werden. Dasselbe Prinzip auf jeder Ebene.

Und in gewisser Weise trifft es ja auch auf uns selbst zu. Irgendwas hält unsere (Bestand)Teile zusammen ... ganz allgemein formuliert.

Selbst wenn wir nach "oben" schauen ... in den Makrokosmos ... überall wieder sehen wir Teil(ch)e(n) mit viel "Nichts" dazwischen, die von irgendeiner Kraft zusammengehalten werden.

Aber zurück zu uns Menschen. Mir scheint, als wäre die anderen Fragen von der Art und Weise abhängig, wie man die Welt bzw. das Universum sieht. Ist es wirklich nur ein Haufen zufällig zusammengewürfelter Erscheinungen, die alle voneinander getrennt sind, nicht miteinander zu tun haben? Ist das Universum eine willkürliche Ansammlung "toter" Objekte, mit einigen wenigen "Inseln des Lebens" dazwischen?

Oder ist das Universum vielleicht doch ein "großes Ganzes", in dem jedes (noch so kleine) Teil mit jedem anderen Teil in Verbindung steht? Hängt vielleicht doch alles zusammen?

Die alten Weisen gehen sogar noch weiter und behaupten, dass das Universum aus Gedanken entstanden ist ... die Schöpfung bzw. der Traum des Absoluten ... dem Einen Leben ... oder ähnliches. Es soll eine Illusion sein ... das Materielle soll von dem Immateriellen erschaffen worden sein.

Eine faszinierende Vorstellung. Allerdings gibt es auch naturwissenschaftliche Indizien, die in eine ähnliche Richtung weisen. Zum Beispiel der sogenannte Casimir-Effekt, bei dem Materie aus dem Nichts entsteht.

Angenommen das würde wirklich stimmen ... was wäre dann Leben/Bewusstsein? Oder anders gefragt: Gäbe es überhaupt irgendwas, was nicht Leben/Bewusstsein wäre?

Ein früher persischer Dichter sagte einmal folgendes darüber:
Es schläft im Stein, träumt in der Pflanze, erwacht im Tier und wird sich im Menschen seiner selbst bewußt.

Was wäre in diesem Sinne Reinkarnation? Vielleicht nichts anderes, als eine Art evolutionäre Weiterentwicklung dieses Leben/Bewusstsein.

Und wieviele verschiedene Leben/Bewusstsein müsste es dann geben? Gleichzeitig Eins und unendlich viele.

Am ehesten lässt sich das vermutlich mit dem Pilz-Beispiel nachvollziehen. Das, was wir als Pilz bezeichnen, ist nur der sichtbare Fruchtkörper, der aus dem Erdboden scheint. Der eigentliche Pilz ist aber sein Wurzelgeflecht ... Mycel beim Pilz genannt ... das unsichtbar unter der Erde liegt und alle einzelnen Fruchtkörper über der Erde miteinander verbindet. Egal wieviele einzelne Fruchtkörper - da und dort scheinbar voneinander getrennt - aus der Erde schauen ... es ist immer nur ein Pilz.


Herzliche Grüße
mic
Hallo Ratna,

da sprichst Du einen sehr weitreichenden Themenkomplex an, der möglicherweise den Rahmen und die Möglichkeiten eines solchen Forums weit übersteigen könnte. Insbesondere, weil es die unterschiedlichsten Anschauungen und Glaubensvorstellungen in diesem Punkt gibt. Nicht nur weltweit, sondern auch innerhalb der vielfältigen indischen Auslegungen.

Das zumindest ist mir kürzlich erst so richtig bewusst geworden, als ich - wie es der Zufall so will - gerade ein Buch zum Thema Reinkarnation ins Deutsche übersetzt habe. In dem werden nicht nur die Reinkarnationsvorstellungen früherer Kulturen, Völker und Glaubensrichtungen dargestellt, sondern auch die aktuellen - in Indien und anderswo auf der Welt. Wenn man eines sagen kann, dann dies: In fast jeder Kultur hat es (wenigstens über einen gewissen Zeitraum) bestimmte Reinkarnationsvorstellungen gegeben. Auch gibt es tendenziell grundsätzliche Gemeinskeiten, aber in den jeweiligen Details auch teilweise sehr große Unterschiede ... selbst innerhalb einzelner Kulturen. Dementsprechend vielfältig müsste die Antwort auf diese Frage ausfallen.

Aber es gibt auch eine allgemeine Gemeinsamkeit, nach der die wiederholten Reinkarnationen sozusagen die "Schule des Lebens" darstellen. In jedem einzelnen Leben erleben wir neues, lernen neues hinzu und erweitern dadurch sozusagen unser Bewusstsein. Das soll bei den allereinfachsten Lebensformen (die fast überhaupt noch kein Bewusstsein entwickelt haben) anfangen und sich schliesslich bis zum höchstmöglichen, dem kosmischen Bewusstsein, weiterentwickeln. Einige Traditionen sind der Meinung, dass der Mensch so in etwa die Mitte dieser "spirituellen Evolutionsleiter" erreicht hat. Manche sind sogar der Ansicht, dass der Mensch den Punkt darstellt, an dem das Leben/Bewusstsein den Bereich der "automatischen" Evolution verlässt und den Bereich der selbstinitiierten Weiterentwicklung eintritt (oder es wenigstens müsste).

Man könnte also sagen, dass Leben daher Lernen bedeutet. Und dass es immer weitergeht, weil es noch viel mehr zu lernen gibt. Einige sind sogar der Meinung, dass wir regelrechte "Lernaufgaben" für unsere jeweilige Inkarnation mit auf den Weg bekommen. Und dass es durchaus auch mal 2-3 Inkarnationen dauern könnte, bis eine wichtige Lebenslernaufgabe dann tatsächlich "verstanden" wird.

Was die Dauer zwischen den Inkarnationen angeht, so gibt es auch da sehr große Unterschiede in den jeweiligen Auslegungen. Tendenziell scheinen aber so ca. 1000-2000 Jahre als "Pause" für die meisten Menschen angenommen zu werden. Allerdings heisst es auch, dass die Seele in dieser Zwischenzeit über das vergangene Leben "meditieren" würde ... also sozusagen aufarbeiten. Die Seelen jedoch, die darin noch nicht geübt sind und/oder rein auf die materiellen "Vergnügungen" ausgerichtet sind, "zieht" es teilweise deutlich schneller zurück in eine weitere Inkarnation, während die "fortgeschritteren" Seelen auch locker 10.000 Jahre lang meditieren können sollen. Allerdings gibt es auch die Überzeugung, dass man durchaus auch schneller wieder reinkarnieren kann, sofern man das unbedingt möchte. Aus den verschiedensten Gründen.

Ach ja, interessant ist vielleicht auch, dass nach einigen Vorstellungen nicht die Seele selbst "bestimmt" wie und wo sie reinkarniert, sondern dass das nach bestimmten universellen Gesetzmäßigkeiten abläuft. Das "Gesetz der Anziehung" wird in diesem Zusammenhang öfter genannt. Demnach sollen es einerseits die eigenen Neigungen, Leidenschaften und Wünsche sein (bewusst oder unbewusst) und andererseits die notwendigen Erfahrungen (die sich aus den Lernaufgaben ergeben), aus denen sich dann die jeweiligen Bedingungen der nächsten Inkarnation ergeben. Sobald diese Bedingungen irgendwo vorhanden sind, soll die exkarnierte Seele davon regelrecht "angezogen" werden.

Die einzige Ausnahme sollen dabei die besonders fortgeschritteneren Seelen sein, die den Punkt in der Entwicklung erreicht haben, an dem sie selbst über eine weitere Inkarnation und die jeweiligen Bedingungen entscheiden. Diese ... na, sagen wir ruhig mal "Meister" sollen aber sich aber darüber hinaus auch über ihre früheren Inkarnationen absolut bewusst sein (zumindest aber die letzten paar). Aber das scheint wirklich eher ein Sonderfall zu sein und (bisher) nur auf wenige Menschen zuzutreffen.

Ob das allerdings damit gemeint ist, sozusagen "dem Rad des Lebens zu entkommen", weiss ich jedoch leider nicht.

Herzliche Grüße
mic
Hallo Ratna,

genau! Loslassen ist mit Sicherheit eine der wichtigen Übungen ... auf vielen verschiedenen Ebenen ... vielleicht sogar auf allen. Wenn wir uns bewusst werden, dass die eigentliche Wirklichkeit ... das wahre und einzige JETZT ... ein ständiges Fliessen ist, dann wird klar, dass jedes Festhalten einer "Verstopfung" gleichkommt. Einerseits kann nichts mehr abfliessen und anderseits strömt immer mehr hinein und der Druck wird größer und größer. Ein Zustand der auf Dauer natürlich nicht aufrecht zu erhalten ist. *g*

Aber davon abgesehen, auf die Inkarnationen ... bzw. die Zeit dazwischen ... bezogen, dürfte der Prozess des "Abarbeitens" deutlich schwieriger und aufwendiger sein, je mehr und stärkere Verhaftungen vorhanden sind. Aber wer kann schon von sich behaupten, bereits gänzlich ohne Verhaftungen zu sein ... das werden vermutlich nur sehr wenige Menschen sein.

Bei dem erwähnten Buch handelt es sich um "reincarnation - and the law of karma" von William Walker Atkinson, das bisher nur auf englisch veröffentlicht wurde. Der deutsche Titel wird voraussichtlich "Reinkarnation und Karma" lauten, aber konkret kann ich das noch nicht sagen, weil der Text gerade noch lektoriert wird und ich mich erst danach erst auf die Suche nach einem Verlag machen kann. (näheres per PN)

Und was Deinen anderen Beitrag angeht ... der Begriff "Sadharna" sagt mir zwar leider nichts, aber ich vermute, dass wir trotzdem etwas sehr ähnliches meinen. In den westlichen Traditionen sagt man auch "Pfad der Rückkehr" ... den zu beschreiten einige berufen sind bzw. gerufen wurden. Und je weiter fortgeschritten auf diesem Pfad, desto mehr "Einflußnahme" scheint möglich zu sein.

Bei den unterschiedlichen Ansichten muss ich immer an diese Geschichte mit dem Elefanten und den fünf blinden Weisen denken, die jeder ein anderes Stück des Elefanten zu greifen bekommen haben und diesen dann jeweils auf ihre eigene Weise beschreiben.

So scheint es so zu sein, dass es eine Art "Zeitlose Weisheit" gibt, zwar allem zugrundeliegt, aber sich je nach Kultur, Zeit und den jeweiligen Lebensverhältnissen in etwas andere "Gewänder" kleidet. Ausserdem geht es ja ursächlich um etwas "Unbeschreibbares", dass irgendwie in Worte und/oder Bilder gefasst wird, und damit aus dem Bereich des Unendlichen in den Bereich des Begrenzten geholt wird. Folglich muss immer etwas dabei sozusagen "auf der Strecke" bleiben ... egal wer es wie beschreibt. Wie Laotse schon so treffend sagte, ist das Tao, über das man spricht, nicht das wahre Tao. Kann es garnicht sein.

Ja! Es gibt eindeutig ein universelles Gesetz des Wachstums. Das kann man in allen Bereichen und auf allen Ebenen erkennen. :-)

Herzliche Grüße
mic

P.S.: Was heisst "Ohm Ah Hung (Shri)" eigentlich?
Liebe Leute,
z.Zt. leide ich unter Erbrechen und da kam mir die Formulierung in den Sinn "sich die Seele aus dem Leib kotzen". Interessant, was die Sprache so hergibt. Jedenfalls hat mich das wieder auf das Thema "Reinkarnation / Inkarnation /Immaterieller Anteil u.s.w." gebracht.
Es ist schon interessant, dass die neueren Wissenschaften immer mehr zu beweisen scheinen, was in alten Schriften und den Mysterien behauptet wurde. Nicht alles zerfällt zu Asche. Manche Schriften überdauern schon Jahrtausende. Vielleicht deshalb, weil sie Wahrheiten enthalten.
Wir sind also Energie, Schwingung. Energie vergeht nicht, sie wandelt sich nur. Die Schwingung, in der wir existieren scheint nur derart träge zu sein, dass es uns so vorkommt, als hätten wir feste Materie vor uns. Das mag in einer Welt mit höherer Schwingung anders sein. Gedanken, die wir dort denken, werden schneller Schöpferkraft haben. Somit wäre es sehr sinnvoll, wir würden in dieser Welt unsere Gedanken besser beherrschen lernen.
Wenn es stimmt, dass unsere Wirklichkeit "Maya" (Täuschung) ist, dann ist es wenig sinnvoll, sie wissenschaftlich beweisen zu wollen. Was wir beweisen, sind die physikalischen Gesetze denen unser Körper auf diesem Planeten unterworfen ist. Wenn die Seele sich in der wahren Welt bewegen kann, sollten wir diese Wahrheit anerkennen. Wir anerkennen sonst die Scheinwelt und leugnen die wahre Welt.

Liebe Grüße von Chris

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