mein.yoga-vidya.de - Yoga Forum und Community

Das Yoga Forum für Ayurveda, Yoga, Meditation und Spirituelles Leben

Im Allgemeinen wird Raga mit Mögen übersetzt. Mögen ist nun aber garantiert keine Klesha. Gier und unerfüllte Wünsche sind Kleshas. Da geht es aber um Mangel.
Mögen haftet auch nicht am Vergnügen, sondern ist begleitet von Freude, vielleicht sogar von Liebe. Und das sind doch Gefühle des Herzens, also erstrebenswerte Gefühle. Mögen führt auch nicht zwangsläufig zu Verhaftung. In Wirklichkeit hat „Mögen“ überhaupt nichts mit Verhaftung zu tun.
Was hat also dieses „Mögen“, wenn es nicht falsch übersetzt ist und tatsächlich „Gier“ heißt bei den Kleshas verloren?
Könnte mit „Raga“ und „Dvesha“ vielleicht unser polares Bewertungssystem gemeint sein?
Ich meine, es ist doch erstrebenswert, zu Mögen. Oder?
Oder um Patanjali mathematisch zu interpretieren: raga = sukha / Mögen = Freude (II.7)

(kam per Email - wir haben diese Frage, die an Sukadev gestellt wurde, anonymisiert hier rein gestellt).

Tags: Dvesha, Dwesha, Klesa, Klesha, Patanjali, Raga

DIESER BEITRAG WURDE BISLANG: 222 X ANGESCHAUT

Hierauf antworten

Antworten auf diese Diskussion im Yoga Forum

Nicht immer ist Sanskriteinfach zu übersetzen. Und die Sanskrit Wörter selbst können in unterschiedlichem Kontext Unterschiedliches bedeuten. Und auch das gleiche deutsche Wort, in das man es übersetzt, kann in unterschiedlichen Kontexten und Dialektregionen Unterschiedliches bedeuten. Deshalb ist es manchmal am klügsten, Sanskrit Wörter nicht zu übersetzen.
Wenn man den Text des Yoga-Sutra nimmt, ist es klar, was Raga bedeutet: „Das, was am Vergnügen hängt“. bzw. „das was sich mit Vergnügen identifiziert“.
Ob du das als Anhaftung, als Gier oder anders übersetzt, ist dann Geschmackssage.
Etwas zu mögen, mag manchmal ganz ok sein.

Allerdings wenn wir die ganze Welt aufteilen in „das mag ich, das mag ich nicht“ „diese Person mag ich, diese nicht“, „dieses Wetter mag ich, dieses nicht“, sind wir in der Dualität – und da die Sachen oft nicht so ausgehen wie wir gerne hätten, im Leiden.
Wenn wir alles annehmen als Gottes Schöpfung, dann kommen wir in die Einheit.

Ich wünsche dir alles Gute und die Fähigkeit, hinter allem Gott zu sehen, hinter dem Angenehmen wie auch im Unangenehmen.

Om Shanti

Liebe Grüße

Sukadev

Antworte auf diese Diskussion im Yoga Forum

RSS

© 2020   Impressum | Datenschutz | AGB's | Yoga Vidya |   Powered by

Badges  |  Ein Problem melden  |  Nutzungsbedingungen