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Antworten
Liebe Viviane,
dein Impuls ist edel.
Wer angesichts von Krieg nicht abstumpft, sondern nach Frieden sucht, hat sein Herz noch nicht verloren.
Und doch braucht es Klarheit, damit aus gutem Willen keine Illusion wird.
Zehn Minuten mit der Hand auf dem Herzen zu sitzen und an Frieden zu denken –
das ist nicht falsch.
Aber die Frage ist: Was bewirkt es?
Im Bhagavad-Gita steht Arjuna selbst auf einem Schlachtfeld.
Und Krishna sagt ihm nicht: „Zieh dich zurück und meditiere auf Weltfrieden.“
Er spricht über Erkenntnis, Pflicht, Klarheit des Handelns – mitten im Konflikt.
Das heißt nicht, dass Meditation wertlos wäre.
Im Yoga-Sutra wird Maitri – wohlwollende Haltung – ausdrücklich empfohlen.
Eine Haltung des inneren Friedens wirkt tatsächlich ordnend auf den eigenen Geist.
Aber:
Der Weltfrieden entsteht nicht durch gedankliche Projektion.
Er entsteht – wenn überhaupt – durch Bewusstseinsklarheit im Einzelnen.
Im Dhammapada heißt es:
„Nicht durch Hass wird Hass überwunden, sondern durch Nicht-Hass.“
Das ist keine esoterische Fernwirkung.
Es ist eine psychologische Wahrheit.
Wenn ich innerlich aggressiv bin,
wenn ich moralisch überhöht verurteile,
wenn ich ideologisch verhärte –
dann trage ich die Struktur des Krieges in mir.
Der äußere Konflikt ist die kollektive Form dessen,
was innerlich ungeklärt bleibt.
Deshalb würde ich sagen:
Ja – setz dich hin.
Lege die Hand aufs Herz.
Aber nicht, um Gedanken in die Ukraine zu senden.
Sondern um zu prüfen:
Wo ist in mir Unversöhnlichkeit?
Wo projiziere ich Schuld ausschließlich nach außen?
Wo nähre ich Feindbilder?
Im Chandogya Upanishad heißt es:
„Wie innen, so außen.“ – sinngemäß: Die Welt ist Ausdruck des Bewusstseins.
Das ist keine naive Gleichsetzung.
Aber ohne innere Klärung wird äußere Politik nie dauerhaft friedlich.
Und noch etwas:
Die Sehnsucht nach Frieden darf nicht mit Realitätsverweigerung verwechselt werden.
Politische Prozesse, Machtinteressen, historische Spannungen – all das ist komplex.
Frieden ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine strukturelle, oft schmerzhafte Aushandlung.
Vielleicht liegt der wirkliche Beitrag des Einzelnen nicht in energetischer Fernbeeinflussung,
sondern in:
– differenziertem Denken
– Verzicht auf Vereinfachung
– Dialogfähigkeit
– und persönlicher Integrität
Weltfrieden beginnt nicht in der Ukraine.
Er beginnt im Umgang des Einzelnen mit Konflikt.
Wenn du also zehn Minuten still wirst –
dann nicht, um die Welt zu retten.
Sondern um klarer zu sehen.
Und aus dieser Klarheit heraus
verantwortlich zu sprechen, zu handeln, zu wählen.
Das ist weniger spektakulär –
aber wahrscheinlich wirksamer.
Moin Viviane
Lese erst jetzt deinen Beitrag.sehr schöne Idee von dir