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hallo und namaste!

Ich lebe so vor mich hin. anders kann ich es nicht bezeichnen. das meditieren mache ich fast täglich aber eher unlustig. Mir wurde durch das meditieren und das Zazen das glück und frieden und liebe versprochen - nichts ist bisher eingetroffen.
Ich bin frustriert!
Einige sagen die erleuchtung ist eine Entwicklung von mehreren stufen. Andere berichten von einem plötzlichen blitz oder strahl der sie erfasst hat. Andere bezeichnen erleuchtung als summe von vielen kleinigkeiten, die einem widerfährt - soll ich all das glauben und was stimmt für mich?

Und warum zum teufel bin ich überhaupt auf die idee gekommen, das erleuchtung eines meiner spirituellen ziele geworden ist. Woher kam das ? Aus dem Bauch? Vom Herzen? oder weil es viele wollen?

und gleich setze ich mich wieder hin und meditiere. denn die lösung soll ja in mir drinne zu finden sein - so möchte man mich glauben lassen!

Also im moment mehr frust als lust und der weg, war er denn schon mal da kommt mir doch ziemlich nebulös vor.

Ist das alles nur eine phase auf dem spirituellen weg?

hast du einen tip für mich, wie ich fortfahren kann???????

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@Hans-Joachim:

Vielleicht solltest du dir ersteinmal kleinere Ziele setzen wie zum Beispiel richtiges oder besseres Meditieren. Ich habe Meditieren nach einer Anleitung von Jack Kornfield gelernt: Meditation für Anfänger oder du machst einen Meditationskurs bei YV, in der Gruppe fällt der Anfang leichter.

Vielleicht ist auch Meditation für dich gar nicht der richtige Weg, nicht das richtige Werkzeug, um dich weiterzuentwickeln. Deshalb gibt es die 6 Yoga Wege , so dass jeder den richtigen Weg für sich finden kann.

Namstè !

@clemens: diese Herangehensweise funktioniert natürlich auch und durch die Dissoziation von der Jnana-Shakti etablierst du dich wohl auch recht effektiv im Statischen. Ich halte jedoch recht wenig davon, die dynamischen Prozesse per Kurzschluss via Buddhi(Intellekt) zu übergehen.

Sri Ramana Maharishiji dürfte wohl ein recht gutes Mahnmal darstellen, wo eine solche Herangehensweise langfristig hinführen kann. Natürlich ist seine tiefe Etablierung im nondualen Bewusstsein verneigenswert, wenn du seine Geschichte kennst, weißt du jedoch auch, dass er schlussendlich nicht mehr dazu fähig war, dem Krebs in seinem Organismus Einhalt zu gebieten, obwohl er zuvor bereits die Fähigkeit besaß, seinen Körper effektiv zu regenerieren. Das kam daher, dass er seine Manomaya-Kosha fallen gelassen hat und dadurch den Zugang zu ihr verlor. Aus dynamischer Sicht, ganz klar eine architektonische Fehlentscheidung, welcher viele Advaitas letztendlich erliegen, da sich der Dissoziationsprozess ab einem gewissen Grad automatisiert und dadurch auch die Meisterschaft über das Dasein verloren geht.

Dazu kann ich bloß sagen: eher weniger meine Herangehensweise, vor allem, weil durch solch undifferenzierte Etablierungsmaßnahmen das Wissen über die dynamischen Aspekte des Daseins auf der Strecke bleibt.

Meistens nehme ich an solchen Diskussionen nicht teil. Vielleicht aus Furcht, dass meine naive Sicht auf die Dinge zerpflückt wird und mir mein Kleinod, das was mich hält und trägt, breit getrampelt wird und somit beschädigt.
Ich versuche es trotzdem:

Suchst du das Höchste, das Größte?
Die Pflanze kann es dich lehren.
Was sie willenlos ist, sei du es wollend; das ist´s .
Friedrich von Schiller

Dieser Aphorismus hat mich tief bewegt und ich habe ihn komplett verinnerlicht. So möchte ich sein -im übertragenen Sinn, Stürme, sengende Hitze, Unwetter - alles unberührt über mich hinwegziehen lassen, auch den Vorgang des Welkens und Verblühens. Die Wurzeln aber sind fest verankert, bereit erneut zu blühen, wenn es so weit ist. Ich darf auch jetzt schon strahlen und mein Licht zur Geltung bringen, aber ohne Allüren, ohne etwas besonderes sein zu wollen. Das was mir von Natur aus gegeben ist, darf ich entwickeln, aber ohne Hochmut oder Neid auf andere.

Ein anderer Spruch:

Nach Innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns oder nirgends ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft. - Novalis

Erleuchtung; das klingt so erhaben. Für mich ist es ein Aufflammen von Erkenntnis, deren Eindrücke nachhaltig bleiben.
Ein kurzer (magischer) Moment, in dem so vieles klar werden kann. Die Bedeutung des Augenblicks. So vieles wurde schon darüber geschrieben...wenn ich mich in Zeiten von Stress, Ungeduld, Wutausbrüchen, Langeweile, nagendem Selbstzweifel, Schuldgefühlen...,zurückholen kann in dieses Wissen, dass ich weit mehr bin als diese unzulängliche Person, wenn ich es schaffe, durch Atem und Gebet diesen Anfechtungen zu trotzen und zurückfinde in meine Mitte, dann weiß ich mich auf dem richtigen Weg.

Mein "Guru" ist Jesus Christus. So bin ich geprägt. Mit ihm bin ich aufgewachsen; er ist mein Schutz, mein Vorbild. Er ist für mich am Kreuz gestorben. Er hat mir dadurch gezeigt, dass dieses Leben nicht alles ist. Wir müssen hier durch; immer weiter lernen und Erfahrungen machen, aber er vermittelt mir die Gewissheit, es ist nicht vergeblich, alles hat seinen Sinn. Andere Menschen, mögen andere Lehrer haben, ich komme immer wieder auf Jesus zurück, obwohl ich auch viel Kraft aus dem Vedanta ziehe.

Ich danke für mein Leben(obwohl es alles andere als perfekt ist), und fühle mich in gewisser Weise erleuchtet, auch wenn ich vor dem Gebrauch dieses Wortes irgendwie zurückschrecke, aber das Spüren von Gottes Allgegenwart, diese immanente Transzendenz, die mich stets im Bann hält, beim Betrachten eines Regentropfens, beim Brummen einer Hummel, beim Blick in den Himmel, beim Atmen, beim Anblick von Staub.....endlose Liste...all das macht mich reich und glücklich.

Liebe Grüße
Annette

@Lupine:

Ich finde, du hast es sehr schön beschrieben, denn die hohe Erleuchtung, wie sie die Rishis nach jahrelanger asketischer Meditation erlangt haben und dann völlig entrückt sind, das ist ein Lebensweg, der nur wenigen vorbehalten ist.

Ich finde auch, es ist schon ein bisschen Erleuchtung, wenn man die kleinen Wunder des Alltags bewusst wahrnimmt, sich daran freuen und darüber staunen kann. Wenn man sich dann noch der ständigen Präsenz Gottes bewusst ist, sie in allem spürt, dann ist alles perfekt.



Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. Pearl S. Buck

Danke Turiya :)

@Turiya: Woher das Konzept, dass Erleuchtung einen dem Leben gegenüber behindert?

@Dominik: Davon habe ich nichts gesagt.

Hallo Hans-Joachim,
in allen traditionellen Meditationspfaden spielt neben der eigentlichen Meditationsübung auch das Textstudium eine große Rolle. Ich denke, man braucht tatsächlich eine Art "Input" von weisheitsvollen Gedanken, wenn man auf einem Meditationsweg Fortschritte machen will. In meiner Arbeit als Meditationslehrerin achte ich bei der Auswahl von Texten darauf, dass es Originalschriften von großen Persönlichkeiten sind, die im Text selbst bereits eine besondere Sprachmelodie oder eine Art "geistig anhebende" Ausstrahlung besitzen. Wenn man das einmal beachtet, merkt man sehr schnell die Unterschiede zwischen Texten, die eine originale Spiritualität in sich tragen und der Sekundärliteratur, die mehr kommentierend oder reflektierend ist. Beim Lesen handelt es sich dann wirklich um eine Art "Studium", anhand dessen man neue, der eigenen Lebensart bisher fremde Inhalte in das Bewusstsein integriert. In diesem Sinn geht der Weg der Meditation nicht nur nach innen, sondern durchaus nach außen. Auf meiner Seite www.dhyana.at gibt es eine Rubrik mit Buchrezensionen, wo ich jeweils auf die Frage der Spiritualität eines Textes eingehe.
Herzlichen Gruß,
Alina

@Turiya: "die hohe Erleuchtung, wie sie die Rishis nach jahrelanger asketischer Meditation erlangt haben und dann völlig entrückt sind"

Die Fähigkeit/Unfähigkeit im praktischen Umgang mit dem Außen steht in keinem wirklichen Zusammenhang mit dem Grad der inneren Verwirklichung.

Das einzige: Man muss sich am Weg nach oben schon eine Leiter bauen, wenn man weiterhin die Möglichkeit haben will, runter zu kommen.

Darauf hab ich auch bereits in meinem letzten Kommentar an clemens gezeigt.

Wie ich schon sagte, es gibt verschiedene Yoga-Wege, der Weg des Wissens ist Jnana.

Ich kann die Bücher von Armin Risi sehr empfehlen, der die vedischen Schriften studiert und ins Deutsche übersetzt hat. Er erklärt/interpretiert sie so, dass wir modernen westlichen Menschen verstehen, was dort steht und wie es gemeint ist.

Anfangen würde ich mit dem Buch "Gott und die Götter" und dann als nächstes das Buch "Der radikale Mittelweg" lesen.

Schade, dass Hans-Joachim sich nicht mehr meldet. Ob er kein Interesse mehr an der Diskussion hat ?

@Donimik: Es ist gar nicht meine Meinung, dass wenn man entrückt ist, nicht mehr mit dem alltäglichen Leben zurecht kommt. Das muss sich nicht ausschließen, finde ich. Ich habe es nur etwas überspitzt formuliert, um zu verdeutlichen, was ich meine.

Andererseits ist es so wie im Film "Die Matrix", wenn man man erst einmal sie rote Kapsel geschluckt hat, also wenn man erst einmal mehr Wissen und dadurch evtl. höhere Erkenntnisse erlangt hat, ist man nicht mehr so ganz kompatibel zur breiten Masse, die manches einfach nicht weiß und sich nie philosophische Gedanken gemacht hat.

Man sieht nur, was man weiß.

J.W. von Goethe

@Turiya: welches Bild machen solche überspitzen Aussagen für Menschen, die noch frisch am Weg sind? "Wenn ich nach Erleuchtung strebe, werde ich nicht mehr mit dem Leben klar kommen." Ich denke etwas mehr Vorsicht wäre hierbei von Bedeutung.

Wovon du in deinem zweiten Absatz sprichst, ist eine halb gebackene Verwirklichung. Wer Gott nur im Reinen sieht, sieht ihn nicht wirklich. Die Anhaftung an das Sattva ist letztendlich selbst ein Teil der Ignoranz.

Aus genau diesem Grund ist der Tantra der linken Hand letztendlich auch der überlegene. Er erlebt in allem das Höchste, nicht nur in den reinen Dingen. (Anfängern ist natürlich trotzdem geraten, mit der rechten Hand zu beginnen.)

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