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Liebe Yogafreunde,

seit längerem beschäftige ich mich mit dem Thema "Allein leben". Bin Yogalehrerin, 55 Jahre alt, berufstätig,lebe in einer Kleinstadt auf der schwäbischen Alb und seit mehreren Jahren alleine. Immer wieder tauchen in mir Gedanken auf, ob dieses Alleinleben "gut" für mich ist...Habe hier leider wenig, bzw. keinen Kontakt zu yogabegeisterten Menschen und fühle mich auch dadurch etwas "vereinsamt".

Gibt es bei Euch Menschen, die ebenso die "Einsamkeit" bzw. das "Alleine leben" praktizieren und wie geht ihr mit dem "Alleinsein" um?

LG
Petra

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Sicher, sonst waere es ja Unsinn darauf hinzuweisen!

Mensch sollte sich darueber ins Reine kommen das diese "Umstaende/Zustaende" Produkte des Kopfes, des Denkens sind und keine Realitaet besitzen!

Mensch ist immer nur hier, immer und genau gerade Jetzt unter seinen eigen Haaren auf den eigenen Fuessen stehend, mt LEBEN beseelt, allein das ist Grund genug den ganzen Tag jauchzend und frohlockend duch das Leben zu gehen, egal wo, ob auf der Alb, in der Wueste oder den Bergeinsamkeiten der Himalayas.....

hari om

*

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Ich kann die Gedanken von Petra sehr gut nachvollziehen. Auch ich lebe alleine und vermisse einen Menschen mit dem meine Gefühle und Gedanken austauschen kann. Ich komme schon gut mit dem Alleinsein zurecht, aber ein ernsthafter Gedankenaustausch aber auch ein leichter Spaß mit einem Partner würde das Leben schon verschönern. Allerdings muss dieser Partner erst gefunden werden, das ist nicht so einfach bei jemanden der schon lange alleine lebt.
Lg

Hey,
auch mit 57 ist alleine Leben und Alleinsein eine spannende Sache.
Ich kann meine Scheidung aufarbeiten und da gibt es viel aufzuarbeiten und ich kann die Segnung der Meditation geniesen.
Ich lebe nun einige Jahre alleine. Kontakt mit anderen ist ziemlich anstrengend für mich.
Natürlich frage ich mich ob es mir gelingen würde mit jemandem wieder zusammen zu leben. Ich habe noch keine Antwort dazu gefunden.

Om Shanti
Garuda

...alleine Leben und Alleinsein eine spannende Sache....kann die Segnung der Meditation geniesen.

Gut Garuda, sieht aus wie ein grosser Schritt in die richtige Richtung!

Wer mit der indischen Sicht der "Ashramas" = Lebensabschnitte vertraut ist, der wird erkennen das ab dem 50. Lebensjahr (etwa) dem "grihashta" (Haushaelter, Familienleben) der vanaprastha (sich in die "Waldeinsamkeit" Zurueckziehender) und der Sannyasin (die Erleuchtung Suchender) folgt...

Wir sehen uns je nach Entwicklungsstadium, folglich diesen Umstaenden ausgesetzt, auch wenn wir es selbst (erstmal) nicht wollen... dann muessen wir eben!

So sieht das fuer mich aus... und es ist zu "befuerchten" das dies eine Art natuerlicher Mechanismus ist... schau sich mal einer um...

Hey Petra,
interessant, die Einsamkeit ist auch gerade mein Thema. Obwohl ich als berufstätige, selbstständige Mutter viel um die Ohren habe, holt mich das Gefühl der Einsamkeit in ruhigen Minuten ein, dies Gefühl löst vorallem Traurigkeit in mir aus. Ich bemühe mich alle Gefühle liebevoll anzunehmen und nichts zu tun. Das ist echt schwierig für mich, dass nichts tun! Einfach wahrnehmen ohne zu werten. Denn ich neige dazu das Gefühl der Eisamkeit als extrem unangenehm und angstauslösend zu bewerten...hilfreich fand ich das Buch von Pema Chödrön "wenn alles zusammen bricht" oder "geh a orte die du fürchtest", ich überlege den shambhla weg zu gehen, bei dem es um den Umgang mit starken Emotionen geht und Einsamkeit ist nun mal eine starke Emotion! Manchmal denke ich, es ist zum Teil eine existenzielle Einsamkeit, die mir früher nicht so bewußt war: irgendwann werd ich alleine sterben.
Technisch gesehen bemühe ich mich um mehr soziale Kontakte, finde es aber im zunehmenden Alter schwieriger Freunde zu finden, nur weil jemand auch Yoga praktziert, heißt das nicht, dass ich ihn/sie automatisch sympathisch und vertrauensvoll finde! Ich bin im Yoga Centrum, gehe ins Sportstudio, ich überlege eine Kochgruppe zu gründen: ich werd mich einfach intensiver bemühen, denke ich. Viel Glück!

Das ist doch mal eine sehr positive, wie realistische Einstellung... !

Das ist tatsächlich ein neuer Aspekt in der Diskussion. Ja, jeder von uns ist alleine und zwar immer, denn er ist ein Individuum. Dadurch, dass der Mensch ein Bewusstsein hat, sich also seiner selbst als Individum bewusst ist, empfindet er sich als getrennt von allem anderen, so sagt die Philosophie.

Mir geht es aber auch ähnlich wie dir, norda, denn schon von Kind an hatte ich das Gefühl alleine zu sein, was dann auch mit Angstgefühlen verbunden war. Lange Zeit hatte ich keine Probleme damit, aber jetzt in den Wechseljahren werde ich insgesamt wieder empfindlicher und jetzt kommt auch wieder dieses Gefühl der Einsamkeit verbunden mit Angstgefühlen hoch. Aber ich kenne das ja nun schon aus meiner Kindheit und halte es einfach aus. Bis jetzt habe ich noch nicht einmal mit jemandem darüber gesprochen.

Gleichzeitg habe ich aber auch schon immer das Gefühl, wie mk es beschrieben hat, dass ich eben nicht getrennt bin von allem, ganz im Gegenteil. Ich habe mich schon immer mit allen Menschen, die ein gutes Herz haben, mit allen Tieren und Pflanzen sehr verbunden gefühlt, viel mehr als andere, denke ich. Deshalb finde ich den Spruch von Wilhelm Busch auch so schön, ich glaube mk hat ihn mal gepostet:

Mit allen Kreaturen bin ich in schönster Seelenharmonie. Wir sind verwandt, ich fühl es innig, eben darum lieb ich sie.

Mnachmal hat mich auch mein Konfirmationsspruch getröstet: Wer von Gott geboren ist, überwindet die Welt.

Inzwischen habe ich aber auch zu einer Weltsicht und zu einer Spiritualität gefunden, die mir das alles erklärt und mich besser mit den negativen und unangenehmen Aspekten des Seins umgehen lässt, wenn sie auftauchen.

Liebe Yogafreunde,

wie ich sehe, kennen viele diese Lebenssituation und ich weiß ebenso, dass diese Erfahrung für mich eine sehr wichtige ist.
Ich danke Euch allen für diese wunderbare Diskussion und all die Vorschläge und Hilfestellungen habe ich geistig schon länger in mir durchdiskutiert. Übrigens zur schwäbischen Alb: Ich gehe sehr viel wandern und die Natur ist das höchste für mich und gibt mir am meisten Kraft, ebenso wie die Stunden des "Alleinseins". Doch kann ich nicht leugnen, dass es Phasen gibt, wo ich mich in dieser "STille" nach einem Austausch sehne mit Menschen. Ich habe einen kleinen Kreis von Menschen um mich, die normal ihren Alltag leben, meistens in einer Paarbeziehung, mit denen ich mich sehr verbunden fühle. Ich denke mk hat in gewisser Weise recht, dass er sagt, dass es eine gefühlte Illusion ist. Ich fühle mich in den meisten Zeiten mit allem verbunden, doch wie gesagt, kommt diese Thema immer wieder in mir hoch und ich würde es gerne "los" werden. Vielleicht ein Hinweis, noch "tiefer" zu gehen..... und "Veränderung" anzustreben...

Danke, liebe Freunde!
Petra

Sehr schoene Darstellung Ursula - "kleine Baerin"...;-)

@petra.konrad: zweifel nicht.... du bist scher auf dem richtigen Weg... vielleicht ein Instrument spielen lernen, einen eues Hobby, malen?

Es kann garnicht deutlich genug unterstrichen werden wie wichtig es ist, bei solchen "Herausforderungen" sich selbst treu zu bleiben und unbeirrt voran-zu-schreiten, tiefes Vertrauen in die "Sache", vor allem aber in sich selbst, in das Selbst zu entwickeln, zu vertiefen, zu verfeinern, hineinlauschen, bei ausreichender Vertiefung vernimmt Mensch dann das "Orgelspiel des Himmels" und das verblaest allen Truebsinn, alles schlechte karma, Erinnerungen verbrennen wie trocknes Laub, denn es ist die Erkenntniss des All-Einen das stehts gegenwaertig ist und nie fehl geht - das (Negative) wiederfaehrt uns nur durch (Fehl) Interpretationen der Gedanken - ueber dieses Sein.

Es ist ALLES immer und ueberall vorhanden, zugegegen, es gibt nichts das hinzu gefuegt oder hinfort genommen werden kann, alles befindet sich in steten Wandel, nichts von der phaenomenalen Welt wird fuer immer so bleiben wie es, das ist die Natur der Dinge, die immer gegenwaertig ist und alles staendig veraendert....wie der Fluss, schon nach einem Augenblick nicht mehr der gleiche Fluss ist......

Zweifel oder gar Selbstzweifel sind die aergsten "Feinde", Wiedersacher auf dem Weg, die einem die tollsten Barrieren, wie Stolpersteine in den Weg legen!

Gib dein Gemüt nicht dem Kummer hin und lass dich von Sorgen nicht zu Fall bringen.

- Bibel, Jes. Sir. 30,21 -

Was Mensch unbedigt bedenken sollte, das bei einer Partnerschaft immer ein Teil des karma des anderen Menschen auf einen selbst "abstrahlt", das Leben beeinflussen kann, das muss nicht immer positiv sein, im schlimmsten Fall kann sich sowas zu einer unerwarteten, gewaltigen Katastrophe ausbilden!

Nicht hadern - lachen, nicht zweifeln - vertrauen, nicht trauern - frohlocken, nichts begehren - alles verschenken!

Denn an nichts gebunden zu sein heisst frei sein - frei sein bedeutet = unertraegliche Leichtigkeit des Seins ... wie Phoenix aus der Asche...!

Phönix aus der Asche

Steige empor
aus meinem Schatten
fliege der Sonne entgegen
hab mich versengt
bei früheren Flügen
weiss, es wartet auf mich
nicht was es ist
es sind keine Strahlen
ist nicht das Licht
ich bin es selbst
bin kein Gott
will es doch sein
fühle die Kraft, die Energie
wo kommt sie her
brenne im Innern lichterloh
möchte nach Aussen tragen
was mich berührt
bin ein Bote, ein Überbringer
gesandt mitzuteilen
die Botschaft

- Peter Alexander Lutze -


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Ki Ki So So Ashe Lha Gyal Lo Tak Seng Kyung Druk Di Yar Kye!


- May the divine ones be victorious, may tiger, lion, garuda and dragon arise. -

Hallo,
diese Antwort bringt wohl jemanden was, der wie ein Mönch bzw. eine Nonne leben möchte!
Hier aber empfindet die Person die Situation allein zu sein zurzeit mehr als einen Mangel. Das sollte man nicht einfach so als unnötig darstellen!
Meine Meinung ist, erstmal seinem Gefühl nachzugehen- und das sagt bei Petra momentan eindeutig: "ich brauch jetzt Gesellschaft!"-,und entsprechend sich umzuschauen, und nicht: sich zu zwingen, noch mehr in sich zu gehen. Das wäre der falsche Zeitpunkt! Dem Weg des Herzens folgen- nicht einem "Ich sollte jetzt..." - und nicht noch mehr Geistigkeit erstmal, wenn alles in einem nach Austausch mit Menschen ruftt!
Es sollten vielleicht "sogar" Leute sein, die "anders drauf sind"! - nicht immer im selben Dunstkreis bewegen! Zuviel des Guten kann sich in eine falsche Richtung entwickeln- (z.B. zu einer merkwürdigen "bigotten Frömmelei").
Ich würde raten:
Petra, folge Deiner Sehnsucht, schau Dich um und sei dabei phantasievoll!
Viel Erfolg!.

mk sagt:

Wie kann Mensch "allein sein" wen er von 6 Mrd. Bruedern und Schwestern umgeben ist, auf die Fauna will ich erst garnicht eingehen - Alleinssein heisst nicht unabdingbar Einsamkeit! Das ist eine Konstellation des Geistes, der unbedingt staendig "chatten" moechte.... wer gelernt hat in meditave Stadien aufzugehen, asana und vielleicht mauna (schweigen) zu ueben, sich mit dem Selbst und dessen wahren Urgrund befasst... ist nicht lange "einsam"... das ist eine negative Illusion der Gefuehle, die sich in dieser Art Gedanken ausdrueckt und nach Geltung und Beachtung draengen!

Sicher sind "soziale Kontakte" gut fuer die Zerstreuung und Kurzweil, wer aber ganz im sadhana aufzugehen vermag der kan garnicht "allein" oder gar "einsam" sein!

die Kraft ist mit uns, gu-ru IN uns!

*

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Eigentlich fragt Petra garnicht nach einen Ratschlag was sie tun soll, sondern fragt uns wie wir "Alleinsein" leben und damit umgehen.
Petra schreibt auch, dass sie leider wenig, bzw. keinen Kontakt zu yogabegeisterten Menschen hat, das deutet darauf hin, dass das spirituelle in ihrem Sein und Alleinsein priorität hat, um Veränderung einzuläuten.

Weiter schreibt Petra in ihrem zweiten Kommentar, dass die Natur für sie das Höchste ist... Und dass sie Freunde hat mit denen sie sich sehr verbunden fühlt.

Und der letzte schöne Satz von Petra "diese Thema immer wieder in mir hoch und ich würde es gerne "los" werden. Vielleicht ein Hinweis, noch "tiefer" zu gehen..... und "Veränderung" anzustreben..."

JA!
Ich würde vielleicht Freund und Arbeitskollegen einladen zum gemeinsamen Wandern in der Natur. Oder gemeinsam Yoga üben oder geben. Vielleicht auch mal einen Art - Satsang anbieten für spirituellen Annäherung und Austausch usw.
Und ich würde mich fragen was ich mir wünsche...

@Ursula H. : "bigotten Frömmelei" - ;-)) diese Formulierung bezueglich der Situation - find ich gut - hat schon was ZEN maessiges!

"Zerstreuung" ist meist nur ein Umweg - eine Sackgasse - die wieder in die gleiche Richtung fuehrt!

Vielleicht ist genau hier der Funke - zu Wandlung, zu neuen Wegen.... vielleicht!

= Aus Erfahrung klug!

Das soll aber nicht die gespuerte, vermeintliche "Einsamkeit" postulieren sondern eher eine Umkehr, wie Besinnung, eine Re-formation der Umstaende und vor Allem des Seins......

om shanti om

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