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Wie wir das neue Jahr in der Yoga Tradition beginnen

Ich will noch einige zusätzliche Worte zum Jahreswechsel sagen. Heute verabschieden die Menschen überall das alte und begrüßen das neue Jahr. Das ist also heute eine ganz besondere Nacht. Es geht darum, das alte loszulassen und sich noch mal bewusst zu machen, was man im letzten Jahr gelernt hat. Es geht auch darum, dass neue Jahr mit neuem Elan anzugehen.

Die Art des Neubeginns hat einen großen Einfluss auf einen neuen Zeitabschnitt, der dadurch eingeleitet wird. So habt ihr ausgewählt, dass ihr das neue Jahr vielleicht mit einer Meditation beginnen wollt. Das ist schon ein Alternativprogramm zu dem, was Menschen sonst an Silvester oft machen. Was viele – vor allem Jüngere – zu dieser Zeit oft machen, das ist vielleicht auch bewusstseinsverändernd, allerdings nicht unbedingt spirituell erhebend. Eine Meditation oder ein Ritual zum Jahreswechsel sind nicht nur bewusstseinsverändernd, sondern eben auch bewusstseinserhebend und bewusstseinsaufladend. Wir werden uns dabei einer neuen, größeren Sache bewusst.

Irgendwann mal in den 60iger Jahren wollte man die ganzen Rituale abschaffen. Aber dann hat man festgestellt, dass man sie braucht. Also hatte man viele Rituale, denen man keine große Bedeutung zugemessen hat. So werden bis heute weiter Raketen in den Himmel geschossen und man vergisst dabei, dass eigentlich, im alten China, Feuerwerkskörper eine Verehrung Gottes darstellten.

Bei Yoga Vidya feiern wir an Silvester ganz bewusst eine spirituelle Feier mit uralten Ritualen. Das wirkt vielleicht besonders heilsam und positiv in einem Teil der Welt, in dem die traditionellen Rituale oft an Bedeutung verloren haben. Durch Rituale aus einer anderen Kultur spüren wir wieder eine tiefe Bedeutung, eine heilende Kraft, spirituelle Erneuerung, emotionale Heilung, göttlichen Segen und Zugang zur inneren Führung. Vielleicht finden wir dadurch auch die Kraft, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben.Viele die zum Jahreswechsel an diesen Ritualen teilgenommen haben, haben mir berichtet, wie schön und machtvoll das gewesen sei und welche Auswirkung das gehabt hat. Durch ein bewusstes Ritual in dieser Nacht können wir uns also mit Inspiration und Kraft für das nächste Jahr aufladen.

Es ist bei unsTradition, den Jahreswechsel mit einer Puja und einer Homa zu feiern. Wir meditieren genau um Mitternacht. Diese Meditation ist ganz besonders, vor allem, weil der 31. Dezember in unserer Tradition eine besondere Bedeutung hat. Wir feiern nämlich nicht nur Silvester, sondern auch den Tag, an dem Swami Sivananda den so genannten Vishwanath Mandir eingeweiht hat, an diesem Tag. Das war am 31. Dezember 1943. Vishwanath Mandir ist ein großer Tempel für Meditation und spirituelle Praktiken in Indien – eines der größten spirituellen weltweit. Er wurde am 31. Dezember 1943 eingeweiht, als es drum herum noch sehr wenig Spirituelles gab. An Stelle, an der er gebaut wurde, hatte Swami Sivananda einige Jahre vorher eine Vision. Das war schon nach seiner Selbstverwirklichung und als er sich eigentlich schon zurückgezogen hatte. An diesem Ort hatte er meditiert und die Vision von Krishna erhalten, die zu ihm sagte: „Sivananda, wache auf, ich habe den Becher deines Lebens gefüllt mit dem Nektar des göttlichen Namens. Geh und teile ihn mit allen. Ich werde dafür sorgen, dass er immer gefüllt bleibt.“

Von da an nahm Swami Sivananda, der vorher alle möglichen Schüler abgelehnt hatte, alle Schüler auf, die zu ihm kamen. Der, der zurückgezogen hatte leben wollen, hat andere ermutigt, in den Ashram zu kommen. Er unternahm alle möglichen Aktivitäten, um Yoga zu verbreiten. Diese Vision soll am 31. Dezember gewesen sein, und deshalb hat Swami Sivananda den Tempel am 31. Dezember einweihen lassen.

Dieser Legende nach hat der 31. Dezember also noch eine weitere Bedeutung, ganz besonders für die, die Yoga in der Tradition von Swami Sivananda unterrichten. Vermutlich wäre ohne diesen 31. Dezember Yoga nicht so wichtig, wie es heute ist, denn Swami Sivananda war der erste indische Yogameister, der Hatha Yoga in großem Stil weitergegeben hat. Letztlich hat auch er Swami Vishnu in den Westen geschickt und damit viele, viele Menschen zu Yoga inspiriert, von Boris Sacherow über Andre van Liesbeth, von Swami Satyananda, über Swami Satchidananda, Swami Vishnudevananda bis hin zu allen Lehrer/innen des BDY. Sie alle sind irgendwo Schüler von Swami Sivananda. Die deutsche, europäische, amerikanische Yogabewegung wäre ohne all das kaum denkbar.

Inzwischen machen ja sogar schon die Mainzelmännchen Yoga und in Krimis wird auch schon Yoga geübt. Yoga ist also ein Teil des Lebens geworden und das alles hat irgendwann an einem 31. Dezember begonnen.

Und noch mehr: Swami Vishnudevanandas Geburtstag feiern wir ebenfalls am 31. Dezember. Wenn ich vorhin gesagt habe, dass Yoga ohne Swami Sivananda nicht so weit verbreitet wäre, dann war Swami Vishnu vielleicht sein wichtigstes Instrument dafür. Dass es heute schon DVD gibt, die heißen „Schön mit Yoga“, daran hat auch Swami Vishnu einen sehr wichtigen Anteil. Swami Vishnu ist der zweite große Meister unserer Tradition und er ist bis heute genau wie Swami Sivananda mit seiner Energie bei uns. So haben wir zu dieser Silvester-Feier also auch den besonderen Segen von Swami Vishnudevananda.

Und so wünsche ich uns allen, dass wir diese spirituelle Kraft und diesen spirituellen Segen heute Abend fühlen können, ganz egal, wo wir sind. Wir alle sind in Gemeinschaft mit so vielen Menschen auf der ganzen Welt. Schüler von Swami Sivananda feiern heute Abend an allen Orten ein besonderes Fest, und Menschen verschiedenster Traditionen feiern Neujahr und Silvester auf ihre eigene, spirituelle Weise. Wir alle sind ein Teil dieser Bewegung. Und so wünsche ich uns allen einen bewussten und guten Übergang in das neue Jahr – mit den Ritualen, die uns helfen, unsere Kraft zu erneuern und sie auf positive Weise in die Welt zu tragen!

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3



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Tags: homa, inspiration, jahreswechsel, neujahr, puja, ritual, silvester, sukadev, tradition, tägliche

Kommentar von Devaki Erika-Ha am 1. Januar 2011 um 1:54am
Om Namah Shivaya

Lieber Sukadev, lieber Meister,

vielen Dank für diese Silvester-Andacht und die Hinweise auf Puja und Meditation, die etwas ganz Besonderes sind. Wie viele von uns werden sich freuen, an diesem Tag eine besonders starke Verbindung zum Ashram herzustellen und besonders auch Swami Sivananda zu ehren. Ebenso Sw. Vishnudevananda. Om Om Om.

Om Namo Narayanaya,
Devaki

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