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Aus dem Buch „Licht, Kraft und Weisheit“ von Swami Sivananda: Entfalte reine Liebe“.

„Liebe ist der unmittelbare Weg zur Wahrheit, zum Reich Gottes, zum weiten Bereich des unvergänglichen Friedens und Glücks. Liebe ist das Lebensprinzip der Schöpfung. Sie ist die treibende Kraft hinter allen
Heiligen wie Mira, Tukeram, Gauranga und so vielen anderen. Entfalte reine,
uneigennützige Liebe. Reine Liebe ist ein seltenes Ding. Ziehe sie Schritt für
Schritt heran. Alle deine negativen Eigenschaften, wie Abneigung und
Vorurteile, werden dadurch ausgerottet. Liebe bewirkt eine große Läuterung des
Gemütes. Lege alle Arten falscher Meinungen, lege Schwächen, Aberglauben,
falsche Vorstellungen und Ideen von Unmöglichem ab. Lebe in der Liebe. Trachte
unentwegt und inbrünstig danach, im Göttlichen zu leben. Dir wird die höchste
Freude widerfahren.“

Das ist eine ganze Menge sehr tiefer Sätze. Swami Sivananda sagt, Liebe sei der unmittelbare Weg zur Wahrheit. Liebe ist zum einen ein Weg, zum anderen aber auch das Lebensprinzip der Schöpfung. Und schließlich ist Liebe
auch das Prinzip der Heiligen. Ob jemand einen bestimmten spirituellen
Fortschritt erreicht hat, erkennen wir daran, wie uneigennützig und umfassend
seine Liebe ist. Liebe ist ein Weg, um zum Höchsten zu kommen oder ein Zeichen,
dass man das Höchste erreicht hat. Das geht Schritt für Schritt.

Zu Anfang ist Liebe eher eine gemischte Sache. Viele Menschen haben diese Alles-oder-Nichts-Philosophie. Sie schauen in sich selbst und stellen fest, dass da Liebe ist, aber auch ein bisschen Eigennutz. Dann denken
sie, dass ihre Liebe gar nichts wert ist. Oder sie spüren die Liebe von jemand
anderem und dann stellen sie fest, dass derjenige auch etwas von ihnen will. Sie
denken dann, wenn es keine uneigennützige Liebe ist, dann ist es gar keine. So
neigen sie zu einem gewissen Grade zu Extremismus. Wenn man aber sieht, dass ein Liebe Grundprinzip des Universums ist,
dann ist sie auch in allem enthalten. Diese Liebe, die in allem enthalten ist, kann
sich natürlich auch mit Verschiedenem anderen mischen.

Hier eine kleine Geschichte dazu aus der Mahabharata: Krishna ging eines Tages zu Duryodhana und sagte: „Duryodhana, geh raus in die Welt und finde den selbstlosesten, uneigennützigsten, besten aller Menschen.“
Duryodhana, der als eine Inkarnation des Bösen gilt, ging durch die Welt und
suchte. Nach mehreren Jahren kam er zurück sagte: „Ich bin durch die ganze Welt
gegangen. Aber ich habe nicht einen einzigen wirklich guten Menschen gesehen.“ Krishna
hatte vorher aber auch den Yuddhisthira losgeschickt. Yuddhisthira gilt als
Dharma Raja oder als Dharmayana: als eine Verkörperung des Guten und der
Rechtschaffenheit. Ihm hatte er gesagt: „Yuddhisthira, geh in die Welt und
nenne mir einen wirklich schlechten Menschen. Der Yuddhisthira kam kurz nach
Duryodhana zurück und sagte: „Krishna, ich habe jetzt viele Jahre geschaut. Ich
habe keinen einzigen wirklich schlechten Menschen gefunden. Es gibt Menschen,
die aus Verletzungen und aus Unwissenheit und aus Identifikation Handlungen
machen, die schlecht sind, aber einen wirklich schlechten Menschen habe ich
nicht getroffen.“

So ist es auch, wenn wir uns selbst spirituell entwickeln. Wenn wir selbst in uns Güte entwickelt haben, sehen wir keine schlechten Menschen mehr. Wir sehen Menschen, die leiden, wir sehen Menschen, die sich in Verletztheit,
in Unwissenheit, in Kommunikationsfehlern oder irgendwelchen evolutionsbiologischen
Reaktionsmustern verirrt haben. Wir sehen Menschen, die schlimme Dinge tun.
Aber sie sind nicht schlecht. Genau so sehen wir auch uns selbst. Jeder Mensch
ist eine Mischung aus Verschiedenem. Wir erkennen, dass das Grundprinzip des
Universums letztlich Liebe ist. An dieses Prinzip können wir uns immer wenden und
aus diesem Prinzip heraus können wir handeln.

Hari Om Tat Sat

Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga-Vorträge als mp3

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Tags: Kraft, Licht, Liebe, Sivananda, Weisheit, inspiration, sukadev

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