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Hallo und herzlich willkommen zu den Yoga Vidya täglichen Inspirationen! Wir sind im 4. Kapitel, 24. Vers:
„Der durch die unzähligen Wünsche so mannigfache Geist wirkt für einen anderen (nämlich das Selbst), denn sie (der Geist und das Selbst) sind in Verbindung.“
Das ist ein interessanter Vers, den du dir immer wieder vergegenwärtigen kannst. Obgleich der Geist oft verrückt spielt oder zu spielen scheint, ist er eigentlich Diener des Selbst. Er vergisst das zwar manchmal, aber genau das ist seine Aufgabe.
Wir haben den Geist, um die Erfahrungen zu machen, die wir machen wollen und müssen, um letztlich wieder zur Befreiung zu kommen. Dieser Vers ist auch ein Vers, der sehr stark der modernen Systemtheorie entspricht oder auch der systemischen Hypnotherapie. Es ist ein sehr moderner Ansatz der modernen Psychologie, der dem Ansatz von Patanjali entspricht.
Alles, was in dir ist, ist genau für dich da. Alles, was in dir ist, ist in irgendeinem Kontext sinnvoll. Du solltest niemals denken: „Mein böser Geist, der will mich jetzt in die Irre führen.“ oder „Ich habe jetzt wieder die Asuras, die Dämonen in meinem Geist, ich muss jetzt gegen meinen Geist kämpfen.“. Das wäre ein großes Missverständnis.
Alles, was in dir ist, ist in irgendeinem Kontext sinnvoll. Der Geist will dir helfen. Er ist nicht sich selbst genügsam, sondern er will dir, dem Purusha, deinem eigenen Selbst, dienen. Er will dir die Erfahrungen geben, die du brauchst. Er will dir helfen, in dieser Welt zurechtzukommen. Er will dir helfen, zur Erkenntnis zu kommen. Er will dir helfen, alles Mögliche zu tun.
Der Geist ist dabei inzwischen relativ selbständig geworden. Gute Mitarbeiter warten auch nicht, bis der Chef alles gut heißt. Sie werden tätig, und manchmal werden sie vielleicht zu sehr tätig. Dann gilt es, dich wieder im rechten Maß lenken zu lassen. Wenn sich das nächste Mal zum Beispiel Angst in deinem Geist einstellt, dann ist das nicht böse. Der Geist will dir nichts Böses. Die Angst soll die helfen, achtsamer zu sein, dich vielleicht sorgfältiger vorzubereiten oder ein bisschen vorsichtiger zu sein, denn in der Welt lauern verschiedene Gefahren. Oder du hast die Gelegenheit zu erfahren, dass es keinen Grund mehr zur Angst gibt.
Lass dich nicht von diesem Gefühl überwältigen und lähmen. Sei dir bewusst, dass die Angst dir dienen will.
Auch wenn du dich das nächste Mal über etwas ärgerst, ist das kein bösartiger Geist. Der Geist schenkt dir Ärger, damit du Kraft bekommst, um dich zu wehren oder damit du erkennst, dass etwas besser anders laufen sollte. Oder damit du siehst, dass da jemand irgendwelche Grenzen überschritten hat. Das heißt nicht, dass du sofort reagieren musst. Der Geist macht dir einen Vorschlag. Er schlägt dir vor, etwas zu ändern. Du kannst zu deinem Geist sagen: „Danke, lieber Geist, du hast mir gerade Ärger manifestiert. Danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast.“ Du kannst dann auch weiter fragen: „Was kann ich nun tun, um die Situation für alle gut zu lösen?“ Du kannst dich immer erinnern, dass der andere Mensch es nicht böse gemeint hat. Schau, ob man daraus etwas zusammen machen kann. Vielleicht ist es auch an der Zeit, sich zu dagegen wehren, aber vielleicht bedachtsamer.
Wenn du so beobachtest, dann wirst du in deinem Geist mannigfaltige Vasanas sehen. Vasanas sind nicht nur Wünsche, sondern auch Handlungstendenzen. So viele wunderbare mannigfaltige Fähigkeiten hast du in deinem Geist. Bekämpfe sie nicht, aber werde auch nicht ihr Sklave. Alle Inhalte in deinem Geist, alle Vasanas und Samskaras sind dazu da, dir zu helfen. Nutze ihre Hilfsangebote, aber nutze nicht jedes Hilfsangebot. Du hast die Freiheit. Dein höheres Selbst ist die Führungspersönlichkeit in deinem Geist.

Om Shanti. Ich wünsche dir alles Gute im neuen Jahr!


Transkription eines Kurzvortrages von Sukadev Bretz im Anschluss an die Meditation im Satsang im Haus Yoga Vidya Bad Meinberg. Mehr Yoga Vorträge als mp3

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Tags: Dharana, Dhyana, Fähigkeiten, Kräfte, Samadhi, inspirationen, pada, patanjali, raja, sukadev, Mehr...sutra, vibhuti, yoga

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