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Yoga Vidya Lebensgemeinschaft, Teil 2 Der indische Ashram – die klassische spirituelle Lebensgemeinschaft

Namaste und herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe des Yoga-Vidya-Lebensgemeinschafts-Podcasts. In diesem Podcast will ich sprechen, was es heißt, in einer spirituellen Lebensgemeinschaft zu leben, in einer Yoga-Gemeinschaft, mit anderen Worten, in einem Ashram. Das letzte Mal hatte ich etwas gesprochen über meinen eigenen Lebensweg, wie ich zum Yoga gekommen bin, natürlich sehr kurz, und dass ich seit 1982 in Yogagemeinschaften lebe. Ich hatte einiges erzählt, was das Gute ist und das Schöne, in einer Yogalebensgemeinschaft zu leben. Vielleicht ein paar Aspekte noch, die ich in den Sivananda Yogazentren kennengelernt habe und die ja letztlich auch für die Yoga Vidya Gemeinschaften von Bedeutung sind. Die Sivananda Yogagemeinschaften beruhen natürlich auf den Gemeinschaften, die Swami Sivananda begründet hat. Und das wiederum beruht auf der uralten indischen Ashramgemeinschaft. In Indien sind Menschen in den Wald gegangen, um dort Yoga zu leben, Yoga zu lernen. In früheren Zeiten war es sogar üblich, dass spirituell interessierte Jugendliche einige Jahre zum Meister gegangen sind, dem Guru, und in einer kleinen spirituellen Gemeinschaft im Wald gelernt haben. Charakteristisch war dort, dass die Schüler im Haushalt mitgeholfen haben, alle Arbeiten gemacht haben, die notwendig sind. Das konnte Landwirtschaft sein, das konnte Handwerk sein, das konnte letztlich das Mitwirken an Büchern sein, je nach dem Beruf des Lehrers. So konnten Ashrams ausgerichtet sein, man würde heute sagen, wie eine autarke Lebensgemeinschaft, Selbstversorgung, es konnte aber auch sein, dass es ein landwirtschaftlicher Betrieb war, es konnte sein, dass dort Bücher erzeugt wurden, es konnte sein, dass dort Besucher hinkamen, es konnte auch sein, dass es eine sehr stark asketische Gemeinschaft war, die von Almosen gelebt hat. Almosen konnten sein, von einem reichen Mann, der der Mäzen dieser Gemeinschaft war, sei es, dass die Gemeinschaftsmitglieder dann in die nächsten Orte gegangen sind und gebettelt haben. Also verschiedene Formen von Ashrams gab es schon in den alten Zeiten. In den Ashrams in Indien gab es auch wieder verschiedene Formen. Man kann sagen, es gab solche, die sich nur an Mönche ausgerichtet haben, dort war eben der Swami der Leiter der Gemeinschaft und er hatte dann so genannte Brahmacharis, also Novizen, die sich darauf vorbereitet haben, selbst Mönche zu werden. Dann gab es verheiratete Paare, die zusammen die Gurus waren, also Mann und Frau zusammen und dort sind dann die Jugendlichen in ihren Haushalt gegangen. Das Paar hat typischerweise selbst schon Kinder gehabt, die Kinder sind aus dem Haus gegangen und so konnten sie dann eine Gruppe von Schülern aufnehmen, denen sie dann die nächsten bis zu zwölf Jahren die Grundlagen von Yoga und vielleicht auch die Grundlagen eines Berufes, eines Lebensunterhaltes gelehrt haben. Bei all diesen Formen der Gemeinschaft war immer, einfach leben, erhaben denken, wichtig. Menschen, die in eine solche Ashramgemeinschaft gegangen sind, sind dort hingegangen, um spirituell zu wachsen. Sie wussten, es erwartet sie ein einfaches Leben. Das konnte entweder auf Dauer sein, wie im Fall eines Ashrams mit einem Swami als Oberhaupt, oder die Jugendlichen wussten, es ist für eine bestimmte Zeit. Und wenn die Lehrperiode zu Ende war, dann konnten sie anschließend wieder ein normales Leben führen, bzw. überhaupt mit dem Erwachsenenleben beginnen.

In den Fällen, wo die Jugendlichen für eine bestimmte Zeit da waren, dann waren es zum Teil sogar die Gurus, die dann den Jugendlichen oder den jungen Männern und Frauen geholfen haben, einen Partner zu finden. Ob das alles immer so ideal war, wie das jetzt so klingt, ist eine andere Sache. Mindestens die Ideale waren so. Gut, die Yoga Vidya Lebensgemeinschaften sind an dem indischen Ashram-Ideal ausgerichtet, wie ich schon gesagt hatte. Und das indische Ashram-Ideal ist, wie du jetzt so ein bisschen gehört hast, eben Leben ausgerichtet auf spirituelle Entwicklung, Leben ausgerichtet an, einfach leben, erhaben denken.

Für manche Menschen ist das von Dauer, für manche Menschen vorübergehend. Wir nehmen jetzt keine Jugendlichen auf, es sei denn, die Jugendlichen kommen mit ihren Eltern, sondern es sind typischerweise Erwachsene, die zu den Yoga Vidya Lebensgemeinschaften kommen. Wir haben Menschen, die sehr jung kommen, Achtzehn-, Neunzehnjährige, in Ausnahmefällen hatten wir auch schon einen Siebzehnjährigen, der das Einverständnis seiner Eltern hatte, mache machen eins, zwei, drei Jahre Yoga, leben in der Gemeinschaft, bevor sie dann studieren oder einen anderen Beruf lernen. Manche merken, ja, das ist eigentlich das, was sie auf Dauer machen wollen. Viele kommen, nachdem sie eine abgeschlossene Berufsausbildung haben. Manche kommen mit ihren Kindern hierher. Manche kommen hierher, nachdem die Kinder aus dem Haus sind. Und manche kommen so ein paar Jahre vor ihrer Rente zu uns. Es gibt also verschiedene Möglichkeiten. Manche kommen zu uns aus einer persönlichen Krise, vielleicht eine Beziehung in die Brüche gegangen, vielleicht eine schwere Krankheit überwunden, vielleicht aus einer psychischen Krise, einem Burnout, vielleicht einem beruflichen Misserfolg, Pleite ihrer Firma, vielleicht eine Kündigung. Manche kommen hierher, nachdem sie sich fragen: „Was soll das Ganze, was ich bisher gemacht habe?“ Manche haben begonnen, Yoga zu praktizieren und wollen ihr Leben dem Yoga widmen. Manche stellen fest: „Ich habe jetzt einiges für mich getan, ich will jetzt etwas zurückgeben.“ Viele Motive gibt es. Und für manche ist es wie eine Periode für eine gewisse Zeit, ein Jahr, zwei Jahre, drei Jahre Pause vom Alltag, sich regenerieren, Leben spirituell ausrichten, neue Kraft sammeln, um danach mit neuem Elan den Alltag wieder angehen zu können, spirituell gewachsen, vielleicht an Weisheit gewachsen. Und manche kommen schon gleich hierher, weil sie sagen: „Ja, ein solches Leben will ich führen. Denn letztlich, vor dem Hintergrund der Sterblichkeit und vor dem Hintergrund der Vergänglichkeit allen menschlichen Strebens, was könnte es Wichtigeres geben als spirituelles Wachstum? Und was könnte es geben, was wichtiger wäre als spirituelles Wachstum?“ Es gibt nichts Wichtigeres als das, es gibt deshalb kein sinnvolleres Leben als ein Leben, das ausgerichtet ist auf spirituelle Entwicklung. Und gerade darauf ist Leben in Ashrams ausgerichtet, gerade darauf sind spirituelle Lebensgemeinschaften ausgerichtet. Und so kann man sagen, es kann kaum ein sinnvolleres Leben geben, als Leben in einer spirituellen Ashram-Lebensgemeinschaft.
Wenn du mehr darüber wissen willst, dann gehe doch auf unsere Internetseiten auf www.yoga-vidya.de. Dann gib oben rechts ins Suchfeld ein „Gemeinschaft“ oder „Lebensgemeinschaft“, dort findest du viele Informationen darüber. Wenn du bei Yoga Vidya neu bist, dann mache einfach mal an einem Einführungsseminar mit und mache vorher einen Termin aus, dass du in unserem Seva-Büro, also das Büro, das dich beraten kann über unsere Gemeinschaft, mache dort einen Termin aus, dann kannst du einiges erfahren. Und wenn du schon bei uns gewesen bist, dann sprich einfach mal mit unserem Seva-Team oder mache einfach mal eine Weile Mithilfe mit. Mithilfeprogramm steht für jeden sehr leicht offen. Mitglied zu werden in unserer Lebensgemeinschaft, da suchen wir schon aus, wer zu uns passt. Ich würde mich freuen, wenn du mal ausprobieren würdest, vielleicht ist die Yoga Vidya Lebensgemeinschaft etwas für dich und kann deinem Leben tiefe neue Impulse geben.
Das war es für heute, mein Name, Sukadev, Gründer und Leiter von Yoga Vidya, www.yoga-vidya.de.

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Tags: Gemeinschaft, Lebensgemeinschaft, ashram, indische Ashram, yoga vidya

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